Olbia (Sardinien)
| Olbia | ||
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Sardinien | |
| Provinz: | Olbia-Tempio (OT) | |
| Lokale Bezeichnung: | Terranoa / Tarranoa | |
| Koordinaten: | 40° 55′ N, 9° 30′ O40.9166666666679.510Koordinaten: 40° 55′ 0″ N, 9° 30′ 0″ O | |
| Höhe: | 10 m s.l.m. | |
| Fläche: | 376,1 km² | |
| Einwohner: | 57.121 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 152 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 07026 | |
| Vorwahl: | 0789 | |
| ISTAT-Nummer: | 104017 | |
| Volksbezeichnung: | olbiesi | |
| Schutzpatron: | Simplizius von Olbia | |
| Website: | Olbia | |
Olbia (in byzantinischer Zeit Pausania/Παυσανία, vom Mittelalter bis 1939 Terranova, sardisch weiterhin Terranòa) ist mit 57.121 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) die viertgrößte Stadt Sardiniens und eine der beiden Hauptstädte der Provinz Olbia-Tempio. Olbia liegt am Golf von Olbia, der zum Tyrrhenischen Meer gehört. Die meisten Sardinienreisenden landen hier – entweder in den Fährhäfen oder auf dem Flughafen Olbia (Aeroporto di Olbia-Costa Smeralda).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Olbia liegt im Nordosten der Insel südlich der bekanntesten Küste Sardiniens, der Costa Smeralda. Selbst an der Haupteinkaufsstraße Corso Umberto ist kaum ein Gebäude höher als zwei Stockwerke. Olbia zeigt, wie fast alle Städte Sardiniens, einen Provinzcharakter, der aber durch Trabantensiedlungen wie Olbia 2 und die hektischen Hauptverkehrsadern, auf denen im Sommer mehrere 100.000 Touristen ankommen, aufgehoben wird.
Auch das Gesicht in der Innenstadt hat sich mit dem Ausbau der Hafenpromenade stark verändert. Wo vor zehn Jahren noch Kramläden waren, sind heute Läden bekannter europäischer Modefirmen. Doch abseits des Corso Umberto sind immer noch die typischen engen Sträßchen zu finden.
Geschichte [Bearbeiten]
Schon die Etrusker liefen den Hafen Olbia an. Es geriet unter die Herrschaft Karthagos, bis der römische Konsul Lucius Cornelius Scipio den karthagischen Feldherrn Hanno 259 v. Chr. in einer Seeschlacht im Golf von Olbia schlug, woraufhin Olbia zunächst von den Römern erobert wurde.[2] Im Zweiten Punischen Krieg wurde Olbia im Jahr 210 v. Chr. von den Karthagern zerstört und anschließend vom römischen Prätor Publius Manlius Vulso erobert. Unter römischer Herrschaft wurde der Hafen ausgebaut und Olbia nahm eine wichtige Stellung als römischer Anlaufpunkt auf Sardinien ein, hier landeten etwa die römischen Statthalter.
Nach dem Fall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert blieb Sardinien und mit ihm Olbia unter Byzantinischer Herrschaft. Während der Piratenüberfälle auf Sardinien wurde die Stadt zeitweise aufgegeben. Als Sardinien im Mittelalter in vier Judikate aufgeteilt wurde (siehe Sardische Judikate), war Olbia Sitz des Judikats Gallura.
Verkehr [Bearbeiten]
- Autofähre: Olbia verfügt über zwei Fährhäfen (Olbia und Golfo Aranci). Diese werden per Autofähre von Civitavecchia, Genua sowie Livorno – und im Sommer auch von anderen Orten aus angefahren.
- Luftverkehr: Der moderne Flughafen kann von den meisten europäischen Ländern direkt erreicht werden. Olbia ist auch Sitz der Fluggesellschaft Meridiana. Die Deutsche Lufthansa bedient den Ort von Frankfurt und Düsseldorf aus. Easyjet fliegt mehrmals in der Woche von Berlin, Basel, Genf und London nach Olbia. Auch mit Airberlin ist Sardinien von deutschen Flughäfen zu erreichen: Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, München, Köln, Hannover und im Sommer Frankfurt sowie Münster/Osnabrück werden zum Teil täglich bedient; ebenso Zürich in der Schweiz.
- Bahnstrecken: Der Bahnhof Olbia ist Endhaltestelle der Verbindungen Cagliari–Olbia sowie Sassari–Olbia.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Kirche San Simplicio (Bild), romanische Basilika aus grauem Granit, zuerst bezeugt im 11. Jahrhundert, geweiht dem heiligen Simplicius von Fausania, bis zu deren Auflösung im Jahre 1533 Kathedrale der Diözese von Cività (Olbia).
- Kirche zum Apostel Paulus aus dem 18. Jahrhundert im oberen Teil der Altstadt
- Nahe der Stadt, auf der 246 m hohen Punta Casteddu, steht der Nuraghe und die Befestigung Cabu Abbas (Anfang des Wassers) mit herrlichem Ausblick.
- die der Küste vorgelagerte Insel Tavolara
- der römische Aquädukt Sa Rughitulla
- Sa Testa – ein Brunnenheiligtum an der Straße nach Golfo Aranci
Südlich, an der Straße nach Loiri liegen:
- die Villa Romana
- das Castello Padrese
- das sehr gut erhaltene Gigantengrab Su Monte de s’Ape (Tomba di Giganti)
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite der Gemeinde (ital.)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
- ↑ So Florus 1,18; Valerius Maximus 5,1,2, vgl. Rudolf Hanslik, Olbia 5, in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Band XVII,2, 1937, Sp. 2423f.
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