Olivier Chastel

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Olivier Chastel (2011)

Olivier Chastel (* 22. November 1964 in Lüttich) ist ein belgischer Politiker des Mouvement Réformateur (MR). Als Lokalpolitiker der Opposition erlangte er in Charleroi Berühmtheit, als er die Fakten aufdeckte, die die sogenannte „Carolorégienne-Affäre“ auslösten und schließlich den wallonischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Van Cauwenberghe (PS) stürzten. Heute ist Chastel amtierender Föderalminister für den Haushalt und Verwaltungsvereinfachung in der Regierung Di Rupo.

Leben[Bearbeiten]

Olivier Chastel ist studierter Apotheker (Université libre de Bruxelles, 1987). Nach einigen Jahren in der Forschung wechselte er in ein privatwirtschaftliches Pharmaunternehmen.

Seinen politische Karriere begann im Jahr 1993, als Chastel in den Gemeinderat von Charleroi gewählt wurde. Den Sprung ins wallonische Parlament und das Parlament der Französischen Gemeinschaft schaffte er im Jahr 1998 als Ersatzkandidat für den zurückgetretenen Etienne Knoops (PRL). Im Jahr 1999 wurde er in die föderale Abgeordnetenkammer gewählt, deren Vize-Präsident er ab 2003 war. Im Jahr 2004 war Chastel kurzzeitig Kulturminister der Französischen Gemeinschaft, wo er den zurückgetretenen Daniel Ducarme (MR) ersetzte.

Belgienweite Bekanntheit erlangte Oliver Chastel allerdings erst im Jahr 2005, als er einen Expertenbericht über die Veruntreuung von öffentlichen Geldern in der sozialen Immobiliengesellschaft La Carolorégienne veröffentlichte. Dies löste die „Carolorégienne-Affäre“ aus, die zahlreiche Persönlichkeiten der PS-Mehrheit, darunter der diensttuenden Bürgermeister Charles Van Gompel und der wallonischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Van Cauwenberghe, zum Rücktritt zwang. Nach den Kommunalwahlen von 2006, bei denen die PS ihre absolute Mehrheit in Charleroi verlor und auf eine Koalition mit der cdH und MR eingehen musste, wurde Chastel Erster Schöffe der Stadt.

Den Sprung in die Föderalregierung schaffte er zunächst als föderaler Staatssekretär für die Vorbereitung der Europäischen Präsidentschaft in der Regierung Leterme I unter Yves Leterme (CD&V). Im Jahr 2011 wurde Chastel kurzzeitig Minister für Entwicklungszusammenarbeit, nachdem Charles Michel (MR) dieses Amt niederlegte, um den Parteivorsitz zu übernehmen.

Seit 2011 ist Olivier Chastel föderaler Haushaltsminister in der Regierung Di Rupo unter Premierminister Elio Di Rupo (PS).

Übersicht der politischen Ämter[Bearbeiten]

  • 1993 – heute: Mitglied des Gemeinderates in Charleroi
  • 1998 – 1999: Mitglied des Parlamentes der Wallonischen Region und der Französischen Gemeinschaft
  • 1999 – heute: Mitglied der föderalen Abgeordnetenkammer (teilweise verhindert)
  • 2004: Minister für Kultur und Medien der Französischen Gemeinschaft
  • 2006 – 2007: Schöffe in Charleroi
  • 2008 – 2011: Föderaler Staatssekretär für die Vorbereitung der Europäischen Präsidentschaft in den Regierungen Leterme I, Van Rompuy und Leterme II
  • 2011: Föderaler Minister der Entwicklungszusammenarbeit, mit den europäischen Angelegenheiten beauftragt, in der Regierung Leterme II
  • 2011 – heute: Föderaler Minister für den Haushalt und Verwaltungsvereinfachung in der Regierung Di Rupo

Weblinks[Bearbeiten]