Oleg Iwanowitsch Betin

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Oleg Iwanowitsch Betin, 11. Januar 2011

Oleg Iwanowitsch Betin (russisch Олег Иванович Бетин; * 25. August 1950 in Tambow) ist ein russischer Politiker der Partei Einiges Russland und seit Dezember 1999 Gouverneur der Oblast Tambow.

Oleg Betin war schon von März 1995 bis Dezember 1995 Gouverneur der Oblast Tambow.[1] Im Dezember 1995 verlor er bei den Gouverneurswahlen gegen Alexander Rjabow, Kandidat der Kommunistischen Partei, und wurde als presidential representative der Region bestellt. Im Dezember 1999 gewann er die Gouverneurswahlen.[2] Am 7. Dezember 2003 wurde er mit 70 % der Stimmen wiedergewählt.[3] Am 9. Juli 2005 nominierte ihn Präsident Wladimir Putin als Leiter der Administration der Oblast Tambow, drei Jahre vor dem eigentlichen Ablauf seiner Amtszeit und nachdem er von der lokalen Duma am 13. Juli bestätigt wurde.[4][5] Im Juli 2010 verlängerte sich seine Amtszeit um weitere fünf Jahre.

Vom Zentrum für Extremal-Journalistik, welches zum russischen Journalistenverband gehört, wurde er im Juli 2000 in einer Liste der Feinde der russischen Presse an vierter Stelle gereiht.[6]

Am 16. April 2008 wurde der damalige Bürgermeister von Tambow, Maxim Kosenkow, wegen angeblicher Entführung seines angeblichen Liebhabers, der schon am 28. März 2008 von einer Spezialeinheit befreit wurde, verhaftet und am 22. April angeklagt. Der ganze Fall ist sehr unklar und fragwürdig, politische Intrigen sind nicht auszuschließen, es gab das Gerücht, dass sich Kosenkow um den Gouverneursposten bewerben wolle. Betin ersetzte ihn daraufhin durch einen neuen Bürgermeister, von dem versichert wird er sei orthodox und ein guter Familienvater. In einem Interview mit Wladimir Worsobin von der Komsomolskaja Prawda, welches am 16. Mai 2008 erschien, ließ er seiner Wut über die „schwule Kloake“ in seiner Stadt freien Lauf und sagte:[7] „Toleranz? Zur Hölle damit! „Blaue“ (entspricht etwa „Schwuchteln“) sollte man in Stücke reißen und die Teile in alle Himmelsrichtungen verstreuen. […] Ich bin gegen Perversion. Die Prinzipien der Orthodoxie sollten unberührt bleiben.“[8] Ein Kriminalverfahren wurde nicht eingeleitet und ein Zivilverfahren wurde aus verfahrenstechnischen Gründen abgewiesen. Einer Demonstration gegen Betin, welche am 10. Oktober stattfinden soll, stimmten die Behörden zu und sie ist somit die erste genehmigte Demonstration der russischen Schwulenbewegung.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrative divisions, rulers.org
  2. Imogen Bell, Eur, Europa Publications: Eastern Europe, Russia and Central Asia 2003, Taylor & Francis, 2002, ISBN 1-85743-137-5, S. 403
  3. December 2003, rulers.org
  4. July 2005, rulers.org
  5. RFE/RL Newsline, 05-07-19, Radio Free Europe/Radio Liberty, hri.org, 19. Juli 2005
  6. rUFO/kp: Feinde der Presse, Russland-Aktuell, 6. Juli 2000
  7. Dietrich Beyrau: Politskandal in Tambow und Homopolitik in Russland, in: Russland-Analysen NR. 168, 11. Juli 2008
  8. Bigotry Monitor: Volume 8, Number 22, fsumonitor.com, 30. Mai 2008
  9. Russia may permit first gay march 500km from Moscow, pinknews.co.uk, 8. Oktober 2008

Weblinks[Bearbeiten]