Oluf Braren

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Oluf Braren: Selbstporträt
Oluf Braren: Christusbild
Grab Oluf Brarens auf dem Friedhof der Kirche St. Laurentii (Süderende)
Haustrauung auf Föhr

Oluf Braren (* 25. Februar 1787 in Oldsum; † 22. März 1839 in Toftum) ist ein Vertreter der naiven Malerei. Einige der Werke dieses Laienmalers zeigen eine enge Verbundenheit mit seiner nordfriesischen Heimat.

Bekannt sind Porträts, Schilderungen des Volkslebens und Bilder zu religiösen und mythologischen Themen.

Leben[Bearbeiten]

Oluf Braren wurde in Oldsum auf Föhr in Nordfriesland geboren. Sein Vater war Schmied und Bauer. Im Alter von 19 Jahren wurde er Lehrer auf der Insel Sylt, nachdem er das nötige Wissen – wie auch die Malerei – im Selbststudium erworben hatte. Sein Neffe Brar C. Braren schreibt in seinen Memoiren über Oluf Braren: „… denn andere Lehrer als Bücher hat er nie gehabt. … Wie die Gebildeten seiner Zeit war er Rationalist.“[1] Am 25. September 1808 heiratete er die Sylterin Meete, geb. Wilhelms. Neben dem Malen beschäftigte sich Braren mit dem Studium der Natur und legte eine umfangreiche Naturaliensammlung an.

Um 1810 siedelte das Ehepaar nach Utersum auf Föhr über; Braren arbeitete dort als Lehrer. Er begann ein Liebesverhältnis zu Ing Peter Matzen aus dem Nachbardorf Hedehusum. Diese Beziehung bestand etwa sieben Jahre und brachte zwei Kinder hervor, während Brarens Ehe mit Meete kinderlos blieb. Braren verlor seine Stelle, als das Verhältnis publik wurde, und zog nach Toftum, wo er in ärmlichen Verhältnissen als Hilfslehrer arbeitete.

Ing Peter Matzens Bruder Peter Nahmen Matthiesen war mit Braren befreundet und nahm bei ihm Mal- und Zeichenunterricht. Als sich bei Peter Matthiesen eine besondere Begabung herausstellte, ging dieser um 1818 nach Eutin, um bei Wilhelm Tischbein Unterricht zu nehmen. Oluf Braren begleitete seinen ehemaligen Schüler dorthin und blieb nachweislich eine Woche bei Tischbein in Eutin. Er wurde so zumindest indirekt stark von Tischbeins Kunst beeinflusst, was in Brarens nachfolgenden Werken zum Ausdruck kommt.

Rezeption[Bearbeiten]

Zu Lebzeiten blieb Braren weitgehend unbekannt und seine Bilder wurden wenig geschätzt. Noch als 1897 der Nachlass seines Neffen Jürgen Braren verteilt wurde, ist überliefert, dass die Verwandtschaft einem Mikroskop den Vorzug gegenüber drei Gemälden von Oluf Braren gab.[1] Erst im 20. Jahrhundert erfuhr sein Werk eine große Wertschätzung.

Oluf Brarens Leben wurden in zwei Romanen verarbeitet:

  • Mia Munier-Wroblewski: Olaf Braren [sic]; Meissner; 1948. Neuauflage: Arno Bammé, Thomas Steensen (Hrsg.), Mia Munier-Wroblewski: Olaf Braren: Ein Menschenleben zwischen Wunsch und Wirklichkeit; Husum Druck- und Verlagsgesellschaft; 2010.
  • Olaf Schmidt: Friesenblut; Eichborn-Verlag; 2006.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Selbstbildnis, ca. 1820
  • Helena, ca. 1820er Jahre
  • Porträt Oluf Oken, 1820er Jahre
  • Jong Gontje Braren 1820er Jahre
  • Föhrer Braut, ca. 1830
  • Haustrauung auf Föhr (spätere Fassung; unvollendet), ca. 1830. Vermutlich zeigt das Bild die Trauung von Brarens Bruder Früd im Jahr 1808.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur
  • Wilhelm Niemeyer: Oluf Braren, Der Maler von Föhr 1787–1839; Furche-Verlag Berlin
  • Ernst Schlee: Der Maler Oluf Braren 1787–1839; Husum Druck- und Verlagsgesellschaft Husum 1986
  •  Lorenz Braren: Geschlechterreihen St. Laurentii-Föhr. Teil II, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1980 (Nachdruck).
Einzelnachweise
  1. a b Lorenz Braren, S. 167
  2. http://www.ketels.de/vorfahren/mk2g04.htm#36

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oluf Braren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien