Okzidentalismus

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Das Wort Okzidentalismus hat in den Kulturwissenschaften zwei diametral entgegengesetzte Bedeutungen.

1. In Anlehnung an und als Replik auf den von Edward Said geprägten Begriff Orientalismus bezeichnet man als Okzidentalismus eine Ideologie des Hasses gegen den Okzident, gegen westliche Gesellschaftsstrukturen und Werte. In dieser Bedeutung wurde der Begriff von Ian Buruma und Avishai Margalit geprägt. Sie finden dieses Phänomen u.a. in der deutschen Romantik, der westlichen konservativen Kulturkritik, bei Islamisten und bei antiimperialistischen Linken.

2. Manche postkoloniale Theoretiker bezeichnen dagegen als Okzidentalismus einen Ethnozentrismus, der westliche Werte als universal postuliert und andere Kulturen abwertet.

Literatur[Bearbeiten]

zu 1.


zu 2.

  • Fernando Coronil: Beyond Occidentalism: Toward Nonimperial Geohistorical Categories in "Cultural Anthropology" 11/1 (1996);

dt. Übersetzung: Fernando Coronil: »Jenseits des Okzidentalismus. Unterwegs zu nichtimperialen geohistorischen Kategorien«. In: Sebastian Conrad und Randeria Shalini (Hg.): Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Frankfurt/Main: Campus-Verl. (2002), S. 177–218.

Siehe auch[Bearbeiten]