Oliver Neß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oliver Neß (* 1968) ist ein Fernsehjournalist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Oliver Neß produzierte für den WDR kritische Sendebeiträge über die Polizei Hamburg. Im Mai 1994 wurde er am Rande einer Demonstration in Hamburg von uniformierten und zivilen Polizisten schwer misshandelt.[1] Laut einem Bericht im Spiegel haben Polizeibeamte den wehrlosen Oliver Neß niedergedrückt, ihm den Schuh ausgezogen und seinen Fuß mit solcher Gewalt verdreht, dass die Bänder rissen.[2] Amnesty International bezeichnete diesen Übergriff auf einen Journalisten erstmals öffentlich als „der Folter gleichkommend“. Nachdem die beteiligten Polizeibeamten 1996 in erster Instanz zu Geldstrafen von mehreren tausend D-Mark verurteilt wurden,[3] [4] sprach der Bundesgerichtshof sie 1998 frei.[5] Der Freispruch beruhte darauf, dass mutmaßlich belastendes Videobeweismaterial im Polizeigewahrsam verschwunden oder unbrauchbar gemacht worden war.[6] Eine Ermittlung, wie dies geschehen konnte, fand nicht statt.

[Bearbeiten] Publikationen

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hans-Peter Weymar: Justiz und Polizei: Freibrief für rüde Attacken? in Kontraste (rbb) vom 20. August 1998.
  2. Spiegel: Zitat: Der Polizeibeamte zog seinem wehrlosen Opfer einen Schuh aus und verdrehte ihm den Fuß mit solcher Gewalt, daß die Bänder rissen.
  3. AI Jahresbericht 1997 Deutschland
  4. Gastbeitrag Oliver Neß: Freispruch für das Opfer. In: AI-Journal, September 1996
  5. Wolf-Dieter Narr: BGH spricht Polizisten im Fall Neß frei. In: Jungle World, 7. Oktober 1998
  6. Artikel im Spiegel über verschwundenes Videobeweismaterial im Polizeigewahrsam
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge