Olbersdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Olbersdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Olbersdorf führt kein Wappen
Olbersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Olbersdorf hervorgehoben
50.86666666666714.766666666667273Koordinaten: 50° 52′ N, 14° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Olbersdorf
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 15,16 km²
Einwohner: 5329 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 352 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02785
Vorwahl: 03583
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 400
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberer Viebig 2a
02785 Olbersdorf
Webpräsenz: www.olbersdorf.de
Bürgermeister: Andreas Förster
Lage der Gemeinde Olbersdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
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Olbersdorf ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie ist Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Olbersdorf.

Geographie[Bearbeiten]

Olbersdorf von Berg Töpfer (Zittauer Gebirge) aus gesehen

Das Waldhufendorf grenzt im Norden unmittelbar an die Stadt Zittau und im Süden an Oybin im Zittauer Gebirge. Es erstreckt sich im Tal des Goldbaches, der auch in Dürrezeiten immer Wasser führte und deshalb für die Besitzer der zahlreichen Mühlen „Gold wert“ war. Im Niederdorf befindet sich der Olbersdorfer See, das geflutete Tagebaurestloch der Braunkohlengrube Glückauf, die 1908 als Pfeilerbruchbau begann und 1910 zum Tagebau aufgeschlossen wurde. Der See dient seit der Landesgartenschau 1999 Erholungszwecken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Olbersdorf ist benachbart im Norden und Osten durch die Stadt Zittau, im Süden durch Oybin, im Südwesten durch Jonsdorf und im Westen durch Bertsdorf-Hörnitz.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Der Ort Olbersdorf gliedert sich in das Niederdorf, das Oberdorf, den Kaltenstein, das Städtel, die Randsiedlung, das Neubaugebiet und den Kohlenviebig. Die Gemeinde ist nicht in amtlich definierte Ortsteile untergliedert.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von Oberreit mit Nieder-Olbersdorf um 1845
Karte von Oberreit mit Ober-Olbersdorf um 1845

Auf den Kaiserfeldern wurde beim Aufwerfen einer Schanze ein Hort mit 49 Randleistenbeilen gefunden, der die Besiedlung der Gegend am Mittelweg in der Bronzezeit belegt (jetzt im Görlitzer Museum).

1319 wird Olbersdorf das erste Mal als „Albertsdorf“ (‚Dorf eines Albert‘) urkundlich erwähnt. Die Schreibweise „Olbersdorf“ tritt erstmals 1429 auf. 1343 haben Mannschaften des Bischofs von Meißen die Gegend unsicher gemacht. 1362 brannten die Prager und 1420 und 1424 die Hussiten Olbersdorf nieder. 1428 existierte ein Vorwerk zum Ort. 1533 brachte der Türkenkrieg dem Dorf neue Lasten und Leiden. Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges waren für Olbersdorf so anhaltend, dass man erst 1650 das Friedensfest feiern konnte. Im Türkenkrieg (1664), im Nordischen Kriege, in den Schlesischen und Napoleonischen Kriegen hat der Ort Drangsale durchmachen müssen, die anderen, entlegeneren Ortschaften, erspart geblieben sind.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Olbersdorf Braunkohle abgebaut. Die Anfänge des Kohlebergbaus lagen auf dem Kaltenstein. Wegen der in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorgesehenen Erweiterung des Tagebaus verfiel das Niederdorf. Für die Umsiedlung der betroffenen Olbersdorfer und Zittauer Einwohner wurde im Oberdorf ein neues Wohngebiet, im Volksmund Golan-Höhen genannt, errichtet.

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

1320: villa Alberti (HOV, hsl. Nachtrag Blaschke, ohne Quelle), 1323: Albertsdorff, 1346: Olbrechtsdorf, 1350: Albrechtsdorf, 1473: Olbirsstorff, 1522: Alberßdorff, 1791: Olbersdorf, auch Albrechtsdorf, 1875: Olbersdorf b. Zittau

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

1777: Görlitzer Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Zittau, 1875: Amtshauptmannschaft Zittau, 1952: Landkreis Zittau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Olbersdorf ist eine Landgemeinde, zu der ehemals der Ortsteil Eichgraben (u. Diebsdörfel, dieses später zu Zittau) gehörten. Der Ortsteil Eichgraben wurde nach 1905 nach Zittau umgegliedert.[3] 1989 erfolgte ein Teilortsabbruch infolge des Braunkohlentagebaus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner[3]
1581 49 besessene Mann,
54 Gärtner,
113 Häusler, 64 Hufen
1777 43 besessene Mann,
49 Gärtner,
215 Häusler, 5 Wüstungen
1834 2151
1871 3124
1890 3793
1910 5463
1925 5840
1939 5896
1946 6674
1950 6626
1964 6633
1990 6994
2000 6837
2009 5589


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sonnenuntergang am Olbersdorfer See

Folgende Sehenswürdigkeiten befinden sich in Olbersdorf:

Museen/Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Olbersdorfer Uhrenhof

Bauwerke[Bearbeiten]

1925 erbaute die Gemeinde ein großzügiges Freibad, das Volksbad.

Die 1883 im neugotischen Stil errichtete evangelische Kirche in Olbersdorf wurde 1986, nach Umbettung des Friedhofes gesprengt, ein Ersatzbau neben dem neuen Friedhof am Butterhübel im selben Jahr geweiht. Im Jahre 2005 wurde die neu errichtete katholische Kapelle geweiht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • April: Zittauer Gebirgslauf & Wandertreff (seit 1974)
  • August: Crosstriathlon O-See-Challenge

Wirtschaft[Bearbeiten]

Olbersdorf war eine bedeutende Industriegemeinde mit dem Schwerpunkt Textilindustrie (Webereien (Wagner), Spinnereien (Rinnelt) für Baumwolle, Jute (Gustav Wäntig AG, war früher zweitgrößte deutsche Jutespinnerei und Weberei, Familien AG, hatte vor 1945 bis zu 1.000 Mitarbeiter, 1945 enteignet, Gustav Wäntig wurde von der Bevölkerung der „Daimler“ von Sachsen aber auch wegen seiner sozialen Einstellung seinen Arbeitern gegenüber der „Abbe“ von Sachsen genannt), Kokosfasern); davon existieren und produzieren heute nur noch KSO-Textil GmbH, WESOM Textil GmbH und die Kokosweberei. Von den einstigen Betrieben (Eisengießerei Biebrack (Tiegel), Holz- und Imprägnierwerk „Katz & Klumpp“, Textilmaschinenfabrik Gruschwitz, Funkwerk (ZIPHONA-Plattenspieler), Papierfabrik, zwei Getreidemühlen (Mauermann), Möbel-, später Klavierfabrik, Ziegelei und Braunkohlengrube „Glück auf“) produziert heute nur noch die Stahlgießerei unter dem Namen Olbersdorfer Guß GmbH.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Dorf führt die Schmalspurbahn Zittau–Kurort Oybin/Kurort Jonsdorf, die mit Dampf- und Diesellokomotiven betrieben wird. Die Linienführung zwischen Bahnhof Zittau-Vorstadt und Bahnhof Bertsdorf war von 1925 bis 1945 zweigleisig.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14626400
  3. a b Olbersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olbersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien