Olecko

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Olecko
Wappen von Olecko
Olecko (Polen)
Olecko
Olecko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Olecko
Fläche: 11,42 km²
Geographische Lage: 54° 2′ N, 22° 30′ O54.03333333333322.5Koordinaten: 54° 2′ 0″ N, 22° 30′ 0″ O
Einwohner: 16.533
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 19-400
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NOE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: EłkGołdap
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 44 Ortschaften
Fläche: 266,60 km²
Einwohner: 22.196
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2813043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Wacław Olszewski
Adresse: pl. Wolności 3
19-400 Olecko
Webpräsenz: www.olecko.pl

Olecko [ɔˈlɛtskɔ] (deutsch bis 1928 Marggrabowa (umgangssprachlich auch Oletzko), 1928–45 Treuburg) ist eine Stadt im nordöstlichen Masuren in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren in der Nähe von Ełk und Suwałki. Sie liegt an der Mündung des Flusses Lega (früher Oleg) in den Jezioro Oleckie Wielkie (Großer Oletzkoer See, 1928–1945 Großer Treuburger See) an dessen westlichem Ufer.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Marggrabowa oder Oletzko wurde am 1. Januar 1560 vom Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach gegründet und erhielt das Kulmer Recht. Margrabia ist eines der zahlreichen deutschen Lehnwörter im Polnischen und bedeutet Markgraf. Bereits 1544 hatte an dieser Stelle eine, 1599 erstmals erwähnte, Jagdhütte namens Oletzko bestanden. Auf einer der Stadt vorgelagerten Halbinsel zwischen Lega und See wurde 1619 das Schloss Oletzko errichtet. 1709 erlag der größte Teil der Einwohner einer Pestepidemie (1100 Tote, 98 Überlebende).

Die Stadt war von 1818 bis 1945 Sitz eines eigenen preußischen Kreises Oletzko (1933 umbenannt in Treuburg, ab 1939 Landkreis Treuburg).

Nach Ende des Ersten Weltkrieges fand 1920 im Abstimmungsgebiet Allenstein / Masuren eine Volksabstimmung statt, in der sich die Bevölkerung für eine Zugehörigkeit zu Ostpreußen oder aber zu Polen entscheiden sollte. Im Kreis Oletzko wurden nur zwei von 28.627 Stimmen für Polen abgegeben. Ein Ministerialerlass vom 21. Dezember 1928 genehmigte die Umänderung des Stadtnamens Marggrabowa in Treuburg.[2] Am 27. Juni 1933 wurde dann auch der Kreis in „Kreis Treuburg“ umbenannt; diese Umbenennung beendete die jahrzehntelange Verwirrung um die unterschiedlichen Namen von Stadt (Marggrabowa) und Kreis (Oletzko). Sie wurde von der Bevölkerung begrüßt – ganz im Gegensatz zu den späteren Umbenennungen durch die Nationalsozialisten, die ab 1938 die traditionellen masurischen und altpreußischen Namen vieler Orte der Umgebung durch historisch nicht gerechtfertigte, „rein deutsche“ Bezeichnungen ersetzten.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt im Oktober 1944 geräumt und im Januar 1945 aufgegeben. 1945 wurde die zu 80 Prozent zerstörte Stadt unter polnische Verwaltung gestellt, 1991 wurde mit der formalen Beendigung des Kriegszustandes zwischen Deutschland und des Siegermächten durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag auch völkerrechtlich die Stadt Polen zuerkannt. 1946 bis 1975 war Olecko Sitz eines Powiats, durch eine Verwaltungsreform kam der Ort 1975 zu der neu gebildeten Wojewodschaft Suwałki, 1999 dann zu der Wojewodschaft Ermland-Masuren und wurde wieder Powiatsitz.

Einwohnerzahlen
1875:   4.212
1890:   4.887, davon 108 Katholiken, 86 Juden und 100 Polen
1910:   5.391
1939:   7.118
2000: 16.128

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Marktplatz der Stadt hat eine Größe von sieben Hektar, er galt damit vor 1945 als größter Marktplatz Deutschlands. In seinem nördlichen Teil steht auf einem baumbestandenen Hügel die Kirche der Stadt, früher evangelisch-lutherisch, heute katholisch. Die heutige Kirche wurde nach der Zerstörung 1945 in den 1980er Jahren in den Dimensionen des Altbaus neu errichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Der am westlichen Ende der Stadt gelegene Bahnhof ist ein regionaler Eisenbahn-Knotenpunkt. 1879 eröffnete die Preußische Ostbahn die Strecke GołdapEłk (Goldap–Lyck). Es folgten 1908 bzw. 1918 die Staatsbahnstrecken nach Kruklanki (Kruglanken) und Suwałki. Die 1911 eröffneten Treuburger Kleinbahnen nach Mieruniszki (Mierunsken)–Garbassen und Schwentainen bei Sulejki (Suleiken) sind 1944/1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut worden. Nachdem in Olecko zwischenzeitlich kein Personenzug mehr fuhr, gibt es mittlerweile (Stand: Sommer 2008) wieder Verbindungen nach Suwałki (nur Schnellzüge, teils nur in den Sommermonaten) und Ełk (zwei tägliche Personenzüge sowie Schnellzüge, teils nur in den Sommermonaten).

Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Gmina[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Olecko besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Babki Gąseckie Babken, Kirchspiel Gonsken
1938–45 Babeck
Jaśki Jaschken
1938–45 Jesken
Raczki Wielkie Groß Retzken
Babki Oleckie Babken, Kirchspiel Marggrabowa
1938–45 Legenquell
Judziki Judzicken
1938–45 Wiesenhöhe
Rosochackie Rosochatzken
1938–45 Albrechtsfelde
Biała Olecka Bialla
1938–45 Billstein
Kijewo Kiöwen Sedranki Seedranken
Borawskie Borawsken
1938–45 Deutscheck
Kolonia Olecko Siejnik Elisenhöhe
Borawskie Małe Klein Borawsken
1938–45 Kleindeutscheck
Kukowo Kukowen
1938–45 Reinkental
Skowronki Birkenort
Dąbrowskie Dombrowsken
1938–45 Königsruh
Leck Ślepie Schlepien
1938–45 Schlöppen
Dąbrowskie-Osiedle Łęgowo Lengowen
1938–45 Lengau
Świdry Schwiddern
Dobki Dopken
1938–45 Markgrafsfelde
Lenarty Lehnarten Szczecinki Sczeczinken
1916–45 Eichhorn
Doliwy Doliwen
1938–45 Teichwalde
Lesk Legahof Wólka Kijewska Kiöwenhorst
Duły Dullen Lipkowo Lindenhof Zabielne Sabielnen
1938–45 Podersbach
Gąski Gonsken
1938-45 Herzogskirchen
Możne Moosznen
1936–38 Mooschnen
1938–45 Moschnen
Zajdy Sayden
1938–45 Saiden
Giże Giesen Olecko Marggrabowa
1928–45 Treuburg
Zatyki Sattycken
1938–45 Satticken
Gordejki Gordeyken
1938–45 Gordeiken
Olszewo Olschöwen
1933–45 Erlental
Zielonówek Grüneberg
Gordejki Małe Klein Gordeyken
1938–45 Kleingordeiken
Pieńki Stobbenorth
1928–45 Stobbenort
Imionki Prostkergut Plewki Plöwken

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden eine blaue dreitürmige Burg mit höherem Mittelturm, belegt mit einem Schild: gespalten, rechts am Spalt ein halber, roter Adler (Brandenburg), links von Silber und Schwarz geviertet (Zollern).“[3]

Die Stadt Marggrabowa erhielt am 1. Januar 1560 ein „gewöhnlich Insiegel“ vom Herzog Albrecht von Preußen mit obigem Wappen, das auch auf dem SIGILLVM CIVITATIS MARGGRABOVIENSIS ANNO 1575 steht.[2]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olecko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. a b Otto Hupp: Deutsche Ortswappen. Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft, Bremen 1925.
  3. Erich Keyser: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, Bd. I: Nordostdeutschland, S. 113. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1939.