Olmütz

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Olomouc
Wappen von Olomouc
Olmütz (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Olomoucký kraj
Bezirk: Olomouc
Fläche: 10336 ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 17° 16′ O49.59611111111117.260277777778219Koordinaten: 49° 35′ 46″ N, 17° 15′ 37″ O
Höhe: 219 m n.m.
Einwohner: 99.489 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 771 00 – 779 00
Kfz-Kennzeichen: M (alt: OL, OC, OM)
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 26
Verwaltung
Oberbürgermeister: Martin Major (ODS) (Stand: 2014)
Adresse: Horní náměstí 1
771 27 Olomouc
Gemeindenummer: 500496
Website: www.olomouc.eu
Olmütz - Bronzemodell der historischen Innenstadt

Olmütz (tschechisch Olomouc; [ˈɔlɔmɔuʦ]) ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens, Verwaltungssitz des Olomoucký kraj, Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen Obergerichte. Die Stadt war bis ins 17. Jahrhundert historisches Zentrum Mährens und hat auch heute eine bedeutende Stellung als starkes Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum.

Geographie[Bearbeiten]

Olomouc
Katastraleinteilung
Stadtteile

Lage[Bearbeiten]

Olmütz liegt im östlichen Teil Tschechiens, in Mähren, in der Flussaue der March an der Stelle der Einmündung der Feistritz. Die Stadt befindet sich in einer nach Nordwesten und Südosten geöffneten Ebene, welche von Westen und insbesondere von Osten von höheren geomorphologischen Formationen umgeben ist. Die Stadtmitte liegt auf einer Höhe von 219 m ü. M.

Klima[Bearbeiten]

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,7 °C, der durchschnittliche Jahresniederschlag um 570 mm. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt 1616,7 Stunden im Jahr.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Olmütz besteht aus den Stadtteilen:

  • Bělidla (Bleich),
  • Černovír (Tschernowier),
  • Chomoutov (Komotau),
  • Chválkovice (Chwalkowitz),
  • Droždín (Droschdein),
  • Hejčín (Hatschein),
  • Hodolany (Hodolein),
  • Holice (Holitz),
  • Klášterní Hradisko (Kloster Radisch, mit Kloster Hradisko),
  • Lazce (Laske),
  • Lošov (Loschau),
  • Nedvězí u Olomouce (Nedweiß),
  • Nemilany (Nimlau),
  • Neředín (Neretein),
  • Nová Ulice (Neugasse),
  • Nové Sady (Neustift),
  • Nový Svět (Salzergut),
  • Olomouc-město (Olmütz-Stadt),
  • Pavlovičky (Paulowitz),
  • Povel (Powel),
  • Radíkov (Radikau),
  • Řepčín (Repschein),
  • Slavonín (Schnobolin),
  • Svatý Kopeček (Heiligenberg, früher Mariendorf),
  • Topolany (Topolan),
  • Týneček (Klein Teinitz)

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht von Olomouc, 1593
Altstadt
Wenzelsdom
Mauritzkirche
Caesar-Brunnen
Rathaus mit Uhr

Stadtname[Bearbeiten]

Der Name Olomouc bedeutet ‚kahler Berg‘ (alttschech. holy ‚kahl‘ und mauc ‚Berg‘)[3]. Der Name der Stadt lautet auf mährisch-hannakisch Olomóc oder Holomóc, auf deutsch Olmütz und auf lateinisch Eburum oder Olomucium.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau ein goldgekrönter rot-weiß geschachter Adler mit goldener Bewehrung (Mährischer Adler) begleitet in den vier Ecken von je einer goldenen Majuskel „S“ „P“ „Q“ „O“. Die Buchstaben verkürzen den Spruch: „Senatus populusque Olomucensis“ („Senat und Volk von Olmütz“).

Das Wappen wurde 1758 mit dem österreichischen Bindenschild und den Initialen „FMT“ als Mittelschild geschmückt. Anlass war die Verleihung dieses Wappenteils durch Maria Theresia als Anerkennung der Standhaftigkeit der Festung Olmütz gegen preußische Truppen unter König Friedrich II. Die Initialen standen für Kaiser Franz I. und die Kaiserin. Auch wurde eine Kette um den Schild als Zeichen der Stadtbefestigung gelegt. Diese Wappenbesserungen wurden 1934 entfernt.[4]

Mittelalter[Bearbeiten]

Im Jahr 1017 wurde Mähren an den böhmischen Staat der Přemysliden angegliedert und wurde auf Dauer eines der Länder der Wenzelskrone. In Olmütz entstand eine Verwaltungsburg. Herzog Vratislav II. errichtete hier 1063 ein Bistum (heutiges Erzbistum Olmütz). 15 Jahre später wurde das Kloster Hradisko gegründet. 1126 wurde Heinrich Zdik zum Bischof. Am Anfang des 13. Jahrhunderts starb der letzte Olmützer Fürst, Mähren wurde vereint und einem Markgrafen aus dem Geschlecht der Přemysliden unterstellt. Zum Jahr 1248 wird erstmals die Königsstadt erwähnt. 1306 hielt sich König Wenzel III. während eines Feldzuges nach Polen in Olmütz auf und wurde hier ermordet, wodurch die Dynastie der Přemysliden im Mannesstamm erlosch. Die Stadt entwickelte sich wirtschaftlich sehr schnell und wurde zur Hauptstadt Mährens.

In den Hussitenkriegen war Olmütz fester Bestandteil der katholischen Seite. In der Nachfolge der Kartause Dolein, die in den Hussitenkriegen untergegangen war, wurde 1443 die Kartause Olmütz gegründet, die bis zur Aufhebung 1782 bestand. Im 16. Jahrhundert entstanden zahlreiche Paläste im Renaissancestil. 1566 kamen die Jesuiten nach Olmütz. Diese gründeten eine Schule, welche 1573 zur Universität erhoben wurde. 1588 wurde der Bischof zum Reichsfürsten erhoben.

17. und 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1642 von den Schweden eingenommen und acht Jahre okkupiert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die großteils zerstörte und entvölkerte Stadt den Status der mährischen Hauptstadt und trat diesen an Brünn ab. Da durch Brände viel Schaden entstanden war, wurde 1711 eine detaillierte „Feuerlösch-Ordnung“ erlassen, in der auch eine Reihe vorbeugender Maßnahmen zur Sprache kam.[5]

Am 26. Dezember 1741 wurde die Stadt von den Preußen im Ersten Schlesischen Krieg eingenommen. Nach diesem Ereignis wurden die Festungsanlagen umfangreich ausgebaut. Einer zweiten Belagerung durch die Preußen im Jahre 1758 hielt die neue Festungsanlage stand. 1777 wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben.

1794–1797 wurde der prominente französisch-amerikanische Soldat und Politiker Marquis Lafayette in Olmütz als politischer Häftling der Donaumonarchie interniert, nachdem er von der antifranzösischen Koalition 1792 in Flandern gefangengenommen und dann vorerst von Preußen eingekerkert worden war.[6]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1841 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss. Mitte 1845 wurde die Eisenbahn von Olmütz nach Prag („k.k. Nördliche Staatsbahn“) in Betrieb genommen (Olmütz-Trübau, Trübau–Prag). Im Jahr 1848 beherbergte das Schloss des Erzbischofs den wegen der Revolution in Wien hierher geflohenen kaiserlichen Hof. Kaiser Ferdinand I. übertrug hier am 2. Dezember 1848 dem achtzehnjährigen Franz Joseph I. die Regierung. Am 29. November 1850 wurde in Olmütz die Olmützer Punktation (auch „Olmützer Vertrag“ genannt) zwischen Preußen, Österreich und Russland abgeschlossen. In den Jahren 1850 bis 1866 wurden erneut die Befestigungsanlagen erweitert. 1886 wurde dann der Festungsstatus aufgehoben. 1899 fuhr in der Stadt die erste Straßenbahn.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach dem Zerfall des Kaiserreichs Oesterreichs 1918 und der Gründung der Tschechoslowakei kamen die tschechischen Stadtbürger in die Mehrzahl, was unter anderem auf die Eingemeindung der zwei Städte Hodolein (Hodolany) und Neugasse (Nová ulice) sowie elf weiterer Gemeinden (Bělidla, Černovír, Hejčín, Chválkovice, Lazce, Nové Sady, Nový Svět, Neředín, Pavlovičky, Povel und Řepčín) im Jahr 1919 zurückzuführen ist. Im Jahr 1921 lebten in Olomouc 57.206 Einwohner.

Am 15. März 1939 wurde die Stadt, wie auch die übrigen Gebiete des am selben Tag vom Deutschen Reich errichteten Protektorats Böhmen und Mähren, von der Wehrmacht besetzt. Noch im Jahr 1939 wurde die Olmützer Universität von der deutschen Besatzungsmacht geschlossen. Erst im Jahr 1946 konnte sie unter dem Namen Palacký-Universität Olmütz wiederhergestellt werden.

Die deutschsprachige Bevölkerung wurde 1945/1946 aus Olmütz, wie aus ganz Mähren, vertrieben.

In den 1970er und 1980er Jahren entstanden in den Randgebieten mehrere Plattenbausiedlungen.

In Olmütz sind der erfolgreiche Fußballverein SK Sigma Olomouc und der Eishockeyverein HC Olomouc beheimatet.

Seit 1971 ist die ganze Altstadt als Denkmalschutzreservat geschützt. Das Hochwasser im Jahr 1997 zog die Stadt schwer in Mitleidenschaft, etwa ein Drittel des Stadtgebiets wurde überschwemmt. Im Jahr 2000 wurde die Dreifaltigkeitssäule in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Nach der Verwaltungsreform von 2000 wurde die bisherige Kreisstadt mit der Errichtung der Olmützer Region dessen Verwaltungssitz.

Juden in Olmütz[Bearbeiten]

Die ersten Juden siedelten in Olmütz bereits 906. Ab dem Jahre 1060 hatten sie in einem Ghetto zu wohnen und ein gelbes Erkennungszeichen zu tragen. Im Jahr 1454 wurden sämtliche Juden aus Olmütz ausgewiesen. Dieses Gesetz war bis 1848 gültig.

Die Olmützer Synagoge wurde von 1895 bis 1897 erbaut. In der Nacht vom 15. auf den 16. März 1939, nach der Besetzung durch die Wehrmacht, wurde die Synagoge angezündet und brannte ab. Gleichzeitig wurden etwa 800 Juden festgenommen und später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Einige Sitzbänke der Synagoge wurden ausgebaut, dienten lange als Kirchenbänke in einer Dorfkirche bei Prostějov und wurden schließlich 2004 in der renovierten Synagoge in Krnov aufgestellt. Einige davon stehen heute in der Synagoge von Loštice und erinnern an die in den Konzentrationslagern ermordeten jüdischen Bürger. Der Ehrensitz ist Berthold Oppenheim gewidmet, dem Rabbi von Olmütz und Loštice.[7]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 3.489 Menschen in fünf Transporten, am 26. und 30. Juni 1942, am 4. Juli 1942 und am 7. März 1945 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Nur 285 Juden der Stadtbevölkerung überlebten.[8] Damit erlosch das jüdische Leben in Olmütz für lange Zeit.

Erst seit 1989 gibt es eine Belebung des jüdischen Kultuslebens in der Stadt. 1991 wurde eine selbständige jüdische Gemeinde mit einem Wirkungskreis für die Bezirke Olmütz, Šumperk, Jeseník, Bruntál und Přerov wiederbegründet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Olmütz ist mit 100 233 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Tschechiens.

Jahr 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Einwohnerzahl[9] 104 845 102 702 100.381 100.168 100.373 100.373 100 362 100 233

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • 1237: 16.300 mit den Vorstädten[10]
  • 1622: etwa 14.000[11] (neuvedeno zda jen v Olomouci)
  • 1638: 30.000
  • 1650: 1.675
  • 1715: 1.500 [12]
  • 1830: 20.000
  • 1900: 21.933 (nach Sprachen: 15.000 Deutsche, 6.000 Tschechen) (Judenanteil: 1.676 (7,7 %))[13]
  • 1910: 22.245 (davon: 2.959 Soldaten, 6.746 tschechische Zivilisten, 12.156 deutsche Zivilisten, 1.633 Juden), nach Religionen: 20.061 katholisch, 423 evangelisch, 1.679 israelitisch[13]
  • 1919: 23.622 (davon: 9.772 Tschechen, 8.019 Deutsche, 1.010 Juden)[13]
  • 1920: 57.206 [13]
  • 1947: 58.000 [14]
  • 1970: 79.407 [15]
  • 1979: 102.501 [16]
  • 1985: 105.513 [17]

Politik[Bearbeiten]

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Insignien des Bürgermeisters
  • 1840-1849: Wilhelm Schweidler
  • 1851–1865: Franz Kreilm
  • 1865–1866: Franz Hein
  • 1866–1872: Karl Boromäus Johann Nepomuk Alois Schrötter
  • 1872–1896: Josef von Engel
  • 1896–1918: Karl Brandhuber
  • 1918–1919: Vakanz
  • 1919–1923: Karel Mareš
  • 1923–1939: Richard Fischer
  • 1939–1941: Fritz Czermak
  • 1942–1945: Julius Schreitter von Schwarzenfeld
  • 1945–1947: Václav Stibor-Kladenský
  • 1947–1949: Jan Kučera
  • 1949–1950: Ladislav Bernatský
  • 1950–1956: Antonín Eliáš
  • 1957–1960: Josef Drmola
  • 1960–1970: František Řeháček
  • 1970–1986: Jan Tencian
  • 1986–1989: Josef Votoček
  • 1989–1990: Břetislav Baran
  • 1990–1994: Milan Hořínek
  • 1994–1998: Ivan Kosatík (ODS)
  • 1998–2006: Martin Tesařík (ČSSD)
  • seit 2006: Martin Novotný (ODS)
  • seit 2014: Martin Major (ODS)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Olomouc unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten [18]:

FrankreichFrankreich Antony, Frankreich
SerbienSerbien Subotica, Serbien
SchweizSchweiz Luzern, Schweiz
DeutschlandDeutschland Nördlingen, Deutschland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Owensboro, Vereinigte Staaten
UngarnUngarn Pécs, Ungarn
FinnlandFinnland Tampere, Finnland
NiederlandeNiederlande Veenendaal, Niederlande

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

ehemalige Universität mit Michaelskirche, heute Priesterseminar

Olmütz ist neben Ostrava das wichtigste Wirtschafts- und Verkehrszentrum in Nordmähren.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Der innerstädtische Verkehr wird von fünf Straßenbahnlinien und 23 Buslinien gewährleistet (Stand 2011).

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Olomouc liegt an der Hauptstrecke PragČeská Třebová–Olomouc–Ostrava/ŽilinaKošice. Weitere Strecken führen in nördlicher Richtung nach Šumperk und Krnov und westlich nach Senice na Hané. In Richtung Süden führen Strecken nach Brünn und über Otrokovice(/Zlín) nach Břeclav und weiter nach Wien.

Flugverbindung[Bearbeiten]

Historisches Zentrum - Luftbild

Die nächstgelegenen Flughäfen für Fernreisende sind Prag (drei Stunden mit Auto), Wien (drei Stunden) und Bratislava (zwei Stunden). Näher gelegen sind die kleineren Flughäfen Ostrava (eine Stunde, 45 Minuten) und Brünn (eine Stunde). Der öffentliche internationale Flugplatz Olomouc-Neředín (IATA-Code OLO, ICAO-Code LKOL) befindet sich 3,8 Kilometer westlich vom Stadtzentrum im Stadtteil Neředín. Der Flugplatz wird nur im VFR-Regime (bei Tag) betrieben und verfügt über zwei 520 und 560 Meter lange und 30 Meter breite asphaltierte Start- und Landebahnen für Ultraleichtflugzeuge und zwei 760 Meter lange und 30 Meter breite Grasbahnen. Auf dem Flugplatz ist der Flugrettungsdienst der Region stationiert.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Die größte Einrichtung ist das Universitätsklinikum (Fakultní nemocnice Olomouc) mit 1.433 Betten und 50 Abteilungen und Kliniken (Stand 2006). Von 1992 bis 2004 wurde das Klinikum umfangreich erweitert und modernisiert und ist so derzeit eines der modernsten Krankenhäuser in Tschechien. Das Olmützer Militärkrankenhaus (Vojenská nemocnice Olomouc) ist das älteste Militärkrankenhaus in Tschechien. Es wurde 1748 gegründet und siedelt seit 1802 in dem als nationales Kulturdenkmal geschützten Kloster Hradisko. In der Stadt befinden sich weiter zwei private Polikliniken.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zu den traditionellen in Olomouc angesiedelten Wirtschaftszweigen gehört die Lebensmittelindustrie und Maschinenbau, vertreten u. a. durch die 1970 gegründete Molkerei OLMA, den 1899 gegründete Schokoladenhersteller ZORA (heute Teil von Nestlé), die Pumpentechnikhersteller ISH und Sigma (heute in Lutín bei Olomouc), das Hüttenwerk Moravské železárny, den Salzverarbeiter Solné mlýny Olomouc oder das 1934 gegründete Chemie- und Pharmazieunternehmen FARMAK.

Bildung[Bearbeiten]

Merkur-Brunnen

In Olmütz befindet sich die Palacký-Universität mit 21.277 (WS 2007) Studenten. Die Universität besteht aus 8 Fakultäten und einem Universitätsklinikum. Sie wurde im Jahre 1573 ursprünglich als Jesuiten-Hochschule gegründet und ist die zweitälteste Universität in Tschechien.

Erzbistum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Erzbistum Olmütz

Das Bistum wurde 1063 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand bis ins 18. Jahrhundert dem Erzbistum Prag. 1777 wurde Olmütz zur Erzdiözese erhoben. Gleichzeitig wurde das Bistum Brünn als Suffragan der Erzdiözese Olmütz errichtet. Heute umfasst das Erzbistum die Region Nord- und Mittelmährens. Erzbischof und Metropolit ist Jan Graubner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mährisches Theater

Museen[Bearbeiten]

Im Olmütz gibt es das Museum für Kunst, dessen Teil das Erzdiözesemuseum im romanischen Zdíks Palast ist. Das Volkskundemuseum beherbergt Ausstellungen über Geologie und Mineralogie, Zoologie, die Vorgeschichte der Region und über die Geschichte und Entwicklung der Uhren.

Theater[Bearbeiten]

In der Stadt befindet sich das Mährische Theater Olmütz, die Mährische Philharmonie Olmütz, das Musiktheater Olmütz und die kleine unabhängige Bühne Theater Tramtarie.

Architektur[Bearbeiten]

Das dominante Bauwerk der Stadt ist der Wenzelsdom. Dort ist König Wenzel III. beigesetzt. Die Kirche wurde 1107 bis 1131 als Basilika im romanischen Stil erbaut und im 14. Jahrhundert gotisch und im 19. Jahrhundert neugotisch umgebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der romanische Zdíks-Palast. Die Mauritzkirche gehört zu den wichtigsten gotischen Bauwerken der Stadt. Das Rathaus aus den 14. Jahrhundert mit einem 78 Meter hohen Turm und einer astronomischen Uhr hat einen gotischen Baukern.

Im Hauenschild-Palast, einem Renaissancegebäude am unteren Platz, wohnte Wolfgang Amadeus Mozart, der hier 1767 seine 6. Sinfonie komponierte. Zum barocken Architekturerbe in Olmütz gehören die 35 Meter hohe und als UNESCO-Welterbe geschützte Pestsäule der heiligen Dreifaltigkeit, der Palast der Erzbischofs und die Klosteranlage Hradisko. Die Plätze und Straßen zieren einige Springbrunnen.

In der Altstadt sowie in den Vorstädten haben sich Teile der Olmützer Festungsanlage und das Zeughaus erhalten, in dem sich heute die Universitätsbibliothek befindet. Die 1902 errichtete Rote Kirche dient ebenfalls als Bibliothek.

Neben zahlreichen Hausfassaden und Brunnen sind viele historische Portale besonders sehenswerte Objekte innerhalb des Stadtbilds von Olmütz.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Von hier stammt der berühmte Olmützer Quargel, ein Sauermilchkäse mit strengem Geruch.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Olmütz aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Literárni procházky nemeckou Olomouci - Literarische Wanderungen durch das deutsche Olmütz, Olomouc 2012; Univerzita Palackeho v Olomouci, ISBN 978-80-244-3025-6
  • Jindřich Schulz (Hrsg). Dějiny Olomouce. Univerzita Palackého, Olomouc 2009, 2 Bd. (629, 533 S.), ISBN 978-80-244-2370-8.
  • Joseph Wladislaw Fischer: Geschichte der königlichen Haupt- und Gränzfestung Olmütz im Markgrafthume Mähren, Olmütz 1808-11.
    • Band 1: Politische Geschichte bis zum Jahr 1618, Olmütz 1808. (online)
  • Beda Dudik: Olmützer Sammel-Chronik vom Jahre 1432 bis 1656, Brünn 1858
  • W. Müller: Geschichte der königlichen Hauptstadt Olmütz, Wien 1882
  • Hans Kux: Verwaltungsgeschichte der Stadt Olmütz, Verlag der Hauptstadt Olmütz 1942

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olomouc – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Olmütz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Český hydrometeorologický ústav: Long-Term Climatological Normals for the Period 1961–1990
  3. Adrian Room: Placenames of the world: origins and meanings of the names for 6,600 countries, cities, territories, natural features, and historic sites, Jefferson (NC) 2006, ISBN 0-7864-2248-3
  4. Buben, Milan, Heraldik, Albatros Praha, 1987
  5. Neu-verfaßte Feuer-Lösch-Ordnung der Königlichen Haupt-Stadt Ollmütz, Ollmütz 1711 (online).
  6. Ronald D. Gerste: Held zweier Welten, in: Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, Nr. 29, 11. Juli 2013, S. 17
  7. Synagogue benches - symbolic memorial for victims of holocaust
  8. Jüdische Gemeinde Olmütz: Zur Geschichte der jüdischen Kommunität in Olmütz.
  9. Český statistický úřad: Veřejná databáze
  10. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 28.
  11. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 29.
  12. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 9 u. 30.
  13. a b c d Juryšek O. (2006). Dějiny Olomouce 1017-1920. Votobia, Olomouc, 208 pp. ISBN 80-7220-258-8.
  14. Obyvatelstvo města Olomouce
  15. Tichák M. (2007). Ztracené adresy. O tom co v Olomouci bývalo a už není. Burian a Tichák, Olomouc, 190 pp., S. 7.
  16. Pyramída. heslo Olomouc, S. 4016-4018.
  17. (1986) Malá československá encyklopedie. Academia.
  18. Informační server statutárního města Olomouce: Partnerská města