Oleh Romanyschyn

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Oleh Romanyschyn in Kavala, Juli 2006

Oleh Mychajlowytsch Romanyschyn (ukrainisch Олег Михайлович Романишин, oft auch in der russischen Namensform Oleg Romanischin; * 10. Januar 1952 in Lwiw) ist ein ukrainischer Schachspieler und seit 1976 Großmeister.[1]

In sowjetischer Zeit gehörte der Großmeister jahrelang zu den stärksten Spielern seines Landes. Er nahm regelmäßig an den jährlich ausgetragenen sowjetischen Einzelmeisterschaften teil. Dieses Turnier galt in der Schachwelt als der mit Abstand stärkste und härteste Wettbewerb seiner Art, und schon die Qualifikation für den Wettbewerb galt als Nachweis der absoluten Weltklasse eines Schachspielers.

Romanyschyn vertrat zuerst die Sowjetunion, später die Ukraine bei zahlreichen internationalen Wettbewerben als Nationalspieler. So gewann er 1978 mit der UdSSR und dann 1996 mit der Ukraine je eine Silbermedaille bei der Schacholympiade in Buenos Aires und in Jerewan. Zu diesen gesellten sich noch zwei Bronzemedaillen bei den Olympiaden 1998 in Elista sowie 2000 in Istanbul, diesmal für die Ukraine.[2] Zudem gewann er mit der Mannschaft der Ukraine auch die Mannschafts-Weltmeisterschaft 2001. Weiterhin siegte er 1977, 1980 und 1983 jeweils mit dem UdSSR-Team in der Mannschaftseuropameisterschaft. Mit dem Team der Ukraine kam dann noch eine Silbermedaille 1992 beim gleichen Turnier dazu. Auch eroberte er mit der UdSSR-Mannschaft die Studentenweltmeisterschaft 1974, 1976 und 1977. Schließlich wurde er noch Einzel-Jugendeuropameister im Jahre 1973.

Oleh Romanischin - Eric Lobron Dortmunder Schachtage 1982

Ein großer Erfolg war schließlich der Sieg mit dem Team der Ukraine bei der Spartakiade der Völker der UdSSR im Jahre 1981.

Zu Siegen in bedeutenden internationalen Turnieren kam Romanyschyn 1969 in Antwerpen, 1975 in Novi Sad, 1976 in Jerewan und in Dortmund [3], 1977 in Hastings und Cienfuegos sowie Leningrad und Malgrat de Mar, 1979 in Gausdal, 1980 in Polanica Zdrój, 1981 in Lwiw, 1983 in Jurmala, 1985 in Moskau, 1985/86 in Reggio nell’Emilia. In den 1990er-Jahren kamen noch die Turniere in Debrecen 1990 und 1992 erneut in Polanica Zdrój dazu. 1996 wurde er Zweiter beim Schachfestival Bad Wörishofen, hinter Karen Movsesjan und vor Alexander Khalifman.

Weiterhin nahm er auch am Kandidatenturnier 1994 zur Weltmeisterschaft teil, galt mithin als aussichtsreicher Anwärter auf den Titel. Er qualifizierte sich hierzu mit dem 3. Platz 1993 im PCA-Qualifikationsturnier in Groningen, schied dann im Viertelfinale gegen den späteren Sieger des Kandidatenturniers, den Inder Viswanathan Anand in New York aus.

Oleh Romanyschyn, ein ausgebildeter Germanist, lebt seit seiner Geburt in Lwiw (Lemberg), der größten westukrainischen Stadt in Galizien zu Füßen der Karpaten.

Das Fianchetto-System 4. g2-g3 und 4. Dd1-c2 d7-d5 5. c4xd5 Dd8xd5 6. Sg1-f3 Dd5-f5! 7. Dc2xf5 e6xf5

(sowie die Romanischin-Psakhis-Variante 4. e2-e3 b7-b6 5. Sg1-e2 c7-c5 6. a2-a3 Lb4-a5 und das Romanischin-Gambit 4. Dd1-c2 d7-d5 5. a2-a3 Lb4xc3+ 6. Dc2xc3 c7-c5 7. d4xc5 d5-d4)

in der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung wurden von ihm eingeführt.

Ferner der Aufbau mit 7. Dd1-c2 und 8. Tf1-d1 im klassischen g3-Königsinder nach 6. ... Sb8-d7

sowie die Varianten 8. b2-b3 Ta8-b8 9. Lc1-b2 b7-b5 10. c4xb5 a6xb5 11. Tf1-e1 und 8. b2-b3 Ta8-b8 9. Sc3-d5 in der Panno-Variante des Fianchetto-Königsinders nach 6. ... Sb8-c6 7. Sb1-c3 a7-a6.

Aktuelle Elo-Zahl: 2500 (Stand: Juli 2012).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 76
  2. MEN'S CHESS OLYMPIADS - Romanyshyn, Oleh (Ukraine) auf OlimpBase (englisch)
  3. Dortmunder Schachtage - Übersicht und Berichte ab 1973

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oleh Romanischin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien