Olympische Winterspiele 2014

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XXII. Olympische Winterspiele
Logo der Olympischen Winterspiele 2014
Motto Hot. Cool. Yours.
Austragungsort Sotschi, Russland
Mannschaften 88
Athleten 2861
Wettbewerbe 98 in 7 Sportarten
Eröffnung 7. Februar 2014
Schlussfeier 23. Februar 2014
Eröffnet durch Wladimir Putin
Olympischer Eid Ruslan Sacharow[1] (Sportler)
Wjatscheslaw Wedenin (Kampfrichter)
Anastassija Popkowa[1] (Trainer)
Olympische Fackel Wladislaw Tretjak, Irina Rodnina
Stadion Olympiastadion Sotschi
Medaillenspiegel[2][3]
(Endstand nach 98 Entscheidungen)
Platz Land  G   S   B   Σ 
1 RusslandRussland Russland 13 11 9 33
2 NorwegenNorwegen Norwegen 11 5 10 26
3 KanadaKanada Kanada 10 10 5 25
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 9 7 12 28
5 NiederlandeNiederlande Niederlande 8 7 9 24
6 DeutschlandDeutschland Deutschland 8 6 5 19
7 SchweizSchweiz Schweiz 6 3 2 11
8 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 5 1 6
9 OsterreichÖsterreich Österreich 4 8 5 17
10 FrankreichFrankreich Frankreich 4 4 7 15
Vollständiger Medaillenspiegel

Die XXII. Olympischen Winterspiele fanden vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi, einer Stadtregion mit 330.000 Einwohnern an der „russischen Riviera“ am Schwarzen Meer in Russland, statt. Sie waren die ersten Winterspiele in einer subtropischen Stadt sowie die zweiten Olympischen Spiele in Russland nach den Sommerspielen 1980 in Moskau. Russland hatte sich zuvor bereits erfolglos um die Olympischen Winterspiele 2002 in Sotschi beworben.

Wahl des Austragungsortes[Bearbeiten]

Bis zur festgelegten Frist am 28. Juni 2005 reichten sieben Städte ihre Bewerbung zur Durchführung der Olympischen Winterspiele 2014 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein: Almaty (Kasachstan), Bordschomi (Georgien), Jaca (Spanien), Pyeongchang (Südkorea), Salzburg (Österreich), Sofia (Bulgarien) und Sotschi (Russland). Gestützt auf einen Bericht der Evaluationskommission, die verschiedene Aspekte der Bewerbungen untersucht und bewertet hatte, reduzierte das IOC am 22. Juni 2006 das Kandidatenfeld auf drei Städte: Pyeongchang, Salzburg und Sotschi.

Die endgültige Entscheidung über den Austragungsort der Spiele fiel am 4. Juli 2007 in Guatemala-Stadt. 103 stimmberechtigte Mitglieder des IOC waren zur Abstimmung zugelassen, wobei die Mitglieder der Bewerberländer ihr Stimmrecht nicht ausüben durften. Vor der Wahl hatten die drei Kandidaten noch einmal Gelegenheit, die Vorzüge ihrer Bewerbung zu präsentieren. Salzburg scheiterte bereits im ersten Wahlgang mit 25 Stimmen, während Pyeongchang die meisten Stimmen erhielt. Im zweiten Wahlgang unterlag Pyeongchang (wie schon bei der Kandidatur vier Jahre zuvor gegen Vancouver) mit 47 zu 51 Stimmen gegen Sotschi. Somit werden 2014 erstmals Olympische Winterspiele in Russland und in einer subtropischen Stadt am Meer – und erstmals im Kaukasus – ausgetragen.[4]

Nachstehend die Ergebnisse der Wahlgänge:

Wahlresultate
Stadt Land 1. Runde 2. Runde
Sotschi RusslandRussland Russland 34 51
Pyeongchang Korea SudSüdkorea Südkorea 36 47
Salzburg OsterreichÖsterreich Österreich 25

Vorbereitungen[Bearbeiten]

Organisation[Bearbeiten]

Die Olympischen Winterspiele 2014 wurden vom Sochi 2014 Olympic Organizing Committee (SOOC) vorbereitet, das am 2. Oktober 2007 vom Olimpijski komitet Rossii, dem Sportministerium und der Stadt Sotschi gegründet wurde. Zum Vorsitzenden des Organisationskomitees wurde Alexander Schukow ernannt.[5]

Das Komitee hat die Aufgabe die Wettkämpfe vorzubereiten, den Bau der Sportstätten und die Verbesserung der Infrastruktur zu betreiben und die Finanzierung der Spiele sicherzustellen. Im Rahmen der Winterspiele 2010 sagten die nunmehrigen Präsidenten des Organisationskomitees, Dmitri Tschernyschenko und Andrey Stroev, in einem Interview, dass man finanziell abgesichert und bereits eine Milliarde US-Dollar von privaten Sponsoren gesammelt worden sei, auch wenn Korruptionsvorwürfe zu hören sind.[6]

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

In dem umgebauten Hafen von Sotschi können bis zu 300 m lange Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele sollte die Verkehrsinfrastruktur erneuert und ausgebaut werden. So sollten Straßen, Brücken und Tunnel entstehen, die den Verkehr beschleunigen sollten. Laut Angaben des Leiters der zuständigen Baubehörde fehlten im Jahr 2009 jedoch rund 70 Millionen Euro im Budget, so dass sich Arbeiten verzögern konnten.[7]

Hinzu kamen die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise, die das Vorhaben, die meisten Sportstätten von privaten Investoren finanzieren zu lassen, erschwerten. In der ersten Hälfte des Jahres 2008 gab es laut Berichten russischer Medien für 8 von 14 Bauprojekten noch keinen Investor.[7]

Im Dezember 2009 gab Russlands staatliche Bahngesellschaft, Rossijskije schelesnyje dorogi, den Bau von 38 Zügen vom Typ Siemens Desiro in Auftrag, die bei den Winterspielen in Sotschi zum Einsatz kommen werden und seit August 2013 den Streckenabschnitt zwischen Tuapse und Adler bedienen. Darüber hinaus wurde der Kauf von 16 weiteren Zügen vereinbart, die aber teilweise in Russland produziert werden sollen. Die Gesamtkosten des Kaufs belaufen sich auf rund 580 Millionen GBP.[8]

Fernsehübertragungsrechte[Bearbeiten]

Aufgrund der Vorgaben des IOC durften die jeweiligen Inhalte auch nur von Nutzern im jeweiligen Ausstrahlungsland gesehen werden - die Fernsehsender und Berichterstatter mussten ihre entsprechenden Internetinhalte also mit einem so genannten Geo-Blocking versehen.

In den Vereinigten Staaten erhielt der Fernsehsender NBC die exklusiven Übertragungsrechte für rund eine Milliarde Dollar. NBC schickte neben seinem gesamten Sport-Team auch etliche terror- und kriegserfahrene Reporter nach Sotschi.[9]

In Kanada wurden die Winterspiele von CBC Television und den Partnern The Sports Network und Sportsnet übertragen.[10][11]

In Deutschland berichteten ARD und ZDF im täglichen Wechsel live und in ausführlicher Kommentierung bzw. in langen Interviews von den Spielen. Die Kosten für die Übertragungsrechte sollen unter 20 Millionen Euro gelegen haben,[12] da regelmäßige Werbe-Einblendungen ermöglicht wurden. Die beiden Eishockey-Turniere wurden ferner live auf Sport1 übertragen; in Österreich erfolgten Übertragungen durch ORF SPORT + bzw. ORF eins sowie ATV;[13] in der deutschen Schweiz hauptsächlich durch SRF zwei und vereinzelt durch SRF info.[14]

Wettkampfstätten[Bearbeiten]

Bis 2014 wurden in Sotschi zwei Zentren gebaut. Anders als bei den anderen Kandidaturen bestanden die Wettkampfstätten Sotschi zum Zeitpunkt der abschließenden Präsentation lediglich als Computeranimation. Die Regierung und private Investoren wie beispielsweise Gazprom sicherten dem IOC Investitionen von rund 8,6 Milliarden Euro zu.[15]

Olympiapark Sotschi („Küstenregion“)[Bearbeiten]

Zentraler Olympia-Park in Adler (Sotschi)
Olympiagelände bei Nacht (10. Februar 2014), Aufnahme von der ISS
Bolschoi-Eispalast

Sämtliche Eishallen entstanden im Olympiapark Sotschi, wodurch erstmals in der olympischen Geschichte alle Hallen untereinander zu Fuß erreichbar sind. Das Gelände befindet sich etwa 30 km südlich der Kernstadt von Sotschi in Adler direkt am Schwarzen Meer und wird daher auch „Küstenregion“ genannt.[16]

  • Olympiastadion – das 2013 fertiggestellte Stadion hat eine Kapazität von 40.000 Zuschauern. Hier werden die Eröffnungs- und die Schlussfeier der Spiele stattfinden. Das Stadion ist nach einem Berg im Nordkaukasus benannt. Nach den Spielen soll das Stadion für Fußballspiele genutzt werden. Darüber hinaus wurde Sotschi als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ausgewählt, so dass das Olympiastadion vier Jahre nach den Olympischen Spielen für eine weitere große internationale Sportveranstaltung genutzt werden wird.
  • Bolschoi-Eispalast (Übersetzung: Großer Eispalast) – die Multifunktions-Arena bietet 12.000 Zuschauern Platz und wurde 2012 fertiggestellt. In der Arena fanden die Finalbegegnungen im Eishockey statt.
  • Schaiba-Eisarena – in der Multifunktionshalle für 7000 Zuschauer fanden Eishockeyspiele statt. „Schaiba“ ist der russische Name des Pucks im Eishockey. Die Halle ist so konzipiert, dass sie nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt wiederaufgebaut werden kann.
  • Adler-Arena – die Halle hat eine Kapazität von 8000 Zuschauern und bietet Platz für eine 400-Meter-Eisbahn. Eisschnelllauf fand hier statt. Nach den Spielen kann wiederum die Halle abgebaut und in einer anderen Stadt als Messehalle wiederaufgebaut werden.
  • Eisberg-Eislaufpalast – die Multifunktions-Arena wurde 2012 fertiggestellt und hat eine Kapazität von 12.000 Plätzen. In der Halle fanden Eiskunstlaufen und Shorttrack statt. Die Arena ist erneut so konzipiert, dass sie nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt als Eishalle wieder aufgebaut werden kann.
  • Ice Cube Curling Center („Eiswürfel“ Curling Center) – in der Multifunktionshalle für 3.000 Zuschauer wurden die Curling-Wettkämpfe ausgetragen. Auch diese Halle kann nach den Spielen abgebaut und in einer anderen Stadt wieder aufgebaut werden.

Die „Medal Plaza“ für die Siegerehrungen, das olympische Dorf und das Medienzentrum befinden sich auch im bzw. beim Olympiapark.

Krasnaja Poljana („Schneeregion“)[Bearbeiten]

Olympischen Winterspiele 2014 Berg Cluster Veranstaltungsorte (interaktive Karte)
Satellitenbild der „Schneeregion“

Die Schnee-, Bob- und Rodelwettbewerbe wurden in dem Gebiet um das knapp 4000 Einwohner zählende Gebirgsdorf Krasnaja Poljana (dt. Rote Lichtung),[17] das 30 km nordöstlich von Adler auf etwa 600 Meter Höhe im Tal der Msymta liegt, ausgetragen. Diese Region wurde im Zuge der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele zu einem exklusiven Wintersportresort ausgebaut . Die „Schneeregion“ besteht aus folgenden Wettkampfstätten:[18]

  • RusSki Gorki Skisprung-Zentrum – die Skisprunganlage wurde im 400-Einwohner-Dorf Esto-Sadok erbaut, das an den nördlichen Hängen der Aibga-Bergkette liegt. Die Anlage hat eine Kapazität für 7500 Zuschauer. Sie soll nach den Olympischen Spielen das nationale Trainingszentrum der russischen Skispringer werden.
  • Bob- und Rodelbahn Sliding Center Sanki – die vom Ingenieurbüro Gurgel + Partner konzipierte Bob- und Rodelbahn wird in Rschanaja Poljana gebaut und bietet Platz für 5000 Zuschauer. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 138 km/h begrenzt.[19] „Sanki“ ist das russische Wort für „Schlitten“.
  • Laura Biathlon- und Skilanglaufzentrum – die Anlage wird auf dem Psechako-Bergkamm (Chrebet Psechako) errichtet, der rund sechs Kilometer von Krasnaja Poljana entfernt ist. Die Anlage wird ein Langlauf- und ein Biathlon-Stadion für jeweils 7500 Zuschauer umfassen. Der Name „Laura“ kommt von einem wilden Gebirgsfluss des Kaukasus.
  • „Rosa Chutor“ Free-Style- und Snowboard-Park – auf dem schneesicheren Bergplateau Rosa Chutor fanden die Freestyle- und Snowboard-Wettkämpfe statt. Die Anlagen im Park bieten Platz für 4000 bzw. 6250 Zuschauer.
  • Rosa Chutor Alpin-Zentrum – im etwa acht Kilometer von Krasnaja Poljana entfernten Rosa Chutor wurden sämtliche alpinen Skientscheidungen ausgetragen. Die Skipisten liegen an den steilen Hängen der Aibga-Bergkette und wurden vom ehemaligen Schweizer Skirennläufer Bernhard Russi konzipiert. Die Gesamtpistenlänge beträgt rund neun Kilometer.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Von 88 Ländern hatte sich mindestens ein Sportler für die Teilnahme an den Winterspielen von Sotschi qualifiziert. Das ist mit insgesamt 2861 Teilnehmern ein neuer Rekord. Die Mannschaften folgender sieben NOKs gaben ihr olympisches Winterspieldebüt: Britische Jungferninseln, Dominica, Malta, Osttimor, Paraguay, Simbabwe, Togo und Tonga.

Zunächst starteten die qualifizierten Sportler aus Indien als unabhängige Olympiateilnehmer, da das NOK von Indien bei dem Beginn der Spiele noch vom IOC suspendiert war.[20] Am 11. Februar 2014 wurde die Suspendierung mit sofortiger Wirkung aufgehoben, sodass die Athleten unter der Fahne Indiens starten durften.[21] Das war das erste Mal, dass das IOC die Suspendierung eines Nationalen Olympischen Komitees während Olympischer Spiele aufhob.

Eine prominente Teilnehmerin war die weltbekannte Stargeigerin Vanessa-Mae, die unter dem Namen Vanessa Vanakorn für Thailand in der alpinen Ski-Disziplin Riesenslalom antrat.[22]

Algerien, Puerto Rico und Südafrika entschlossen sich, ihren jeweils einzigen für die Spiele qualifizierten Athleten (für Algerien Mehdi-Selim Khelifi), nicht teilnehmen zu lassen. Die Bahamas hatten, obwohl zwei Sportler die Qualifikationskriterien erfüllten, eine Meldung gar nicht erst erwogen.[23]


  • Länder mit teilnehmenden Mannschaften
  • Länder nahmen erstmals an Winterspielen teil
Europa (43 Länder, 1943 Teilnehmer)
Amerika (15 Länder, 491 Teilnehmer)
Asien (24 Länder, 346 Teilnehmer)
Afrika (3 Länder, 5 Teilnehmer)
Ozeanien (3 Länder, 76 Teilnehmer)

Die Teilnehmerzahlen der Länder wurden der Homepage des Veranstalters mit Stand vom 9. Februar 2014 entnommen.[25]

Symbolik[Bearbeiten]

Logo und Motto[Bearbeiten]

Das Logo auf einer Münze

Das von der internationalen Agentur Interbrand und einem Expertenrat des Organisationskomitees entworfene Logo wurde am 1. Dezember 2009 in Moskau präsentiert.[26][27] Es zeigt erstmals in der Geschichte des IOC eine Internetadresse als Logo, die Domain sochi2014.ru. Da aber die Top-Level-Domain „.ru“ über die olympischen Ringe gestellt wurde und die Zahl in „2014“ in kyrillisch anmutenden Zeichen („ZОІЧ“, ohne solche zu sein), geschrieben wurde, wird häufig nur „sochi.ru“ wahrgenommen – eine Weiterleitung von der vermeintlichen zur eigentlichen Internetadresse www.sochi2014.ru wurde jedenfalls eingerichtet. Die Zeilen „sochi“ und darunter „2014“ in blauer Farbe sind so angeordnet, dass sie sich nach Ansicht der Agentur spiegeln, „wie die Gipfel des Kaukasus im Schwarzen Meer vor Sotschi“. Rechts davon stehen das weiße und nur blau umrandete „.ru“ für Russland, die fünf olympischen Ringe wurden darunter dargestellt. Das Logo mit der Internetadresse soll die digitale Generation ansprechen und einen offenen Dialog zwischen den Nationen und Fans fördern.[28]

Diese Olympischen Winterspiele sollen unter dem Slogan „Gateway to the Future“ („Tor zur Zukunft“) stehen.[29] Sotschi 2014 soll für Russland das Tor in die Zukunft sein, für eine nachhaltige sportliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung. Gemäß OK-Chef Dmitri Tschernitschenko sollen diese Winterspiele „die ganze Region verändern“. Trotz Investitionen von geschätzten 35 Milliarden Euro (= 12.2 Millionen Euro pro Olympia-Teilnehmer) bezweifeln ausländische Experten aber die Nachhaltigkeit und vor allem die ökologische Verträglichkeit von Olympischen Winterspielen in einer subtropischen Stadt.[30]

Das offizielle Motto der Spiele wurde im September 2012 bekannt gegeben und lautet „Жаркие. Зимние. Твои.“ bzw. „Hot. Cool. Yours“, „Heiß. Kühl. Deins“. Dmitri Tschernitschenko meinte, das Motto beschreibe die Vielfalt Russlands. Es beziehe sich zudem auf „die Leidenschaft des Sports, die Jahreszeit und die Wahrnehmung Russlands in der Welt sowie die Olympischen Spiele für Jedermann“.[31]

Maskottchen[Bearbeiten]

Russischer Briefmarkenblock mit den drei Maskottchen für die Olympischen Winterspiele 2014

Als offizielle Maskottchen wählte das Publikum im russischen TV-Sender Perwy kanal gleich drei Tiere: Der Schneeleopard (28 Prozent der Stimmen), der Eisbär (18 Prozent) und der Schneehase (16 Prozent) sind die offiziellen Maskottchen der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Russlands Regierungschef Wladimir Putin bezeichnete den Leoparden als ein „starkes, schnelles und schönes Tier, das einst im Kaukasus beheimatet war und jetzt in der Region wieder angesiedelt werden soll“.[32]

Medaillen[Bearbeiten]

Die 1300 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für die Olympischen Spiele und die Paralympics wurden von der Moskauer Juwelierfabrik „Adamas“ hergestellt.[33] Dafür wurden 3 Kilogramm Gold, 2 Tonnen Silber und 700 Kilogramm Bronze benötigt. Eine Goldmedaille besteht aus reinem Silber, die mit mindestens 6 Gramm Gold überzogen ist. Die Medaillen haben einen Durchmesser von 10 cm und besitzen eine halbkreisförmige Aussparung, in die ein Polykarbonat-Einsatz eingefügt wird, was erstmals bei Medaillen für Olympische Spiele erfolgt. Für die 25 Herstellungsschritte werden insgesamt acht Arbeitsstunden je Medaille aufgewendet. Insbesondere der Arbeitsschritt des Einsetzens ist sehr kompliziert. Alle verwendeten Metalle wurden auf dem Gebiet Russlands gefördert, und die Medaillen wurden nur von russischen Spezialisten hergestellt.[34][35][36] Jene Goldmedaillen, die am 15. Februar vergeben wurden, enthielten ein Fragment des Meteors von Tscheljabinsk, der ein Jahr zuvor in den Tschebarkulsee gefallen war.[37]

Fackellauf[Bearbeiten]

Fackellauf in Moskau.

Das olympische Feuer startete durch Alexander Owetschkin am 7. Oktober 2013 um 12 Uhr (Moskauer Zeit) am Roten Platz in Moskau den Fackellauf. Die Fackel wurde aus der Silhouette einer Feder des zauberhaften Feuervogels designt, der nach einem russischen Volksmärchen Glück und Erfolg bringen soll.[38] Die erste Fackelläuferin war die Olympiasiegerin Anastassija Dawydowa.[39]

Mit dem Atomeisbrecher „50 Let Pobedy" wurde das olympische Feuer bis zum 20. Oktober 2013 von der Hafenstadt Murmansk nach vier Tagen an den 5.000 Kilometer entfernten Nordpol gebracht. Damit war das olympische Feuer erstmals am Nordpol. Vertreter aller Anrainerländer des Polarmeeres führten dort den Fackellauf fort.[40]

Vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus startete die Fackel am 7. November 2013 zur Internationalen Raumstation ISS. Dort wurde sie zum ersten Mal in den freien Weltraum getragen. Eine Live-Übertragung im russischen Fernsehen zeigte das Ereignis. Die Flamme wurde wegen des Sauerstoffmangels im All und allgemeiner Sicherheitsbedenken nicht entzündet.[41][42]

Am 23. November 2013 sank die Fackel bis auf den Grund des Baikalsees in Sibirien, dem tiefsten Süßwassersee der Welt. In 13 Meter Tiefe wurde die Fackel von drei Tauchern übergeben.[43] Anschließend wurde die Fackel noch mit einem Flyboard an die Wasseroberfläche und weiter bis ans Ufer getragen. Auch hier wurde das Ereignis im Staatsfernsehen gezeigt.[44]

Am 1. Februar 2014 bestätigte das IOC, dass die vermeintliche „Live“-Übertragung des Fackellaufs auf dem 5.642 Meter hohen Elbrus (höchster Berg Russlands) bereits Ende Oktober aufgenommen wurde, um die Fackelläufer nicht witterungsbedingt in unnötige Gefahr zu bringen.[45]

Zeremonien[Bearbeiten]

Das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele 2014 hatte die eigens für diesen Zweck gegründete „Ceremonies Staging Agentur“ mit der Planung, Gestaltung und Produktion der Eröffnungsfeier beauftragt. Konstantin Ernst, der Generaldirektor des staatlichen Fernsehsenders Channel One, war Regisseur und Chief Creative Producer der Eröffnungsfeier. Andrey Boltenko war der künstlerische Leiter. Ausführender Produzent war Andrey Nasonovskiy. Das Bühnenbild wurde vom Produktionsdesigner Georgy Tsypin gestaltet. Das Drehbuch schrieben Konstantin Ernst, Andrey Boltenko und Georgy Tsypin gemeinsam.

Unterstützt wurde die „Ceremonies Staging Agentur“ von den Machern der preisgekrönten Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London „Isle of Wonder“. Der amerikanische Eventspezialist Scott Givens übernahm die Geschäftsführung der Eröffnungs- und Abschlussfeier in Sotschi.

Eröffnungsfeier[Bearbeiten]

IOC-Präsident Thomas Bach und Wladimir Putin bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2014 im Stadion Fischt
Irina Rodnina und Wladislaw Tretjak entzündeten das Olympische Feuer
Das Olympische Feuer

Die Eröffnungsfeier der XXII. Olympischen Winterspiele fand am Abend des 7. Februar 2014 im Fischt-Olympiastadion in Adler vor 40.000 Zuschauern statt. Mehr als 3000 Darsteller wirkten bei der Show mit. Die Darsteller bestanden aus freiwilligen Helfern und verschiedenen professionellen Tanz- und Akrobatengruppen aus ganz Russland. Die bekanntesten waren die Mitglieder des Moskauer Bolschoi-Balletts.

Ein Video auf den Großbildschirmen im Stadion zeigte das Mädchen Ljubow (russisch für „Liebe“), gespielt von der 11-jährigen Liza Temnikowa, beim Schlafen. Dabei träumte das Mädchen in der Reihenfolge des russischen Alphabetes von verschiedenen Künstlern und Erfindungen Russlands.[46]

Buchstabe Russisch Deutsch
1. А Азбука (Букварь) Russisches Alphabet (Fibel)
2. Б Байкал Baikalsee
3. В Вертолёт (Сикорский, Игорь Иванович) Hubschrauber (Sikorski)
4. Г Гагарин, Юрий Алексеевич / Гжель Gagarin / Keramik aus Gschel
5. Д Достоевский, Фёдор Михайлович Dostojewski
6. Е Екатерина Великая Katharina die Große
7. Ё Ёжик в тумане Der Igel im Nebel
8. Ж Жуковский, Николай Егорович Schukowski
9. З Зерноуборочный комбайн Mähdrescher
10. И Российская Империя Russisches Kaiserreich
11. Й Чайковский, Пётр Ильич Tschaikowski
12. К Кандинский, Василий Васильевич Wassily Kandinsky
13. Л Луноход (космическая программа) Lunochod (Raumfahrtprogramm)
14. М Малевич, Казимир Северинович Malewitsch
15. Н Набоков, Владимир Владимирович Nabokov
16. О Орбитальная станция (Российский сегмент МКС) Russlands Anteil der Internationalen Raumstation ISS
17. П Периодическая система химических элементов Periodensystem der chemischen Elemente
18. Р Русский балет Дягилева Ballets Russes
19. С Спутник-1 Sputnik 1
20. Т Толстой, Лев Николаевич / Телевидени (Розинг) Tolstoi / Fernsehen (Rosing)
21. У Ушанка Uschanka
22. Ф Фишт Fischt (Berg nahe Sotschi)
23. Х Хохлома Chochloma
24. Ц Циолковский, Константин Эдуардович Ziolkowski
25. Ч Чехов, Антон Павлович Tschechow
26. Ш Шагал, Марк Захарович Chagall
27. Щ Щусев, Алексей Викторович Schtschussew
28. Ъ Пушкин(ъ), Александр Сергеевич Puschkin
29. Ы Мы Wir
30. Ь Любовь Liebe
31. Э Эйзенштейн, Сергей Михайлович Eisenstein
32. Ю Парашют (Котельников, Глеб Евгеньевич) Fallschirm (Kotelnikow)
33. Я Россия Russland

Danach griff Ljubow, live im Stadion, das Seil eines Flugdrachens aus Papier und flog unter das Stadiondach. Dabei schwebte sie an neun verschiedenen russischen Landschaften vorbei, die die Vielfalt und Größe Russlands zeigten. Ljubow flog über den Ural, Kamtschatka, über den Baikalsee und russische Dorflandschaften. Diese Landschaften flogen auf neun kleinen Bühnen in 15 Metern Höhe durch das Stadion. Am Ende ihres Fluges erschienen hunderte Darsteller in ethnischen Kostümen sowie fünf große Schneeflocken, die aufeinander zuflogen und sich zu den olympischen Ringen vereinigten. Durch einen technischen Fehler vereinigten sich nur vier der fünf Ringe und ein Feuerwerk blieb aus. Dieser Fehler wurde vom russischen Staatsfernsehen Rossija 1 in Russland nicht übertragen.

Zur russischen Nationalhymne, vorgetragen durch den Männerchor des Moskauer Sretenski-Klosters, hissten Kosmonauten die Fahne des Gastgeberlandes. Es folgte der Einmarsch der Nationen, angeführt von der griechischen Mannschaft. Die Athleten betraten das Stadion durch eine Öffnung von unten und nahmen in den unteren Sitzrängen Platz. Während des Einmarsches, der von einem DJ mit Remixes russischer Musik begleitet wurde, wurde jedes Teilnehmerland auf den Boden des Stadions projiziert.

Nach dem Einzug der Nationen leiteten die drei überdimensionalen Maskottchen der Spiele, ein Eisbär, ein Amurleopard und ein Schneehase, zur Darstellung einiger Szenen der russischen Geschichte über.

Schlussfeier[Bearbeiten]

Die Abschlussfeier fand am 23. Februar im Olympiastadion Sotschi statt. Sie stand unter der Leitung des Schweizer Theaterregisseurs Daniele Finzi Pasca.

Am Anfang der Show wurde ironisch auf das Nichtöffnen des fünften Ringes bei der Eröffnungsfeier hingewiesen. Dann führte die Feier über die Malerei Chagalls, die Musik Rachmaninows, den Büchern berühmter russischer Schriftsteller (z.B. Puschkin, Tolstoi), den weltbekannten Ballets des Bolshoi- und Mariinski-Theaters und des russischen Zirkus durch die reiche Kultur Russlands.

Am Ende pustete das Eisbär-Maskottchen das olympische Feuer aus.

Sportarten, Zeitplan und Resultate[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver waren 86 Wettbewerbe in sieben Sportarten und 15 Disziplinen ausgetragen worden. Das Programm wurde für die Spiele 2014 auf 98 Wettbewerbe bei unveränderter Anzahl der Sportarten und Disziplinen erweitert. Neue Wettbewerbe im olympischen Programm waren:

  • Ski-Slopestyle (Männer und Frauen),
  • Ski-Halfpipe (Männer und Frauen),
  • Snowboard-Slopestyle (Männer und Frauen),
  • Snowboard-Parallel-Slalom (Männer und Frauen),
  • Skispringen der Frauen,
  • Biathlon-Mixed-Staffel,
  • Eiskunstlauf-Teamwettbewerb,
  • Rennrodel-Teamstaffel.[47]

Legende zum nachfolgend dargestellten Wettkampfprogramm:

    Eröffnungs- und Abschlusszeremonie         Show-Veranstaltung         Qualifikationswettkämpfe      x  Finalentscheidungen

Letzte Spalte: Gesamtanzahl der Entscheidungen in den einzelnen Sportarten

Zeitplan der Olympischen Winterspiele 2014[48] (mit Anzahl der Entscheidungen)
Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Gesamt
Februar  6.  7.  8.  9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23.
Eröffnung
Biathlon 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11
Bobsport 1 1 1 3
Curling 1 1 2
Eishockey 1 1 2
Eiskunstlauf 1 1 1 1 1 5
Eisschnelllauf 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 12
Freestyle-Skiing 1 1 1 1 1 1 1 2 1 10
Nordische Kombination 1 1 1 3
Rennrodeln 1 1 1 1 4
Shorttrack 1 1 2 1 3 8
Skeleton 1 1 2
Ski Alpin 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 10
Skilanglauf 1 1 2 1 1 1 1 2 1 1 12
Skispringen 1 1 1 1 4
Snowboard 1 1 1 1 1 1 2 2 10
Abschluss
Medaillenentscheidungen     5 8 5 8 6 6 6 7 5 6 5 8 6 7 7 3 98
Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Gesamt
Februar 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23.

Doping[Bearbeiten]

Bei sieben Teilnehmern der Spiele wurde eine positive Dopingprobe entnommen. Dazu zählten die deutsche Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle, die Bobfahrer William Frullani aus Italien und Daniel Zalewski aus Polen, die beiden Skilangläufer Maryna Lisogor aus der Ukraine und Johannes Dürr aus Österreich, sowie die Eishockeyspieler Vitālijs Pavlovs aus Lettland und Nicklas Bäckström aus Schweden.[49][50][51]

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten]

Arbeitsbedingungen auf den Baustellen[Bearbeiten]

Bereits Anfang 2013 berichtete Human Rights Watch von Missständen auf den Baustellen und stellte fest, dass Arbeitgeber Reisepässe und Arbeitsgenehmigungen von Arbeitsmigranten aus dem Ausland beschlagnahmten.[52] Nach Presseberichten sollen die meisten der ca. 100.000 auf den Olympia-Baustellen beschäftigten Arbeiter keinen oder nur einen Teil des Lohnes erhalten haben.[53][54] Nach vereinzelten Protestaktionen wurden unerwünschte Arbeiter zurück in ihre Heimat gebracht. Das Sotschi-Büro der Menschenrechtsorganisation Memorial berichtete vom Versuch der Behörden, „einen Vorwand für die Ausweisung“ der offenbar nicht mehr benötigten Arbeiter zu finden.[55] „Polizei, freiwillige Helfer und Ausländerbehörden sorgen dafür, dass niemand in Sotschi bleibt. Unsere Brigaden werden die Straßen säubern. Ich fordere: Keine Gnade!“, sagte damals Gouverneur Alexander Tkatschow.[56][57]

Vertreibungen[Bearbeiten]

Das Internationale Komitee der Tscherkessen kritisiert die Wahl Sotschis als Austragungsort der Winterspiele 2014.[58] Der Kaukasuskrieg endete 1864 mit der vollständigen Vertreibung der indigenen Bevölkerung, der Ubychen, sowie einer 80-prozentigen Vertreibung anderer indigener tscherkessischer Stämme.[59] Die letzten, vernichtenden Gefechte des Kaukasuskrieges wurden im Gebiet oberhalb der heutigen Stadt Sotschi ausgetragen und Hunderttausende wurden dazu gezwungen, in das osmanische Reich zu emigrieren.[60] Der – insbesondere von vielen Tscherkessen als solcher angesehene – Genozid an ihrem Volk findet hier allerdings keinerlei Würdigung oder Gedenken, obwohl Sotschi von vielen Tscherkessen als ihre letzte historische Hauptstadt betrachtet wird, da 1864 dort ihre zentrale Versammlung, der Madschlis, letztmals tagte.[61] Der Vorsitzende des Internationalen Komitees der Tscherkessen, Iyad Youghar, kritisiert das Abhalten von Spielen auf den Pisten Sotschis, da sich unter diesen die Gräber ihrer Vorfahren befinden würden.[58] Während der Bauarbeiten wurde nach Angaben des Komitees auf dem Baugelände ein Massengrab entdeckt.[58] Kurz vor Beginn der Spiele wurden führende tscherkessische Kritiker von der russischen Polizei festgenommen.[62]

Gesetz zur Homosexualität[Bearbeiten]

Außerdem gibt es Proteste[63] und Kritik,[64] da Russland im Jahr 2013 ein Gesetz erlassen hat, das die positive Darstellung von Homosexualität in der Öffentlichkeit bzw. in Anwesenheit von Minderjährigen als „homosexuelle Propaganda“ mit Geldstrafen belegt.[65][66]

In einem von zahlreichen Prominenten unterzeichneten Appell forderte der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) im Januar 2014 die deutsche Delegation auf, ein Zeichen gegen die als homophob kritisierte Politik des Gastgeberlandes zu setzen.[67]

Besuchsabsagen und Boykottaufrufe[Bearbeiten]

Während die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sich gegen einen Olympia-Boykott aussprach,[68] kündigte Bundespräsident Joachim Gauck an, die Spiele „aus protokollarischen Gründen“ nicht zu besuchen. Nachdem er „rechtsstaatliche Defizite sowie eine Behinderung kritischer Medien“ zuvor mehrmals kritisiert hatte, interpretierte der Spiegel die Absage als Kritik an Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit der Opposition in Russland.[69] Eine Sprecherin Gaucks gab an, der Vorgang sei nicht als Boykott zu verstehen. 2010 habe auch der damalige Bundespräsident Horst Köhler auf die Reise zu den Winterspielen in Vancouver verzichtet.[70] Österreich hingegen wird durch ein größeres Regierungsaufgebot in Russland vertreten sein. So haben u. a. Bundeskanzler Werner Faymann, Verteidigungs- und Sportminister Gerald Klug aber auch FPÖ Parteiobmann Heinz-Christian Strache ihren Besuch zugesagt. Der Sporthistoriker Matthias Marschik von der Universität Wien vertritt in diesem Zusammenhang die Ansicht, dass ein Politiker-Boykott eine große öffentliche Resonanz hätte.[71]

Ebenso erklärten der französische Präsident François Hollande[72] der belgische Premierminister Elio Di Rupo[73] und der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel, dass sie nicht nach Sotschi reisen werden.[74] Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte, dass keine hochrangigen Regierungsvertreter aus Frankreich in Sotschi anwesend sein werden, stattdessen werde die französische Sportministerin der Eröffnungsfeier beiwohnen.[75] Am 17. Dezember erklärten der US-amerikanische Präsident Barack Obama und der Vizepräsident Joe Biden, dass weder sie noch ein anderes aktuelles Regierungsmitglied nach Sotschi reisen werden.[76] Dem Boykott folgten ebenso die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė[77] und der kanadische Premierminister Stephen Harper.[78] Auch der britische Premierminister David Cameron wird nicht nach Sotschi reisen.[79]

Die US-amerikanische Popmusikerin Lady Gaga forderte im Dezember 2013 öffentlich dazu auf, die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu boykottieren, ebenso der britische Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry.

Anschlagsdrohungen und Sicherheitsvorkehrungen[Bearbeiten]

Das Kaukasus-Emirat unter Doku Umarow droht mit Anschlägen auf diese Olympischen Spiele.[80][81]

Laut Medien hat Russland umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro für die Sicherheit der Olympischen Winterspiele investiert.[82]

Im Vorfeld wurde berichtet, dass während der olympischen Winterspiele in Sotschi die Telefonate und Internetnutzung der teilnehmenden Athleten überwacht werden.[83] Kurz vor den Spielen trat am 1. Februar 2014 in Russland ein neues Gesetz in Kraft, welches z. B. erlaubt, Internetseiten ohne Gerichtsbeschluss zu schließen, wenn dort zu illegalen Handlungen aufgerufen wird. Die umfassenden Überwachungsmaßnahmen in Sotschi werden auch als Experimentierfeld für zukünftige Sicherheitsstrategien im ganzen Land angesehen.[84]

Vier Wochen vor Beginn der Winterspiele gab die Regierung der USA aufgrund bestehender Terrorgefahr eine offizielle Reisewarnung für US-Bürger heraus.[85] Das Auswärtige Amt in Berlin mahnte in seinem am 31. Dezember 2013 aktualisierten Reisehinweisen zur Vorsicht bei Reisen nach Sotschi und rät von Reisen in den angrenzenden Nordkaukasus ab.[86]

Nach den Anschlägen in Wolgograd im Herbst 2013 wurden am 7. Januar 2014 von den russischen Behörden erheblich verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Kraft gesetzt: Die Einsatzkräfte wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, mehrere 10.000 von Kosaken verstärkte Uniformierte und Zivilbeamte sollen zum Einsatz kommen, sie kontrollieren unter anderem den Zutritt zu verschiedenen Sicherheitszonen. Auch russische Besucher müssen sich nun binnen drei Tagen anmelden. Sogar die militärischen Spezialkräfte Speznas werden zur Sicherung eingesetzt.[87] Eigene Pkw müssen mehrere Kilometer vorher abgestellt, für eine Weiterfahrt der ÖPNV benutzt werden; in Sotschi dürfen nur noch dort sowieso oder speziell zugelassene Fahrzeuge fahren. Diese Anweisungen gelten bis 21. März, einige Tage nach Ende der 11. Winter-Paralympics.[82]

Verurteilung eines Olympia-Kritikers zu Lagerhaft[Bearbeiten]

Der Ökologe und Umweltaktivist Jewgeni Witischko wurde zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt. Er prangerte Umweltschäden durch die Baumaßnahmen für die Olympischen Winterspiele 2014 an und soll an einer Villa des Gouverneurs der Olympia-Region Krasnodar Alexander Tkatschow Protestplakate angebracht haben, weil das Gebäude ohne rechtliche Grundlage gebaut worden sein soll. Er wurde deswegen wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung schuldig gesprochen und verurteilt. Human Rights Watch spricht von einem politischen Urteil.[88]

Sochi Park[Bearbeiten]

Im Rahmen des Bebauungsplans für den Olympia-Park wurde beschlossen, den ersten modernen Freizeitpark Russlands zu erbauen. Unter Mitwirkung vieler europäischer Organisatoren und Firmen wurde innerhalb von zwei Jahren der 275 Millionen Euro teure „Sochi Park“ errichtet. Auch hier sind Baufehler und Zeitverzögerungen bekannt geworden. Der Park wurde nicht rechtzeitig fertiggestellt und befand sich während der XXII. Olympischen Winterspiele nur in einer Pre-Opening-Phase, die Gesamt-Eröffnung wird erst im Sommer 2014 stattfinden können. Ein Themenbereich des Parks setzt sich ausschließlich mit der Geschichte der Olympischen Spiele auseinander.[89]

Paralympische Winterspiele[Bearbeiten]

Hauptartikel: Winter-Paralympics 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olympische Winterspiele 2014 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b XXII. Olympische Winterspiele in Sotschi 2014. In: spreadnews.de. Abgerufen am 17. Februar 2014.
  2. Medaillenspiegel auf der Website des Sochi Organizing Committees für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2014 (englisch)
  3. Medaillenspiegel bei der ARD (inklusive ewigem Medaillenspiegel)
  4. Olympia 2014: Salzburg wieder gescheitert. In: orf.at. Österreichischer Rundfunk, abgerufen am 6. Dezember 2013.
  5. Russia Establishes Sochi 2014 Olympic Organizing Committee. In: sochi2014.com. Organizing Committee of the XXII Olympic Winter Games and XI Paralympic Winter Games 2014 in Sochi, 3. Oktober 2007, abgerufen am 6. Dezember 2013 (englisch).
  6. Dirk Hofmeister: Sotschi: Olympischer Rekord und Proteste. Imageprobleme beim Gastgeber 2014. In: olympia.ard.de. 26. Februar 2010, archiviert vom Original am 1. März 2010, abgerufen am 28. Februar 2010.
  7. a b Reinhard Veser: Olympia 2014: Putins prekäre Party. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Mai 2009, abgerufen am 2. Mai 2009.
  8. Siemens signs Russian Olympic train order. In: Railway Gazette International, 1. Januar 2010.
  9. spiegel.de:Sotschi, USA sorgen sich um Sicherheit in Sotschi
  10. CBC/Radio Canada welcomes partners in 2014 Sochi Olympics coverage. Auf: CBC.ca, 7. Februar 2013.
  11. Rob Brodie: CBC, partners promise multi-platform Sochi 2014 live coverage of every event for first time . Auf: Canada.com, 30. Januar 2014.
  12. Kurt Sagatz: Sotschi 2014: 740 Stunden Olympia in TV und Internet, In: tagesspiegel.de vom 6. Februar 2014
  13. Olympic TV Schedule - Viewer's Guide - Sochi 2014 Olympics. Abgerufen am 7. Februar 2014 (englisch).
  14. srf.ch: SRF sport - Sotschi am TV
  15. http://sport.orf.at/070705-11297/index.html
  16. Sports facilities - Coastal Cluster. sochi2014.com, abgerufen am 12. Januar 2013 (englisch).
  17. Badische Zeitung, 7. Februar 2014, Elke Windisch: badische-zeitung.de: Totentanz in Sotschi (9. Februar 2014)
  18. Sports facilities - Mountain Cluster. sochi2014.com, abgerufen am 12. Januar 2013 (englisch).
  19. Sächsische Zeitung vom 3. Februar 2014
  20. http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/einmischung-der-politik-ioc-suspendiert-nok-indiens-11982005.html: IOC suspendiert NOK Indiens
  21. http://www.sueddeutsche.de/news/sport/olympia-indien-wieder-teil-der-olympischen-familie-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140211-99-00906: Indien wieder Teil der olympischen Familie
  22. Badische Zeitung, 21. Januar 2014: badische-zeitung.de: Eine Geigerin als Glamour-Faktor für Olympia (23. Januar 2014)
  23. Fabrice Dubault: L'histoire invraisemblable de Mehdi Khelifi privé de J.O par l'Algérie. In: France 3, 24. Januar 2014. 
  24. Independent Olymp. participant: Athletes. Organizing Committee of the XXII Olympic Winter Games and XI Paralympic Winter Games of 2014 in Sochi, abgerufen am 9. Februar 2014.
  25. Athletes. Organizing Committee of the XXII Olympic Winter Games and XI Paralympic Winter Games of 2014 in Sochi, abgerufen am 9. Februar 2014 (englisch).
  26. Logo der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. RIA Novosti (1. Dezember 2009), abgerufen am 5. März 2010.
  27. Logo der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Interbrand (1. Dezember 2009), abgerufen am 5. März 2010.
  28. Jonathan Kolatch: Behind Sochi’s Futuristic Logo. The New Yorker, 3. Februar 2014, abgerufen am 17. Februar 2014 (englisch).
  29. Sochi 2014 - "Gateway To The Future". youtube.com, abgerufen am 17. Februar 2014 (video, englisch).
  30. Sotschi 2014 / sochi.ru: Olympische Winterspiele der digitalen Generation. Maiak – The Newsroom of Eastern Europe (5. März 2010), abgerufen am 5. März 2010
  31. „Hot. Cool. Yours.“: Sotschis Olympia-Slogan soll für Leidenschaft stehen. handelsblatt.com (25. September 2012), abgerufen am 11. Februar 2013
  32. Leopard, Eisbär und Hase zu Maskottchen der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gewählt. RIA Novosti (26. Februar 2011), abgerufen am 26. Februar 2011
  33. Adamas Sochi 2014 medals to be unveiled this month von Emily Goddard, vom 7. Juni 2013, abgerufen am 10. Juli 2013
  34. EnglishRussia.com: Making Olympic Medals For Sochi 2014 vom 7. Juli 2013 (englisch), abgerufen 10. Juli 2013
  35. ASARATOV:Как и из чего делают медали для Олимпиады в Сочи vom 4. Juli 2013 (russisch), abgerufen 10. Juli 2013
  36. RIAN: The Cherished 535 Grams: How Olympic Medals are Made, abgerufen am 10. Juli 2013
  37. Winners at Sochi Winter Olympics to receive pieces of Russia meteorite. Daily Telegraph, 26. Juli 2013, abgerufen am 6. Februar 2014 (englisch).
  38. Olympiade: Patriotismus oder Pragmatismus?. In: Stimme Russlands. 21. Oktober 2013. Abgerufen am 10. November 2013.
  39. Anastassija Dawydowa eröffnet Fackellauf für Olympische Spiele in Sotschi. In: sotchi-2014.ru. 5. Oktober 2013. Abgerufen am 10. November 2013.
  40. Atomeisbrecher fährt Olympia-Flamme zum Nordpol. In: welt.de. 13. September 2013.
  41. Putin schickt olympische Fackel ins All. In: welt.de. 7. November 2013.
  42. Weltraum-Premiere: Russische Kosmonauten tragen Olympia-Fackel ins All. In: Spiegel.de. 9. November 2013.
  43. Olympische Fackel taucht ab in den Baikalsee. In: Handelsblatt. 23. November 2013. Abgerufen am 23. November 2013.
  44. Olympische Fackel taucht auf den Grund des Baikalsees. In: RIA Novosti. 23. November 2013. Abgerufen am 23. November 2013.
  45. Olympisches Feuer auf dem Elbrus: OK räumt Kunstgriff ein. In: Handelsblatt. 1. Februar 2014.
  46. Олимпиада началась с русской азбуки на сайте vesti.ru, 7 февраля 2014
  47. The programme of the Olympic Winter Games. International Olympic Committee, 31. Oktober 2013, abgerufen am 18. Februar 2014.
  48. Competition Schedule. sochi2014.com, abgerufen am 13. Januar 2013 (englisch).
  49. Erster Epo-Fall in Sotschi: Bei Österreicher Dürr Blutdoping nachgewiesen, Spiegel Online vom 22. Februar 2014.
  50. Sweden furious about Backstrom ban due to allergy medication, sport1.de.
  51. http://www.sueddeutsche.de/news/sport/bob-polnischer-bobfahrer-bei-olympia-des-dopings-ueberfuehrt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140315-99-01564 Süddeutsche Zeitung
  52. Russland: Betrug und Ausbeutung von Arbeitsmigranten bei Olympia. 6. Februar 2013.
  53. Magazin Focus, 27. Januar 2014: focus.de: https://www.focus.de/sport/wintersport/sotschi-arbeiter-ausgebeutet-bauarbeiter-olympische-winterspiele-sotschi-systematisch-ausgebeutet-2_id_3570016.html Zehntausende Olympiabauarbeiter bleiben unbezahlt (1. Februar 2014)
  54. ARD-Fernsehkanal Das Erste, Udo Lielischkies, 30. September 2013: daserste.de: Russland: Sotschi – Wenig Brot trotz teurer Spiele (1. Februar 2014)
  55. Arbeiter näht sich aus Protest den Mund zu. In: Welt.de. 18. Oktober 2013. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  56. Korruption, Umweltzerstörung, illegale Gastarbeiter. In: Wirtschaftsblatt. 30. November 2013. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  57. KEINE GNADE!. Dezember 2013. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  58. a b c Der Standard: Olympische Spiele auf tscherkessischem Friedhofsgelände. 11. Juni 2012
  59. Austin Jersild: Orientalism and Empire. North Caucasus Mountain Peoples and the Georgian Frontier 1845–1917. London 2003. S. 26.
  60. Manfred Quirling: Kaukasische Risse: Die Olympiade in Sotschi, Blätter für deutsche und internationale Politik, Januar 2014.
  61. Deutschlandradio Kultur, Fazit, 6. Januar 2014, Barbara Lehmann: deutschlandradiokultur.de: Endstation Schwarzes Meer - Russland verdrängt den Völkermord an den Tscherkessen in Sotschi (7. Januar 2014)
  62. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-polizei-nimmt-sotschi-olympia-kritiker-fest-a-939165.html
  63. Petition auf change.org: „Stand Against Russia’s Brutal Crackdown on Gay Rights: Urge Winter Olympics 2014 Sponsors to Condemn Anti-Gay Laws“ (Protestiert gegen Russlands brutaler Unterbindung von Rechten homosexueller: Drängt die Sponsoren der Olympischen Winterspiele 2014 die Anti-Homosexuellen Gesetze zu missbilligen)
  64. Deutsch Türkische Nachrichten: Anti-Schwulen-Gesetz in Russland: Bleiben jetzt auch die Touristen weg? vom 12. Juli 2013
  65. Spiegel Online: Russland: Putin unterzeichnet Anti-Homosexuellen-Gesetz vom 30. Juni 2013
  66. New York Times: Russia’s Anti-Gay Crackdown (en) vom 21. Juli 2013, geschrieben von Harvey Fierstein
  67. queer.de:Prominente unterstützen LSVD-„Freiheitsappell“ zu Sotschi
  68. Merkel gegen Olympia-Boykott, Der Spiegel, 34/2013. Abgerufen am 8. Dezember 2013.
  69. Kritik an Russland: Gauck boykottiert Olympische Spiele in Sotschi, Der Spiegel, 50/2013. Abgerufen am 8. Dezember 2013.
  70. http://www.zeit.de/news/2013-12/08/sport-allgemein-spiegel-bundespraesident-gauck-boykottiert-sotschi-08083013
  71. Politiker-Boykott hätte große Breitenwirkung. In: kleinezeitung.at. Kleine Zeitung, 16. Januar 2014, abgerufen am 17. Januar 2014.
  72. Winterspiele in Russland: Hollande schließt sich Gaucks Olympia-Boykott an. In: spiegel.de. Spiegel Online, 15. Dezember 2013, abgerufen am 16. Dezember 2013.
  73. queer.de:Auch Belgiens Premierminister bleibt Sotschi fern
  74. Tageblatt.lu:
  75. Französische Regierung boykottiert Olympische Spiele in Sotschi
  76. Advocate.com:Obama and Biden wont be at Olympics in Sotschi
  77. welt.de:Litauens Präsidentin will Winterspiele in Sotschi boykottieren
  78. TheGlobeandMail:Harper and Obama to skip Sotchi winter olympics
  79. queer.de:Weitere Sotschi-Absagen aus London und Ottawa
  80. Top-Terrorist ruft zu Anschlägen auf Olympia 2014 auf. Augsburger Allgemeine, 18. Januar 2014.
  81. Terrorführer Doku Umarow: Der Mann, der Olympia-Macher Putin Angst einflößt. Focus, 6. November 2013.
  82. a b Deutschlandradio Kultur, Ortszeit, 7. Januar 2014, Gesine Dornblüth: deutschlandradiokultur.de: Sotschi verschärft Sicherheitsmaßnahmen (18. Januar 2014)
  83. stern.de: Moskau späht bei Olympia, in Sotschi herrscht die totale Überwachung
  84. Deutschlandfunk, Europa Heute, 22. Januar 2014, Gesine Dornblüth: deutschlandfunk.de: Russland verschärft Internetkontrolle (23. Januar 2014)
  85. Bild.de: USA geben Reisewarnung für Russland raus
  86. faz.net: Deutschland mahnt zur Vorsicht bei Reisen nach Sotschi
  87. Russlands Spezialeinheiten: Bluthunde des Kreml - Artikel von Spiegel Online, zuletzt abgerufen am 21. Februar 2014
  88. tagesschau.de: Olympische Spiele in Sotschi – Kritiker zu Lagerhaft verurteilt (abgerufen am: 12. Februar 2014)
  89. Sotschi stampft das ‘Adventure Land’ (fast) rechtzeitig aus dem Boden, Airtimers.com, 7. Februar 2014

43.402239.9561Koordinaten: 43° 24′ 7,9″ N, 39° 57′ 22″ O