Olavo de Carvalho

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Olavo de Carvalho

Olavo Luiz Pimentel de Carvalho (* 29. April 1947 in Campinas, Brasilien) ist ein brasilianischer Journalist und Essayist, der rechtsgerichtete Positionen und Verschwörungstheorien vertritt.

Leben[Bearbeiten]

Carvalho ist der Sohn des Rechtsanwalts Luiz Gonzaga de Carvalho und der Hausfrau Nicéa Pimentel de Carvalho. Als Kind erkrankte er häufig und musste so lange fiebrig und schwach im Bett liegen, dass er als Siebenjähriger das Laufen wieder erlernen musste. Er beschreibt diese Phase seines Lebens als eine Periode der Entdeckung der Gedankenwelt, in der er vor stetigen körperlichen Leid und Ohnmacht Hut gefunden habe.

Durch den frühen Tod seines Vaters fing Olavo de Carvalho schon mit 15 an zu arbeiten, seit seinem 18. Lebensjahr arbeitete er als Journalist. Während der brasilianischen Militärdiktatur trat er in die Partido Comunista Brasileiro (PCB) ein, eine der kommunistischen Parteien in Brasilien. Nach kurzer Zeit trat er aber wieder aus.

Danach widmete sich Carvalho seiner „Selbstentdeckung“ und bildete sich autodidaktisch in komparativer Religionswissenschaft, Philosophie, Logik, Symbolik und Astrologie, was seiner Aussage nach einer normalen akademischen Ausbildung überlegen ist. Von 1980 bis Mitte der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bücher über Symbolik, religiöse und astrologische Themen.

Seit Anfang der 1990er Jahre schreibt Carvalho zu politischen Themen. Er nimmt dabei eine extrem antikommunistische Haltung ein und schreibt zum Beispiel für die rechtsgerichtete John Birch Society,[1] deren Verschwörungstheorien er teilt.

Olavo de Carvalho ist verwitwet und wieder verheiratet, insgesamt hat er acht Kinder. Zurzeit lebt er in Richmond, Virginia und arbeitet als internationaler Korrespondent für die brasilianische Zeitschrift „Diário do Comércio“.

Philosophisches Werk[Bearbeiten]

Olavo de Carvalho sieht sich als christlicher Philosoph. Das Motto seines Werks kann als „...eine Rebellion gegen den Primat des Kollektivs über das individuelle Bewusstsein.“ beschrieben werden. Entsprechend distanzierte er sich früh vom brasilianischen akademischen und universitären Establishment und kritisierte es wiederholt in seinen Büchern (zum Beispiel O imbecil coletivo I und II, in freier Übersetzung: Der kollektive Idiot I und II).

Sein philosophisches Werk basiert vor allem auf der Philosophie des Aristoteles und der Scholastik. Sein Buch „O Jardim das Aflições“ (Der Garten der Bedrängnisse) war in Brasilien sehr umstritten. Carvalho distanzierte sich von der seiner Meinung nach marxistisch geprägten Hauptströmung der modernen brasilianischen Intellektualität und übte harte Kritik an Denkströmungen wie der Befreiungstheologie, dem kulturellen Marxismus und Dekonstruktivismus.

Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten]

Olavo de Carvalho war Herausgeber der ersten kommentierten Auflage des gesamten Werks des Kunst- und Sozialkritikers Otto Maria Carpeaux sowie des brasilianischen Philosophen Mário Ferreira dos Santos. Darüber hinaus gab er auch die erste „Geschichte der brasilianischen Wehrmacht“ heraus.

Er ist Mitgründer und Präsident des „Inter-American Institute for Philosophy, Government and Social Thought“,[2] einer Denkfabrik. Er leitet eine wöchentliche Radiosendung im Internet (True Outspeak)[3] in Portugiesisch, in der er meistens über US-amerikanische und brasilianische Politik spricht. Er vertritt dabei ähnliche Positionen wie die Tea-Party-Bewegung und ist ein scharfer Gegner von US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva.

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Os EUA e a nova ordem mundial. São Paulo: Vide Editorial. 2012.
  • A filosofia e seu Inverso. São Paulo: Vide Editorial. 2012
  • Maquiavel ou A Confusão Demoníaca. São Paulo: Vide Editorial. 2011
  • A Dialética Simbólica - Ensaios Reunidos. São Paulo: É Realizações. 2006
  • O Futuro do Pensamento Brasileiro. Estudos sobre o Nosso Lugar no Mundo., 1998
  • O imbecil coletivo II: A longa marcha da vaca para o brejo e, logo atrás dela, os filhos da PUC, as quais obras juntas formam, para ensinança dos pequenos e escarmento dos grandes. Rio de Janeiro: Topbooks. 1998
  • Como Vencer um Debate sem Precisar Ter Razão. Comentários à "Dialética Erística" de Arthur Schopenhauer, 1997
  • O Imbecil Coletivo: Atualidades Inculturais Brasileiras. São Paulo: É Realizações, 1996
  • O Jardim das Aflições. De Epicuro à Ressurreição de César — Ensaio sobre o Materialismo e a Religião Civil. São Paulo: É Realizações, 1995
  • Aristóteles em Nova Perspectiva. Introdução à Teoria dos Quatro Discursos (reedição aumentada de Uma Filosofia Aristotélica da Cultura), 1994
  • A Nova Era e a Revolução Cultural: Fritjof Capra & Antonio Gramsci, 1994
  • O Caráter como Forma Pura da Personalidade, 1993
  • Os Gêneros Literários: Seus Fundamentos Metafísicos, 1993
  • Símbolos e Mitos no Filme "O Silêncio dos Inocentes", 1993
  • Fronteiras da Tradição. São Paulo, Nova Stella, 1986
  • Astrologia e Religião. São Paulo, Nova Stella, 1986
  • Astros e Símbolos. São Paulo, Nova Stella, 1985
  • Universalidade e Abstração e Outros Estudos. (São Paulo, Speculum), 1983
  • Questões de Simbolismo Astrológico. São Paulo, Speculum, 1983
  • O Crime da Madre Agnes ou: A Confusão entre Espiritualidade e Psiquismo. São Paulo, Speculum, 1983
  • A Imagem do Homem na Astrologia. Jvpiter. São Paulo, 1980

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Ignoring the essential Essay für die John Birch Society über die angebliche kommunistische Weltverschwörung
  2. http://www.theinteramerican.org/about-us/mission-statement.html
  3. http://www.blogtalkradio.com/olavo