Olympische Sommerspiele 1900/Leichtathletik

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Leichtathletik bei den
II. Olympischen Sommerspielen
Olympische Ringe
Leichtathletik
Informationen
Teilnehmer: 117 Athleten
Datum: 1. Juli-16. Juli
Austragungsort: FrankreichFrankreich Bois de Boulogne
Wettkampfort: Paris
Entscheidungen: 23
Athen 1896 St. Louis 1904
Olympische Sommerspiele 1900
(Medaillenspiegel Leichtathletik)
Platz Mannschaft Silbermedaillen Bronzemedaillen 3. Total
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 16 13 10 39
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 3 3 2 8
3 FrankreichFrankreich Frankreich 1 4 2 7
4 Kanada 1868Kanada Kanada 1 1 2
Ungarn 1867Ungarn Ungarn 1 1 2
6 OlympiaGemischte Mannschaft Gemischte Mannschaft 1 1
7 Britisch-IndienBritisch-Indien Britisch-Indien 2 2
8 BöhmenBöhmen Böhmen 1 1
9 Australien Australien 3 3
10 DanemarkDänemark Dänemark 1 1
NorwegenNorwegen Norwegen 1 1
Schweden 1844Schweden Schweden 1 1

Die in der französischen Hauptstadt Paris im Rahmen der (Exposition Universelle et Internationale de Paris) ausgetragenen Internationalen Wettbewerbe für Leibesübungen und Sport (Concours Internationaux d’Exercices Physiques et de Sports) umfassten Wettbewerbe der Leichtathletik, die Bestandteil der Olympischen Sommerspiele 1900 (Spiele der II. Olympiade) waren.

Die Wettbewerbe der Leichtathletik bestanden im Übrigen aus einer Vielzahl von Wettkämpfen, die nach Vorstellung von Pierre de Coubertin, dem Begründer der modernen Olympischen Spiele, und nach Maßgabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht als olympisch angesehen werden. Hierzu zählten Wettkämpfe für Professionals, für die u.a. ein 6-Stunden-Lauf ausgerichtet wurde, oder Wettkämpfe mit Handicaps zur Nivellierung unterschiedlicher Leistungsstärken.

Das Leichtathletik-Team der USA

Das IOC ordnete 23 Wettbewerbe der Leichtathletik dem olympischen Programm der Spiele der II. Olympiade zu. Nach offizieller Ansicht beteiligten sich daran 117 Athleten aus 15 Nationen. Die vom IOC noch immer ignorierte Tatsache, dass der Sieger im Marathonlauf, Michel Théato, keine französische Staatsbürgerschaft besaß, sondern die von Luxemburg, ist allgemein historisch belegt. Somit waren unter den teilnehmenden Athleten 16 verschiedene Nationalitäten.

Alle Wettkämpfe fanden auf dem Vereinsgelände des Racing Club de France im Bois de Boulogne statt. Es handelte sich hierbei um eine große Rasenfläche, auf der eine Laufrunde mit 500 Meter Länge abgesteckt war. Der Boden war sehr uneben und es standen eine Menge von Bäumen umher, auch im Innenraum.

Elf der 23 Wettbewerbe waren erstmals im Programm der Olympischen Spiele, darunter auch die zu jener Zeit sehr populären Standsprungwettbewerbe. Die erzielten Bestleistungen konnten somit allesamt als olympische Rekorde (OR) gewertet werden. Auch wenn es zu jener Zeit noch keine offiziellen Listen über Weltrekorde (WR) gab, so geht man davon aus, dass bei den Spielen fünf neue Weltrekorde aufgestellt wurden.

Deutsches Leichtathletik-Team
v. l. n. r. oben: Doerry, Keyl, Rau, Werkmüller
mitte: Mannschaftsführer Demmler
unten: Duhne und Steffen

Die Wettbewerbe wurden zwischen dem 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, und dem 22. Juli ausgetragen. Der 15. Juli war ein Sonntag und verursachte besondere Komplikationen. Zahlreiche Sportler der USA waren nicht bereit, an einem Sonntag einen Wettkampf zu bestreiten, da ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot. Auf Bitten der Athleten wurde anfänglich von den Organisatoren zugesichert, Wettkämpfe zu verschieben, doch schließlich führte man das vorher festgelegte Programm unverändert durch. Bei den zehn Entscheidungen an diesem Tag stellten die US-Athleten dennoch sieben Sieger.

Für die Sieger in den Laufwettbewerben wurde vom Kampfgericht die Zeit gemessen. Für die Platzierten gab es keine Zeitmessung, bei ihnen wurde der Rückstand auf den Sieger oder Vorplatzierten mit einer Längenangabe geschätzt. Nachträglich hat man versucht, aus dieser Entfernung eine Zeit für den Zweiten oder Dritten zu ermitteln, die in den nachfolgenden Listen in Klammern hinzugefügt ist.

Niemand hatte in der Frühzeit der Olympischen Spiele an eine Nationenwertung oder einen Medaillenspiegel gedacht. Dies führt dazu, dass man eine Reihe von Mannschaften mit Athleten unterschiedlicher Nationalität heutzutage gesondert als gemischte Mannschaften wertet. Hierzu gehört auch der 5000-Meter-Mannschaftslauf. Die Beteiligung des australischen Läufers Stan Rowley in der Mannschaft der Amateur Athletic Association, die ansonsten nur aus britischen Läufern bestand, hat das IOC dazu veranlasst, die Platzierung den gemischten Mannschaften zuzurechnen und nicht ausschließlich den Briten. Es gibt durchaus Veröffentlichungen, in denen dies anders betrachtet wird. Entsprechend verändert stellen sich dort auch die Statistik und der Medaillenspiegel dar.

Die US-Athleten gewannen 16 der 23 Wettbewerbe und belegten insgesamt 39 der 68 Medaillenplatzierungen. Damit waren die USA die weit überlegene Nation der Leichtathletikwettbewerbe.

Männer[Bearbeiten]

60 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alvin Kraenzlein 7,0
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Tewksbury 7,0
3 Australien AUS Stan Rowley 7,1
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Edmund Minahan 7,2
Britisch-IndienBritisch-Indien IND Norman Pritchard 1. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Holland 2. VL Platz 3
FrankreichFrankreich FRA Adolphe Klingelhoefer 1. VL
Schweden 1844Schweden SWE Isaac Westergren 1. VL
Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Koppán 2. VL
Ungarn 1867Ungarn HUN Ernö Schubert 2. VL
Kraenzlein (links) und Tewksbury im Finish über 60 Meter

Datum: 15. Juli

Die Laufbahnen waren durch Seile in Höhe der Waden voneinander getrennt.

Es gab zwei Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten.

Alvin Kraenzlein hatte bereits in seinem Vorlauf einen Weltrekord (WR) mit 7,0 s aufgestellt, den er im Finale egalisierte. Die Zeiten für den zweiten bis vierten Platz sind anhand der angegebenen Abstände geschätzt.

100 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frank Jarvis 11,0
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Tewksbury 11,1
3 Australien AUS Stan Rowley 11,2
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Arthur Duffey DNF
Britisch-IndienBritisch-Indien IND Norman Pritchard HL Platz 2
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Clark Leiblee HL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Thaddeus McClain HL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Charles Burroughs HL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frederick Moloney HL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Dixon Boardman 1. ZL Platz 4
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Kurt Doerry 2. ZL Aufgabe
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Edmund Minahan 3. ZL Platz 4
BöhmenBöhmen BOH Václav Nový 1. VL Platz 3
Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Koppán 2. VL Platz 3
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Umberto Colombo 3. VL Platz 3
DanemarkDänemark DEN Johannes Gandil 4. VL Platz 3
Ungarn 1867Ungarn HUN Ernö Schubert 5. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Henry Slack 6. VL Platz 3
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Julius Keyl 3. VL Platz 4
Schweden 1844Schweden SWE Isaac Westergren 5. VL Platz 4

Datum: 14. Juli

Die Laufbahnen waren durch Seile in Höhe der Waden voneinander getrennt.

Es gab sechs Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste und Zweite für drei Zwischenläufe (ZL) qualifizierten. Hiervon kamen die Sieger ins Finale, die jeweils Zweiten und Dritten bestritten einen Hoffnungslauf (HL). Aus diesem qualifizierte sich der Sieger fürs Finale.

Jarvis stellte in seinem Vorlauf einen Weltrekord (WR) mit 10,8 s auf, den Tewksbury in seinem Zwischenlauf egalisierte. Im Finale siegte Jarvis mit zwei Fuß Abstand auf Tewksbury, der wiederum mehr als einen halben Yard Vorsprung auf Rowley hatte (die Zeiten wurden anhand dieser Angaben geschätzt).

200 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Tewksbury 22,2
2 Britisch-IndienBritisch-Indien IND Norman Pritchard 22,5
3 Australien AUS Stan Rowley 22,6
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Holland 22,6
FrankreichFrankreich FRA Adolphe Klingelhoefer 1. VL Platz 3
NorwegenNorwegen NOR Yngvar Bryn 2. VL Platz 3
Ungarn 1867Ungarn HUN Emö Schubert 1. VL
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Albert Werkmüller 2. VL

Datum: 22. Juli

Der 200-Meter-Lauf gehörte erstmals zum olympischen Programm. Es gab zwei Vorläufe (VL), aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten. Tewksbury siegte mit zweieinhalb Yard Vorsprung auf Pritchard, der wiederum einen halben Yard vor Rowley lag. Knapp hinter Rowley folgte Holland (die Zeiten wurden anhand dieser Angaben geschätzt).

400 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Maxie Long 49,4 (OR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Holland 49,6
3 DanemarkDänemark DEN Ernst Schultz 52,4
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Dixon Boardman DNS
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Harry Lee DNS
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Moloney DNS
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Harvey Lord 1. VL Platz 3
FrankreichFrankreich FRA Charles-Robert Faidide 2. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Henry Slack 3. VL Platz 3
FrankreichFrankreich FRA Georges Clément 1. VL Platz 4
Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Koppán 2. VL Platz 4
ItalienItalien ITA Umberto Colombo 3. VL
Ungarn 1867Ungarn HUN Zoltán Speidl 3. VL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Drumheller 1. VL Platz 5
NorwegenNorwegen NOR Yngvar Bryn 2. VL Platz 5
Long (links) schlägt Holland über 400 Meter

Datum: 14. Juli und 15. Juli

Es gab drei Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten.

Die drei qualifizierten US-Athleten Dixon Boardman, Harry Lee und William Moloney traten zum Finale nicht an, da ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot, an einem Sonntag (Tag des Finales) einen Wettkampf zu bestreiten. Nicht jeder US-Athlet hatte diese Einstellung, und so siegte Maxie Long mit fünf Yard Vorsprung auf seinen Landsmann Holland und 25 Yard Vorsprung auf den Dänen Schultz (die Zeiten wurden anhand dieser Angaben geschätzt).

800 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Alfred Tysoe 2:01,2
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John Cregan 2:01,8
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA David Hall 2:05,0
4 FrankreichFrankreich FRA Henri Deloge k. A.
5 Ungarn 1867Ungarn HUN Zoltán Speidl k. A.
6 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John Bray k. A.
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Howard Hayes 1. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Justus Scraffold 2. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Harvey Lord 3. VL Platz 3
FrankreichFrankreich FRA Maurice Salomez 1. VL Platz 4
DanemarkDänemark DEN Christian Christensen 1. VL Platz 5
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alex Grant 1. VL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Drumheller 1. VL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Edward Bushnell 2. VL
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Emilio Banfi 2. VL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Harrison Smith 2. VL
BöhmenBöhmen BOH Ondřej Pukl 3. VL
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Edward Mechling 3. VL
Tysoe vor Cregan im 800-Meter-Finale

Datum: 16. Juli

Es gab drei Vorläufe (VL), aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten.

Alex Grant war wie sein Bruder Dick, der am Marathonlauf teilnahm, kanadischer Staatsbürger. Da sie in den USA studierten und Alex für den New York Athletic Club und die University of Pennsylvania, Dick für die Harvard University antraten, wurden sie inkorrekterweise als US-Amerikaner gelistet.[1]

David Hall hatte bereits in seinem Vorlauf einen olympischen Rekord (OR) mit 1:59,0 min aufgestellt. Im Finale siegte Tysoe mit drei Yard Vorsprung auf Cregan (die Zeiten wurden anhand der Abstände zwischen den Läufern geschätzt).

1500 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Charles Bennett 4:06,2 (WR)
2 FrankreichFrankreich FRA Henri Deloge 4:07,2
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John Bray 4:10,0
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA David Hall 4:10,5
5 DanemarkDänemark DEN Christian Christensen 4:11,0
6 Osterreich KaisertumKaisertum Österreich AUT Hermann Wraschtil k. A.
AC FrankreichFrankreich FRA Louis Segondi
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR John Rimmer
BöhmenBöhmen BOH Ondřej Pukl

Datum: 15. Juli

John Cregan aus den USA sowie die Kanadier Alex Grant und George Orton verzichteten auf eine Teilnahme, angeblich weil ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot, an einem Sonntag einen Wettkampf zu bestreiten. Die Organisatoren entschlossen sich daraufhin zu einem direkten Finallauf ohne Qualifikation. Bennett siegte mit fünf Yard Vorsprung auf Deloge. Die Zeiten der nächsten Läufer wurden anhand der Abstände zwischen ihnen geschätzt.

Marathon[Bearbeiten]

Hauptartikel: Olympische Sommerspiele 1900/Leichtathletik – Marathon (Männer)

Platz Land Athlet Zeit (h)
1 FrankreichFrankreich FRA Michel Théato 2:59:45
2 FrankreichFrankreich FRA Émile Champion 3:04:17
3 Schweden 1844Schweden SWE Ernst Fast 3:37:14
4 FrankreichFrankreich FRA Eugène Besse 4:00:43
5 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Arthur Newton 4:04:12
6 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Dick Grant k. A.
7 Kanada 1868Kanada CAN Ronald MacDonald k. A.
Théato beim Zieleinlauf

Datum: 19. Juli

Sechs der 13 Starter erreichten nicht das Ziel des 40,26 Kilometer langen Kurses. Der Sieger, Michel Théato, lebte in Paris und war Mitglied beim Club amical et sportif de Saint-Mande. Der Club und ganz Frankreich rühmten sich nach dem Sieg seiner Person, so dass man seine Herkunft nicht weiter verfolgte. Inzwischen ist festgestellt worden, dass Théato bei seiner Teilnahme keine französische Staatsbürgerschaft besaß, sondern die von Luxemburg. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat diese Erkenntnis in ihren veröffentlichten Siegerlisten und im Medaillenspiegel bislang nicht berücksichtigt und führt Michel Théato weiterhin als Franzosen.

110 m Hürden[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alvin Kraenzlein 15,4 (OR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John McLean 15,8
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frederick Moloney 15,9
4 FrankreichFrankreich FRA Jean Lécuyer k. A.
Britisch-IndienBritisch-Indien IND Norman Pritchard DNF
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Lewis 1. HL Platz 2
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Remington 2. HL Platz 2
FrankreichFrankreich FRA Eugène Choisel 1. HL Platz 3
FrankreichFrankreich FRA Adolphe Klingelhoefer 2. VL

Datum: 14. Juli

Es gab drei Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste fürs Finale qualifizierte. Alle übrigen Athleten bestritten zwei Hoffnungsläufe (HL), von denen sich erneut nur der Sieger fürs Finale qualifizierte.

Jean Lécuyer hatte in seinem Vorlauf keine Gegner und kam kampflos ins Finale.

Adolphe Klingelhoefer trat zu seinem Hoffnungslauf nicht an.

Alvin Kraenzlein stellte im Vorlauf mit 15,6 s eine Weltbestzeit über die metrische Distanz auf, die er im Finale erneut unterbot. Er hatte zweieinhalb Meter Vorsprung auf McLean (die Zeiten wurden anhand der Abstände zwischen den Läufern geschätzt).

200 m Hürden[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alvin Kraenzlein 25,4
2 Britisch-IndienBritisch-Indien IND Norman Pritchard 26,0
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Tewksbury 26,1
4 FrankreichFrankreich FRA Eugène Choisel 26,5
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frederick Moloney 1. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Thaddeus McClain 2. VL Platz 3
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Remington 1. VL Platz 4
FrankreichFrankreich FRA Henri Tauzin 2. VL Platz 4
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Gustav Rau 1. VL Platz 5
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Lewis 2. VL Platz 5
Ungarn 1867Ungarn HUN Zoltán Speidl 2. VL Platz 6

Datum: 16. Juli

Es gab zwei Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten.

Alvin Kraenzlein siegte überlegen. Obwohl ihm wegen eines Fehlstarts zur Strafe ein Yard Vorsprung zum Zweiten abgezogen wurde, hatte er immer noch fünf Yards Abstand auf Pritchard.

400 m Hürden[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Walter Tewksbury 57,6 (OR)
2 FrankreichFrankreich FRA Henri Tauzin 58,3
3 Kanada 1868Kanada CAN George Orton 58,9
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Lewis DNS
BöhmenBöhmen BOH Karel Nedvěd VL Platz 3

Datum: 15. Juli

Die Hürden bestanden aus acht Meter langen Telefonmasten, die in einer Höhe von ca. einem Meter aufgelegt waren.

Es gab zwei Vorläufe (VL) aus denen sich der jeweils Erste und Zweite fürs Finale qualifizierten, obwohl nur 5 Athleten am Start waren. Henri Tauzin und George Orton hatten in ihrem Vorlauf keine Gegner.

Der qualifizierte US-Athlet William Lewis trat zum Finale nicht an, da seine religiöse Überzeugung es ihm verbot, an einem Sonntag einen Wettkampf zu bestreiten.

2500 m Hindernis[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Kanada 1868Kanada CAN George Orton 7:34,4
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Sidney Robinson 7:35,8
3 FrankreichFrankreich FRA Jean Chastanié 7:42,0
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Arthur Newton k. A.
5 Osterreich KaisertumKaisertum Österreich AUT Hermann Wraschtil k. A.
6 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Franz Duhne k. A.
Orton beim Zieleinlauf

Datum: 15. Juli

Auf einer fünfmal zu durchlaufenden 500-Meter-Runde waren jeweils eine Hürde, eine Mauer und ein Wassergraben zu überwinden.

Es gab nur einen direkten Finallauf ohne Qualifikation.

4000 m Hindernis[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR John Rimmer 12:58,4
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Charles Bennett 12:58,6
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Sidney Robinson 12:58,8
4 FrankreichFrankreich FRA Jean Chastanié 13:00,4
5 Kanada 1868Kanada CAN George Orton k. A.
6 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Franz Duhne k. A.
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alex Grant DNF
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Thaddeus McClain DNF

Datum: 16. Juli

Auf einer achtmal zu durchlaufenden 500-Meter-Runde waren jeweils eine Hürde, eine Mauer und ein Wassergraben zu überwinden.

Es gab nur einen direkten Finallauf ohne Qualifikation.

Alex Grant war wie sein Bruder Dick, der am Marathonlauf teilnahm, kanadischer Staatsbürger. Da sie in den USA studierten und Alex für den New York Athletic Club und die University of Pennsylvania, Dick für die Harvard University antraten, wurden sie inkorrekterweise als US-Amerikaner gelistet.[1]

5000 m Mannschaft[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Punkte
1 OlympiaGemischte Mannschaft XXZ Charles Bennett (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR), John Rimmer (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR), Sidney Robinson (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR), Alfred Tysoe (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR), Stan Rowley (Australien AUS) 26
2 FrankreichFrankreich FRA Henri Deloge, Gaston Ragueneau, Jean Chastanié, André Castanet, Albert Champoudry 29

Datum: 22. Juli

Der Mannschaftslauf war nicht als Nationenwertung gedacht, sondern für Vereins- oder Verbandsmannschaften ausgeschrieben. So trat der britische Leichtathletikverband Amateur Athletic Association (AAA) gegen eine Auswahl der französischen Leichtathletikvereine Racing Club de France (Deloge, Chastanié) und SA Montrouge (Ragueneau, Castanet, Champoudry) an. Es waren die einzigen gemeldeten Mannschaften.

Eine Mannschaft bestand aus fünf Athleten. Die der AAA umfasste neben vier britischen Läufern auch den Australier Stan Rowley. Als Angehöriger des Britischen Weltreichs (British Empire) war er für die AAA startberechtigt. Rowley war Sprinter und für die 5000 Meter eigentlich ungeeignet, doch es stand kein anderer für die AAA startberechtigter Läufer in Paris zur Verfügung. Sein Start hatte lediglich den Zweck, die Mannschaft zu komplettieren, denn von Beginn an hatte man damit gerechnet, dass er den letzten Platz belegen würde. So ließ Rowley es auch langsam angehen, und als der Vorletzte, Michel Champoudry, die Ziellinie überquerte, hatte Rowley erst 3500 m zurückgelegt. Das Kampfgericht entschloss sich daraufhin, dass Rowley sein Rennen nicht beenden musste.

Gewertet wurde nach Platzziffern (Platz 1 = 1 Punkt; Platz 2 = 2 Punkte, etc.). Die Mannschaft mit der niedrigsten Platzziffer (Punkten) war Sieger.

Charles Bennetts Siegerzeit von 15:20,0 min bedeutete Weltrekord (WR).

Hochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Irving Baxter 1,90 (OR)
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Patrick Leahy 1,78
3 Ungarn 1867Ungarn HUN Lajos Gönczy 1,75
4 NorwegenNorwegen NOR Carl Albert Andersen 1,70
Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming 1,70
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Waldemar Steffen 1,70
7 FrankreichFrankreich FRA Louis Monnier 1,60
8 Schweden 1844Schweden SWE Tore Blom 1,50
Baxter beim Hochsprung

Datum: 15. Juli

Die US-Athleten William Remington und Walter Carroll verzichteten auf eine Teilnahme, da ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot, an einem Sonntag einen Wettkampf zu bestreiten.

Irving Baxter versuchte sich auch noch an der Weltrekordhöhe von 1,97 m, scheiterte aber bei allen drei Versuchen. Er gewann am selben Tag auch noch den Wettbewerb im Stabhochsprung.

Patrick Leahy war Ire. Irland war zu jener Zeit aber kein selbständiger Staat, sondern Bestandteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland.

Stabhochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Irving Baxter 3,30
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Meredith Colket 3,25
3 NorwegenNorwegen NOR Carl Albert Andersen 3,20
4 Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming 3,10
Ungarn 1867Ungarn HUN Jakab Kauser 3,10
FrankreichFrankreich FRA Émile Gontier 3,10
7 Schweden 1844Schweden SWE Karl Gustaf Staaf 2,80
8 Schweden 1844Schweden SWE August Nilsson 2,60

Datum: 15. Juli

Irving Baxter gewann am selben Tag auch schon den Wettbewerb im Hochsprung.

Die US-Athleten Charles Dvorak, Daniel Horton und Bascom Johnson verzichteten auf eine Teilnahme, da ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot, an einem Sonntag einen Wettkampf zu bestreiten. Es handelte sich bei Ihnen um die seinerzeit weltbesten Stabhochspringer. An den Folgetagen arrangierte man zur Revanche zwei inoffizielle Wettkämpfe, an denen die nicht startenden Athleten ihr Können beweisen sollten. Den ersten Wettkampf gewann Bascom Johnson mit 3,38 m, den zweiten Wettkampf gewann Daniel Horton mit 3,45 m vor Charles Dvorak mit 3,35 m.

Weitsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
01 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alvin Kraenzlein 7,185 (OR)
02 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Meyer Prinstein 7,175 (OR)
03 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Patrick Leahy 6,95
04 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA William Remington 6,825
05 FrankreichFrankreich FRA Albert Delannoy 6,755
06 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John McLean 6,655
07 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Thaddeus McClain 6,435
08 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Waldemar Steffen 6,30
09 Ungarn 1867Ungarn HUN Ernő Schubert 6,05
10 Ungarn 1867Ungarn HUN Gyula Strausz 6,01
11 Schweden 1844Schweden SWE Tore Blom 5,77
12 Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming 5,50
Kraenzlein beim Weitsprung

Datum: 14. Juli und 15. Juli

Es gab einen Vorkampf, bei dem die besten Fünf am Finale teilnehmen konnten. Die Leistung des Vorkampfes wurde für das Finale übertragen, so dass eine schlechtere Leistung im Finale nicht gewertet wurde. Gemessen wurde jeder halbe Zentimeter.

Prinstein erhielt keine Erlaubnis von seinem College, am Sonntag, dem Tag des Finales, zu starten (obwohl er Jude war, hatte er selbst keine Probleme damit, den Vorkampf am Sabbat zu bestreiten) und vereinbarte angeblich mit Kraenzlein, der nach dem Vorkampf mit 6,93 m auf dem zweiten Platz lag, dass keiner von beiden am Finale teilnehme solle. Kraenzlein schlug im Finale Prinstein um einen Zentimeter; der erboste Prinstein musste daraufhin daran gehindert werden, Kraenzlein einen Schlag zu versetzen.

Patrick Leahy war Ire. Irland war zu jener Zeit aber kein selbständiger Staat, sondern Bestandteil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland.

Dreisprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Meyer Prinstein 14,47 (OR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA James Connolly 13,97
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Lewis Sheldon 13,64
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Patrick Leahy 13,36
5 FrankreichFrankreich FRA Albert Delannoy k. A.
6 FrankreichFrankreich FRA Alexandre Tuffèri k. A.
AC Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frank Jarvis
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John McLean
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Daniel Horton
Schweden 1844Schweden SWE Karl Gustaf Staaf
Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Waldemar Steffen
Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Koppán

Datum: 16. Juli

Es gab für den Dreisprung noch keine verbindliche Vorschrift über dessen Ausführung, weshalb jedem Athlet sein Sprungstil selbst überlassen war.

Connolly war bei den ersten Olympischen Spielen in Athen Sieger des Dreisprungs und verpasste mit seinem zweiten Platz die Chance, als erster Athlet der Geschichte Olympiasieger bei zwei Olympischen Spielen zu werden.

Patrick Leahy war Ire. Irland war zu jener Zeit aber kein selbständiger Staat, sondern Bestandteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland.

Alexandre Tuffèri war Franzose, lebte aber in Athen, wo er bereits bei den ersten Olympischen Spielen Zweiter im Dreisprung wurde. Er nahm später die griechische Staatsbürgerschaft an und startete bei den Olympischen Zwischenspiele 1906 im 110-Meter-Hürdenlauf.

Standhochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Ray Ewry 1,655 (WR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Irving Baxter 1,525
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Lewis Sheldon 1,50

Datum: 16. Juli

Bei den Sprungdisziplinen aus dem Stand, die in jener Zeit sehr beliebt waren und bei diversen Meisterschaften auf dem Programm standen, war jedem Athlet sein Sprungstil selbst überlassen. Eine verbindliche Vorschrift über dessen Ausführung gab es nur dahingehend, dass ein Fuß den Boden nur einmal verlassen durfte, ansonsten wurde ein Fehlversuch gewertet. Gemessen wurde jeder halbe Zentimeter, wobei auf- oder abgerundet wurde.

Alle drei Sprungdisziplinen aus dem Stand wurden am selben Tag abgehalten, so dass Raymond Ewry an einem Tag dreimal Olympiasieger wurde, ein unerreichter Rekord.

Standweitsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Ray Ewry 3,21
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Irving Baxter 3,135
3 FrankreichFrankreich FRA Émile Torcheboeuf 3,03
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Lewis Sheldon 3,02
Ewry beim Standweitsprung

Datum: 16. Juli

Bei den Sprungdisziplinen aus dem Stand, die in jener Zeit sehr beliebt waren und bei diversen Meisterschaften auf dem Programm standen, war jedem Athlet sein Sprungstil selbst überlassen. Eine verbindliche Vorschrift über dessen Ausführung gab es nur dahingehend, dass ein Fuß den Boden nur einmal verlassen durfte, ansonsten wurde ein Fehlversuch gewertet.

Gemessen wurde jeder halbe Zentimeter, wobei auf- oder abgerundet wurde. Die Siegerweite von Ewry ist nicht eindeutig belegt. Es gibt die Annahme, dass er auch 3,30 m oder sogar 3,35 m gesprungen sein könnte. Letztere Weite hätte jedoch einen neuen Weltrekord bedeutet und ist deshalb als unwahrscheinlich anzusehen.

Alle drei Sprungdisziplinen aus dem Stand wurden am selben Tag abgehalten, so dass Ewry an einem Tag dreimal Olympiasieger wurde, ein unerreichter Rekord.

Standdreisprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Ray Ewry 10,58 (WR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Irving Baxter 09,95
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Robert Garrett 09,50
4 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Lewis Sheldon 09,45
Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Koppán 0k. A.
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Waldemar Steffen 0k. A.
Schweden 1844Schweden SWE Karl Gustaf Staaf 0k. A.
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Daniel Horton 0k. A.
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John McLean 0k. A.
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Frank Jarvis 0k. A.

Datum: 16. Juli

Bei den Sprungdisziplinen aus dem Stand, die in jener Zeit sehr beliebt waren und bei diversen Meisterschaften auf dem Programm standen, war jedem Athlet sein Sprungstil selbst überlassen. Eine verbindliche Vorschrift über dessen Ausführung gab es nur dahingehend, dass ein Fuß den Boden nur einmal verlassen durfte, ansonsten wurde ein Fehlversuch gewertet.

Alle drei Sprungdisziplinen aus dem Stand wurden am selben Tag abgehalten, so dass Ewry an einem Tag dreimal Olympiasieger wurde, ein unerreichter Rekord.

Kugelstoßen[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
01 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Richard Sheldon 14,10 (OR)
02 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Josiah McCracken 12,85
03 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Robert Garrett 12,35
04 Ungarn 1867Ungarn HUN Rezső Crettier 12,07
05 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Panagiotis Paraskevopoulos 11,52
06 Schweden 1844Schweden SWE Gustaf Söderström 11,18
07 Ungarn 1867Ungarn HUN Artúr Coray 11,13
08 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Truxtun Hare 10,92
09 Schweden 1844Schweden SWE August Nilsson 10,86
10 DanemarkDänemark DEN Charles Winckler 10,76
Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Sotirios Versis NM
Sheldon, Sieger im Kugelstoßen

Datum: 14. Juli und 15. Juli

Ein auf dem Boden abgestecktes Quadrat von 2,13 Meter mal 2,13 Meter stellte den Abstoßbereich dar.

Es gab einen Vorkampf, bei dem die besten Fünf am Finale teilnehmen konnten. Die Leistung des Vorkampfes wurde für das Finale übertragen, so dass eine schlechtere Leistung im Finale nicht gewertet wurde. Sheldon führte schon nach dem Vorkampf mit 13,80 m.

McCracken und Garrett verzichteten auf eine Teilnahme im Finale, da ihre religiöse Überzeugung es ihnen verbot, an einem Sonntag (Tag des Finales) einen Wettkampf zu bestreiten. Dennoch reichte ihre Leistung im Vorkampf aus, um den zweiten bzw. dritten Platz zu belegen. Garrett hatte schon 1896 in Athen gewonnen und verpasste mit seiner Nichtteilnahme am Finale die Chance, als erster Athlet der Geschichte Olympiasieger bei zwei Olympischen Spielen zu werden.

Diskuswurf[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Ungarn 1867Ungarn HUN Rudolf Bauer 36,04 (OR)
2 BöhmenBöhmen BOH František Janda-Suk 35,25
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Richard Sheldon 34,60
4 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Panagiotis Paraskevopoulos 34,04
5 Ungarn 1867Ungarn HUN Rezső Crettier 33,65
6 Schweden 1844Schweden SWE Gustaf Söderström 33,30
7 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John Flanagan 33,07
8 Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming 32,50
DanemarkDänemark DEN Charles Winckler 32,50
10 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Josiah McCracken 32,00
11 Ungarn 1867Ungarn HUN Artúr Coray 31,00
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Launceston Elliot 31,00
13 FrankreichFrankreich FRA Émile Gontier 30,00
14 Ungarn 1867Ungarn HUN Gyula Strausz 29,80
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Robert Garrett NM
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Truxtun Hare NM
Bauer, Sieger im Diskuswurf

Datum: 14. Juli und 15. Juli

Ein auf dem Boden abgestecktes Quadrat von 2,50 Meter mal 2,50 Meter stellte den Abwurfbereich dar.

Es gab einen Vorkampf, bei dem die besten Fünf am Finale teilnehmen konnten. Die Leistung des Vorkampfes wurde für das Finale übertragen, so dass eine schlechtere Leistung im Finale nicht gewertet wurde. Jedoch gelang nur Janda-Suk (Vorkampf 35,04 m) und Sheldon (Vorkampf 34,10 m) eine Verbesserung.

Während die Weiten aus dem Vorkampf hinreichend gesichert sind, waren die Aufzeichnungen der Weiten aus dem Finale unvollständig. So ist nicht bekannt, ob der Sieger Rudolf Bauer, der mit seiner Weite aus dem Vorkampf gewann, im Finale nur ungültige Versuche hatte, oder ob die Weite nicht festgehalten wurde, weil sie unter der Vorkampfweite lag. Auch die Weiten der Nächstplatzierten weichen in verschiedenen Veröffentlichungen voneinander ab.

Es gibt Berichte von Würfen, die in den umstehenden Bäumen landeten und nicht gemessen werden konnten. Dies wird häufig auch als Grund dafür genannt, dass man für Garrett, den Sieger von Athen 1896, keine Weite festgestellt hatte. Eine Auswertung des spärlich vorhandenen Bildmaterials lässt an dieser Theorie jedoch zweifeln, da die erzielten Weiten erheblich geringer waren als der Abstand der Bäume vom Abwurfplatz.

Hammerwurf[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA John Flanagan 51,01 (OR)
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Truxtun Hare 46,25
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Josiah McCracken 44,50
4 Schweden 1844Schweden SWE Eric Lemming k. A.
5 Schweden 1844Schweden SWE Karl Gustaf Staaf k. A.

Datum: 16. Juli

Ein auf dem Boden abgesteckter Kreis mit einem Durchmesser von 2,74 Meter (9 ft) stellte den Abwurfbereich dar.

Zwei Versionen für die Weiten der ersten drei sind überliefert. Für den Sieger Flanagan wird auch eine Weite von 49,73 m, für den Zweiten Hare von 46,13 m und für den Dritten McCracken von 42,46 m aufgeführt. Da als Datum des Wettkampfs auch der 15. Juli genannt wurde, wird allgemein vermutet, dass die niedrigeren Weiten aus einem Vorkampf stammen.

Es gibt Berichte von Würfen, die in den umstehenden Bäumen landeten und nicht gemessen werden konnten. Eine Auswertung des spärlich vorhandenen Bildmaterials lässt an dieser Theorie jedoch zweifeln, da die erzielten Weiten erheblich geringer waren, als der Abstand der Bäume vom Abwurfplatz.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kevin B. Wamsley: American Boys in Paris: Canadian Participation in the Games of 1900. Fourth International Symposium for Olympic Research (Online-Version bei der LA84 Foundation; PDF; 34 kB)