Olga Neuwirth
Olga Neuwirth (* 4. August 1968 in Graz) ist eine österreichische Komponistin.
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Leben und Werk [Bearbeiten]
Olga Neuwirth ist die Tochter des Pianisten Harry Neuwirth. Sie wuchs in Schwanberg auf, ihre Schulausbildung erhielt sie in Deutschlandsberg.[1] Ihre ursprünglichen Pläne, Trompete zu studieren, musste sie nach einem Unfall mit Kieferverletzung aufgeben.[2] Beim 2. Jugendmusikfest Deutschlandsberg 1985 arbeitete sie mit Hans Werner Henze an „Robert, der Teufel“. Diese Kommunaloper in 2 Akten, nach einem Libretto von Elfriede Jelinek (nach einem weststeirischen Märchen), wurde am 27. Oktober 1985 in der Koralmhalle Deutschlandsberg uraufgeführt. Ihre weitere Ausbildung erfolgte in Wien, San Francisco und Paris.
Neuwirth gehört zur musikalischen Avantgarde und sieht sich angeregt und inspiriert von der mit ihr befreundeten Schriftstellerin Elfriede Jelinek. So beschreibt sie selber ihre Musik als „Katastrophenmusik“, welche einen grundlegenden Pessimismus zum Ausdruck bringt, in dem dennoch nicht Verzweiflung herrscht, sondern die vorherrschende Empörung Kraft gibt für künstlerische Projekte. Aufgrund dieser Einstellung und der auf Harmonie weitgehend verzichtenden Umsetzung ihrer musikalischen Werke gilt Neuwirth als Enfant terrible der klassischen Musikszene Österreichs. Die Klangmuster ihrer Musik ähneln verschlungenen Labyrinthen und ändern sich ständig.
1999 wurde bei den Wiener Festwochen das Musiktheater „Bählamms Fest“ uraufgeführt. 2000 war sie Composer-in-Residence beim Koninklijk Filharmonisch Orkest van Vlaanderen in Antwerpen, 2002 (mit Pierre Boulez) bei den Luzerner Festwochen. 2003 erfolgte in Graz die Uraufführung des Musiktheaters „Lost Highway“. Bei den Salzburger Festspielen 2006 wurde ihr Trompetenkonzert von den Wiener Philharmonikern uraufgeführt.
Olga Neuwirth nahm 2007 an der documenta 12 teil. 2008 fand die englische Erstaufführung von „Lost Highway“ an der English National Opera statt.[3]
Das Auftragswerk The Outcast wurde 2012 von Michael Simon am Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt, allerdings nicht im Sinne der Komponistin und ihrer Librettisten Anna Mitgutsch und Barry Gifford.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 1999: Paul-Hindemith-Preis und Förderpreis des Siemens Musikpreises
- 2000: Ernst-Krenek-Preis für Bählamms Fest.
- 2006: Mitglied der Berliner Akademie der Künste
- 2008: Heidelberger Künstlerinnenpreis für … miramondo multiplo …
- 2009: South Bank Show Award für Lost Highway[3]
- 2010: Großer Österreichischer Staatspreis für Musik als erste Frau und als jüngste Staatspreisträgerin[4][2]
- 2010: Louis Spohr-Musikpreis der Stadt Braunschweig[5]
- 2011: Nominierung für den Österreichischen Filmpreis für Das Vaterspiel
Werke [Bearbeiten]
- Erik(A) – Der Mann, der Weltmeisterin wurde. Filmmusik zum Film über das Leben Erik Schineggers; 2005
- „Bählamms Fest “.
- „… miramondo multiplo …“ für Trompete und Orchester (2006).
- „Lost Highway“
Weblinks [Bearbeiten]
- Werke von Olga Neuwirth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Materialien von und über Olga Neuwirth im documenta-Archiv
- Website von Olga Neuwirth
- Lexikalischer Artikel zu Olga Neuwirth bei „Musik und Gender im Internet“
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Wochenzeitschrift „Weststeirische Rundschau“ vom 5. Februar 2010, 83. Jahrgang Nummer 5, S. 1.
- ↑ a b Staatspreis an Olga Neuwirth. auf Ö1, abgerufen am 28. Jänner 2010.
- ↑ a b Olga Neuwirth erhält Großen Österreichischen Staatspreis 2010. Auf: Austrian Presse Agentur APA. 28. Jänner 2010, Channel: Kultur. Aussender: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Wien.
- ↑ Komponistin Olga Neuwirth erhält großen österreichischen Staatspreis. In: Der Standard. 28. Jänner 2010.
- ↑ Österreichische Komponistin Olga Neuwirth erhält Louis Spohr Musikpreis. 16. Dezember 2009. (Pressemitteilung der Stadt Braunschweig)
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neuwirth, Olga |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Komponistin |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1968 |
| GEBURTSORT | Graz |