Olympische Sommerspiele 1908/Leichtathletik

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Leichtathletik bei den
IV. Olympischen Sommerspielen
Olympische Ringe
Leichtathletik
Informationen
Teilnehmer: 431 Athleten
Datum: 13. Juli-25. Juli
Austragungsort: Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland White City Stadium
Wettkampfort: London
Entscheidungen: 26
St. Louis 1904 Stockholm 1912
Olympische Sommerspiele 1908
(Medaillenspiegel Leichtathletik)
Platz Mannschaft Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Total
01 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 16 10 8 34
02 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 7 7 3 17
03 SchwedenSchweden Schweden 2 3 5
04 Kanada 1868Kanada Kanada 1 1 4 6
05 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Südafrika 1 1 2
06 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland Griechenland 3 3
07 NorwegenNorwegen Norwegen 1 2 3
08 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 1 1 2
0 FrankreichFrankreich Frankreich 1 1 2
0 Ungarn 1867Ungarn Ungarn 1 1 2
11 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 1 1
12 AustralasienAustralasien Australasien 1 1
0 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Finnland 1 1

Bei den IV. Olympischen Sommerspielen 1908 in London fanden 26 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt, ausschließlich für Männer. Austragungsort war das White City Stadium; der Start des Marathonlaufs war beim Windsor Castle.

Im Stabhochsprung wurden zwei Gold-, keine Silber- und drei Bronzemedaillen vergeben, im 400-Meter-Lauf nur eine Goldmedaille. Im Hochsprung gab es drei Silber-, im Standhochsprung zwei Silbermedaillen und jeweils keine Bronze. Insgesamt wurden 79 Medaillen vergeben, 27 Gold, 27 Silber und 25 Bronze.

In den meisten Wettkämpfen konnte jedes Land bis zu zwölf Teilnehmer anmelden. In der Staffel und beim 3-Meilen-Mannschaftsrennen war pro Land eine Mannschaft zugelassen; beim ersteren waren bis zu vier Ersatzläufer gestattet. Beim letzteren gingen fünf Athleten an den Sport, wobei nur die ersten drei gewertet wurden.

Die Wettkämpfe standen nur Amateuren offen und wurden gemäß den Bestimmungen der Amateur Athletic Association durchgeführt. Zu diesen Bestimmungen gehörte das Verbot, einen anderen Läufer zu behindern (eine Regel, die beim 400-Meter-Lauf eine wichtige Rolle spielte).

Männer[Bearbeiten]

100 m[Bearbeiten]

Hauptartikel: 100 m
Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland RSA Reggie Walker 10,7 (OR)
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA James Rector 10,8
3 Kanada 1868Kanada CAN Robert Kerr 10,8
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Nate Cartmell 11,0

Datum: 20. bis 22. Juli

Am Start waren 57 Läufer aus 16 Ländern. In 17 Vorläufen wurden die Teilnehmer der Zwischenläufe ermittelt. Dabei schied unter anderem der schwedische Weltrekordhalter Knut Lindberg aus. Die Sieger der vier Zwischenläufe qualifizierten sich für das Finale.

Im Finale legte der Südafrikaner Walker einen Blitzstart hin. Der Amerikaner Rector konnte bei Hälfte der Distanz zu ihm aufschließen und es schien, als könne er Walker überholen. Doch Walker konterte diesen Angriff, zog davon und gewann mit einer Zehntelsekunde Vorsprung (Walkers Zeit von 10,7 s wurde nach den damaligen Bestimmungen auf 10,8 s aufgerundet). Eine ähnlich knappe Entscheidung gab es beim Kampf um die Bronzemedaille, den der Kanadier Kerr mit wenigen Zentimetern Vorsprung für sich entschied.

200 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Kanada 1868Kanada CAN Robert Kerr 22,6
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Robert Cloughen 22,6
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Nate Cartmell 22,7
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR George Hawkins 22,8

Datum: 21. bis 23. Juli

An diesem Wettbewerb nahmen 43 Läufer aus 15 Ländern teil. Vorgesehen waren 15 Vorläufe, doch in zweien trat nur ein einziger Läufer an, da die anderen ihre Anmeldung zurückgezogen hatten. Die Vorlaufsieger traten in vier Zwischenläufen gegeneinander an, deren Sieger sich für das Finale qualifizierten.

Der Kanadier Kerr konnte nach einem schnellen Kurvenlauf seinen knappen Vorsprung bis ins Ziel retten und gewann überraschend die Goldmedaille. Der US-Amerikaner Cloughen hatte sich mit einem Hechtsprung über die Ziellinie geworfen, verfehlte den Sieg aber um wenige Zentimeter.

400 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Wyndham Halswelle 50,0
2 nicht vergeben
3 nicht vergeben
DSQ Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Carpenter
DNS Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA William Robbins
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Taylor

Datum: 20. bis 23. und 25. Juli

Es traten 36 Läufer aus zehn Ländern zu diesem Wettbewerb an. Vorgesehen waren 16 Vorläufe; doch in einem war überhaupt kein Läufer erschienen und in einem zweiten war nur ein Athlet am Start. Die Vorlaufsieger traten in vier Zwischenläufen gegeneinander an, bei denen jeweils der Schnellste sich für das Finale qualifizierte.

Das Finale des 400-Meter-Laufs am 23. Juli gehört zu den umstrittensten Ereignissen der olympischen Geschichte. Eingangs der Zielgerade führte der US-Amerikaner William Robbins, wurde aber von seinem Landsmann John Carpenter und vom Briten Wyndham Halswelle überholt. Carpenter drängte Halswelle heftig nach außen und kam als Erster ins Ziel. Nach amerikanischen Regeln war dies erlaubt, doch die maßgeblichen britischen Regeln sahen ein striktes Behinderungsverbot vor. Nach heftigen Diskussionen und einer Verhandlung am Abend wurde Carpenter disqualifiziert.

Das Finale wurde zwei Tage später neu angesetzt, diesmal war die Strecke mit vier einzelnen Bahnen markiert. Doch die beiden US-Amerikaner William Robbins und John Taylor verzichteten auf den Start, um gegen den Entscheid der Jury zu protestieren. Somit war Halswelle der einzige Teilnehmer und auch einziger Medaillengewinner.

800 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Mel Sheppard 1:52,8 (OR)
2 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Emilio Lunghi 1:54,2
3 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Hanns Braun 1:55,2
4 Ungarn 1867Ungarn HUN Ödön Bodor 1:55,4
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Theodore Just 1:56,4
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Halstead k. A.
DNF Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Clarke Beard
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ivo Fairbairn-Crawford

Datum: 20. und 21. Juli

Für diesen Wettbewerb hatten sich 38 Läufer aus zwölf Ländern gemeldet. Es gab acht Vorläufe, deren Sieger sich direkt für das Finale qualifizierten. Die US-amerikanische Delegation hatte erfolgreich dagegen protestiert, dass ihre stärksten Läufer − Mel Sheppard und John Halstead – bereits im Vorlauf aufeinander trafen.

Im Finale führte zunächst der Brite Ivo Fairbairn-Crawford; er hatte sich dabei aber so verausgabt, dass er das Rennen am Ende der ersten Runde aufgeben musste. Sheppard ging an die Spitze, schüttelte seine Verfolger ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Er gewann die Goldmedaille und unterbot James Lightbodys olympischen Rekord um 3,2 Sekunden. Auch der Italiener Emilio Lunghi blieb unter dieser Zeit.

1500 m[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Mel Sheppard 4:03,4 (OR)
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Harold Wilson 4:03,6
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Norman Hallows 4:04,0
4 Kanada 1868Kanada CAN John Tait 4:06,8
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ivo Fairbairn-Crawford 4:07,6
6 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Joe Deakin 4:07,9
AC Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA James Sullivan
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ernest Loney

Datum: 13. und 14. Juli

43 Läufer aus 15 Ländern nahmen an diesem Wettbewerb teil. In den Halbfinalläufen qualifizierten sich jeweils die Sieger für das Finale. Diese Regelung hatte zur Folge, dass der Italiener Emilio Lunghi mit einer Zeit von 4:03,8 min ausschied. Diese Zeit hätte für eine Medaille gereicht, doch Lunghi war in seinem Halbfinale lediglich Zweiter hinter Norman Hallows gewesen. Für diese Leistung erhielt er immerhin ein Ehrendiplom.

Auf den ersten 500 Metern des Finallaufs führte der Brite Fairbairn-Crawford, der sich dann jedoch zurückfallen lassen musste. Eine Dreiergruppe übernahm die Führung, bestehend aus Wilson, Hallows und Sheppard. Mit einem Schlussspurt auf der letzten Gerade setzte sich schließlich Sheppard durch, egalisierte den von Hallows im Halbfinale aufgestellten olympischen Rekord und gewann die Goldmedaille.

5 Meilen (8047 m)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Emil Voigt 25:11,2
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Edward Owen 25:24,0
3 SchwedenSchweden SWE John Svanberg 25:37,2
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland RSA Charles Hefferon 25:44,0
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Archie Robertson 26:13,0
6 Kanada 1868Kanada CAN Frederick Meadows k. A.
7 Kanada 1868Kanada CAN John Fitzgerald k. A.
8 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Frederick Bellars k. A.

Datum: 15. und 18. Juli

Für diesen Wettbewerb waren 35 Läufer aus 14 Ländern gemeldet. Die Qualifikation für das Finale erfolgte in sechs Halbfinalläufen. Deren Sieger sowie die vier schnellsten Zweitplatzierten kamen ins Finale.

Während des Finallaufs gab es mehrmals Wechsel an der Spitze. Nach der ersten Meile führte der Brite Owen mit einer Zwischenzeit von 4:46,2 min. Danach übernahm der Südafrikaner Hefferon die Führung und passierte die 2-Meilen-Marke nach 9:54,2 min und die 3-Meilen-Marke nach 15:05,6  min. Nach vier Meilen lag der Schwede Svanberg mit einer Zeit von 20:19,2 min vorne. Der Brite Voigt, Sohn deutschstämmiger Eltern, hatte sich bis dahin taktisch geschickt im Hintergrund gehalten, sprintete dann jedoch nach vorne, überholte seine Konkurrenten und gewann schließlich mit über zwölf Sekunden Vorsprung.

Drei-Meilen-Mannschaftslauf (4828 m)[Bearbeiten]

Platz Land Athleten Punkte
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Joe Deakin (1.), Archie Robertson (2.), William Coales (3.) 06
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Eisele (4.), George Bonhag (6.), Herbert Trube (9.) 19
3 FrankreichFrankreich FRA Louis Bonniot de Fleurac (8.), Joseph Dreher (11.), Paul Lizandier (13.) 32

Datum: 14. und 15. Juli

Gemeldet waren sechs Mannschaften mit drei bis maximal fünf Läufern (insgesamt 28). Gewertet wurde die Anzahl der Platzziffern, d. h. der Erste erhielt einen Punkt, der Zweite zwei usw.; für die Wertung zählte die Leistung der drei besten Läufer einer Mannschaft.

Die Qualifikation für das Finale erfolgte in zwei Halbfinalläufen. Weiter kamen die jeweils beste Mannschaft sowie die bessere der beiden zweitplatzierten Mannschaften. Im Finale belegten die Briten Deakin, Robertson und Coales die drei ersten Plätze, was die bestmögliche Punktzahl von 6 (1 + 2 + 3) ergab.

Marathon[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (h)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Hayes 2:55:18,4 (OR)
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland RSA Charles Hefferon 2:56:06,0
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Joseph Forshaw 2:57:10,4
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Alton Welton 2:59:44,4
5 Kanada 1868Kanada CAN William Wood 3:01:44,0
6 Kanada 1868Kanada CAN Frederick Simpson 3:04:28,2
7 Kanada 1868Kanada CAN Harry Lawson 3:06:47,2
8 SchwedenSchweden SWE John Svanberg 3:07:50,8

Datum: 24. Juli

Zum Marathonlauf hatten sich 56 Läufer aus 16 Ländern angemeldet. Es war die erste Veranstaltung über die heute übliche Distanz von 42,195 Kilometern. In den Jahren zuvor waren die Läufe in der Regel 25 Meilen oder 40 Kilometer lang gewesen. So wurde denn auch vom White City Stadium eine Strecke von 25 Meilen Länge vermessen. Diese reichte aber nur zur Barnespool-Brücke in Eton. Da aber schon zuvor das Schloss Windsor als Startpunkt festgelegt worden war, musste die Strecke um exakt eine Meile verlängert werden. Am anderen Ende reichte die Strecke jedoch nur bis zum Stadioneingang. Bis zum Ziel vor der königlichen Loge mussten deshalb noch 385 yards hinzugefügt werden. Als in den Folgejahren immer mehr Marathonveranstaltungen sich der Londoner Streckenlänge angenähert hatten, beschloss die IAAF im Mai 1921, diese offiziell in den Regeln festzuschreiben.

Auf ein Zeichen von Kronprinzessin Maria von Teck hin feuerte OK-Präsident Lord Desborough um 14:30 Uhr den Startschuss ab. Der Lauf fand bei Sonnenschein und hohen Temperaturen statt. Nach der fünften Meile führte eine Sechsergruppe mit vier Briten, dem Italiener Dorando Pietri und dem Südafrikaner Charles Hefferon. Doch diese Gruppe war das Rennen viel zu schnell angegangen und fiel mit der Zeit auseinander. An der Spitze baute Hefferon seinen Vorsprung kontinuierlich aus und lag nach 20 Meilen (32,2 km) 3:52 Minuten vor Pietri. Doch dann lief Pietri plötzlich viel schneller (was den Verdacht aufkommen lässt, dass er mit Strychninsulfat gedopt war), während Hefferon nach 22 Meilen (35,4 km) unerwartet einbrach. Pietri holte Hefferon nach der 25. Meile ein und wenig später wurde dieser auch vom US-Amerikaner John Hayes überholt.

Dorando Pietri wird von Ärzten und Kampfrichtern über die Ziellinie geschoben

Mit großem Vorsprung kam Pietri im vollbesetzten White City Stadium an, nur noch eine halbe Stadionrunde trennte ihn vom sicheren Olympiasieg. Aber er hatte sich völlig verausgabt, war benommen und bog zunächst in die falsche Richtung ab. Als die Kampfrichter ihm den richtigen Weg zum Ziel wiesen, brach Pietri völlig entkräftet zusammen. Er konnte sich wieder aufrappeln, fiel jedoch auf den letzten 350 Metern weitere drei Mal zu Boden. Zehn Meter vor dem Ziel brach er zum fünften Mal zusammen, woraufhin er von einigen Mitleid empfindenden Ärzten und Kampfrichtern über die Ziellinie geschoben wurde. 32 Sekunden nach Pietri traf auch Hayes im Ziel ein.

Pietri musste aufgrund der unerlaubten Hilfestellung disqualifiziert werden, erhielt aber am darauf folgenden Tag von Königin Alexandra für seine Leistung einen Goldpokal. Olympiasieger Hayes, dem weitaus weniger Aufmerksamkeit zuteilgeworden war, wurde von seinen amerikanischen Teamkollegen auf einen Tisch gesetzt und jubelnd um das Stadion getragen.

Der Sherlock-Holmes-Autor Arthur Conan Doyle schrieb für die Zeitung Daily Mail einen ausführlichen und emotionalen Bericht über dieses Ereignis, der viel dazu beitrug, die Geschichte von Dorando Pietri bekannt zu machen. Gleichzeitig rief er zu Spenden für den Italiener auf. Doyles großes Engagement ist wahrscheinlich der Grund für die weit verbreitete, aber unwahre Legende, er selbst habe Pietri über die Ziellinie geholfen.

3500 m Gehen[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR George Larner 14:55,0
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ernest Webb 15:07,4
3 AustralasienAustralasien ANZ Harry Kerr 15:43,4
4 Kanada 1868Kanada CAN George Goulding 15:49,8
5 AustralasienAustralasien ANZ Albert Rowland 16:07,0
6 DanemarkDänemark DEN Charles Vestergaard 17:21,8
7 SchwedenSchweden SWE Einar Rothman 17:50,0

Datum: 14. Juli

An diesem Wettbewerb nahmen 23 Geher aus acht Ländern teil. Dieser wurde auf der Rundbahn im Stadion ausgetragen anstatt wie heute üblich auf einem Rundkurs außerhalb des Stadions. Es gab drei Vorläufe, bei denen sich jeweils die drei Schnellsten für das Finale qualifizierten. Es gewann der Brite Larner vor seinem Landsmann Webb und dem Australier Kerr.

10 Meilen Gehen (16.093 m)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (h)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR George Larner 1:15:57,4 (WR)
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ernest Webb 1:17:31,0
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Edward Spencer 1:21:20,2
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Frank Carter 1:21:20,2
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ernest Larner 1:24:26,2

Datum: 16. und 17. Juli

Auch dieser Geher-Wettbewerb wurde im Gegensatz zu der heute üblichen Form im Stadion ausgetragen. Es nahmen 25 Geher aus acht Ländern teil. Diese ermittelten in zwei Vorläufen die Finalteilnehmer, wobei sich jeweils die vier Schnellsten qualifizierten. Zum Finale traten ausschließlich Briten an, da der Australier Kerr (Dritter über 3500 Meter) auf einen Start verzichtete. George Larner war seinen Konkurrenten deutlich überlegen und stellte einen Weltrekord auf.

110 m Hürden[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Forrest Smithson 15,0 (WR)
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Garrels 15,7
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Arthur Shaw 15,8
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA William Rand 16,0

Datum: 23. bis 25. Juli

An diesem Wettbewerb nahmen 25 Läufer aus zehn Ländern teil. Die Sieger der 14 Vorläufe kamen in die vier Zwischenläufe. In diesen wurden die vier Finalplätze vergeben. Sämtliche Rennen wurden nicht wie heute üblich auf der Bahn ausgetragen, sondern auf Gras. Die Anzahl der Hürden sowie deren Höhe und Abstände entsprechen jedoch dem heutigen Regelwerk.

Überlegener Sieger des Finallaufs wurde Forrest Smithson, der den bisherigen Weltrekord von Alvin Kraenzlein um vier Zehntelsekunden unterbot. Die später weit verbreitete Legende, er habe das Rennen mit einer Bibel in der linken Hand bestritten, um gegen die Austragung an einem Sonntag zu protestieren, ist nachweislich falsch. Erstens gab es am Sonntag überhaupt keine Wettkämpfe, und zweitens zeigt das im offiziellen Bericht abgebildete Foto eine nach dem Rennen gestellte Szene.

400 m Hürden[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Charles Bacon 55,0 (WR)
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Harry Hillman 55,3
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Jimmy Tremeer 57,0
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Leslie Burton 58,0

Datum: 20. bis 22. Juli

Wie unsinnig die Praxis war, bereits nach Eingang der Anmeldungen die Auslosung der Vorläufe vorzunehmen, zeigt sich bei diesem Wettbewerb. Vorgesehen waren 14 Vorläufe, doch es waren nur 15 Läufer aus sechs Ländern am Start. In sieben Läufen gab es nur einen einzigen Teilnehmer, zu einem Lauf war sogar überhaupt niemand erschienen. Echte Ausscheidungen gab es deshalb nur in vier Vorläufen.

Die Vorlaufsieger ermittelten in vier Zwischenläufen die vier Finalteilnehmer. Im Finale trafen zwei Briten und zwei Amerikaner aufeinander. Nach etwa der Hälfte der Distanz war klar, dass die Amerikaner den Sieg unter sich ausmachen würden. Auf der Zielgeraden zog Charles Bacon davon und gewann den Lauf mit neuem Weltrekord. Nach heute geltenden Regeln wäre er eigentlich disqualifiziert worden, da er seine Bahn kurzzeitig verlassen hatte. Allerdings stellten die Kampfrichter fest, dass er dadurch sogar eine längere Strecke zurückgelegt hatte und so keinen Vorteil hatte.

3200 m Hindernis[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Arthur Russell 10:47,8
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Archie Robertson 10:48,4
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Eisele 11:00,8
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Guy Holdaway k. A.
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Harry Sewell k. A.
6 Kanada 1868Kanada CAN William Galbraith k. A.

Datum: 17. und 18. Juli

Zwar steht der Hindernislauf bereits seit 1900 auf dem olympischen Programm, doch die heute übliche Länge von 3000 Metern wurde erst 1920 eingeführt. In London ging das Rennen über eine Distanz von 3200 Meter, was ungefähr den damals in Großbritannien üblichen 2-Meilen-Rennen entsprach. Für diesen Wettbewerb waren 24 Läufer aus sechs Ländern gemeldet. In sechs Vorläufen wurden die Finalteilnehmer ermittelt.

Im Finale führte zunächst Holdaway, musste aber bald Galbraith und Russell ziehen lassen. Nach der Hälfte der Distanz fiel Galbraith zurück, während Eisele zu dem an der Spitze liegenden Russell aufschließen konnte. Zu Beginn der letzten Runde zog Robertson an Eisele vorbei, doch er konnte Russell nicht mehr einholen.

Olympische Staffel[Bearbeiten]

Platz Land Athleten Zeit (min)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA William Hamilton, Nate Cartmell, John Taylor, Mel Sheppard 3:29,4
2 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Arthur Hoffmann, Hans Eicke, Otto Trieloff, Hanns Braun 3:32,4
3 Ungarn 1867Ungarn HUN Pál Simon, Frigyes Mezei, József Nagy, Ödön Bodor 3:32,5

Datum: 25. Juli

Zu diesem Wettbewerb hatten sich sieben Staffeln mit insgesamt 29 Läufern angemeldet. Es war die erste derartige Staffel in der Geschichte der olympischen Geschichte, wurde in dieser Form aber nur ein einziges Mal ausgetragen. Gelaufen wurde in der Reihenfolge 200 m – 200 m – 400 m – 800 m. Es gab drei Vorläufe, deren Sieger sich für das Finale qualifizierten. Dieses gewannen mit klarem Vorsprung die US-Amerikaner.

Hochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Harry Porter 1,905 (OR)
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Con Leahy 1,880
Ungarn 1867Ungarn HUN István Somodi 1,880
FrankreichFrankreich FRA Géo André 1,880
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Herbert Gidney 1,853
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Tom Moffitt 1,853
7 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Neil Patterson 1,830

Datum: 21. Juli

Es nahmen 22 Springer aus zehn Ländern an diesem Wettbewerb teil. Die sieben Besten der Qualifikation erreichten das Finale. Es gewann der US-Amerikaner Harry Porter, der nach gefallener Entscheidung dreimal erfolglos versuchte, den Weltrekord zu verbessern. Drei Springer teilten sich den zweiten Platz; im Gegensatz zu heute hatte die Anzahl der Fehlversuche keinen Einfluss auf das Endergebnis.

Standhochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Ray Ewry 1,575
2 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Kostas Tsiklitiras 1,550
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Biller 1,550
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Leroy Holmes 1,525
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Platt Adams 1,470
FrankreichFrankreich FRA Géo André 1,470
FrankreichFrankreich FRA Alfred Motté 1,470
8 BelgienBelgien BEL Léon Dupont 1,420
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Walter Henderson 1,420
NorwegenNorwegen NOR Wilhelm Blystad 1,420
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Frank Irons 1,420
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Arthur Mallwitz 1,420
DanemarkDänemark DEN Svend Langkjær 1,420

Datum: 23. Juli

Am Hochsprung aus dem Stand nahmen 23 Springer aus elf Ländern teil. Zu Beginn des Wettkampfs gab es drei Qualifikationssprünge; die besten Acht kamen weiter und hatten weitere drei Versuche zur Verfügung. Wie schon 1900 und 1904 gewann auch hier der US-Amerikaner Raymond Ewry, auch wenn seine Überlegenheit nicht mehr so deutlich war.

Stabhochsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Edward Cook 3,71 (OR)
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Alfred Gilbert 3,71 (OR)
3 Kanada 1868Kanada CAN Edward Archibald 3,58
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Charles Jacobs 3,58
SchwedenSchweden SWE Bruno Söderström 3,58
6 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Georgios Banikas 3,50
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Samuel Bellah 3,50
8 Ungarn 1867Ungarn HUN Kálmán Szathmáry 3,35

Datum: 24. Juli

15 Springer aus sieben Ländern nahmen an diesem Wettbewerb teil. Nicht anwesend war Weltrekordhalter Walter Dray; angeblich hatte er auf Anraten seiner Mutter auf die Reise nach London verzichtet, da sie fürchtete, ihr Sohn könnte sich verletzen. Die acht Besten der Qualifikation kamen ins Finale. Als der Wettkampf in die entscheidende Phase kam, konzentrierten sich die Zuschauer nur auf das dramatische Ende des Marathonlaufs. Die Kampfrichter verzichteten auf ein Stechen, weshalb zwei Gold- und drei Bronzemedaillen verliehen wurden.

Weitsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Frank Irons 7,48 (OR)
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Daniel Kelly 7,09
3 Kanada 1868Kanada CAN Calvin Bricker 7,08
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Edward Cook 6,97
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Brennan 6,86
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Frank Mount Pleasant 6,82
7 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Albert Weinstein 6,77
8 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Tim Ahearne 6,72

Datum: 22. Juli

Zu diesem Wettbewerb traten 31 Springer aus neun Ländern an. In der Qualifikation hatte jeder drei Versuche. Die drei Besten erhielten daraufhin drei weitere Versuche, doch nur der spätere Sieger Irons konnte sich noch verbessern.

Standweitsprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Ray Ewry 3,335
2 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Kostas Tsiklitiras 3,235
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Martin Sheridan 3,225
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Biller 3,215
5 SchwedenSchweden SWE Ragnar Ekberg 3,195
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Platt Adams 3,110
Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA LeRoy Holmes 3,110

Datum: 20. Juli

Es nahmen 24 Springer aus zehn Ländern am Weitsprung aus dem Stand teil. In der Qualifikation hatte jeder Teilnehmer drei Versuche, die acht Besten im Finale je drei weitere Versuche. Ewry wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann mit zehn Zentimetern Vorsprung.

Dreisprung[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Tim Ahearne 14,915 (OR)
2 Kanada 1868Kanada CAN Garfield MacDonald 14,760
3 NorwegenNorwegen NOR Edvard Larsen 14,395
4 Kanada 1868Kanada CAN Calvin Bricker 14,095
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Platt Adams 14,070
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Frank Mount Pleasant 13,970
7 SchwedenSchweden SWE Karl Fryksdahl 13,645
8 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Brennan 13,590

Datum: 25. Juli

An diesem Wettbewerb nahmen 20 Springer aus acht Ländern teil. Zum ersten Mal überhaupt war die Sprungfolge im Reglement exakt festgehalten. Jeder Teilnehmer hatte in der Qualifikation drei Versuche, die acht Besten erhielten drei weitere. Tim Ahearne siegte mit olympischen Rekord.

Kugelstoßen[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Ralph Rose 14,21
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Denis Horgan 13,62
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Garrels 13,18
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Wesley Coe 13,07
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Edward Barrett 12,89
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Bill Horr 12,83
7 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Jalmari Sauli 12,58
8 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Lee Talbott 11,63

Datum: 16. Juli

25 Teilnehmer aus acht Ländern waren bei diesem Wettkampf anwesend. In der Qualifikation hatte jeder drei Versuche, die besten Drei danach nochmals drei Versuche. Weltrekordhalter und Titelverteidiger Ralph Rose galt als haushoher Favorit und erfüllte die Erwartungen.

Diskuswurf (freier Stil)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Martin Sheridan 40,89
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Merritt Giffin 40,70
3 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Bill Horr 39,44
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Verner Järvinen 39,42
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Arthur Dearborn 38,52
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Lee Talbott 38,40
7 Ungarn 1867Ungarn HUN György Luntzer 38,34
8 FrankreichFrankreich FRA André Tison 38,30

Datum: 16. Juli

An diesem Wettbewerb nahmen 42 Werfer aus elf Ländern teil. Der Freistil entspricht der heute üblichen Wurfweise mit Körperdrehung. Der Wurfkreis hatte einen Durchmesser von 2,50 Metern. Jeder Teilnehmer hatte zunächst drei Versuche. Den drei Besten standen anschließend drei weitere Versuche zu. Es gab einen dreifachen US-amerikanischen Sieg, obwohl Weltrekordhalter Arthur Dearborn nur den fünften Platz erreichte.

Diskuswurf (griechischer Stil)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Martin Sheridan 38,00
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Bill Horr 37,32
3 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Verner Järvinen 36,48
4 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Arthur Dearborn 35,65
5 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Michalis Dorizas 33,34
6 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Nikolaos Georgandas 33,20
7 Ungarn 1867Ungarn HUN István Mudin 33,11
8 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Wilbur Burroughs 32,81

Datum: 18. Juli

23 Werfer aus acht Ländern nahmen an diesem Wettbewerb teil. Jeder Teilnehmer hatte in der Qualifikation drei Versuche, die drei Besten hatten weitere drei Versuche zur Verfügung. Geworfen wurde von einem 80 × 70 Zentimeter großen Holzpodest, das hinten 15 und vorne 5 Zentimeter hoch war. Wie schon beim freien Stil siegte auch hier der US-Amerikaner Martin Sheridan.

Hammerwurf[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA John Flanagan 51,92 (OR)
2 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Matt McGrath 51,18
3 Kanada 1868Kanada CAN Con Walsh 48,50
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Tom Nicolson 48,09
5 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Lee Talbott 47,87
6 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Bill Horr 46,95
7 Vereinigte Staaten 46Vereinigte Staaten USA Simon Gillis 45,58
8 SchwedenSchweden SWE Eric Lemming 43,05

Datum: 14. Juli

Beteiligt waren 19 Werfer aus acht Ländern. Jedem Teilnehmer wurden drei Versuche zugestanden, die drei Besten erhielten drei weitere Versuche. Titelverteidiger und Weltrekordhalter Flanagan galt als großer Favorit, doch erst mit seinem letzten Wurf konnte er sich an die Spitze setzen.

Speerwurf (Mittelgriff)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 SchwedenSchweden SWE Eric Lemming 54,825 (OR)
2 NorwegenNorwegen NOR Arne Halse 50,57
3 SchwedenSchweden SWE Otto Nilsson 47,10
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Aarne Salovaara 45,89
5 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Armas Pesonen 45,18
6 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Juho Halme 44,96
7 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Jalmari Sauli k. A.
8 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Evert Jakobsson k. A.

Datum: 17. Juli

16 Werfer aus sechs Ländern nahmen an diesem Wettbewerb teil. Das Speerwerfen war 1908 zum ersten Mal Teil des olympischen Programms. Bei dieser Variante musste der Werfer den Speer in der Mitte halten, was auch dem heute üblichen Wurfstil entspricht. Jeder hatte in der Qualifikation drei Versuche, in dem ausschließlich von Skandinaviern besetzten Finale gab es nochmals je drei Versuche. Der Schwede Eric Lemming siegte mit deutlichem Vorsprung.

Speerwurf (freier Stil)[Bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 SchwedenSchweden SWE Eric Lemming 54,44
2 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Michalis Dorizas 51,36
3 NorwegenNorwegen NOR Arne Halse 49,73
4 Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland GRE Charalambos Zouras 48,61
5 SchwedenSchweden SWE Hugo Wieslander 47,55
6 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Armas Pesonen 46,04
7 Ungarn 1867Ungarn HUN Imre Mudin 45,95
8 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Jalmari Sauli 43,31

Datum: 15. Juli

33 Werfer aus neun Ländern beteiligten sich an diesem Wettbewerb. Bei der Freistilvariante, die schon bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 im Programm war, hielten die Werfer den Speer mit ausgestrecktem Arm am hinteren Ende. Erik Lemming siegte auch hier überlegen.