Olympia-Sportkomplex Athen
Der Olympia-Sportkomplex Athen (griechisch Ολυμπιακό Αθλητικό Κέντρο Αθηνών Olymbiako Athlitiko Kentro Athinon) auch kurz OAKA, ist eine Sportstätte im Athener Vorort Maroussi. Diese wurde 1982 in Betrieb genommen und seit den 1990er Jahren ausgebaut. Der Komplex besteht aus fünf verschiedenen Wettkampfstätten, sowie diversen Wirtschaftsgebäuden. Geprägt wird diese durch die 1999-2004 errichteten Bauten des spanischen Architekten Santiago Calatrava.
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[Bearbeiten] Lage
Der Komplex befindet sich in Maroussi, zehn Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Athen. Die Entfernung zum Olympischen Dorf beträgt 14,5 Kilometer. Erschlossen ist dieser durch die Linie 1 der U-Bahn Athen. Bis 2003 war der Eingang an der Station Irini, danach ist dieser zur neuen Umsteigestation Neratziotissa verlegt worden, wo auch Anschluss an die S-Bahn Proastiakos gegeben ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Einkaufszentrum The Mall sowie ein Stück weiter das Luxus-Label-Einkaufszentrum Golden Mall (ehem. Olymp. Pressezentrum) und das private Krankenhaus IASO.
[Bearbeiten] Bauten
[Bearbeiten] Olympiastadion Spyridon Louis
Das Athener Olympiastadion (im Volksmund OAKA genannt) trägt den Namen von Spyridon Louis, dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs der Moderne (1896). Die Bauarbeiten begannen am 7. Januar 1980 und dauerten bis zum September 1982 an. Vor den Olympischen Spielen wurde das Stadion vollständig umgebaut und modernisiert; die Kosten dafür beliefen sich auf 156 Millionen Euro. Das Stadion erhielt ein 17.000 Tonnen schweres und vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfenes Dach aus Polykarbonatscheiben. Dieses mit 25.000 m² größte Polykarbonatdach der Welt wurde kurz vor der offiziellen Wiedereröffnung am 30. Juli 2004 fertiggestellt und bedeckt insgesamt 95 % der Sitzplätze.
Die Bögen der Dachkonstruktion haben eine Länge von jeweils 304 Meter sowie an ihrer Mitte eine Maximalhöhe von 72 Meter. Betrug die Zuschauerkapazität vor den Modernisierungsarbeiten noch 74.767, wird sie heute mit 71.030 Sitzplätzen angegeben.
Während der Olympischen Spiele fanden hier neben der Eröffnungs- und der Schlussfeier die Leichtathletik-Wettkämpfe sowie das Endspiel des Fußballturniers der Männer statt. Bereits zuvor war das Olympiastadion regelmäßig Austragungsstätte von bedeutenden nationalen sowie internationalen Sportveranstaltungen. Die dabei herausragendsten Events waren:
- Leichtathletik-Europameisterschaften 1982
- Fußball-Finale im Europapokal der Landesmeister 1982/83 zwischen dem Hamburger SV und Juventus Turin (1:0)
- Fußball-Finale im Europapokal der Pokalsieger 1986/87 zwischen Ajax Amsterdam und dem 1. FC Lokomotive Leipzig (1:0)
- Fußball-Finale der UEFA Champions League 1993/94 zwischen dem AC Mailand und dem FC Barcelona (4:0)
- Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997
- Fußball-Finale der UEFA Champions League 2006/07 zwischen dem FC Liverpool und dem AC Mailand (1:2)
Darüber hinaus trug im OAKA die griechische Fußballnationalmannschaft einen Großteil ihrer Spiele aus. Zurzeit wird das Stadion von den Fußballvereinen AEK Athen sowie Panathinaikos Athen genutzt. Zuschauerrekord: 74.473 (Panathinaikos Athen - ΑΕΚ Athen, Halbfinale im griechischen Vereinspokal 1986).
Apostolos-Nikolaidis-Stadion (1922–1984, 2001–2004, 2007/08) | Olympiastadion Spyridon Louis (1984–2000, 2005–2007, seit 2008/09) | Marfin Stadion (voraussichtlich ab 2010/11)
[Bearbeiten] Wassersportzentrum
Das 1991 errichtete Wassersportzentrum (Olympic Aquatic Centre) besteht aus drei Becken. Zwei der Becken befinden sich im Freien, eines ist überdacht. Im größeren Außenbecken (Zuschauerkapazität 11.500) fanden die Wettkämpfe im Schwimmen und Wasserball statt. Rund um das kleinere Außenbecken, dem Austragungsort des Synchronschwimmens und der Wasserball-Vorrundenspiele, hatten 5.300 Zuschauer Platz. In der Halle (6.200 Zuschauer) wurden die Wettkämpfe im Wasserspringen und die Vorrunde im Wasserball ausgetragen. Die Gesamtkosten betrugen 21 Millionen Euro.
Vor den Olympischen Spielen sorgte das größere Außenbecken für Negativschlagzeilen. Ursprünglich war der Bau eines Daches vorgesehen, um Athleten und Zuschauer vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Das Dach wurde dann jedoch nicht gebaut, da man bis zum Beginn der Spiele nicht fertig geworden wäre. Das Zentrum wurde Ende 2003 fertiggestellt und am 30. Juli 2004 offiziell eröffnet.
[Bearbeiten] Olympiahalle
Die bereits 1995 errichtete Olympiahalle (offiziell als Olympic Indoor Hall bezeichnet) war die größte Sporthalle während der Olympischen Spiele und gehört zu den größten ihrer Art in Europa. Hier fanden die Wettkämpfe im Geräteturnen und Trampolinturnen sowie die Finalbegegnungen im Basketball statt. Die Halle kann je nach Sportart unterschiedlich viele Zuschauer aufnehmen (17.500 beim Kunstturnen und Trampolinspringen, 19.250 bei Basketballspielen). Während der Olympischen Spiele war die Zuschauerkapazität jedoch auf 12.000 beschränkt. Die Modernisierungsarbeiten, welche fünf Millionen Euro in Anspruch nahmen, wurden am 30. Juli 2004 beendet, die offizielle Neueröffnung erfolgte am 10. August.
Trotz ihres noch jungen Alters, hat die Athener Olympiahalle bereits einige bedeutende Großereignisse vorzuweisen, die bereits vor den Olympischen Spielen in ihr ausgetragen wurden. So waren dies unter anderem die Basketball U21-Weltmeisterschaft 1995, die Basketball-Europameisterschaft 1995 sowie die Basketball-Weltmeisterschaft 1998.
Am 20. Mai 2006 wurde der Eurovision Song Contest in der Olympiahalle ausgetragen. 2007 war die Olympiahalle Gastgeber für das Final Four Turnier der ULEB Euroleague.
Zurzeit wird die Olympiahalle von den Basketballmannschaft von Panathinaikos Athen genutzt, welche dort ihre Heimspiele austrägt.
[Bearbeiten] Velodrom
Im Velodrom (Olympic Velodrome) fanden die Wettkämpfe im Bahnradsport statt. Die Zuschauerkapazität beträgt 5.250, wurde jedoch während der Olympischen Spiele auf 3.000 beschränkt. Das Stadion besitzt eine aufwändige Dachkonstruktion, die von Santiago Calatrava entworfen wurde. Die aus Afzeliaholz bestehende Radbahn ist 250 Meter lang und 7,5 Meter breit. Abschluss der Bauarbeiten war am 30. Mai 2004, die Eröffnung erfolgte am 30. Juli.
[Bearbeiten] Tenniszentrum
Das Tenniszentrum (Olympic Tennis Centre) ist eine Anlage bestehend aus 16 Tennisplätzen mit Hartbelag. Der Hauptplatz, Main Court genannt, besitzt eine Kapazität von 8.600 Zuschauern (während der Olympischen Spiele auf 6.000 beschränkt). Die zwei Halbfinalplätze bieten Platz für je 4.300 Zuschauer (während der Olympischen Spiele auf 3.200 beschränkt). Daneben gibt es 13 Nebenplätze für je 200 Zuschauer. Das Zentrum wurde im Februar 2004 fertiggestellt und am 2. August 2004 offiziell eröffnet.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Athen 2004
- Offizielle Website des Olympia-Sportkomplex Athen
- Die Olympischen Spiele von Athen präsentieren auch technische Höchstleistungen
Athen 1896 | Paris 1900 | St. Louis 1904 | London 1908 | Stockholm 1912 | Antwerpen 1920 | Paris 1924 | Amsterdam 1928 | Los Angeles 1932 | Berlin 1936 | London 1948 | Helsinki 1952 | Melbourne 1956 | Rom 1960 | Tokio 1964 | Mexiko-Stadt 1968 | München 1972 | Montreal 1976 | Moskau 1980 | Los Angeles 1984 | Seoul 1988 | Barcelona 1992 | Atlanta 1996 | Sydney 2000 | Athen 2004 | Peking 2008 | London 2012 | Rio de Janeiro 2016
Europapokal der Landesmeister
1956 Paris | 1957 Madrid | 1958 Brüssel | 1959 Stuttgart | 1960 Glasgow | 1961 Bern | 1962 Amsterdam | 1963 London | 1964 Wien | 1965 Mailand | 1966 Brüssel | 1967 Oeiras | 1968 London | 1969 Madrid | 1970 Mailand | 1971 London | 1972 Rotterdam | 1973 Belgrad | 1974 Brüssel | 1975 Paris | 1976 Glasgow | 1977 Rom | 1978 London | 1979 München | 1980 Madrid | 1981 Paris | 1982 Rotterdam | 1983 Athen | 1984 Rom | 1985 Brüssel | 1986 Sevilla | 1987 Wien | 1988 Stuttgart | 1989 Barcelona | 1990 Wien | 1991 Bari | 1992 London
UEFA Champions League
1993 München | 1994 Athen | 1995 Wien | 1996 Rom | 1997 München | 1998 Amsterdam | 1999 Barcelona | 2000 Saint-Denis | 2001 Mailand | 2002 Glasgow | 2003 Manchester | 2004 Gelsenkirchen | 2005 Istanbul | 2006 Saint-Denis | 2007 Athen | 2008 Moskau | 2009 Rom | 2010 Madrid | 2011 London | 2012 München | 2013 London
Helsinki 1983 – Olympiastadion Helsinki | Rom 1987 – Olympiastadion Rom | Tokio 1991 – Olympiastadion Tokio | Stuttgart 1993 – Gottlieb-Daimler-Stadion | Göteborg 1995 – Ullevi-Stadion | Athen 1997 – Olympiastadion Spyridon Louis | Sevilla 1999 – Olympiastadion Sevilla | Edmonton 2001 – Commonwealth Stadium | Paris/Saint-Denis 2003 – Stade de France | Helsinki 2005 – Olympiastadion Helsinki | Ōsaka 2007 – Nagai Stadium | Berlin 2009 – Olympiastadion Berlin | Daegu 2011 – Daegu Stadium | Moskau 2013 – Olympiastadion Luschniki | Peking 2015 – Nationalstadion Peking
38.03861111111123.785833333333Koordinaten: 38° 2′ 19″ N, 23° 47′ 9″ O