Oldenswort

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oldenswort
Oldenswort
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oldenswort hervorgehoben
54.37258.940Koordinaten: 54° 22′ N, 8° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Eiderstedt
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 45,84 km²
Einwohner: 1228 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25870
Vorwahl: 04864
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 095
Adresse der Amtsverwaltung: Welter Str. 1
25836 Garding
Webpräsenz: www.amt-eiderstedt.de
Bürgermeister: Frank-Michael Tranzer (SPD)
Lage der Gemeinde Oldenswort im Kreis Nordfriesland
Karte

Oldenswort (dänisch Oldensvort) ist im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland eine Gemeinde des Amtes Eiderstedt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Oldenswort liegt etwa 6 km nördlich von Tönning und 17 km südlich von Husum in der Nähe der Eider. Im Südosten des Gemeindegebietes verlaufen die Bundesstraße 5 und die Bahnlinie von St. Peter-Ording nach Husum.

Der Ort liegt in einem sehr flachen, landwirtschaftlich geprägten Marschgebiet. Schon aus der Ferne ist die typische Silhouette mit dem Kirchturm zu erkennen. Zum Schutz vor der Nordsee findet man in und um Oldenswort Deiche und Warften. Der Name Oldenswort leitet sich möglicherweise vom Namen Olde Warft (auf Hochdeutsch: alte Warft) ab.

Es existieren heute noch einige Haubarge, große, fast quadratisch angelegte Bauernhäuser mit einem sehr hohen Reetdach, die typisch für die Halbinsel Eiderstedt sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde aus der Zeit um Christi Geburt liegen vor, eine ausgeprägte Siedlungstätigkeit begann jedoch erst etwa 1000 Jahre später. Oldenswort selbst war schon lange in der Geschichte bekannt und erhielt schon früh die Fleckengerechtigkeit, die der Ort 1800 wieder verloren hat. Im Jahr 1205 wird der Ort erstmals erwähnt. 1252 landete König Abel von Dänemark bei der Kapelle, um mit den Eiderstedtern, die ihm nicht huldigen wollten, Krieg zu führen. Der Krieg endete für König Abel in einer Katastrophe, wie Helmold von Bosau in seiner Chronik beschreibt: Er fiel mit einem Großteil seines Heeres.[2]

In der Zweiten Marcellusflut erlitt Oldenswort schwere Schäden. Als 1415 und 1416 die Dithmarscher einfielen, wurde der Ort verwüstet und brannte nieder. Als die Kaiserlichen während des Dreißigjährigen Kriegs das Land verwüsteten, war auch Oldenswort betroffen. Im Laufe der Nordischen Kriege wurde die Stadt Tönning 1713 belagert, was auch negative Folgen für den Ort hatte. in dem gleichen Jahr wurde eine Konvention zwischen Peter dem Großen und Friedrich IV. von Dänemark und Norwegen. Im Jahre 1784 brannte ein großer Teil des Fleckens nieder, wurde aber bald wieder aufgebaut. Später verloren viele Einwohner ihr Hab und Gut durch den dänischen Staatsbankrott 1815, in dessen Folge das Gemeindegebiet um fast die Hälfte schrumpfte.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

  • Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 fünf Sitze und die SPD und die Wählergemeinschaft WVO haben je vier Sitze.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die CDU 31,9% der abgegebenen Stimmen und damit vier Sitze. Die SPD errang 39,4% und fünf Sitze. Auf die WVO entfielen 26,2% und damit vier Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 57,4 Prozent.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Frank-Michael Tranzer (SPD) erneut zum Bürgermeister gewählt.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von einer goldenen Ähre mit nach außen gebogenen Hüllblättern in Blau und Rot geviert. In 1 eine goldene Kirche, in 4 ein goldener Dreimaster.“[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Oldensworter Kirche[Bearbeiten]

St. Pankratius

Die aus Backstein erbaute Oldensworter Kirche „St. Pankratius“ geht auf einen romanischen Bau zurück, der wohl im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Sie hat eine hölzerne Kassettendecke. Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert.

Herrenhaus Hoyerswort[Bearbeiten]

Herrenhaus Hoyerswort

In Oldenswort befindet sich Eiderstedts einziges Herrenhaus, Hoyerswort. Es handelt sich um einen zweiflügeligen Bau der Renaissance mit einem Treppenturm, der von einem doppelten Wassergraben umgeben ist. Im 16. Jahrhundert wurde es vom königlich dänischen Aufseher Caspar Hoyer gebaut, von dem es auch seinen Namen hat. Seine Schwiegertochter Anna Ovena Hoyer sammelte hier eine von den Ortsgeistlichen als häretisch angesehene Gemeinde. 1632 verkaufte sie das Herrenhaus an Augusta von Dänemark, die Witwe des Herzogs Johann Adolf. 1713 nahm hier der dänische König Friedrich IV. (Dänemark und Norwegen) die Kapitulation der in der Festung Tönning stationierten schwedischen Truppen unter Magnus Stenbock im Großen Nordischen Krieg entgegen, womit der Krieg faktisch entschieden war.

Tönnies-Denkmal[Bearbeiten]

In Oldenswort steht seit 1990 ein Bronzedenkmal des dort – auf dem mittlerweile untergegangenen Haubarg De Riep – geborenen Ferdinand Tönnies, des Begründers der deutschen Soziologie, von Raimund Kittl.[6]

Mühle Catharina[Bearbeiten]

Bei der 1786 erbauten Windmühle handelt es sich um eine unter Denkmalschutz stehende Bergholländermühle. Erst in den 1970er Jahren wurde der Mahlbetrieb eingestellt. Nach der Restaurierung wird sie als Ferienhaus genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oldenswort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oldenswort – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.husumer-stadtgeschichte.de/Oldenswort-Schlacht.pdf
  3. [wahlen.amt-eiderstedt.de/2013/kommunal/oldenswort/oldenswort.htm Bekanntgabe des amtlichen Wahlergebnisses durch das Amt Eiderstedt am 27. Mai 2013] abgerufen am 30. Mai 2013
  4. Applaus für den Gemeinde-Chef Husumer Nachrichten vom 27. Juni 2013, abgerufen am 28. Juni 2013
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Uwe Carstens, Ferdinand Tönnies. Friesen und Weltbürger, Norderstedt 2005, S. 316 (m. Abb.), ISBN 3-8334-2966-6