Olympische Sommerspiele 1936

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XI. Olympische Sommerspiele
Logo der Olympischen Spiele 1936
Austragungsort Berlin, Deutschland
Mannschaften 49
Athleten 3961, davon 328 Frauen
Wettbewerbe 129 in 19 Sportarten
Eröffnung 1. August 1936
Schlussfeier 16. August 1936
Eröffnet durch Adolf Hitler (Reichskanzler)
Olympischer Eid Rudolf Ismayr (Sportler)
Olympische Fackel Fritz Schilgen
Stadion Olympiastadion Berlin
Medaillenspiegel
(ohne Kunstwettbewerbe)
Platz Land G S B Gesamt
1 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 33 26 30 89
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 24 20 12 56
3 Ungarn 1918Ungarn Ungarn 10 1 5 16
4 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 8 9 5 22
5 FinnlandFinnland Finnland 7 6 6 19
6 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 7 6 6 19
7 SchwedenSchweden Schweden 6 5 9 20
8 JapanJapan Japan 6 4 8 18
9 NiederlandeNiederlande Niederlande 6 4 7 17
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 4 7 3 14
11 OsterreichÖsterreich Österreich 4 6 3 13
...
16 SchweizSchweiz Schweiz 1 9 5 15
→ Vollständiger Medaillenspiegel
Das Gastgeber-Team bei der Eröffnungs-Feier

Die Olympischen Sommerspiele 1936 (offiziell Spiele der XI. Olympiade genannt) wurden vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin ausgetragen. Die meisten Wettkämpfe fanden auf dem damaligen Reichssportfeld statt, mit dem Olympiastadion als zentraler Arena. Mit 49 teilnehmenden Nationen und 3961 Athleten stellten die Berliner Spiele einen neuen Teilnehmerrekord und darüber hinaus einen Bersucherrekord auf.

Der herausragende Sportler der Olympischen Sommerspiele in Berlin war der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann. Der Kunstturner Konrad Frey war mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen der erfolgreichste deutsche Athlet. Neben der sportlichen Bedeutung zeichneten sich die Spiele 1936 besonders dadurch aus, dass die im Deutschen Reich regierenden Nationalsozialisten sie als Propagandaforum missbrauchten, um das NS-Regime im In- und Ausland positiv darzustellen.

Wahl des Austragungsortes[Bearbeiten]

Bereits die VI. Olympischen Sommerspiele 1916 waren vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach Berlin vergeben worden. Mitten in die Vorbereitungen fiel der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der schließlich zur Absage der Spiele führte. Nach Kriegsende schloss das IOC Deutschland als offiziellen Kriegsverursacher aus der olympischen Gemeinschaft aus. Der Bann dauerte bis 1925. Seit der Wiederaufnahme in das IOC beschäftigte sich die Führung des „Deutschen Olympischen Ausschusses“ mit dem Gedanken, die Olympischen Spiele erneut nach Berlin zu holen. Theodor Lewald, Präsident des Ausschusses, schrieb am 25. Februar 1929 einen Brief an Oberbürgermeister Gustav Böß, in dem er eine erneute Bewerbung Berlins vorschlug.

Eröffnungsfeier des Olympischen Kongresses, am 25. Mai 1930 in Berlin.

Beim Ende Mai 1930 in Berlin stattfindenden IX. Olympischen Kongress stellte die Reichshauptstadt ihre Kandidatur vor. Reichsinnenminister Joseph Wirth legte den Plan in seiner Eröffnungsrede im Audimax der Friedrich-Wilhelms-Universität dar, ohne allerdings konkret auf einen Austragungsort oder das Jahr der Spiele einzugehen. Die Bewerbung für 1936 wurde erst am Abend bei einem Bankett im Roten Rathaus ausgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich außer Berlin auch Alexandria, Barcelona, Budapest, Buenos Aires, Dublin, Frankfurt am Main, Helsinki, Köln, Lausanne, Nürnberg, Rio de Janeiro und Rom beworben. Ein Jahr später, zur 30. Session des IOC in Barcelona, waren aber nur noch vier Kandidaten übrig geblieben. Als dann auch noch Budapest und Rom ihre Kandidaturen zurückzogen, kam es zu einer Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin.

Eine erste Abstimmung ergab eine Mehrheit für Berlin. Da aufgrund der Unruhen, im Vorfeld des Spanischen Bürgerkriegs, bei diesem Treffen jedoch nur 20 der damals 67 IOC-Mitglieder anwesend waren, schlug IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour mit Zustimmung der beiden deutschen Delegierten vor, den abwesenden Mitgliedern die Möglichkeit einer telegrafischen Abstimmung oder einer Briefwahl einzuräumen. Die endgültige Auszählung der Stimmen fand am 13. Mai 1931 im Sitz des IOC in Lausanne in Anwesenheit von Bürgermeister Jean-Paul Perret und IOC-Vizepräsident Godefroy de Blonay statt. Schließlich hatten sich 43 IOC-Mitglieder für Berlin und 16 für Barcelona entschieden, sowie 8 der Stimme enthalten.

Am 24. Januar 1933 fand die Gründungssitzung des Deutschen Olympia-Organisationskomitee (OK) statt. Die Schirmherrschaft für die Olympischen Spiele 1936 hatte am 9. Februar 1933 zunächst Reichspräsident Paul von Hindenburg übernommen. Das Reichspropagandaministerium bildete am 16. Januar 1934 einen Olympia-Propagandaausschuss, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Spiele zuständig war.[1] Nach Hindenburgs Tod wurde Reichskanzler Adolf Hitler am 13. November 1934 Schirmherr der Olympischen Sommerspiele 1936, der sozusagen als Anhängsel die Olympischen Winterspiele für Februar 1936 in Garmisch-Partenkirchen bereits zugeschlagen worden war.[2] Im OK saßen neben den drei deutschen IOC-Mitgliedern, Lewald, Adolf Friedrich zu Mecklenburg und Karl Ritter von Halt, und den Fachamtsleitern der olympischen Sportarten auch 20 Vertreter der Reichsbehörden, davon 8 aus dem Propagandaministerium, 11 Militärs, 3 Angehörige der Polizei, 5 höhere Kommunalbeamte, 6 Vertreter der verschiedenen Parteigliederungen, 4 Funktionäre der Reichssportführung und Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten.[3] Das OK war Propaganda- und gleichzeitig Innenministerium unterstellt - Ersterem für den Aufgabenbereich Öffentlichkeitsauftritt / Letzterem für das Sport-Ressort. Diese Abhängigkeiten des OK stellte einen IOC-Statutenverstoß dar und wurde nach außen hin verschleiert.[4]

Dem in finanzielle Not geratenen Gründer, langjährigen Präsidenten und damaligen Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit des IOC Pierre de Coubertin ließ Hitler im Mai 1936, eine sogenannte Ehrengabe von 10.000 Reichsmark zufließen. Von einem französischen Journalisten gefragt, warum er die „Nazi-Spiele“ unterstütze, sagte Coubertin:[5]

„Das Wichtigste ist, dass sie grandios gefeiert werden, dabei ist es egal, ob man sie als Tourismuswerbung für Südkalifornien wie 1932 oder als Werbung für ein politisches System wie 1936 verwende.“

Pierre de Coubertin: , zitiert in Arnd Krüger: What's the Difference between Propaganda for Tourism and for a Political Regime?' Was the 1936 Olympics the first Postmodern Spectacle?

Die Bezeichnungen der zahlreichen Bestandteile der späteren Austragungsorte der Internationalen Olympischen Sommerspiele 1936 auf dem Reichssportfeld erhielten auffälliger Weise fast ausschließlich deutsche Namen. Mit einer Ausnahme, dem am Südtor gelegenen Coubertin-Platz.

Aufruf zum Boykott[Bearbeiten]

SA und SS vor dem Berliner Kaufhaus Wertheim im Zusammenhang mit dem „Judenboykott“ 1933.
Nürnberger Gesetze, Bildtafel zum „Blutschutzgesetz“ (1935)

Als das offizielle Ergebnis der Abstimmung über die Vergabe der Winter- und Sommerspiele für 1936 nach Berlin bekannt gegeben wurde, schien die Durchführung der Olympiaden nach den Grundsätzen der „olympischen Idee“ in Hinblick auf das Deutschland der Weimarer Republik noch möglich zu sein. Nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 rief aber insbesondere in den USA die Diskriminierung der Juden eine Welle der Empörung und Verachtung hervor und führte zu Überlegungen, die Spiele zu boykottieren. Eine breite Öffentlichkeit, aus der die Fair-Play-Bewegung hervorging, hatte erhebliche Zweifel an der Einhaltung und Achtung der „Olympischen Charta“ durch Deutschland und forderte Chancengleichheit für alle Teilnehmer, unabhängig von Konfession und Rasse. IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour sah sich deshalb auf der 32. Tagung des IOC 1933 in Wien dazu bewegt, eine mögliche Verlegung der Spiele auf die Tagesordnung zu setzen, sollte die deutsche Reichsregierung nicht bereit sein, eine schriftliche Garantieerklärung abzugeben, die Regeln der „olympischen Idee“ einzuhalten. Außenpolitisch kompromissbereit, verpflichtete sich die NS-Regierung, die olympischen Regeln konsequent zu erfüllen. Sie versprachen freien Zugang für alle Rassen und Konfessionen in die Olympiamannschaften sowie Duldung eines politisch unabhängigen Organisationskomitees (OK). Dies wurde in der Praxis jedoch nicht umgesetzt. Obwohl es gleichwertige Trainingsmöglichkeiten für jüdische Sportler nicht mehr gab, verbreitete 1934 das deutsche OK die öffentlichkeitswirksame Finte, 21 jüdische Athleten seien für den deutschen Olympiakader vorgesehen.[6] In einer 90-minütigen Besprechung im August 1935 schockierte Hitler das IOC-Mitglied Charles Sherill indem er die Wiener Erklärung von 1933 gegenüber dem IOC berichtigte: Sie habe sich nur auf die Juden allgemein bezogen und sei nicht als Verpflichtung zu sehen, sie ins deutsche Olympiateam aufzunehmen. Und führte weiter aus, dass wenn die USA nicht kämen, boykottiere Deutschland künftig alle internationalen Meisterschaften. Bei Verlegung der Olympiade veranstalte der „deutsche Sport“, statt dieser, „rein deutsche Spiele“.[7]

Das Deutsche Reich kündigte am 19. Oktober 1933 auf Veranlassung Hitlers formell seinen Austritt aus dem Völkerbund an, dies trat nach einer zweijährigen Kündigungsfrist 1935 in Kraft.[8]. Hitler erteilte damit den internationalen Abrüstungsbemühungen eine Abfuhr. Danach suchte er die internationale Öffentlichkeit zu beschwichtigen, indem er versicherte, dass er für sein Land nichts anderes wolle, als den ihm zustehenden gleichberechtigten Platz unter den Nationen und setzte zum Schein den auf Verständigung angelegten außenpolitischen Kurs der Weimarer Republik fort.[9]

Im November 1935 schrieb das amerikanische IOC-Mitglied deutscher Abstammung und ehemalige Unterstaatssekretär der Marine (1929 bis 1933) der USA, Ernest L. Jahncke, an den IOC-Präsident Baillet-Latour:

„Wenn unser Komitee es gestattet, dass die Spiele in Deutschland stattfinden, dann werden sie nicht mehr die Einheit von körperlicher Kraft und Fairplay versinnbildlichen, denn nichts wird sie mehr von dem Nazi-Ideal der brutalen Kraft unterscheiden. Ernest L. Jahncke, zitiert in sueddeutsche.de.“

Nach dem Verbot der DJK-Vereine in Deutschland setzte sich der engagierte Katholik für die Verlegung der Olympischen Spiele ein.[10] Jahncke wurde als Verräter gebrandmarkt und im Februar 1936 aus dem IOC ausgeschlossen. Seinen Platz nahm Brundage ein.[11][12]

Eine besondere Rolle spielten deutsche linksintellektuelle Emigranten in Frankreich, die vor allem im „Pariser Tageblatt“ gegen die Durchführung der Spiele in Deutschland protestierten. Um diese verschiedenen Aktivitäten gegen die Austragung der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zu koordinieren, gründete sich am 7. Dezember 1935 in Paris das „Comité international pour le respect de l’esprit olympique“ (Übersetzt: Internationales Komitee für den Respekt vor dem olympischen Geist). Es bestand aus Mitgliedern der Komitees zur Verteidigung der olympischen Idee Großbritanniens, Frankreichs, der Niederlande, der skandinavischen Länder, der Tschechoslowakei sowie der Schweiz und hatte auch Verbindung zum US-amerikanischen Fair-Play-Komitee.

„Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.“

Heinrich Mann: Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936 in Paris
Plakat zur Gegenolympiade, der Volksolympiade in Barcelona, 1936

Das Fair-Play-Komitee unterstützte auch die Vorbereitungen der als Gegenolympiade geplanten Volksolympiade vom 19. bis 26. Juli 1936 in Barcelona, die wegen des einsetzenden Spanischen Bürgerkrieges abgebrochen werden musste, sowie die antifaschistische Kunstausstellung „de olympiade onder dictatuur“ (Auf deutsch: Die Olympiade unter der Diktatur) in Amsterdam. Dort fand parallel zu den Sommer-Spielen 1936 die Olympia-Ausstellung mit etwa 270 Werken von Robert Capa, Max Ernst, John Heartfield und anderen Künstlern statt. Es wurden Protest-Veranstaltungen in New York, Prag, Amsterdam und Rotterdam organisiert. Insgesamt blieb dieser Widerstand jedoch chancenlos gegenüber der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie, der das IOC gerne Glauben schenkte und seinerseits die Werbetrommel rührte.

Von links: Julius Lippert, Avery Brundage und Theodor Lewald, Rotes Rathaus Berlin, 24. Juli 1936

Größeres Gewicht kam da den Boykottbestrebungen in den USA zu, die bereits 1933 begannen und durch die Verabschiedung der „Nürnberger Rassegesetze“ vom 15. September 1935 nachhaltig bekräftigt wurden. Hier hatte sich eine breite Fair-Play-Bewegung gebildet, die von den großen Sportverbänden der „Amateur Athletic Union“ (AAU), der größten Gewerkschaftsorganisation „American Federation of Labor“ (AFL), Universitäten und prominenten Sportlern getragen wurde. Ein Boykott der Olympischen Spiele durch die USA hätte einen erheblichen Imageverlust für das nationalsozialistische Regime bedeutet. Die US-amerikanische Regierung wollte ausdrücklich keinen Einfluss auf die Diskussion nehmen und stellte der AAU die Entscheidung über Teilnahme oder Boykott frei. Auf der Jahreshauptversammlung der US-amerikanischen „Amateur Athletic Union“ sollte im Dezember 1935 über die Olympiateilnahme der USA entschieden werden. Als Avery Brundage, der Vorsitzende des US-amerikanischen NOK und entschiedener Befürworter einer Teilnahme, sah, dass er die Abstimmung möglicherweise verlieren würde, verzögerte er die Entscheidung um einen Tag. Über Nacht zitierte er per Telegramm weitere stimmberechtigte Delegierte herbei. Die Befürworter setzten sich am 8. Dezember 1935 mit 58:56 Stimmen gegen die Boykott-Unterstützer um AAU-Präsident Jeremia Mahoney durch und die USA nahmen an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil. Die meisten anderen Nationen schlossen sich darauf dieser Haltung an. Nur die Sowjetunion sagte ihre Teilnahme ab.[13] Brundage hatte sich vorher abgesichert, dass das IOC die US-Mannschaft auch ohne AAU-Genehmigung antreten lassen würde. Er war nicht nur gedanklich Antisemit; in dem von ihm in Chicago gegründeten Sportclub hatten Juden (und Schwarze) keinen Zutritt.

„Gewisse Juden müssen begreifen, dass sie die Spiele nicht als Waffe in ihrem Boykott gegen die Nazis benutzen können.“

Avery Brundage: , zitiert in sueddeutsche.de.

Vor der Staffelentscheidung bei den Spielen in Berlin unterstützte Brundage das Startverbot für zwei für den 4x100-Meter-Lauf qualifizierten Sprinter: Sam Stoller und Marty Glickman waren die Juden im US-Leichtathletikteam.[14]

Eine Historikeraussage zum Thema Boykott der Olympischen Sommer-Spiele 1936:[15]

„Im IOC gab es gar keine Boykottüberlegungen, aber es gab eine durchaus breite Boykottbewegung in einer ganzen Reihe von europäischen Ländern, aber auch in Indien zum Beispiel. Und in den USA wurde in der Athletic Union, dem größten amerikanischen Leichtathletik-Verband, die Entscheidung mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 36 in Berlin getroffen. [...] Es gab zum Beispiel österreichische Schwimmerinnen, die ausdrücklich aus Gewissensgründen, wie sie formuliert haben, ihre Beteiligung an den Olympischen Spielen in Berlin abgesagt haben. Zum Beispiel Ruth Langer, die damals 15 Jahre alt war, österreichische Meisterin in 100 und 400 Meter Freistil-Schwimmen, die Medaillenchancen hatte, die sagte, das geht nicht. Oder Judith Deutsch, eine weitere österreichische Schwimmerin. Die wurden natürlich sofort ausgeschlossen aus dem österreichischen Schwimmverband.“

Reinhard Rürup: , zitiert auf deutschlandradio.de.

Der spätere Star der Olympischen Spiele in Berlin, Owens, sagte November 1935 im Radio-Interview:

„Wenn in Deutschland Minderheiten diskriminiert werden, müssen wir uns von den Spielen zurückziehen.“

Jesse Owens: , zitiert in sueddeutsche.de.

Dem hielten schwarze Intellektuelle in den USA entgegen, dass in Anbetracht der Rassen-Diskriminierung im eigenen Land ein Boykott reine Heuchelei sei.[16]

Reichsparteitagsgelände Nürnberg. 8. September 1938, „Tag der Gemeinschaft“ der NS-Kampfspiele.

Eine breite Boykott-Front von Länderregierungen gegen das NS-Regime, aus moralischen Gründen, gab es 1936 nicht. In Europa regierten vielfach Militärs und Autokraten. Hier sind Finnland, Portugal, Ungarn, Österreich, Italien, Jugoslawien und Griechenland zu nennen. England, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Portugal waren Kolonialmächte großer Teile Afrikas und Asiens. In Spanien kündigte sich vor der Eröffnungsfeier Bürgerkrieg an. China und Japan bildeten abgeschottene Staaten. Seit dem japanischen Einfall in die Mandschurei 1931 bestand eine umfangreiche Gesamt-Krise in Ostasien, die japanische Installierung des Marionettenstaats Mandschukuo auf dem ehemaligen Gebiet Chinas nährte die Spannungen fortwährend. Josef Stalins boykottierende Sowjetunion war politisch isoliert und in der Sportwelt stigmatisiert.[17]

Der 1934 aus Deutschland behördlich „ausgebürgerteJohn Heartfield fertigte eine Karikatur an, in der die fünf Olympischen Ringe als Nasenringe dargestellt sind, an denen Reichspropagandaminister Goebbels fünf Sportler hinter sich herführt.[18]

Wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen 1936, marschierte die Wehrmacht ins Entmilitarisierte Rheinland ein und brach damit den Versailler Vertrag und die Verträge von Locarno. Zuvor im März 1935 wurde die Luftwaffe gegründet und die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder eingeführt – alles Verstöße gegen den Versailler Vertrag.

Erneut demonstrierten am 21. November 1935 Tausende in New York für einen Boykott der Olympischen Spiele 1936 in Deutschland.[19]

Für den Fall eines erfolgreichen Boykotts der Sommerspiele 1936 durch die Boykottbewegung gab es sozusagen einen Plan-B des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten, da diese internationale Bewegung 1935 stark zunahm. Es war die ersatzweise Durchführung Deutscher Kampfspiele in Berlin. Die Kampfspiele fanden, nach dem Untergang der Weimarer Republik, während der NS-Herrschaft eine Fortsetzung als NS-Kampfspiele. Da Deutschland bereits seit 1928 wieder an Olympischen Spielen teilnehmen durfte, waren schon diese Spiele unter NS-Regie nicht mehr wie anfänglich als Gegenbewegung zu der Olympischen Idee zu verstehen, sondern vielmehr als willkommene Propagandaplattform des nun herrschenden NS-Regimes.[20]

Trotz allem fanden mit den Winter- und Sommerspielen 1936 zum ersten Mal Olympische Spiele in einem diktatorisch regierten Land statt. Von den im IOC vertretenen Staaten blieben nur die Mannschaft des Irischen Freistaats und Palästinas den Spielen fern. Von den teilnehmenden Nationen boykottierten nur vereinzelt namhafte jüdische Sportler die Berliner Olympischen Sommerspiele, zu nennen sind die australische Schwimmerin Judith Deutscher und der französische Fechter Albert Wolff. Hingegen hielten viele jüdische US-Sportstars wie der Gewichtheber David Mayer und Samuel Balter vom später siegreichen Basketball-Team nichts von einem Boykott.[21][22]

Die linkseingestellte spanische Regierung versuchte wenige Tage vor den Olympischen Sommerspielen 1936 die Volksolympiade durchzuführen. Die Eröffnungsfeier stellte aber zugleich das Ende der Gegen-Olympiade dar, da am selben Tag das spanische Militär in Barcelona putschte und damit der Spanische Bürgerkrieg ausbrach.

Olympischer Fackellauf[Bearbeiten]

Idee und Route[Bearbeiten]

Die Schale, in der das Olympische Feuer entzündet wurde (Foto: 2007)
Olympischer Fackelläufer auf dem Weg nach Berlin
HJ- und SA-Aufmarsch im Lustgarten. „Weihestunde“ und Ankunft des Olympischen Feuers, 1936.

Zu den Olympischen Sommerspielen 1936 fand zum ersten Mal ein Fackellauf statt. Alfred Schiff, ein deutscher Archäologe jüdischen Glaubens, ersann die Idee des Olympischen Fackellaufes, Carl Diem verwirklichte diese mit Unterstützung von Joseph Goebbels.[23] Getreu der Idee wurde eine Olympische Fackel in Griechenland entzündet und durch 3400 Fackelläufer zur Eröffnungsveranstaltung nach Berlin getragen. Der Lauf führte durch sieben Länder über eine Distanz von 3075 Kilometern. Die Strecke war von Mitarbeitern des Propagandaministeriums festgelegt und vermessen worden.

Der Lauf begann in Olympia (20. Juli) und führte über die Stationen Athen, Delphi, Sofia (25. Juli), Belgrad (27. Juli), Budapest (28. Juli), Wien (29. Juli) und Prag (30. Juli). Am 1. August um 11:42 Uhr erreichte die Fackel das Berliner Stadtgebiet.

Die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Griechenlands (OKNE) versuchte ein Durchkommen der olympischen Fackel nach Deutschland zu verhindern: „Alle Organisationen, durch deren Einflussgebiete die Flamme getragen werden sollte, wurden aufgerufen, sie auf griechischem Boden auszulöschen, und es wurde verkündet, dass die Organisation, der es gelänge, die Flamme auszulöschen, einen Preis erhalte.[24] In Jugoslawien und der Tschechoslowakei gab es Proteste, die von Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. In Prag gelang es jedoch Demonstranten, die Fackel vorübergehend zu löschen.[25] Das offizielle Plakat zum Fackellauf 1936 beschlagnahmten tschechoslowakische Behörden, da darauf das Sudetenland innerhalb der deutschen Grenzen eingezeichnet war.[26][27] In Wien kam es zu Ausschreitungen, weil die dortigen NS-Anhänger die Ankunft der Fackel zu einem Großaufmarsch nutzen wollten.[28]

Bevor das Olympische Feuer ins Olympiastadion gebracht wurde, feierte man seine Ankunft in einer „Weihestunde“ mit 20.000 Hitlerjungen und 40.000 SA-Männern im Lustgarten. Zwei „Altäre“, einer im Lustgarten und einer vor dem gegenüberliegenden Berliner Stadtschloss, wurden von Fackelläufer Siegfried Eifrig entzündet. Sie brannten während den gesamten Olympische Sommerspielen 1936.[29]

Der Schlussläufer des Fackellaufes war der Leichtathlet Fritz Schilgen, er entzündete während der Eröffnungsveranstaltung die olympische Flamme im Stadion. Anschließend brachten Fackelläufer die Flamme zu den olympischen Wettkampfstätten in der Kieler Bucht (2. August) und Grünau (7. August).

Die Fackel[Bearbeiten]

Entworfen hatten die Fackel Walter E. Lemcke und Peter Wolf, die Firma Krupp stellte die Fackelhalter kostenlos zur Verfügung. Auf dem Schaft wurde die Strecke des Laufes als stilisierte Routenkarte eingraviert. Darüber ist ein Adler mit angelegten Schwingen, welcher die olympischen Ringe in den Fängen hält, abgebildet. Unter dem Adler steht der Schriftzug (in Großbuchstaben) „Fackel-Staffellauf/Olympia-Berlin/1936“. Auf dem Teller ist kreisrund „Als Dank dem Träger* - „Organisations-Komitee für die XI. Olympiade Berlin 1936“ eingraviert, auf der Unterseite des Tellers „Krupp Nirosta V2A Stahl“ und „Stiftung der Fried. Krupp A. G., Essen“.

Die Fackel ist 27 Zentimeter groß und wiegt 450 Gramm. Die Spitze bestand aus Magnesium, das ungefähr zehn Minuten lang brannte. Alle 3400 der von den NOK der sieben Länder ausgewählten Fackelläufer erhielten neben dem Fackelhalter auch eine Urkunde.

Logo und Hymne der Olympischen Sommerspiele 1936[Bearbeiten]

Die Glocke bei der Ankunft in Berlin.
Die später zerstörte Glocke mit zugeschweißtem Hakenkreuz, vor dem Stadion 2009.

Der Künstler Johannes Boehland entwarf ein Logo, das die fünf olympischen Ringe, einen Adler und das Brandenburger Tor zeigt. Der Präsident des deutschen OK, Lewald, war mit diesem Entwurf jedoch nicht zufrieden und regte an, den unteren Teil des Logos zu öffnen und somit die Form einer Glocke entstehen zu lassen. Auf der Seite der Glocke sollte die Inschrift „Ich rufe die Jugend der Welt!“ stehen. Boehland erhielt den Auftrag, das Logo neu zu entwerfen und die Ideen umzusetzen. Das endgültige Logo zeigte die olympische Glocke, auf der ein Deutscher Reichsadler mit den olympischen Ringen in seinen Fängen dargestellt war.

Die Überführung der Glocke von Bochum nach Berlin wurde in Form einer Tournee („Triumphzug“) durch verschiedene deutsche Städte zur Werbung für die Olympischen Sommerspiele 1936, aber auch als Propaganda für ein „wiedererstarktes Reich“ benutzt und per Rundfunk übertragen. Sie bekam einen Platz im Glockenturm über der Langemarckhalle, in der eine NS-Idieologische Inszenierung des „Mythos von Langemarck“ installiert wurde.[30] Der Glockenturm bekam die propagandistische Bezeichnung „Führerturm“ im Bezug auf Hitler.

In Verbindung mit den olympischen Ringen allgemein, der olympischen Flamme, dem Reichsadler und dem olympischen Eid, wurde auch die Glocke ein Symbol der Olympischen Sommerspiele 1936. In der Nähe des Berliner Olympiastadions entstand ab 1934 nach den Plänen von Werner March der etwa 77 Meter hohe heutige Berliner Glockenturm. Mit der Olympia-Glocke, religiösen und römisch-antiken[31] Traditionen folgend, reklamierte das NS-Regime solche auch für sich. In der Neuzeit verbreitete sich allgemein im europäischen Raum die säkulare Verwendung von Glocken. Sie wurden auf Kriegerdenkmälern zum Gedenken an tote Soldaten angebracht oder fanden zwischen 1934 und 1936 Platz auf Glockentürmen der drei NS-Ordensburgen - Ausbildungsstätten für zukünftiges Führungspersonal (Kader) der NSDAP. Im Jahr der Olympischen Sommerspiele 1936 erklärte Hans von Tschammer und Osten, seit 1933 Reichssportführer und -kommissar, sowie Vorsitzender des „Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen“ (DRL) und des „Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen“ (NSRL), die Olympia-Glocke zum „ewigen Mahner an den Opfertod unserer Helden“ und zu einer „Verpflichtung“ für die Lebenden.[32]

Zum Guss der Glocke wurden nicht Guss-Zinnbronze verwendet, ein Gussmetal das ein wärmeres Klangbild erzeugt, sondern 16 t Stahl.[33] Ihr Gewicht vor ihrer Zerstörung betrug 9,6 Tonnen und sie war 2,60 Meter hoch. Mit einem Durchmesser von etwa 2,80 Metern wurde sie am 14. August 1935 vom Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation gegossen.[34][35][36][37]

Für eine olympische Hymne wandte sich das OK zunächst an den Dichter Gerhart Hauptmann, der auch versprach, einen Text zu schreiben. Da er diesen jedoch nicht lieferte, regte Börries von Münchhausen ein Preisausschreiben an, das 3000 Einsendungen hatte. Börries von Münchhausen wählte davon vier Texte aus und schickte sie für die Vertonung an den Komponisten Richard Strauss, der sich für denjenigen des erfolglosen Schauspielers und Rezitators Robert Lubahn entschied:

„Altar“ mit olympischem Feuer vor dem Berliner Stadtschloss; im Hintergrund der Dom

„Völker! Seid des Volkes Gäste, kommt durchs offne Tor herein!
Friede sei dem Völkerfeste! Ehre soll der Kampfspruch sein.
Junge Kraft will Mut beweisen, heißes Spiel Olympia!
Deinen Glanz in Taten preisen, reines Ziel: Olympia.

Vieler Länder Stolz und Blüte kam zum Kampfesfest herbei;
alles Feuer, das da glühte, schlägt zusammen hoch und frei.
Kraft und Geist naht sich mit Zagen. Opfergang Olympia!
Wer darf deinen Lorbeer tragen, Ruhmesklang: Olympia?

Wie nun alle Herzen schlagen in erhobenem Verein,
soll in Taten und in Sagen Eidestreu das Höchste sein.
Freudvoll sollen Meister siegen, Siegesfest Olympia!
Freude sei noch im Erliegen, Friedensfest: Olympia.
Freudvoll sollen Meister siegen, Siegesfest Olympia!
Olympia! Olympia! Olympia!“

Weltpremiere feierte die Hymne am 1. August 1936 während der Eröffnungsveranstaltung im Olympiastadion Berlin.

Olympische Standorte[Bearbeiten]

Insgesamt konnten sich auf dem Olympiagelände in Berlin bis zu 500 000 Menschen aufhalten.[38]

Wettkampfstätten[Bearbeiten]

Einmarsch über die Treppe am Marathontor zur Eröffnungsfeier: von links Henri de Baillet-Latour (IOC-Präsident), Adolf Hitler, Theodor Lewald (Präsident das Organisationskomitees)
Vollbesetztes Olympiastadion
Das olympische Schwimmstadion
Das Olympiastadion während der Wettkämpfe 1936
Luftbild: Reichssportfeld. Oben Olympia-Stadion, rechts Langemarckhalle mit Glockenturm, dazwischen Maifeld. Unten Dietrich-Eckart-Freilichtbühne.

Die Wettkampfstätten in Berlin und Umgebung verteilten sich über die damaligen Bezirke Charlottenburg, Köpenick, Wilmersdorf, Spandau und einige osthavelländische Nachbarorte. Das zentrale Gelände wurde „Reichssportfeld“ genannt und vereinte die größten Sportanlagen. Die Errichtung des Reichssportfeldes kostete etwa 77 Millionen Reichsmark.

Das Zentrum der Sportanlagen bildete das Olympiastadion, welches 100.000 Zuschauern Platz bot und eine 400 Meter lange Aschenbahn hatte. Dort wurden die Wettbewerbe in der Leichtathletik, die Springwettbewerbe im Reiten, im Feldhandball und die Spiele im Fußball ab dem Halbfinale ausgetragen. Außerdem fanden dort die Eröffnungs- und die Abschlusszeremonie statt. Die Vor- und Zwischenrundenspiele des olympischen Fußballturniers wurden im Poststadion, im Mommsenstadion und im Stadion am Gesundbrunnen (der „Plumpe“) ausgetragen. Die Feldhandballwettbewerbe nutzten auch das Polizeistadion und den BSV-Platz.

Das direkt neben dem Olympiastadion gelegene Schwimmstadion war Austragungsort für die Schwimmwettbewerbe und die Wasserballspiele. Es hatte 18.500 Zuschauerplätze und ein Schwimmbecken in der Größe von 50 Meter × 20 Meter. Für das Wasserspringen stand ein 20 Meter × 20 Meter großes Sprungbecken zur Verfügung.

In der Deutschlandhalle, die 20.000 Zuschauern Platz bot, fanden die Wettbewerbe im Gewichtheben, Ringen und Boxen statt. Das Hockey-Turnier wurde in einem eigens für die Berliner Olympischen Sommerspiele erbauten Hockeystadion ausgetragen, das ebenfalls 20.000 Zuschauerplätze hatte. Die Wettbewerbe im Fechten wurden an verschiedenen Orten im Sportforum ausgetragen: im Kuppelsaal des Haus des deutschen Sports, im Hockeystadion sowie auf den Tennisplätzen. Auch die Basketballspiele fanden auf den Tennisplätzen des Reichssportfeldes statt.

Die Reitwettbewerbe wurden an den verschiedensten Lokalitäten durchgeführt; das Dressurreiten auf dem Maifeld und auf dem Truppenübungsplatz in Döberitz, wo sich auch das Olympische Dorf befand, der Geländeritt auf der Jagdrennbahn Ferbitz. Die Schießwettbewerbe fanden in Berlin-Wannsee auf dem Schießplatz der „Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen“ statt. Außerdem war der Schießplatz Ruhleben der Austragungsort der Schießwettbewerbe des Modernen Fünfkampfs.

Das Radstadion hatte eine 400 Meter lange Holzbahn und bot 12.000 Zuschauern Platz. Hier fanden die Wettbewerbe im Bahnradsport statt. Es existierte nur zwei Monate lang auf dem Sportplatz des Berliner Sport-Clubs am nördlichen Ende der AVUS und wurde danach abgerissen. Start und Ziel für die Straßenwettbewerbe war die Nordschleife der AVUS. Die Strecke führte über die Südschleife der AVUS, Schildhorn, die Heerstraße, Staaken, Dallgow, Döberitz, das Olympische Dorf, Priort, Kartzow, Fahrland, Krampnitz, Groß Glienicke, Karolinenhöhe, die Heerstraße und Schildhorn wieder zur Südschleife der AVUS und zurück zu Start und Ziel.[39]

Auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne fanden vor 20.000 Zuschauern die Wettbewerbe im Turnen statt. Polo wurde auf dem Maifeld gespielt. Der Golf- und Landclub Wannsee war Austragungsort für den Geländelauf im Modernen Fünfkampf. In Berlin-Grünau wurden die Wettbewerbe im Rudern und im Kanufahren auf einer 2000 Meter langen Regattastrecke ausgetragen, auf deren Tribüne 9000 Zuschauer Platz fanden. Die Wettbewerbe im Segeln wurden im Olympia-Hafen in Kiel ausgetragen.

Der Kunstwettbewerb begann am 15. Juli 1936. Bis zum Abschluss der Olympischen Spiele konnte die Ausstellung in der Halle VI des Messegeländes besichtigt werden. Die Demonstrationssportart Baseball wurde im Olympiastadion dargeboten, die Demonstrationssportart Segelflug auf dem Flugplatz Staaken.

Unterkünfte[Bearbeiten]

Das Internationale Olympische Komitee war in Berlin-Mitte im Hotel Adlon untergebracht. In der Charlottenburger Hardenbergstraße war der Sitz des Deutschen Organisationskomitees (OK). Die Sportlerinnen fanden ebenfalls im Deutschen Sportforum Charlottenburg Unterkunft. Einige männliche Athleten waren in Köpenick im Schloss, in der Polizeioffiziersschule und in der Dorotheenschule untergebracht.

„Kraft durch Freude-Stadt“ (oben rechts Bahnhof Heerstraße, Berlin)

Anlässlich und nur für die Zeit der Olympischen Sommerspiele 1936 wurde in der Nähe des Bahnhof Berlin Heerstraße ein provisorischer Bahnhof für die „KdF-Stadt“ angelegt. In der aus Holzhäusern errichteten Siedlung wurden zahlreiche Olympiagäste empfangen und auf die Unterkünfte in Stadionnähe verteilt, hier wurden die deutschen Besucher untergebracht.[40]

„Speisehaus der Nationen“, 1936

Der Großteil der männlichen Olympiateilnehmer residierte im Olympischen Dorf bei Döberitz. Das Dorf sollte ein Ort der Ruhe sein, an den sich die Sportler zurückziehen konnten. Zugleich ermöglichte es die kostengünstige Unterbringung und Verpflegung der Athleten und bot ihnen Trainingsmöglichkeiten sowie ein Unterhaltungsprogramm. Das OK hatte ein Team von Architekten und Landschaftsgärtnern mit der Planung der Anlage beauftragt. Die Gesamtleitung lag beim Architekten Werner March, der schon für die Planung des Reichssportfeldes und des Olympiastadions verantwortlich war. Ihm standen außerdem sein Bruder Walter March, der Architekt Georg Steinmetz und der Gartenarchitekt und Landschaftsplaner Heinrich Wiepking-Jürgensmann zur Seite. Diese Unterkünfte erhielten den Namen Dorf des Friedens und der Plan sah vor „die schönste Kaserne der Welt“ zu erschaffen. Nach den Athleten wurde dann das 1. Bataillon des Infanterie-Lehrregiments hier untergebracht.[41] Die Inszenierung und die Bezeichnung als ein „Dorf des Friedens“ der NS-Propaganda war eine Lüge. Es stand bereits bei Beginn der Planungen fest, dass nach den Olympischen Spielen die Wehrmacht die Anlagen nutzen sollte, gleich nebenan lag der Truppenübungsplatz Döberitz. Somit war es von Anfang an Bestandteil der verdeckten NS-Aufrüstung.[42] Das Speisehaus der Nationen wurde später als Militärhospital, genannt Olympialazarett eingerichtet, wie bereits beim Entwurf des Gebäudes berücksichtigt worden war.

Fürstner (links) mit Rudolf Heß (Mitte) und dessen Adjutanten im Olympischen Dorf (1936), Aufnahme von Heinrich Hoffmann

Das Olympische Dorf bestand aus einem Empfangsgebäude, etwa 140 einstöckigen und 5 zweistöckigen Wohnbauten, einem großen Speisehaus, einem Küchenhaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer finnischen Sauna, einem Ärzte- und Krankenhaus und einer dorfeigenen Feuerwache. Das Speisehaus hatte 38 Speisesäle und Speiseräume, welche jeweils bestimmten Nationen vorbehalten waren. Das Speisehaus der Nationen war so geplant, dass vom obersten der drei terassenartig angelegten Stockwerke aus das Olympiastadion zu sehen war. Im Hindenburghaus fanden die abendlichen Unterhaltungsveranstaltungen statt, die durch die Leitung der NS-Kulturgemeinde veranstaltet wurden. Dazu gehörten Berichte über die Olympischen Spiele, Filmwochenschauen, Spielfilme, Sportfilme, Kabarett, Konzerte, Ballett und Kulturfilme.

Im großen Saal des Hindenburghauses gab es abendlich auch Filmvorstellungen. Zu sehen bekamen die Athleten auch einen Streifen mit dem Titel „Der Neuaufbau des deutschen Heeres“, was zu Protesten führte. Im Haus befindet sich noch heute ein riesiges Relief des Künstlers Walther von Ruckteschell, das marschierende Soldaten mit Stahlhelm und geschultertem Gewehr zeigt und die Inschrift trägt: „Möge die Wehrmacht ihren Weg immer kraftvoll und in Ehren gehen als Bürge einer starken deutschen Zukunft.“[43] Alle Athleten, die hier ihr Olympia-Quartier bezogen, kamen an der in rötlichen Stein gemeißelten Losung vorbei - wollten sie zum abendlichen Amüsement mit Bühnenprogramm.[44]

Mitten im Olympischen Dorf 1936 war ein Thing-Platz - getreu der NS-Thingbewegung - angelegt worden.[45] Das Olympiadorf beherbergte insgesamt 4000 Sportler. Nachdem eine britische Zeitung bemängelt hatte, dass dem Idyll die Störche fehlten, ließen die NS-Organisatoren die Vögel im Berliner Zoo einfangen und brachten sie hierher zum Teich des Dorfes.[46] Die bewachte Anlage war auch während der Berliner Olympischen Sommerspiele umzäunt. Strenge Bestimmungen regelten den Zutritt, der beispielsweise für Frauen untersagt war.[47]

Von 1934 bis 1936 war Wolfgang Fürstner, als erster Kommandant des Sportlerquartiers, verantwortlich für den in Wehrmacht-Regie erfolgten Baubetrieb. Am 27. Mai 1936 wurde er wegen angeblicher Führungsschwäche degradiert und durch Werner von Gilsa ersetzt. Nach der nationalsozialistischer Diktion wurde er als „Halbjude“ angesehen. Drei Tage nach Ende der Olympischen Sommerspiele in Berlin beging Fürstner Selbstmord – zuvor war er mit der Olympia-Medaille erster Klasse ausgezeichnet worden. Er hatte erfahren, dass er aufgrund der Nürnberger Gesetze aus der Wehrmacht entlassen werden sollte. Um internationales Aufsehen zu vermeiden, wurde der Tod als Unglücksfall hingestellt.[48]

Nach Ende der Olympischen Spiele 1936 verwendete die deutsche Wehrmacht das Gelände des Olympischen Dorfes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zu einem sowjetischen Kasernengelände umfunktioniert.

Ärztliche-, Medizinische- und Hygienische Organisation[Bearbeiten]

Das ehemalige Ärztehaus am Sportforum, 2012.

Während die Organisation der ärztlichen Versorgung von Besuchern und Athleten auf den Wettkampf- und Übungsstätten der Olympischen Spiele Leonardo Conti oblag, zeichnete sich im Olympischen Dorf die Wehrmacht für die Gestaltung des ärztlichen oder auch medizinischen Dienstes verantwortlich.[49] Die dortige Gesamtleitung im Bereich Hygiene, sowie der allgemeinen ärztlichen Versorgung, wurde Generalarzt Heinz Ziaja übertragen. Conti war damals Staatsrat und Ministerialrat im Reichsministerium des Inneren sowie Gauamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP und wurde auf Wunsch des Reichsärzteführers Gerhard Wagner und auf Ersuch des Reichsministers des Inneren Wilhelm Frick mit entsprechenden Aufgaben durch das deutsche OK betraut.[50] Im Zentrum der ärztlichen Betreuung auf dem Reichssportfeld stand das Arzthaus, als dortiger Chefarzt fungierte Karl Gebhardt, der damals leitender Arzt der Volksheilstätten des Roten Kreuzes in Hohenlychen war.[51] Für gesundheitliche Maßnahmen zum Schutz der Besucher und der Einheimischen war die Stadtverwaltung Berlin verantwortlich. Diese Aufgabe wurde durch das Hauptgesundheitsamt und die zwanzig angeschlossenen Gesundheitsämter der einzelnen Verwaltungsbezirke durchgeführt.[52] Im Stadtgebiet Berlins oblag ärztlicher Seits die präventiven Maßnahmen zur Hygiene und Vorbeugung oder auch Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten Otto Schwéers, stellvertretender Amtsarzt des Hauptgesundheitsamtes. Er arbeitete eng mit der Berliner Kripo zusammen, um der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu entgegnen. Dies beinhaltete auch ein hartes und verstärktes Vorgehen gegen Prostituierte.[53] Die Polizei hatte bereits im Vorfeld die Stadt von Prostituierten „gesäubert“.[54]

Conti beurteilte in seinem Bericht über den Gesundheitsdienst bei den XI. Olympischen Spielen in Berlin und Kiel die ergriffenen Maßnahmen so: „Als Erfolg dieser Maßnahmen darf angesehen werden, dass die befürchtete Zunahme der Infektionen ausgeblieben ist. Darüber hinaus ist es gelungen, den engeren Kreis der olympischen Kämpfer und ihrer Begleiter vor Geschlechtskrankheiten zu schützen.[...]. Es gab keinerlei Schwierigkeiten, keinerlei Belästigungen der Olympiabesucher. Vor allem konnten Missgriffe vollständig vermieden werden.“[55]

Teilnehmende Nationen und ihre Athleten[Bearbeiten]

Eröffnungsfeier: Einmarsch der Athleten
Teilnehmende Nationen: Erstteilnehmende in blau
Anzahl der Athleten
Fahnen der Teilnehmer-Nationen, Lustgarten vor dem Stadt-Schloß, links brennendes Olympia-Feuer.

Mit 49 teilnehmenden Nationen wurde in Berlin ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. Die Staaten Afghanistan, Bermuda, Bolivien, Costa Rica und Liechtenstein feierten ihre Premieren bei Olympischen Sommerspielen. Ursprünglich war auch Haiti mit einem Sportler gemeldet, verzichtete dann jedoch auf eine Teilnahme. Es waren 3954 Olympioniken gemeldet, 329 davon waren Frauen.[56]

Europa (2874)
Amerika (693)
Asien (276)
  • Afghanistan Königreich 1931Afghanistan Afghanistan (14)
  • China Republik 1928Republik China China (54)
Afrika (79)
Ozeanien (39)

(In Klammern: Zahl der teilnehmenden Athleten)

Medaillen und Ehrungen[Bearbeiten]

Medaille: Sommerspiele 1936
Gold im Speerwurf: Tilly Fleischer mit ihrer Olympia-Eiche und Eichenkranz-Kopfschmuck.
Rückseite, Goldmedaille, Sommerspiele 1936

Für die Olympischen Sommerspiele in Berlin wurden insgesamt 960 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen hergestellt. Sie waren jeweils 81 Gramm schwer und hatten einen Durchmesser von 55 Millimetern. Entworfen wurde die Medaille von Giuseppe Cassioli aus Florenz und hergestellt von B. H. Mayer aus Pforzheim. Auf der Vorderseite ist die Göttin des Sieges dargestellt, welche in ihrer linken Hand einen Palmzweig und in ihrer rechten Hand einen Siegerkranz hält. Daneben prägte man die Inschrift „XI. OLYMPIADE BERLIN 1936“. Die Rückseite der Medaille zeigt einen Sieger - mit Siegerkranz auf dem Haupt und Palmzweig in der Linken - der von jubelnden Massen getragen wird; im Hintergrund sind mehrere Etagen Säulengänge eines antik anmutenden olympischen Stadions zu sehen.

Außerdem erhielten alle Medaillengewinner Urkunden, Eichenkränze und jeder Sieger ein Eichbäumchen, die Olympia-Eiche. Bei diesen 70 Zentimeter großen Bäumchen handelte es sich um die deutsche Stieleiche („Quercus pedunculata“). Sie befand sich in einem braunen Keramiktöpfchen mit der Aufschrift „Wachse zur Ehre des Sieges – rufe zur weiteren Tat“. Außerdem wurden die Namen aller Sieger auf Steintafeln am Marathontor des Olympiastadions festgehalten. Die Historikerin Christiane Eisenberg sieht in dem Eichenkranz auf den Köpfen der Medaillengewinner ein historisches Tribut an die Deutsche Turnerschaft und verortet dessen Herkunft in die Weimarer Republik und nicht in die Zeit des Nationalsozialismus.[57]

Den Vorschlag der Internationalen Sportverbände, direkt an den Sportstätten die Siegerehrungen vorzunehmen, lehnte das IOC ab. Es bestand auf zentrale Siegerzeremonien im Olympiastadion. Dort fanden diese oftmals aber mit dreitägiger Verspätung statt. Erstmals wurden während der Siegerehrung die Nationalhymnen der Sieger abgespielt. Insgesamt wurden in 129 Wettbewerben in 19 Sportarten Medaillen vergeben, außerdem fanden 15 Kunstwettbewerbe statt.

Dem NS-Regime ging es darum, nationale Ehren und internationales Ansehen zu erlangen. Es setzte beim IOC durch, dass bei zentralen Siegerehrungen während der Olympischen Spiele in Berlin erstmals Nationalhymnen ertönten.[58] Bei Siegen aus den Reihen der deutschen Olympia-Auswahl wurde neben dem Deutschlandlied auch das Horst-Wessel-Lied - die nationalsozialistische Parteihymne - gespielt.[59]

Sportarten, Zeitplan und Zuschauerzahlen[Bearbeiten]

Eine der beiden Gedenktafeln am Olympiastadion Berlin, Berlin-Westend
Zweite Gedenktafel
Startkanone und Turm für Zielrichterkamera im Olympia-Stadion


Legende zum nachfolgend dargestellten Wettkampfprogramm:

    Eröffnungs- und Abschluss-Zeremonie         Qualifikationswettkämpfe      •  Finalentscheidungen
Zeitplan der Olympischen Sommerspiele 1936
August 01. 02. 03. 04. 05. 06. 07. 08. 09. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. Zuschauer
Eröffnung 91.359
Basketball 21.808
Boxen 134.765
Fechten 35.658
Fußball 507.469
Gewichtheben und Ringen 137.939
Handball 208.966
Hockey 184.103
Kanu 24.603
Leichtathletik 760.108
Moderner Fünfkampf 24.192
Polo 135.284
Radsport 31.478
Reiten1 104.277
Rudern 79.300
Schießen 2.610
Schwimmen 218.534
Segeln 21.373
Turnen 64.760
Rahmenveranstaltungen2 796.427
Abschluss 92.314
August 01. 02. 03. 04. 05. 06. 07. 08. 09. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. Zuschauer
1 = Ohne Springreiten während der Abschlussveranstaltung
2 = Hierzu zählen beispielsweise die Kunstausstellung und die Demonstrationssportarten

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Basketball[Bearbeiten]

Am olympischen Basketballturnier nahmen insgesamt 199 ausschließlich männliche Sportler aus 21 Ländern teil. Basketball war zwar bereits 1904 als olympische Sportart vorgeschlagen worden, war aber in Berlin erstmals eine offizielle Sportart. In jeder Mannschaft durften bis zu sieben Spieler eingesetzt werden. Die Begegnungen fanden im Freien auf Tennisplätzen statt. Neu war, dass die Ständer mit dem Korb außerhalb des Spielfeldes standen. Die Spielzeit lag bei zweimal 20 Minuten, und das Turnier wurde im doppelten Pokalsystem durchgeführt. Dies bedeutete, dass eine besiegte Mannschaft nicht sofort ausschied, sondern in einer Trostrunde nochmals die Chance hatte, sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Als 22. Mannschaft war jene aus Spanien gemeldet, welche aufgrund des Boykotts und der Gegenolympiade der linkseingestellten spanischen Regierung nicht antrat. So wurden insgesamt 40 Spiele ausgetragen.

Die beiden Halbfinals fanden am 13. August statt. Qualifiziert hatten sich die Mannschaften aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, Kanada und Polen. Im ersten Halbfinale schlugen die Vereinigten Staaten Mexiko mit 25:10, das zweite Halbfinale zwischen Kanada und Polen endete 42:15. Am 14. August um 18:25 Uhr setzten sich in einem vom Regen beeinträchtigten Finale die USA gegen Kanada mit 19:8 durch und errangen somit die Goldmedaille. Silber ging an Kanada, Bronze an Mexiko, das am selben Tag Polen mit 26:12 besiegt hatte. Die Siegerehrung nahm James Naismith vor, der aus Kanada stammende Erfinder des Spiels.

Boxen[Bearbeiten]

Im Boxen nahmen insgesamt 183 Sportler in acht Gewichtsklassen teil. Jedes Land durfte je Gewichtsklasse mit nur einem Sportler an den Start gehen. In der Deutschlandhalle wurde erstmals in zwei Ringen geboxt. Die Organisatoren taten außerdem sehr viel, um die Bedingungen für die Athleten zu verbessern. So führten beispielsweise die Wasserleitungen direkt bis zu den Ringen, und auch die Ecken waren ausgeleuchtet. Große Sorgfalt legte man auch auf die Auswahl der Kampfrichter, nur in einem von fast 200 Kämpfen musste das Urteil revidiert werden. Dies betraf Shrimpton (Großbritannien), der wegen eines Niederschlags von Chin (China) disqualifiziert wurde. Nach einem Protest hob die Jury diese Disqualifikation aber wieder auf. Eine weitere Neuerung stellte das tägliche Wiegen der Athleten dar, womit für manche die Wettkämpfe schon vorzeitig beendet waren. Um dies zu vermeiden, reisten einige Mannschaften mit doppelter Besetzung an. Die erfolgreichsten Boxer kamen aus Deutschland; sie holten insgesamt zwei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille.

Fechten[Bearbeiten]

Siegerehrung: Mayer gewann Silber und zeigte (obwohl „Halbjüdin“), den Hitlergruß. Zu oberst: Ilona Elek (Gold für Ungarn), vorne: Ellen Müller-Preis (Bronze für Österreich). Alle drei hatten jüdische Herkunft.[60]

Im Fechten gab es sieben Wettbewerbe, sechs für Männer und einen für Frauen. Erstmals kam bei Olympischen Sommerspielen eine elektrische Trefferanzeige zum Einsatz. In allen Waffenarten wurde nicht nach Siegen, sondern nach Punkten gewertet. In den Einzelwettbewerben waren drei Fechter pro Land startberechtigt, eine Mannschaft bestand aus sechs Fechtern. Pro Vergleich konnten davon vier eingesetzt werden. Als Waffen dienten Floretts, Degen und Säbel. Die erfolgreichsten Fechter kamen aus Italien, sie holten insgesamt vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Auch die Fechter aus Ungarn waren mit drei Gold- und einer Bronzemedaille sehr erfolgreich.

Die mehrfache Deutsche Fechtmeisterin und Olympiasiegerin Helene Mayer startete nach langen Unklarheiten für Deutschland. Der großen, blonden und blauäugigen Sportfechterin wurde zuvor, nach Machtübernahme der NSDAP, ein Stipendium aus rassistischen Gründen entzogen (sie war im NS-Jargon „Halbjüdin“, da ihr Vater Jude war) und ihr Offenbacher Fechtclub wurde gedrängt, sie zum freiwilligen Selbstaustritt auf zu fordern. Mayer, die zu dieser Zeit in Amerika lebte, brachte der Start für Deutschland Kritik ein. Sie gab jedoch an, es sei eine Ehre für sie, für Deutschland zu fechten.[61][62][63] Thomas Mann und andere appellierten an die Goldmedaillengewinnerin von 1928, die damals bereits seit Jahren in Übersee lebte, nicht in den Dienst des „NS-Regimes“ zu treten. Sie nahm kurzzeitig noch einmal die deutsche Staatsangehörigkeit an und gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1936 Silber. Als die Filmerin Riefenstahl 1938, auf Promotiontour für ihren „Olympia“-Film, durch die USA reiste war Mayer dabei.[64]

Fußball[Bearbeiten]

Olympischer Leder-Fußball von 1936
Das Spiel Peru gegen Österreich

Am Fußball-Turnier der Männer nahmen insgesamt 201 Sportler aus 16 Ländern teil. Erst 1935 war Fußball wieder in das Programm Olympischer Spiele aufgenommen worden, allerdings unter der Voraussetzung, dass die NOK keine Profis nominierten. Kein Spieler durfte für seinen Verdienstausfall eine Entschädigung erhalten. Im Turnier gab es zwei Gruppen mit je acht Mannschaften.

  • Gruppe A: Ägypten, Deutsches Reich, Vereinigtes Königreich, Italien, Norwegen, Peru, Polen, Schweden
  • Gruppe B: China, Finnland, Japan, Luxemburg, Österreich, Türkei, Ungarn, Vereinigte Staaten

Je ein Land der Gruppe A wurde dann einem Gegner aus Gruppe B zugelost. Die Sieger der Vorrunde gelangten in die Zwischenrunde, die Sieger der Zwischenrunde in die Halbfinals. Das Ausscheiden der deutschen Fußballmannschaft in der Zwischenrunde mit einem 0:2 gegen Norwegen in dem einzigen jemals von Hitler besuchten Fußballspiel der Nationalmannschaft trübte die Stimmung der Deutschen. Nach diesem frühzeitigen Scheitern wurde Reichstrainer Otto Nerz abgelöst. Ebenfalls in der Zwischenrunde wurde Österreich in der Verlängerung eindeutig mit 4:2 von Peru besiegt. Da in der Pause jedoch peruanische Zuschauer auf das Spielfeld gestürmt waren und einen österreichischen Spieler getreten hatten, wurde das Spiel annulliert und neu angesetzt. Dazu trat Peru jedoch nicht mehr an, womit die Mannschaft ausschied. In Peru kam es daraufhin zu Demonstrationen vor der deutschen und der österreichischen Botschaft.[65]

Die beiden Halbfinale fanden am 10. und 11. August statt. Qualifiziert hatten sich bis dahin die Mannschaften aus Italien, Norwegen, Österreich und Polen. Im ersten Halbfinale trennten sich Italien und Norwegen mit einem 2:1 nach Verlängerung, das zweite Halbfinale zwischen Österreich und Polen endete 3:1. Im Spiel um Platz 3 am 13. August standen sich die Mannschaften aus Norwegen und Polen gegenüber, das Spiel endete 3:2. Am 15. August um 16:00 Uhr spielten im Finale dann Italien und Österreich gegeneinander. Italien gewann 2:1 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an Österreich, Bronze an Norwegen.

Gewichtheben[Bearbeiten]

Khadr Sayed El Touni mit Olympia-Eiche, errang Gold vor den Deutschen Rudolf Ismayr und Adolf Wagner.

Bei den nach Gewichtsklassen unterteilten fünf Wettbewerben im Gewichtheben nahmen insgesamt 80 Sportler teil. Im Leichtgewicht wurde je eine Goldmedaille an den Ägypter Anwar Mesbah und den Österreicher Robert Fein vergeben, weshalb es keinen Silbermedaillengewinner gab. Der Sprecher des olympischen Eides, der Deutsche Rudolf Ismayr, erreichte im Mittelgewicht die Silbermedaille. In vier der fünf Wettbewerbe wurden neue Weltrekorde aufgestellt:

Die erfolgreichsten Gewichtheber kamen aus Ägypten, sie holten insgesamt zwei Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Auch die Deutschen waren mit einer Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen sehr erfolgreich.

Handball[Bearbeiten]

Feldhandball der Männer war nur 1936 in Berlin eine olympische Disziplin. Insgesamt nahmen 105 Sportler aus sechs Ländern an diesem Wettkampf teil. Gespielt wurde auf einem Fußballfeld mit einem 13-Meter-Torraum und einer 14-Meter-Strafwurfmarke. Die Spielzeit lag bei zweimal 30 Minuten. Im Spiel um Platz 3 am 14. August standen sich die Mannschaften aus der Schweiz und Ungarn gegenüber, das Spiel endete 10:5. Am selben Tag um 16:50 Uhr spielten dann im Finale vor 100.000 Zuschauern Deutschland gegen Österreich. Deutschland gewann 10:6 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an Österreich, Bronze an die Schweiz. Auf den weiteren Plätzen folgten Ungarn, Rumänien und die Vereinigten Staaten.

Hockey[Bearbeiten]

Olympiasieger im Hockey: Das Team aus Indien

Es wurde ein Hockey-Turnier der Herren ausgetragen, an dem 171 Sportler aus elf Ländern teilnahmen. Erstmals in der olympischen Geschichte war ein Hockeystadion gebaut worden. Die beiden Halbfinals fanden am 12. August statt. Qualifiziert hatten sich bis dahin die Mannschaften aus Indien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Im ersten Halbfinale trennten sich Indien und Frankreich mit 10:0, das zweite Halbfinale zwischen Deutschland und den Niederlanden endete 3:0. Im Spiel um Platz 3 zwei Tage später standen sich die Mannschaften aus den Niederlanden und Frankreich gegenüber, das Spiel endete 4:3. Das Finale hätte ursprünglich ebenfalls am 14. August stattfinden sollen, musste aber wegen starker Regenfälle um einen Tag verschoben werden. Am 15. August um 11:00 Uhr spielten im Finale dann Indien und Deutschland gegeneinander. Indien gewann 8:1 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an Deutschland, Bronze an die Niederlande.

Kanu[Bearbeiten]

Im Kanurennsport wurden neun Wettbewerbe ausgetragen. Die Aufnahme von Kanurennsport in das olympische Programm war 1933 noch mit 15:9 Stimmen vom IOC abgelehnt worden. Ein Jahr später revidierte das IOC diesen Beschluss und nahm die Sportart mit 14:8 Stimmen auf. Pro Wettbewerb war ein Kanu je Land zugelassen. Die Langstreckenrennen fanden nicht auf einem Rundkurs statt, sondern auf einer geraden Strecke. Die erfolgreichsten Kanuten kamen aus Österreich, sie holten insgesamt drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille. Die Deutschen waren mit zwei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen ebenfalls sehr erfolgreich.

Leichtathletik[Bearbeiten]

Damen-Hochsprung: Elfriede Kaun

In der Leichtathletik wurden 23 Wettbewerbe für Männer und sechs Wettbewerbe für Frauen ausgetragen. Auf einem Kongress der IAAF 1934 in Stockholm war ein neuer Hürdentyp, ein umgekehrtes „L“, beschlossen worden. Außerdem hatte man die Regel abgeschafft, wonach ein Läufer, der eine gewisse Anzahl Hürden gerissen hatte, disqualifiziert werden musste. Im Zehnkampf kam eine neue Zählweise, die Finnische Mehrkampftabelle, zur Anwendung. Eine Diskussion entbrannte um die Höchstgrenze der zulässigen Windunterstützung. Während die Deutschen die Obergrenze bei 0,7 m/s Rückenwind und 1,0 m/s Seitenwind vorschlugen, bestanden die US-Amerikaner auf der Regel, keine Rekorde auf geraden Strecken anzuerkennen, die mit mehr als 1,34 m/s Rückenwind unterstützt wurden. Schließlich einigte man sich auf ein seitdem gültiges Limit von 2,0 m/s. Der heute übliche Startblock wurde erst 1938 autorisiert und ab 1939 eingeführt. Als Zeitmessgerät wurden die von Omega entwickelten Handstoppuhren sowie der Rattrapantezähler verwendet.

5000 Meter-Lauf, Józef Noji (Mitte schwarze Hose), Gunnar Höckert (in Führung), Ilmari Salminen. Noji wird 1943 im KZ Auschwitz erschossen.
Der Zieleinlauf von Son Kitei bei den Olympischen Sommerspielen 1936 im Stadion, als erster im Marathonlauf, beim Duchreißen des Zielbandes.

Im Marathonlauf gewannen die beiden koreastämmigen Japaner Son Kitei und Nan Shōryū Gold beziehungsweise Bronze. Auf der im Bereich des Marathontors des Olympiastadions angebrachten Siegerliste ist zu erkennen, dass das Wort „Japan“ auf deutlich hellerem Untergrund als die Namen der anderen Länder geschrieben steht. Hintergrund ist eine Aktion, zu der sich später ein südkoreanischer Diplomat bekannte, der sich über Nacht ins Stadion einschließen ließ und an die Stelle von „Japan“ das Wort „Korea“ setzte. Die Änderung muss professionell ausgeführt gewesen sein, denn sie blieb jahrelang unentdeckt. Heute steht dort wieder „Japan“ geschrieben, wie dies vom IOC entschieden wurde.

Im Hammerwerfen gewann der deutsche Karl Hein Gold und erzielte eine Rekordweite von 56,49 Metern mit seinem letzten Wurf. Damit startete er eine Siegesserie der Schüler von Sepp Christmann zusammen mit seinem Teamkollegen Erwin Blask, denn dieser holte sich auch noch die Silbermedaille für die deutschen Hammerwerfer.

Der herausragende Leichtathlet war der US-Amerikaner Jesse Owens, der vier Goldmedaillen über 100 Meter, 200 Meter, 4 × 100 Meter und im Weitsprung gewann. In den Leichtathletikwettbewerben der Männer wurden neben vielen Olympiarekorden auch einige Weltrekorde aufgestellt:

Jesse Owens beim Weitsprung
  • 1500 Meter (Finale), Jack Lovelock (NZL): 3:47,8 min
  • 110 Meter Hürden (Qualifikation), Forrest Towns (USA): 14,1 s
  • 3000 Meter Hindernis (Finale), Volmari Iso-Hollo (FIN): 9:03,8 min
  • 4 × 100 Meter (Qualifikation), Team USA: 40,0 s
  • 4 × 100 Meter (Finale), Team USA: 39,8 s
  • 50 Kilometer Gehen (Finale), Hector Whitlock (GBR): 4:30:41,4 h
  • Dreisprung (Finale), Naoto Tajima (JPN): 16,00 m
  • Zehnkampf (Finale), Glenn Morris (USA): 7900 Punkte
  • Hammerwerfen, Karl Hein (GER): 56,49 m beim letzten Wurf

Die deutsche 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen, die in der Qualifikation mit 46,4 Sekunden einen neuen Weltrekord erzielt hatte, führte im Finale beim letzten Wechsel mit acht Metern Vorsprung vor den Vereinigten Staaten. Jedoch missglückte dann die Staffelübergabe von Marie Dollinger auf Ilse Dörffeldt. Der Stab fiel zu Boden, und die Deutschen mussten disqualifiziert werden. Der als sicher geltende Olympiasieg für die deutsche Mannschaft ging somit an die Vereinigten Staaten. Mit 14 Gold-, 7 Silber- und 4 Bronzemedaillen war die US-amerikanische Mannschaft die erfolgreichste in den Leichtathletikwettbewerben.

Im Stabhochsprungwettbewerb im Olympiastadion am 5. August 1936 hatten nur die US-Amerikaner Earle Meadows, William Sefton und die Japaner Ōe Sueo, Nishida Shūhei 4,25 m übersprungen. Meadows kam als einziger höher und gewann Gold. Die übrigen Springer mussten nun im Stechen gegeneinander antreten. Sefton kam nicht mehr auf seine vorherige Höhe. Die japanischen Springer erreichten in dem mittlerweile fünf Stunden dauernden Wettkampf jeweils ihre bisherige Sprunghöhe. Es wurde um 21.00 Uhr dunkel, deshalb brach die Wettkampfleitung ab und überließ dem japanischen Team die Entscheidung über die Verteilung der Medaillen.

Beide Sportler waren befreundet und als sie nach Japan zurückkamen, ließen sie ihre Medaillen mittig teilen und als Silber-, Bronze-Kombination aneinanderfügen.[66] Dieser in der olympischen Sportgeschichte einmalige Vorgang wurde als ein Beispiel für Teamgeist und Freundschaft weltweit bekannt.

Moderner Fünfkampf[Bearbeiten]

Siegerehrung im Modernen Fünfkampf. Plätze: 1-Gotthard Handrick (Deutschland), 2-Charles Leonard (USA), 3-Silvano Abbà (Italien).

Beim Modernen Fünfkampf nahmen insgesamt 42 Sportler aus 16 Ländern teil. Am ersten Tag wurde der 5000-Meter-Geländeritt ausgetragen. Dabei gab es 1,10 Meter hohe und bis zu 3,50 Meter breite Hindernisse, die mit einer Geschwindigkeit von 450 m/min überwunden werden mussten. Die Athleten durften maximal 11:06,7 Minuten für diese Strecke benötigen. Für jede angefangene Mehrsekunde wurde ein halber Strafpunkt berechnet. Am zweiten Wettkampftag fand das Fechten statt. Hierbei kämpfte jeder gegen jeden. Für einen Sieg gab es zwei Punkte, für einen Doppeltreffer einen Punkt. Am darauf folgenden Tag wurde das Pistolenschießen, aus 25 Metern Entfernung, ausgetragen. Hierbei hatten die Sportler 20 Schuss in vier Serien mit je fünf Schuss abzufeuern. Geschossen wurde auf eine Zehnerringscheibe, das maximal erreichbare Ergebnis lag bei 200 Ringen.

Am vierten Tag fand das 300-Meter-Freistilschwimmen statt, am letzten Wettkampftag der 4000-Meter-Geländelauf. Hierbei starteten die Sportler im Abstand von einer Minute, die Reihenfolge ergab sich durch Platzziffern. Der Deutsche Gotthard Handrick gewann mit nur 31,5 Punkten, die Silbermedaille holte sich Charles Leonard aus den Vereinigten Staaten mit 39,5 Punkten und die Bronzemedaille ging an den Italiener Silvano Abbà mit 45,5 Punkten.

Polo[Bearbeiten]

Olympiasieger im Polo: Das Team aus Argentinien (Manuel Andrada, Andrés Gazzotti, Roberto Cavanagh, Luis Duggan)

Am Polo-Turnier der Männer nahmen insgesamt 21 Sportler aus fünf Ländern teil. Nach 1900, 1908, 1920 und 1924 fand in Berlin das letzte Mal bei Olympischen Spielen ein Polo-Turnier statt. Gespielt wurden im K.-o.-System sieben Chukkers (Spielabschnitte) zu je acht Minuten, mit einem Seitenwechsel nach jedem Tor. Die Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten und das berühmte indische Team teilnehmen würden, erfüllte sich nicht. Da das Spiel Ungarn gegen Deutschland in der Vorrunde trotz Verlängerung 8:8 endete, wurde eine Wiederholung angesetzt, die Ungarn klar mit 16:6 gewann. Im Spiel um Platz 3 am 8. August standen sich die Mannschaften aus Mexiko und Ungarn gegenüber, das Spiel endete 16:2.

Bereits am 7. August um 14:00 spielten im Finale Argentinien und das Vereinigte Königreich gegeneinander. Argentinien gewann 11:0 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an das Vereinigte Königreich, Bronze an Mexiko. Auf den weiteren Plätzen folgten Ungarn und Deutschland.

Radsport[Bearbeiten]

Im Radsport wurden für Männer vier Wettkämpfe auf der Bahn und zwei auf der Straße ausgetragen. Im Sprint, beim 1000-Meter-Zeitfahren, beim 2000-Meter-Tandem und in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung durfte nur ein Starter beziehungsweise Team je Land an den Start gehen. Im Finale des Radsprintens foulte der Deutsche Toni Merkens den Niederländer Arie van Vliet. Anstatt disqualifiziert zu werden, erhielt er eine Geldbuße von 100 Mark und durfte seine Goldmedaille behalten. Das Straßenrennen wurde erstmals seit 1906 mit Massenstart ausgetragen. Da der Kurs jedoch nur 100 Kilometer lang und sehr flach war, kam das Feld nahezu geschlossen im Abstand von wenigen Sekunden an, so dass das Kampfgericht nicht in der Lage war jeden Fahrer zu platzieren. Auch konnte dadurch Rang sechs der Mannschaftswertung nicht vergeben werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit dieses Rennens lag bei 39,2 km/h.

Besonders erfolgreich schnitt der Franzose Robert Charpentier ab, der drei Goldmedaillen gewann. Durch ihn war Frankreich auch die beste Nation bei den Radsportwettbewerben, sie holten insgesamt drei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ähnlich erfolgreich waren die deutschen und die niederländischen Teilnehmer.

Reiten[Bearbeiten]

Es fanden sechs Reitwettbewerbe statt. Beim Geländeritt der Einzelwertung stürzte Konrad Freiherr von Wangenheim mit seinem Pferd „Kurfürst“ und brach sich das linke Schlüsselbein. Trotz der Verletzung stieg er wieder auf sein Pferd und beendete den Ritt. Mit unbeweglichem Arm startete er am nächsten Tag wieder, stürzte erneut und zwang sich wieder, den Ritt zu beenden, so dass er die Goldmedaille für die deutsche Mannschaft rettete.[67]Diese Begebenheit wurde in Leni Riefenstahls Film Olympia – Fest der Schönheit als ein kämpferisches Vorbild verarbeitet.

Bei den Reitwettbewerben erwiesen sich die Deutschen als überlegen und gewannen alle sechs Goldmedaillen, außerdem eine Silbermedaille. Elf andere Länder holten jeweils eine Medaille bei diesen Wettbewerben.

Ringen[Bearbeiten]

Im Ringen wurden je sieben Wettkämpfe im Freistil und im griechisch-römischen Stil ausgetragen. Beim Freistilringen nahmen insgesamt 100 Sportler in den verschiedenen Gewichtsklassen teil, beim griechisch-römischen Ringen 110. Erstmals lag das Reglement in schriftlicher Form vor. Die Höchstdauer für einen Kampf betrug im Freistil 15 Minuten, im griechisch-römischen Stil 20 Minuten. Die Kampfrichter konnten nach den ersten zehn Minuten eine Bodenrunde von zwei Mal drei Minuten sowie eine folgende Periode von vier Minuten stehend anordnen. Die Ringer wurden mit einem roten beziehungsweise grünen Band gekennzeichnet. Der Ringer, der fünf Fehlerpunkte hatte, musste aus dem Turnier ausscheiden.

Die erfolgreichsten Ringer kamen aus Schweden, sie holten insgesamt vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ähnlich erfolgreich war Ungarn. Deutschland erreichte keine Goldmedaille, jedoch drei Silber- und vier Bronzemedaillen. Der deutsche Ringer und Kommunist Werner Seelenbinder hatte vor, als Zeichen des Protests bei der Siegerehrung den erwarteten Hitlergruß zu verweigern und stattdessen eine obszöne Geste zu machen. Nach einer Erstrundenniederlage musste Seelenbinder diesen Plan aufgeben. Am Ende belegte er Platz vier im olympischen Wettkampf.

Rudern[Bearbeiten]

Im Rudern gab es sieben Wettbewerbe. Pro Klasse konnte ein Boot je Land teilnehmen. Die deutschen Athleten waren in dieser Sportart am erfolgreichsten und gewannen fünf Gold-, eine Silber-, sowie eine Bronzemedaille.

Schießen[Bearbeiten]

Drei Wettbewerbe wurden im Schießen ausgetragen. Dabei gab es zwei neue Weltrekorde:

Deutschland errang bei diesen Wettkämpfen eine Gold- und zwei Silbermedaillen.

Schwimmen, Wasserspringen und Wasserball[Bearbeiten]

Hendrika Mastenbroek, drei Gold- und eine Silbermedaille

Im Schwimmen wurden sechs Wettbewerbe für Männer und deren fünf für Frauen ausgetragen. Auch die Disziplinen Wasserball mit einem Wettbewerb (nur Männer) und Wasserspringen mit vier Wettbewerben (je zwei für Männer und Frauen) werden der Sportart Schwimmen zugerechnet. Die 4-mal-200-Meter-Freistilstaffel aus Japan erreichte im Finale einen neuen Weltrekord mit einer Zeit von 8:51,5 Minuten. Japan schnitt mit vier Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen in den reinen Schwimmwettbewerben äußerst erfolgreich ab und erwies sich als erfolgreichste Nation. Die Niederlande und die Vereinigten Staaten waren ähnlich erfolgreich. Deutschland erreichte drei Silber- und eine Bronzemedaille.

Inge Sørensen (1936, mitte) gewann Bronze mit 12 Jahren

Beim Wasserball-Turnier nahmen 140 Sportler aus 16 Ländern teil. Die ersten zwei der Vorrunden-Gruppen kamen in die Zwischenrunde, die jeweils beiden Besten der Zwischenrunden spielten um die Plätze eins bis vier, die übrigen um die Ränge fünf bis acht. Für einen Sieg gab es zwei, für ein Unentschieden einen Punkt. Bei Punktgleichheit entschied das Torverhältnis. Ungarn gewann die Gold-, Deutschland die Silber- und Belgien die Bronzemedaille. Beim Wasserspringen gingen zehn der zwölf Medaillen an Sportler aus den Vereinigten Staaten, zwei Bronzemedaillen an deutsche Sportler. Der dritte Olympia-Start der Goldmedaillen-Gewinnerin Eleanor Holm blieb aus, nachdem sie vom Präsidenten des amerikanischen Olympischen Komitees, Brundage, auf der Überfahrt von New York aus dem US-Schwimmteam ausgeschlossen worden war. Ihr wurde von ihm vorgeworfen abendlich übermäßig Partys gefeiert zu haben.[68] Weniger das politische Klima in Deutschland, als mehr der „Skandal“ um die US-Schwimmerin Holm werden dann auch in der US-Presse thematisiert. Hitler und Göring luden sie zu ihren Empfängen ein. Letzterer fummelte ein silbernes Hakenkreuz von seiner Galauniform und steckte es ihr ans Kleid. In einer späteren Ehe mit dem Juden Bill Rose ließ Holm das Silberteil vergolden und einen Davidsstern darüber setzten.[69]

Segeln[Bearbeiten]

Die vier Wettbewerbe im Segeln wurden auf der Kieler Förde vor Kiel ausgetragen. Das Wertungssystem war das gleiche wie bei den Olympischen Sommerspielen 1932 in Los Angeles. Für jede ordnungsgemäß beendete Wettfahrt erhielt die Jacht einen Punkt zuzüglich je eines Punktes pro besiegter Jacht. Die Niederlande, Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich gewannen je eine Goldmedaille.

Im Starboot gewannen Peter Bischoff und sein Vorschotmann Hans-Joachim Weise als erste deutsche Segler eine olympische Goldmedaille.

Turnen[Bearbeiten]

Im Turnen wurden acht Wettbewerbe für Männer und einer für Frauen ausgetragen. Aus dieser Sportart ging der erfolgreichste deutsche Sportler der Olympischen Spiele in Berlin hervor. Konrad Frey errang drei Goldmedaillen – am Barren, am Seitpferd und mit der Mannschaft im Zwölfkampf. Außerdem erreichte er eine Silber- am Reck sowie zwei Bronzemedaillen am Boden und im Zwölfkampf. Am Boden wurden zwei Bronzemedaillen vergeben, da Konrad Frey und der Schweizer Eugen Mack die gleiche Punktzahl erzielten.

Insgesamt errang Deutschland in dieser Sportart sechs Gold-, eine Silber- und sechs Bronzemedaillen. Die Schweiz erkämpfte sich eine Goldmedaille (Georges Miez im Bodenturnern), sechs Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Kunstwettbewerbe[Bearbeiten]

Olympische Kunstausstellung: Joseph Goebbels mit Hans Herbert Schweitzer vor einem Stadion-Modell.
Guidatore di sulky (links) von Farpi Vignoli: Goldmedaillengewinner in der Disziplin Rundplastiken. Rechts: die Figur Saltatore, beim Festival in Spoleto.

Während der Olympischen Sommerspiele in Berlin fanden 15 Kunstwettbewerbe statt. Prämiert wurden kulturelle Beiträge aus den Bereichen Baukunst, Literatur, Musik, Malerei und Grafik sowie Bildhauerkunst. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnete die Kunstausstellung in der Halle VI des Messegeländes bereits am 15. Juli 1936. Etwa 70 Kunstwerke wurden anschließend verkauft. Auch bei diesem Wettbewerb war Deutschland mit fünf Gold-, fünf Silber- und zwei Bronzemedaillen die erfolgreichste Nation.

Außerdem wurde bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin zum dritten und letzten Mal der olympische Bergsteigerpreis Prix olympique d'alpinisme verliehen. Die beiden Schweizer Hettie Dyhrenfurth und Günter Dyhrenfurth erhielten die Goldmedaille für ihre Himalaya-Expeditionen in den Jahren 1930 und 1934. Den Schweizer Hermann Schreiber ehrte man mit der Goldmedaille für einen Segelflug über die Alpen. „San Min Chu-i“ („Drei Prinzipien des Volkes“), die chinesische Nationalhymne, wurde zur weltbesten Nationalhymne der Olympischen Sommerspiele gewählt.

Demonstrationssportarten und Vorführungen[Bearbeiten]

Fahneneinmarsch zu den Jugendvorführungen ins Stadion

Als Demonstrationssportarten fanden Baseball und Segelfliegen statt. Die Baseball-Demonstration war ein einziges Spiel, das am 12. August um 20:30 Uhr im Olympiastadion unter Flutlicht ausgetragen wurde. Es standen sich die beiden US-amerikanischen Mannschaften „Weltmeister“ und „Olympics“ gegenüber. Das Spiel endete 6:5 für die Weltmeister-Mannschaft. Auch die Segelflugwettbewerbe auf dem Flugplatz Staaken hatten keinen Wettkampfcharakter. 14 Piloten (darunter eine Frau) aus sieben Ländern sind namentlich bekannt, es gab jedoch noch weitere Teilnehmer. Die Piloten stammten aus Bulgarien, Italien, Ungarn, Jugoslawien, der Schweiz, Deutschland und Österreich. Der Schweizer Hermann Schreiber, der außerdem für einen Segelflug über die Alpen mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, nahm auch an diesem Wettbewerb teil. Die Vorführung fand am 4. August um 11:00 Uhr statt. Bereits am 3. August ereignete sich ein schwerer Unfall bei den Übungen für die Vorführungen. Der Österreicher Ignaz Stiefsohn stürzte beim Kunstflug infolge eines Flügelbruchs tödlich ab.

Außerdem gab es Vorführungen von Turnerinnen und Turnern aus China, Dänemark, Finnland, Norwegen, Ungarn, Schweden und Deutschland. Im Innenraum des Radstadions fanden Darbietungen im Kunstradfahren, Kunstreigen und Radball statt. Am 16. August wurde im Schwimmstadion ein Schauspringen aller Medaillengewinner im Wasserspringen veranstaltet. Am Austragungsort der Kanu-Wettbewerbe fanden Kenterübungen von 40 deutschen Kanuten und eine Auffahrt von 116 Zehnerkanadiern statt. Des Weiteren gab es ohne Medaillenvergabe eine deutsche Vorführung mit Viererkajaks über 1000 Meter:

  • 1. Platz: V.K.C. Köln (3:41,3 min)
  • 2. Platz: K.G. Wanderfalke Essen (3:42,1 min)
  • 3. Platz: V.K.B. Berlin (4:24,2 min)

Herausragende Sportler und Leistungen[Bearbeiten]

Jesse Owens gewann vier Goldmedaillen.
Die erfolgreichsten Teilnehmer
Rang Sportler Land Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
1 Jesse Owens Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Leichtathletik 4 0 0 4
2 Konrad Frey Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Turnen 3 1 2 6
3 Hendrika Mastenbroek NiederlandeNiederlande Niederlande Schwimmen 3 1 0 4
4 Alfred Schwarzmann Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Turnen 3 0 2 5
5 Robert Charpentier Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich Radsport 3 0 0 3

Der österreichische Reitsportler Arthur von Pongracz de Szent-Miklós und Óvár war mit 72 Jahren und 48 Tagen der zweitälteste Teilnehmer der Geschichte. Nur der schwedische Sportschütze Oscar Swahn war bei den Olympischen Sommerspielen 1920 mit 72 Jahren und 279 Tagen zum Zeitpunkt des Wettkampfes noch älter gewesen. Die dänische Schwimmerin Inge Sørensen wurde im Alter von 12 Jahren und 24 Tagen die jüngste Olympiamedaillengewinnerin, sie gewann über 200 Meter Brust die Bronzemedaille. Die US-amerikanische Wasserspringerin Marjorie Gestring wurde mit 13 Jahren und 266 Tagen die jüngste Olympiasiegerin der Geschichte und entschied den Wettbewerb im Kunstspringen für sich.

Berichterstattung[Bearbeiten]

Walter Bruch hinter der „Olympia-Kanone“
Infobild des Fernsehsenders „Paul Nipkow“
Cartoon: Technische Neuerungen der Spiele in Berlin mit einer Prognose für das Jahr 2000, Olympia-Sonderheft, Berliner Illustrirte Zeitung, 1936.

Der Olympia-Weltsender ersetzte damals das eigenständige Programm der verschiedenen Reichssender durch ein Einheitsprogramm übertragen vom Reichssender Berlin aus der Hauptstadt, mit Schwerpunkt in der Berichterstattung über die Olympischen Spiele. Für 16 Tage dominierten die Olympischen Sommerspiele 1936 die Ausstrahlungen, politische Fragen traten in den Hintergrund.[70][71] Erstmals wurden die Olympischen Spiele direkt im Rundfunk übertragen. 41 Rundfunkgesellschaften waren zugelassen, es gab 68 Übertragungsstätten und 3000 Sendungen in 40 Ländern. Ein Sonderdienst des Deutschen Kurzwellensenders verbreitete die Olympia-Nachrichten mit Ausnahme von Australien auf allen Kontinenten. Ein aus einem von der Wirtschaftstelle Deutscher Rundfunk-Großhändler (WDRG) angeregten Preisausschreiben[72] hervorgegangener, mit Batterien bestückter, Olympia-Kofferempfänger wurde ab 1936 als „tragbarer Empfänger für Reise, Wochenend und Sport“[73] öffentlichkeitswirksam beworben. „Im Rahmen der Maßnahme ‘Kampf der sommerlichen Hörerabnahme’ und zur Werbung für das Koffergerät (insbesondere Deutscher Olympiakoffer)“ brachte die Reichsrundfunkkammer 1938 ein Plakat mit der Abbildung des Gerätes in einer Auflage von 70.000 Stück heraus, was den Hintergrund verdeutlicht.[74] Auch das Fernsehen hatte Premiere. Aus dem Olympiastadion übertrug eine Farnsworth-Kamera 15 Sendungen mit einer Gesamtzeit von 19 Stunden. Im Schwimmstadion war das Ikonoskop der Reichspost installiert. Erstmals in der Sportgeschichte wurden die Schwimmer unter Wasser aufgenommen. Der Fernsehsender Paul Nipkow sendete täglich von 10 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr. In 138 Stunden wurden so 175 Wettkämpfe übertragen. Die Zahl der privaten Empfänger war allerdings gering, weil kaum jemand einen Fernseher besaß. Stattdessen gab es in Berlin 25 Fernsehstuben, in Leipzig zwei und in Potsdam eine. In diesen zählte man 162.228 zahlende Besucher. Reportagen wurden mittels Lautsprecher auf die Straßen Berlins übertragen, Wochenschauen berichteten umfangreich.[75][76]

Insgesamt waren ungefähr 1800 Journalisten akkreditiert. Da die Pressekarten unpersönlich und übertragbar waren, ist es jedoch nicht möglich, die exakte Zahl der anwesenden Journalisten zu nennen. Namentlich erfasst wurden 700 ausländische Journalisten aus 58 Staaten. In Berlin waren 117 Fotografen bei den Wettbewerben anwesend. Der Reichssportverlag veröffentlichte vom 21. Juli bis zum 19. August insgesamt 30 Ausgaben der „Olympia-Zeitung“, die über die aktuellen Olympia-Ereignisse berichteten. 1937 gab das Organisationskomitee einen zweiteiligen offiziellen Bericht heraus. In deutscher und englischer Fassung wurden darin auf mehr als 1200 Seiten alle Informationen zu den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin veröffentlicht.

Propaganda[Bearbeiten]

Fahnenschmuck vor dem Schloss
Medaillengewinnerinnen/Hochsprung im Stadion, von links nach rechts: Ibolya Csak (Gold), Elfriede Kaun (Bronze), Dorothy Odam (Silber). Die Jüdin Gretel Bergmann, die Teil des deutschen Olympiakaders war, wurde vom NS-Apparat als angeblich verletzt kaltgestellt.
Berlin Juli 1936: Luftschiff LZ 129 „Hindenburg“ bei einem Olympia-Werbeflug, Wilhelmstraße, über der Alten Reichskanzlei, links Neue Reichskanzlei
Straßenschmuck: Unter den Linden, Ecke Neue Wilhelmstraße.
Olympia-Pavillon auf dem Askanischen Platz in Berlin, offizielles Olympia-Plakat im Schaufenster, April 1936
Mitglieder des IOC im Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. (1. August 1936, Neue Wache)

Für Deutschland, das überwiegend als Angreifer und Verlierer des Weltkrieges im Ausland angesehen wurde und aus diesem Grund zu den Olympischen Spielen 1920 und 1924 nicht eingeladen worden war, bedeutete die Vergabe der Sport-Veranstaltungen hierher einen Vertrauensbeweis und eine neue Chance, der Welt zu beweisen, dass es ein guter Gastgeber sein könne und nach dem Krieg zur Normalität zurückgefunden habe. Die Vergabe fand zu Zeiten der Weimarer Republik statt, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war jedoch zunächst völlig unsicher, ob die Veranstaltungen aufgrund der ideologischen Sichtweisen der neuen deutschen NS-Regierung tatsächlich stattfinden konnten. Hitler bezeichnete die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles (USA) als „Erfindung von Juden und Freimaurern“, wobei sich eine Teilnahme und erst recht die Ausrichtung von Olympischen Spiele für Deutschland selbstredend verbot.[77]

Angesichts der propagandistischen Möglichkeiten hingegen, die eine erfolgreiche Durchführung der Olympischen Sommerspiele 1936 in Deutschland bieten würde, betonte Reichskanzler Hitler, dass er alles tun werde, um die Spiele so vollkommen wie möglich zu gestalten. Das olympische Bauvorhaben wurde das erste von Hitlers Großbau-Projekten. Durch die Ausweitung der vorhandenen Planung stiegen die Ausgaben von den ursprünglich kalkulierten 5,5 Millionen auf 42 Millionen Reichsmark.[78] Mit den Olympischen Spielen in Deutschland wollte er der Welt vorführen, dass das Deutsche Reich unter seiner Führung in erster Linie ein friedliebendes, soziales und wirtschaftlich aufstrebendes Land sei.

NS-Antisemitismus und -Rassismus[Bearbeiten]

Um seine Propaganda-Ziele zu erreichen, duldete Hitler die Tatsache, dass der deutsche OK-Präsident Lewald nach nationalsozialistischer Vorstellung ein „Halbjude“ war, zudem hatte der damals loyale Staatsbeamte Weimars den Kapp-Putschisten 1920 in Berlin - die Gefolgschaft verweigert. Alle seine sportpolitischen Ämter hatte er bereits deswegen nach der „Machtergreifung“ verloren, aber sein internationales Ansehen als IOC-Mitglied machte sich nun vor allem das NS-Regime zu Nutze, um Bedenken gegen die Olympischen Sommerspiele in Deutschland in anderen Ländern auszuräumen.[79] Der Generalsekretär des OK Diem war er seit Januar 1933 maßgeblich an Planung und Durchführung der Olympischen Spiele 1936 beteiligt und war zudem als solcher bis zu Schluss ein nützliches Alibi der NS-Riege. Im Laufe des Jahres 1934 wurde er aber gleichzeitig von NS-Seite als „politisch unzuverlässig“ eingestuft - auch aufgrund der jüdischen Verwandten seiner Ehefrau. 1933 endete bereits seine Stellung als DRAfL-Generalsekretär. Im selben Jahr verlor er seinen Posten als Prorektor der Sporthochschule, weil er sich weigerte in die NSDAP einzutreten.[80] Um eine Verlegung der Spiele ins Ausland zu verhindern, machte Hitler zusätzlich Zugeständnisse und ging offiziell auf die Forderungen des IOC nach Einhaltung der olympischen Regeln ein. Das NS-Regime verpflichtete sich dazu, freien Zugang „für alle Rassen und Konfessionen“ in die Olympiamannschaften zu erlauben. Um den Boykottbestrebungen entgegenzutreten, verpflichtete sich die deutsche Seite gegenüber dem IOC, auch deutsche Juden prinzipiell nicht von den Olympiaden 1936 auszuschließen. Am Ende startete aber nur eine, im NS-Antisemitismus sogenannte „Halbjüdin“, für Deutschland. Die Fechterin Helene Mayer, die eine Silbermedaille gewann. Kurz vor einem Antritt zu der Olympischen Sommerspielen in der Reichshauptstadt, wurde Gretel Bergmann vom NS-Regime, aus antisemitischen Gründen und mit der Behauptung einer angeblichen Verletzung, an der Teilnahme gehindert.[81] Die Nationalsozialisten zwangen die Leichtathletin zuvor zur Rückkehr aus England, wohin sie emigriert war und zum Training für die Olympischen Sommerspiele in Berlin, indem sie ihrer in Deutschland verbliebenen Familie mit Repressalien drohten.[82] Um ein Öffentlichwerden der Vorgänge während der Olympischen Spiele zu verhindern, wurde ihr Heimtrainer, nachdem er gegen die Machenschaften protestiert hatte, für die Dauer der Berliner Olympischen Spiele in „Schutzhaft“ genommen.[83]

NS-Politik, -Verschleierungen und -Profilierung[Bearbeiten]

Eine ähnliche Alibifunktion hatte Werner Seelenbinder, der populäre mehrfache deutsche Meister im Ringen, der als bekannter Kommunist an den Olympischen Sommerspielen 1936 teilnehmen durfte und nach über zwei Jahren Haft in verschiedenen Konzentrationslagern und Zuchthäusern am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg enthauptet werden sollte.

Die Nationalsozialisten forderten den international bekanntesten deutschen Boxer Max Schmeling 1935 auf, sich von seiner tschechischen Frau sowie seinem jüdischen Manager Joe Jacobs in Amerika zu trennen und sich von seinen jüdischen Freunden zu distanzieren. Er wies die Forderungen zurück. Als das amerikanische Olympische Komitee aber wegen der Nürnberger Gesetze und des in Deutschland herrschenden Antisemitismus erwog, die Olympischen Spiele in Berlin zu boykottieren, wurde er als Werber für die Olympischen Spiele in Deutschland in die USA geschickt und ging auf eine vielbeachtete Promotiontour.

Erklärtes Ziel der NS-Propaganda war es, der Welt Friedenswillen vorzugaukeln unter Vereinnahmung olympischer Grundgedanken. Gleichzeitig startete aber die militärische Unterstützung des faschistischen Staatsstreiches von General Francisco Franco in Spanien.[84] Sie wurde unter strengster Geheimhaltung ins Leben gerufen. Die Legion Condor war eine verdeckte Operation, das heißt eine ohne deutsche Uniformen oder Hoheitszeichen operierende Einheit der deutschen Wehrmacht im Spanischen Bürgerkrieg.

„Die Olympischen Spiele 1936 werden für das nationalsozialistische Deutschland von geradezu ungeheurer Bedeutung sein! Diese Behauptung wird jedem sofort einleuchten, der nur einen Augenblick darüber nachdenkt, daß durch die Olympiade 1936 unser Vaterland wochenlang in den Mittelpunkt des Weltgeschehens gerückt wird. Mit diesen Spielen ist uns ein unschätzbares Propagandamittel in die Hand gegeben worden.“

Reichssportblatt: (1935). Zitiert von Sporthistoriker Hans Joachim Teichler.

[85]

Seit 1936 fanden in Olympia (Griechenland) wieder - wie bereits in der Kaiserzeit - regelmäßig Ausgrabungen statt, die vom Deutschen Archäologischen Institut geleitet wurden. Der Beginn dieser Grabungen stand im Kontext der Vereinnahmung Olympias durch die Nationalsozialisten im Umfeld der Sommerspiele in Berlin. Von Armin von Gerkan wurde eine vorbereitende Untersuchung vorgenommen. Dann folgten bis 1943 Grabungen unter der Leitung von Emil Kunze und Hans Schleif, auch nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland, bis diese aufgrund des Verlaufs des Zweiten Weltkriegs zum Erliegen kamen.[86] Auch Hitler sah, wie der preußische Kaiser Wilhelm sechzig Jahre zuvor die Deutschen als so etwas wie die Nachfolger der Griechen. Durch das Engagement in Olympia versuchte sich das NS-Regime als Liebhaber des Sports und Gönner der Archäologie darzustellen.[87]

Reichskanzler Hitler betonte in Reden den engen Zusammenhang zwischen den deutschen archäologischen Erkundungen Olympias, den neuzeitlichen Olympiaden und seinen geschichtspolitischen und propagandistischen Absichten:

„Ich habe mich nun entschlossen, zur bleibenden Erinnerung an die Feier der XI. Olympiade 1936 zu Berlin, die im Jahre 1875 begonnenen Ausgrabungen der Olympischen Fest- und Sportstätten wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen.“[88]

Der IOC ignorierte, dass 1935 eine letzte Botschaft an die Öffentlichkeit mit Stellungnahme für die Berliner Olympischen Sommerspiele, die Olympia-Gründer Coubertin geschickt hatte, verfremdet wiedergegeben wurde: Die NS-Zensur unterschlug unter anderem Coubertins Anklänge von Begeisterung für Internationalismus und Demokratie darin.[89][90]

Neben der Möglichkeit, durch die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1936 in Deutschland das Ausland über den wahren Charakter des NS-Staates zu täuschen, war die Gelegenheit, mit diversen Baumaßnahmen der wirtschaftlichen Misere zu begegnen, die Arbeitslosenzahl zu verringern und auf diese Weise die Popularität seiner Regierung zu steigern, ein weiteres Motiv für Hitlers Bestreben. Seinen Entschluss für das umfangreiche Bauprojekt des Reichssportfeldes begründete er[91] wie folgt:

„Wenn man vier Millionen Arbeitslose hat, muss man für Arbeit sorgen.“

Adolf Hitler: zitiert in Aufzeichnungen Lewalds.

Die direkten Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen blieben aber gering. Zur Bauzeit der Berliner Olympia-Anlagen wurden nie mehr als 2000 Bau-Helfer eingesetzt, dass heißt ungelernte Kräfte - welche nur anfangs für die Erdarbeiten eingesetzt werden konnten.[92]

Info-Tafel zur Dietrich-Eckart-Bühne, 2011.
Programmheft Frankenburger Würfelspiel, Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele e.V. Berlin, 1936.

Architektonisch orientierte sich das Olympia-Stadion in Berlin mit seinen klaren geometrischen Grundformen an Bauten der Antike, wie beispielsweise an dem Kolosseum in Rom. Dieser imperiale römische Bau stand keineswegs im Zusammenhang mit dem Olympia der Antike und seinen Spielen in Griechenland, sondern vor allem mit Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen. Das Stadion von 1936 wurde teilweise als Erdstadion ausgeführt, bei dem nur der Oberring, aus fränkischem Muschelkalk (v. a. Randersackerer)[93] über das Erdniveau herausragte, weswegen seine äußerliche Wirkung nicht so übermächtig ausfiel wie zum Beispiel bei der nicht mehr fertiggestellten Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Das Olympiastadion ist – vom Konzept der NS-Ideologie her, aber auch mit seiner beabsichtigten Fokusierung des Blicks der im Stadion Anwesenden durch den Einschnitt durch das Marathontor – auf „Führerturm“ und Langemarckhalle hin orientiert. Dadurch wird die Gestalt der Anlage als nationalen Weihestätte deutlich. Es ist noch heute das größte je gebaute Stadion Deutschlands.[94]

Architekt Werner March folgte bei den Bauten auf dem Reichssportfeld bis 1936 eng den planungspolitischen Vorgaben Hitlers. Hitler missfiel der 1933 von Werner March vorgelegte Stadion-Neuentwurf zunächst. Dieser sah für den Neubau ein Stahlbeton-Oval mit verglasten Zwischenwänden vor. „Einen solchen modernen Glaskasten [werde er] nie betreten“, so Hitler zu seinem Berater und Partei-Architekten Albert Speer im Herbst 1934. Speer zeichnete über Nacht eine imperial anmutende Alternative. Er strich die in dem Entwurf vorgesehenen Verglasungen. Das Stahlbeton-Skelett verblendete er darin mit Werksteinplatten.[95] Weiter erklärte Hitler den Bau nun zur „Reichssache“ und schloss damit die bisher zuständige Stadt Berlin aus den Olympiaplanungen aus.[96] Die umschließende Rennbahn sollte dabei aufgegeben und der Pächter des Geländes, der Union-Klub, enteignet werden. Damit wurde westlich des Stadions Raum für ein großes Aufmarsch- und Versammlungsgelände gewonnen, das heutige Maifeld, auf das Hitler großen Wert legte.[97] Bei diesem Olympia-Bauensemble sind schon die wesentlichen dramaturgischen Momente der gigantomanischen Planungen der Folgezeit zu finden, wie später vor allem beim Nürnberger Reichsparteitagsgelände und bei den Vorhaben zur Umgestaltung Berlins in eine „Welthauptstadt Germania“: städtebauliche Ausrichtung in Achsen, pathetische antikisierende Werkstein-Kaschierung von modernen Baukonstruktionen, gezielte Installation architekturbebetonender NS-Großskulpturen, Aufmarschmöglichkeiten für die Menschen-Massen, Führer-Tribünen und Totenkult-Architektur.

Bei Betrachtung der Bauten des Reichssportfeld in der Ost-West-Achse, ergibt sich: der Olympische Platz als ein Auftakt, danach das Sportstadion als Austragungsort, gefolgt vom Maifeld als Aufmarsch- und Kundgebungsplatz, abschließend der „Führerturm“ mit der Langemarckhalle und ihrem Opferkult als der NS-ideologischen Höhepunkt.[98]

Die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne auf dem Berliner Olympiagelände, benannt nach Dietrich Eckart, einem frühen Anhänger der NS-Ideologie und Ideengeber Hitlers wurde als Freilichtbühne in Ausführung als Thingplatz (Thingbewegung) errichtet. Als „Thingplätze“ oder „Thingstätten“ wurden NS-Freilichttheater bezeichnet, die zwischen 1933 und 1936 für die Thingspiele im Rahmen der Thing-Bewegung im NS-Staat errichtet und später auch für seine Polit-Kundgebungen verwendet wurden. Zu den bekanntesten ehemaligen Thingplätzen zählt - neben dem Kalkbergstadion in Bad Segeberg - eben die heutige Berliner Waldbühne. Bei den örtlichen Bevölkerungsschichten und innerhalb der NSDAP konnte sich der beabsichtigte „Thing-Kult“ nicht durchsetzen. Die Thingspiel-Bewegung hatte nur wenige Jahre Bestand. Die in Heidelberg als Thingstätte geplante Anlage wurde nach Fertigstellung nur noch als Feierstätte bezeichnet. In seiner Heidelberger Eröffnungs-Rede am 22. Juni 1935 erklärte Goebbels jedoch:

„In diesem monumentalen Bau haben wir unserem Stil und unserer Lebensauffassung einen lebendigen plastischen und monumentalen Ausdruck gegeben. Diese Stätten sind in Wirklichkeit die Landtage unserer Zeit. Es wird ein Tag kommen, wo das deutsche Volk zu diesen steinernen Stätten wandelt, um sich auf ihnen in kultischen Spielen zu seinem unvergänglichen neuen Leben zu bekennen.“

Bei den Olympischen Sommerspielen 1936 wurde im Begleitprogramm unter anderem, das bekannteste und meistgespielte ThingspielFrankenburger Würfelspiel“ von dem deutschen Schriftsteller und Dramatiker Eberhard Wolfgang Möller aus dem selben Jahr, auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne, aufgeführt. Möller gehörte zu den bekanntesten Autoren der NS-Zeit und es war der Höhepunkt und zugleich so etwas wie ein Modellstück der kurzlebigen Thingspielbewegung.[99][100]

Zentral im mittleren Rang der Freilichtbühne befand sich Hitlers Ehrenloge, darunter der Regiestand.[101] Den Eingangsbereich der Dietrich-Eckart-Bühne gestaltete der Bildhauer Adolf Wamper beidseitig mit fünf Meter hohen Wand-Reliefs aus Muschelkalk mit den Titeln Vaterländische Feier und Künstlerische Feier. Ersteres zeigt in antikisierter Nacktheit zwei Männer mit Fackel und Schwert, welches sie zum einen als Soldaten ausweist, zum anderen als NS-Fackelträger der Nation. Auch wenn es sich nicht um Werke nach „NS-Redaktionsanweisungen“ handelt und nicht „Prototypen arischer Auslesemuster“, „Herrenmenschen“ und „unspezifisch trainierte, zu jeder Untat bereite Muskelmänner“ gefordert waren[102], sind NS-ideologische Bezüge erwünscht gewesen. Den Männern gegenüber sind zwei sich entblösende Frauen mit dem Lorbeer als Symbol Ehre und der Leier als Symbol für die NS-Kunst dargestellt.[103] Die beiden Reliefs verweisen laut Malch 1936 „auf die doppelte Bestimmung der Anlage für musisches Weihespiel und vaterländische Feier“. Die zwei Männer-Bildnisse sind Vorläufer von Arno Brekers Statuen in der Neuen Reichskanzlei. Die Finanzierung der Reliefs - die den Zugang zur Freilicht-Bühne flankieren - erfolgte durch das Propagandaministerium, welcher Goebbels zuzustimmen hatte. Auffallend ist dabei die Ausführung der Werke in wenig verschleiernder Form mit dezidiertem NS-Gehalt, anders als bei den meisten übrigen Beispielen von NS-Kunst bei den Olympischen Sommerspiele 1936.

Josef Thorak lieferte dagegen mit seiner martialischen 3,75 Meter Bronze-Monumentalskulptur Faustkämpfer, bereits ein beispielhaftes Werk der NS-Körperinszenierung.[104] Ohne Kenntnis über die Vorliebe Hitlers für den Bildhauer hatte zuvor der deutsche Kunstausschuss der Olympiade die Vorschläge von Thorak im Juli 1935 abgelehnt. Erst im März 1936 - als der Etat längst ausgeschöpft war - wurde die Wertschätzung bekannt. Nun stellten die NS-Organisatoren Thoraks Hitler-Büste im Haus des Deutschen Sport (der leere Sockel steht noch dort) und die Boxerfigur im abgelegenen „Anger“ am Schwimmstadion auf. Das Standbild sollte den Profi-Boxer Schmeling darstellen, Thoraks Nachbarn in Bad Saarow. Die Kosten für die Statue zahlte später Hitlers Reichskanzlei.[105]

Das NS-Regime fehlte es nach der „Machtergreifung“ an Künstlern, die seine Ideologie zum Ausdruck hätten bringen können und begünstigten einige Künstler durch den Kunst-am-Bau-Erlass am 22. Mai 1934. Sie beauftragte Bildhauer wie Karl Albiker, Richard Scheibe und Joseph Wackerle, die sich bereits in den 1920er Jahren einen Namen gemacht hatten, mit der Schaffung von Grossplastiken für den öffentlichen Raum, unter anderem auch hier im Rahmen der Umgestaltung des Deutsches Sportforums zum „Reichssportfeld“.

Die Leiterin des Berliner Georg-Kolbe-Museums Ursel Berger, hebt die Einzigartigkeit der Kunst auf dem Olympia-Gelände hervor:

„Das Reichssportfeld war die erste große Anlage in der NS‐Zeit, die Architektur und monumentale Plastik verband. Es war wegweisend für die späteren Großprojekte, allerdings mit gegensätzlicher Vorgehensweise: keine Wettbewerbe mehr, kein debattierender Kunstausschuß, keine breite Beteiligung von Künstlern und kein zurückhaltender archaistischer Stil, wie bei den Olympiafiguren.“[106]

Vom Bezug der installierten NS-Kunst zum Reichssportfeld und seinen Bauwerken ist 1936 zu lesen:

„Wieviel gesünder und künstlerisch stärker erweist sich das, was draußen im Reichssportfeld an Bildwerken geschaffen wurde: aus zwingender Notwendigkeit geboren, an eine festumgrenzte Aufgabe gebunden, für alle Zeiten eingebaut in den Rahmen einer großen Architektur, hat diese Plastik nicht nur rein praktisch ihren zugehörigen Platz gefunden. Sie ist vielmehr auch ideell einbezogen in den Bezirk jenes neuen Geistes, von dem die Olympischen Spiele 1936 ein Beweis waren.“[107]

Propagandistischen und wirtschaftlichen Nutzen erhoffte sich die NS-Regierung auch durch den zunehmenden Fremdenverkehr. Die Olympischen Spiele in Deutschland waren außerdem ein willkommener Anlass, die von der NS-Ideologie geforderte körperliche Ertüchtigung, das „Heranzüchten kerngesunder Körper“ für einen gesunden „Volkskörper“ im Hinblick auf Wehrertüchtigung und Einsatz im Krieg, auf breiter Basis zu propagieren und auch in die Tat umzusetzen. Durch die Integration aller Landsleute in die Vorbereitung der Olympischen Spiele 1936 sollte die Identifikation und Loyalität mit dem Regime erreicht werden. So betonte die Propaganda, dass kein Deutscher sich nur als Besucher der Olympischen Spiele fühlen solle, sondern dass jeder Deutsche in sich das Bewusstsein haben solle, Träger und damit Teilnehmer der Veranstaltungen zu sein. Mit der Parole „Olympia – eine nationale Aufgabe“, von Propagandaminister Joseph Goebbels und Innenminister Wilhelm Frick deklamiert, wurden die Deutschen in gewünschter Richtung auf die Olympischen Spiele vorbereitet.

Berlin: Cafe Kranzler, Unter den Linden. (Olympiafahne am Cafe)

Einem Olympia-Propaganda-Ausschuss und dem ihm angeschlossenen Amt für Sportwerbung oblag die Propaganda. In einer Heftreihe wurden dem Volk die teilweise komplizierten Regeln der Wettbewerbe erläutert. Als besonderer Aspekt der Propaganda galt die fahrbare Olympia-Wanderausstellung, die ein Jahr lang durch Deutschland zog und in fast hundert Städten zu sehen war. Daneben wurde mit Plakaten, Prospekten, Olympiazeitungen, Filmen und Diavorträgen im In- und Ausland für die Olympischen Spiele 1936 und für Deutschland geworben. Im Ausland lockten die Filialen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr mit üppig aufgemachten Schaufensterdekorationen zu einem Besuch Deutschlands anlässlich der Olympischen Spiele. Auf besondere Zustimmung stieß die Reduzierung der Fahrpreise für Eisenbahnfahrten nach Deutschland um 60 Prozent. Ausländische Reisegäste des Transatlantik- und sonstigen Flugverkehrs erhielten 20 Prozent Rabatt. Wenige Wochen vor Eröffnung der Sommerspiele wurde die deutsche Bevölkerung aufgerufen, durch besonders zuvorkommendes und höfliches Verhalten gegenüber den Gästen der Olympischen Spiele „alle Vorurteile gegenüber dem deutschen Volk aus der Welt zu schaffen“.

Britische Soldaten im bei Kriegsende eroberten Olympiastadion auf der Tribühne vor der großen Anzeigetafel.
Diem (rechts) mit Lewald bei der Winterolympiade 1928

Das propagandistische Hauptereignis aber waren die Sommerspiele selbst. Gegen alle Mahnungen des IOC, die Gastgeberrolle nicht zur Selbstdarstellung zu missbrauchen, nutzte das Regime alles, um mit einem „propagandistischen Gesamtkunstwerk“ sich selbst gut in Szene zu setzen, mit begeisterten Volksmassen Ekstase und Einigkeit von Volk und Führer zu demonstrieren. Mit Rahmenveranstaltungen wie Theater- und Opernaufführungen, verschiedenen Kunstausstellungen, der Deutschlandausstellung und sportlichen Begleitveranstaltungen wollten die nationalsozialistischen Machthaber der Welt die Größe und Bedeutung Deutschlands vorhalten, alle bisherigen Olympischen Spiele übertrumpfen und sich als friedliebend und weltoffen darstellen. Die Zwiespältigkeit des Systems offenbarte sich allerdings in der zynischen und skrupellosen Art, mit der die Nationalsozialisten vor den Gästen die wahren Zustände in Deutschland schönfärbten. Viermal durfte das Publikum im Olympiastadion das von Carl Diem geschaffene Festspiel „Olympische Jugend“ sehen und bejubeln. Sein Weihespiel wurde im Rundfunk übertragen. Es war ein theatralisches Spektakel über einen - in NS-Sicht - mythischen Wert des Sports: Vom Einströmen von Kinderscharen in die Kampfbahn, über einen Waffentanz, bis zu Ludwig van Beethovens Vertonung des Gedichtes An die Freude von Friedrich Schiller, ließ Diem nichts unversucht die Olympia-Gäste zu manipulieren. Aus heutiger Sicht offenbart dieses Massenstück die NS-ideologische Ausrichtung des damaligen organisierten Sports. „Sie wissen noch nicht vom Walten des Schicksals“, ertönte über die Stadionlautsprecher und zu den vorturnender Kindermassen: „Laßt sie toben, laßt sie tollen!“ Der Reim im Bühnenwerk: „Allen Spiels heil'ger Sinn: Vaterlandes Hochgewinn. Vaterlandes höchst Gebot in der Not: Opfertod!“ entlarft die Intension des Stückes. Die Zeitschrift FAZ schrieb am 12. Juni 2001 dazu: „Je schlechter der Vers, desto größer seine Wirkung, mochte Diem sich gedacht haben. Worin dieser Sports-„Geist“ gipfelte, ist bekannt.“[108] Reinhard Appel, ehemaliger Chefredakteur des ZDF, war später als Siebzehnjähriger 1945 dabei, wie Diem im Olympiastadion vor allem ganz junge und alte Männer des Volkssturms mit einer sinnlosen Durchhalte-Rede aufforderte, bis zum Tod zu kämpfen. Diem setzte damit auch noch in völlig aussichtsloser Kriegs-Situation fort, was er schon in seinem Festspiel zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1936 popagiert hatte.[109] Insgesamt blieb Diems Rolle in der NS-Zeit bis heute umstritten. Einerseits wurde er 1934 von der NS-Riege als „politisch unzuverlässig“ eingestuft. Dabei spielte auch die jüdischen Verwandtschaft seiner Frau eine Rolle und 1933 endete bereits seine Stellung als DRAfL-Generalsekretär. Gleichen Jahres verlor er seine Position als Prorektor der Sporthochschule, weil er sich weigerte, in die NSDAP einzutreten. Andererseits hatte er im NS-Deutschland wichtige und prominente Funktionen inne und beteiligte sich an Propagandaaktionen. Ab Januar 1933 war er als Generalsekretär des OK maßgeblich an Planung und Durchführung der Olympischen Spiele 1936 beteiligt.[110] Diem hob seit langem immer wieder besonders den Kampfcharakter im Sport hervor. Verstärkt 1919 - nach dem Verbot der Wehrpflicht durch den Friedensvertrag von Versailles - popagierte er „Sport als Wehrersatz“, der dem militätischen und politischen Wiederaufstieg Deutschlands dienen sollte. Er verknüpfte seine Ansichten eng mit eigenen Weltkriegs-Erfahrungen und favoritisierte dabei den Mythos von Langemarck, über einen angeblich „heldenhaften Opfergang“ bei dem damals 2000 junge, mangelhaft ausgerüstete und schlecht ausgebildete deutsche Soldaten fielen. Im Jahre 1932 prognostisierte er, daß aus den „Gebeinen“ der „Kämpfer von Langemarck“ „eine neue deutsche Zukunft entstehen“ werde. Er schlug dann bei der Planung zum Berliner Olympia-Gelände, die Einbeziehung einer Langemarck-Weihestätte vor. Beim Bau inszenierte er mit einem NS-Totenkult ein Erdritual, bei dem von ihm selbst beschaffte „blutgetränkte“ Erde vom Langemarck-Schlachtfeld in einem Schrein der Langemarckhalle versenkt wurde.[111]

Mit flaggen- und girlandengeschmückten Häusern und Straßen wurde eine perfekte Fassade aufgebaut, um den Eindruck eines ordentlichen, sauberen, zivilen und sozialen Deutschlands zu vermitteln. Auf einem der international renommierten Pharus-Pläne (Titel: Berlin - Olympiade Berlin 1936) fand sich unter Wichtige Sehenswürdigkeiten/Museen u. Sammlungen ein „1. Nationalsoz. Revolutions-Museum“ neben vierzehn anderen genannt, der genaue Ort dieses Museums ist darauf nicht verzeichnet.[112] Die SA eröffnete ab 1933, wie auch in verschiedenen deutschen Städten, in Berlin-Mitte in der Friedrichstrasse 171, sogenannte Revolutionsmuseen in denen unter anderem politische Gegner - beispielsweise Kommunisten - verhöhnt wurden.[113][114][115][116][117]

Empfang für IOK und OK: Hitler, Gustav Adolf von Schweden und Gemahlin Sibylla. 1. August 1936 Berlin

Zu den Olympischen Spielen 1936 reiste viel internationale Prominenz an, wie etwa König Boris III. (Bulgarien) und verlieh den Spielen einen oberflächlichen Glanz. Darunter war auch Erbprinz Gustav Adolf von Schweden, der bei den Olympischen Spielen in Berlin mit der Stute Alma in der Springkonkurrenz startete. Er war frisch - seit dem 19. Oktober 1936 zunächst standesamtlich - mit Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha verheiratet. Der Standesbeamte war damals der 1. Bürgermeister von Coburg und NS-Politiker Franz Schwede. Bei der kirchlichen Trauung mit über 60 Ehrengästen des europäischen Hochadels war der Großvater des Bräutigams, König Gustav V., aus Protest gegen die Nähe des Herzogshauses zu der in Coburg herrschenden NSDAP nicht anwesend.[118]

Marschmusik im Radio, die während der Winterspielübertragungen zum Teil noch gespielt worden war, sollte laut Anordnung der Reichssendeleitung nun „unter allen Umständen wegen der im Reich zu Besuch weilenden Ausländer“ vermieden werden. Ob dies tatsächlich umgesetzt wurde, ist fraglich, in den ausgewiesenen Sendeprogrammen fand sich weiterhin viel Militärmusik.[119]

Das teildemontierte Sturzkampfflugzeug Udets in Krakau.

Bei den Flugvorführungen der Olympischen Sommerspiele 1936 flog der neue Chef des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums Ernst Udet und persönliche Freund Görings mit seinem Sturzkampfflugzeug Curtiss Hawk II Schauflüge. Er nutzte dieses, zu militärtechnischen Studien Anfang 1934 aus den USA importierte Modell, für seine vielen halsbrecherischen Kunstflüge und auch um für die in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele zu werben. Es wurden, zusätzich zu den zivilen Kennzeichen und dem Hakenkreuz, die olympischen Ringe am Rumpf aufgemalt. Die ersten Einsätze mit Sturzkampfbombern fanden später im Spanischen Bürgerkrieg statt, danach massiv zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Udet glaubte an die Effektivität des Konzeptes des Sturzkampfbombers derart, dass er später alle Bomberprojekte zurückstellen ließ, die nicht sturzkampftauglich waren.[120][121][122]

Todesstrafe für „Rassenschande“, Plakat Der Stürmer ( 1935 )

Um die internationalen Gäste über die fortwährende Diskriminierung und Verfolgung der Juden in Deutschland zu täuschen, setzte sich unter anderem Karl Ritter von Halt, der Organisator der Garmisch-Partenkirchener Olympischen Winterspiele, für die Entfernung aller Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“ ein. Bereits 1935 tat er dies in Briefwechseln „nicht aus Sorge um die Juden“ sondern aus Sorge „ausschließlich um die Olympische Idee“.[123] In der Hitlerjugend sang man „Nach der Olympiade / schlagen wir die Juden zu Marmelade.“[124] Jede judenfeindliche Äußerung sollte während der Olympischen Spiele unterbleiben. Vor dem Erscheinen musste jede Ausgabe der antisemitischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ der Polizeidienststelle des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zur Prüfung vorgelegt werden. Redakteure, die gegen diese Anordnung verstießen und weiterhin antisemitische Hetzkampagnen publizierten, wurden in „Schutzhaft“ genommen. Die „Prestigeveranstaltung Olympische Spiele“ sollte dadurch nicht gefährdet werden.

Aufgrund drohenden gewalttätigen Übergriffen - nur Tage vor der Winter-Olymiade im gleichen Jahr - gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland, im Zusammenhang mit dem Attentat auf den NSDAP-Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff am 4. Februar in der Schweiz, sah das NS-Regime sich gezwungen Maßnahmen zu ergreifen. Seine Ermordung hatte vergleichbare politische Dimensionen, wie die spätere von Ernst Eduard vom Rath (siehe Novemberpogrome 1938).[125] Reichsminister des Innern Wilhelm Frick gab am Folgetag folgende Weisung heraus:

„Betr. Verhütung von Ausschreitungen aus Anlass der Ermordung des Gruppenleiters Schweiz der NSDAP Gustloff:
[...] ordne ich im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß an, dass Einzelaktionen gegen Juden aus Anlass der Ermordung des Leiters der Landesgruppe Schweiz der NSDAP Wilhelm Gustloff in Davos unbedingt zu unterbleiben haben. Ich ersuche gegen etwaige Aktionen vorzugehen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu halten.“[126]

Gleichzeitig erhob die NS-Propaganda Gustloff zum „Blutzeugen der Bewegung“ und ließ seinen Sarg per Sonderzug nach Deutschland überführen. Hitler beschränkte sich bei seiner Trauer-Rede in Schwerin auf „relativ zurückhaltende“[127] und „für seine Begriffe maßvolle“ Formulierungen.[128]

Die älteste Wochenzeitschrift der Vereinigten Staaten The Nation titelte zu den Olympischen Spielen 1936: „Der Tod macht Urlaub“.[129][130]

Wilhelm Frick und Heinrich Himmler im KZ Sachsenhausen, 1936
Goebbels und Riefenstahl (von links) bei Besprechungen zum Olympia-Film, 1937.

War die nationalsozialistische Propaganda bei den Winterspielen bemüht, jedes Anzeichen von Rassismus und Antisemitismus zu vermeiden, so wurden kurz vor Eröffnung der Sommerspiele die in Berlin lebenden Roma und Sinti in ein in Marzahn eingerichtetes Zwangslager am Stadtrand verbracht. Während die NS-Propaganda das „Weltfriedensfest“ feierte, entstand nahe Berlin zeitgleich das Konzentrationslager Sachsenhausen in einem Ortsteil von Oranienburg. Das KZ Oranienburg, mitten in der Stadt, war bereits geschlossen. Es begann 1936 eine zweite Phase der KZs in der nicht mehr hauptsächlich politische Gegner eingesperrt wurden, sondern Menschen die allgemein nicht dem nationalsozialistischen Bild der „Volksgemeinschaft“ entsprachen. Durch die Nähe zu Berlin und damit auch zur Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße hatte dieses Lager eine Sonderrolle im KZ-System. Die Anlage diente später als Ausbildungsort für KZ-Kommandanten und Bewachungspersonal im ganzen NS-Machtbereich. Es war der erste große KZ-Komplex, der von einem SS-Architekten geplant wurde. Himmler hatte ihm den Auftrag erteilt, ein „vollkommen neuzeitliches, modernes und jederzeit erweiterbares“ KZ zu errichten. Die NS-Sicherheitsorgane inhaftierten, um die Zeit der Olympischen Sommerspiele 1936, 50 000 Menschen.[131] Die Nationalsozialisten haben das Instrument der Propaganda offensichtlich gekonnt eingesetzt, denn viele Gäste und Funktionäre sahen während der Olympischen Spiele in Deutschland nur das, was sie sehen sollten. Im In- und Ausland wurden die KZs und Lager in Deutschland kaum wahrgenommen.[132]

Im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda hielt Sven Hedin am 4. August die Ansprache Sport als Erzieher und Leni Riefenstahl drehte in propagandistischer Weise den zweiteiligen „Dokumentarfilm“ „Olympia“ über die Sommerspiele von 1936, der zu den bekanntesten Filmen des Nationalsozialismus gehört. Film- und Fotorechte behielt sich das NS-Propagandaministerium bei den Olympischen Sommerspiele 1936 vor, ausländische Presseleute konnten sich somit nur aus zensiertem Material versorgen.[133]

Goebbels Propagandaministerium hatte die deutsche Presse angewiesen, ausgewogen und objektiv von den sportlichen Ereignissen der Olympischen Sommerspielen 1936 zu berichten, um ausländische Kritik an ihr zu umgehen.[134]

Hitler in Uniform auf der „Führertribühne“. Daneben Göring, als Generaloberst Oberbefehlshaber der neu gegründeten Luftwaffe, ungewohnt in „Zivil“. Der Letzte in der Reihe Lewald.

Dabei ließ der herrschende NS-Rassismus sich nur schwer verheimlichen. Der Radio-Reporter Paul Laven lieferte, in rassistischer Sichtweise per Live-Berichterstattung, eine für viele der Olympia-Reportagen 1936 charakteristische Beschreibung zum japanischen 10.000-Meter-Läufers Kohei Murakoso: „...der kleine strampelnde gelbe Mann hat die Spitze erkämpft.“[135] Ein anderer Live-Komentator berichtet seinen Zuhörern: „In der Mitte die vier Weißen, zwei Schwarze gegen vier Weiße. USA gegen Europa, der Kampf beginnt!“[136] Sicherlich nicht unabsichtlich findet sich später, mitten in dem verdeckt vom Propagandaministerium finanzierten Riefenstahl-Film Fest der Völker diese ganz NS-ideologisch konforme Deutung: „Achthundert-Meter-Lauf, die bestern Mittelstreckler der Welt am Start. Zwei schwarze Läufer gegen die stärksten der weißen Rasse.“ Auch andere Einzelheiten im Streifen entlarfen die politische Ausrichtung der Olympiade. So wird eine Filmsequenz vorher, während Hakenkreuzfahnen zu einem deutschen Gold- und Silber-Sieg im Kugelstoßen aufgezogen werden, mit dem Horst-Wessel-Lied untermalt. Der Parteihymne der NSDAP und ehemaligem SA-Kampflied, welches defakto zu soetwas wie einer zweiten Nationalhymne des Deutschen Reiches aufgestiegen war.[137] Häufige Überblendungen vom sportlichem Geschehen zur „Führertribühne“ - zu Hitler und Göring - taten ein Übriges.

Langemarckhalle und dahinter stehender Glockenturm in dem 1936 die Olympiaglocke aufgehängt wurde. Eine Verknüpfung der Sportanlage mit Kriegerehrung und Opfertod.

Direkt vor der Eröffnungsfeier suchten Hitler und Hermann Göring auf dem Olympiagelände die Langemarckhalle auf. Es standen zwei Kompagnien Heer, einer Kompagnie Luftwaffe und einer Kompagnie Marine Spalier. Hitlers Weg ging durch den Glockenturm und er wurde dort durch die Präsidenten des IOC und OK begrüsst. Erst danach machte sich Hitler auf den Weg, um die übrigen Vertreter des IOC zu begrüssen, diese Provokation wurde ohne Kommentar vom IOC ignoriert.[138][139]

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin sowie der Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen bejubelten die Zuschauer die Olympiamannschaften beim Eintritt in das Stadion, als die Athleten den rechten Arm hoben und zum Gruß ausstreckten. Was zu dieser Zeit allerdings kaum jemand wusste war, dass der Hitlergruß dem olympische Gruß optisch ganz ähnlich war. Allerdings wurde den Olympia-Teilnehmern explizit der „Heil Hitler“ Gruß mit ausgestreckten Arm abverlangt, wenn Hitler im Berliner Olympia-Stadion anwesend war. Einzig die Amerikanischen Team-Mitglieder verweigerten dies geschlossen und wurden dafür vom Publikum ausgepfiffen.[140]

Flughafen Tempelhof, Ankunft Spyridon Louis in Tracht, rechts von ihm Kronprinz Paul von Griechenland

Friedenstauben stiegen symbolhaft zu Beginn des „Festes des Friedens“, vom Olympiastadion aus, in den Himmel und bilden kurz eine Wolke darüber.[141] Spiridon Louis überbrachte Hitler einen Olivenzweig aus dem griechischen Olympia als Symbol des Friedens. Das deutsche OK war auf die Idee verfallen, ihn als ein erdachtes archaisches Urbild aller Langstreckenläufer und erstem Sieger des eigens für die Olympischen Spiele 1896 in Athen kreierten Marathonlaufs, im Sonderwaggon von seinem Heimatland nach Berlin zu schaffen. Der 64-jährige Louis wurde in Deutschland überall hofiert. Die bekannteste offizielle Aufnahme zeigte einen stattlichen älteren Herren mit buschigem Schnurrbart in verknittertem sonnenverbranntem Gesicht, wie dieser dem aufgeräumt vergnügtem Schirmherrn der Olympischen Sommerspiele 1936 den Zweig überreichte. In seiner Evzonentracht war er farbenprächtige, exotische Dekoration und wurde als sowas wie eine arische Ursprünglichkeit medienwirksam auszuschlachten versucht. Ob er begriff, ignorierte oder guthieß, was mit ihm auf seine alten Tage gespielt wurde, bleibt dahingestellt.[142]

Ebenfalls im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde das von den Ausmaßen her überwältigende Luftschiff Hindenburg eingesetzt, auf dessen Heckflossen vier Hakenkreuze und an den Seitenwänden die Olympischen-Ringe angebracht waren. Kurz bevor Hitler zu der Eröffnungszeremonie erschien, zog das Luftschiff die olympische Flagge an einem langen Seil befestigt über die Zuschauerränge.[143]

Dagegen beherrschten während den Olympischen Sommerspiele 1936 in den Austragungsstätten Uniformen von Wehrmacht, SA und SS die Szenerie. Die Gestapo überwachte auch die Post aller Olympiateilnehmer. Es gab ein eigenes „Postamt“ zu diesem Zweck, in Berlin-Charlottenburg.[144]In einem anonymen Brief, der abgefangen wurde, forderte Abraham Adolf Kaiser den Star der Olympiade 1936 Owens auf, seine errungenen Goldmedaillen dem „Blutmenschen“ Hitler vor die Füße zu werfen. Die Gestapo konnte das Schreiben abfangen und zurückverfolgen, der Duisburger Jude Altmann wurde vom einem Sondergericht in Düsseldorf zu einer Haftstrafe verurteilt.[145]

Mit dem Ausklingen der Olympia-Glocke - die zum Eröffnungsfest läutete - begann begleitet von Militärmusik der Einmarsch der Aktiven ins Olympia-Stadion: Zuerst Griechenland, zuletzt Deutschland. Die Zeiteinteilung und der Programmablauf des Fernsehsenders Paul Nipkow Berlin zu den Olympischen Sommerspielen 1936 für den Zeitpunkt des Einmarsches der Athleten verzeichnet ausschließlich sieben Militärmärsche und nicht etwa Sportlermärsche oder Hymnen auf die Athleten.[146]

Die Skulptuen Rosseführer (1936) von Joseph Wackerle, nach Kriegsende mit britischen Soldaten.
Statue „Deutsche Nike (1936) von Willy Meller, im Hintergrund das Olympiastadion.
Tannenberg-Nationaldenkmal / Reichsehrenmal Tannenberg, Trauerfeier für Hindenburg, 1934

Auf dem Gelände der Olympischen Sommerspiele in Berlin wurden zahlreiche NS-Kunstwerke installiert. Darunter die Statue „Deutsche Nike (1936) von Willy Meller. Das Gewand ist eine Anleihe aus dem Alten Griechenland, das Eichenlaub in ihrer Hand ist ein althergebrachtes deutsches Siegessymbol. Das Werk steht in der Tradition der Victoria- und Germaniastandbilder der National- und Kriegerdenkmäler des 19. Jahrhunderts. Bereits in der vorherigen Anlage von 1913 (Deutsches Stadion) war ein Hinweis - in Form einer Siegessäulen-Nachahmung - darauf, dass „Sport zum Nutzen des Vaterlandes“ stattfinden sollte. Das dargestellte Zertreten der „Schlange des Bösen“, einem der Bibel entnommenen Motiv, ist nach der Sichtweise der NS-Ideologie eine Drohung an die Feinde des „Dritten Reiches“.[147]Die Skulptur steht im Bereich des damaligen Übergangs vom öffentlich zugänglichen Stadionteil zu den Übungsanlagen des Reichssportfeldes, mit Blick auf das Maifeld. Das Maifeld wurde 1936 fertig und vom NS-Regime als späterer Platz für Mai-Massenaufmärsche und andere propagandistische Großveranstaltungen vorgesehen und genutzt, die zuvor auf dem Tempelhofer Feld stattfanden. Das Maifeld kann mit 112.000 m² Fläche 250.000 Besucher aufnehmen. Die Tribüne der Langemarckhalle und die seitlichen zusätzlich 60.000 Zuschauer. Flankierend am westlichen Zugang zum Olympia-Stadion wurden die zwei monumentalen Skulpturen Rosseführer angebracht. Dieses Motiv ist seit der Antike ein Symbol menschlicher Macht über die Natur und gilt als Sinnbild der Staatsführung. In ihrer starren Haltung wurden die Pferde Ausdruck der Unterordnung unter ihren Führer. Die Bildnisse forderten aber - nach NS-Lesart - gleichzeitig Unterwerfung unter Hitler und sein Regime ein. Deutlich wird dieser Bezug auch durch ihre Ausrichtung auf Langemarckhalle mit „Führerstand“ (nicht erhalten) und dem „Führerturm“ davor.[148] Die sechs errichteten Türme rund um das Olympia-Stadion wurden, wie es damals hiess, nach „den grossen deutschen Stämmen“ benannt, als Sinnbild für „das im Nationalsozialismus geeinte Deutschland“, welches das Stadion „in seine starke Obhut“ nehmen sollte. Hier werden optische Paralellen mit dem Tannenberg-Denkmal sichtbar, dem größten in der Weimarer Republik errichteten Kriegsdenkmal, patriotischer und nationaler Sammelpunkt gegen die Folgen des Versailler Vertrages; am 2. Oktober 1935 in neolithischem, opferhaftem Totenkult und mit propagierter fatalistischer Nibelungentreue des Dritten Reiches - nach NS-Umgestaltung - von Hitler als Reichsehrenmal Tannenberg deklariert. Die Namensgebung der Türme um das Olympia-Stadion fusste auf einer pseudowissenschaftlicher Diskusion, in der versucht wurde vorgeschichtliche und historische Entwicklungen für ethnische NS-Kartigorisierungen heranzuziehen und aus Bayern, Franken, Sachsen, Friesen, Schwaben und dem - objektiv gesehen - rein staatlichen Zusammenschluss „Preußen“ NS-propagandistisch „germanische Stämme“ machte. Neben der Benennung mit „Stammesnamen“ wurden die Türme auch als Beobachtungstürme bezeichnet, wobei die Wirkung als Symbole und nicht die als Kontroll- oder Aufnahmehilfsmittel erwünscht war.[149]

„Lichtdom“, Reichsparteitag September 1936
Übersichtskarte Olympiade Berlin 1936 (Pharus-Plan): Fassungsvermögen der Gebäude und Anlagen Reichssportfeld 1936: Markanter Weise oben im Text „Führerturm 75 m hoch“, die große Tribühne am Maifeld („Aufmarschgelände“) als „Westwall“. (Siehe dazu Feldbefestigung, Wallanlage, Westwall usw.) Entgegen der Bezeichnung „Westwall“ ist das 75 Meter lange Mittelteil der Maifeldtribüne vor dem Turm ist nicht als Wall aufgeschüttet, sondern als ein dreigeschossiger Bau ausgeführt worden.

Viele der Mittel zur Massen-Inszenierung entstammten den NS-Großveranstaltungen, wie die großangelegten Aufmärsche aus Fahnenträgern mit Hakenkreuzflaggen oder wurden auf dem Reichsparteitag am 11. September 1936 in Nürnberg,[150] wie beispielsweise der von Hitlers Leibarchitekten Speer entworfene Lichtdom - welcher nach Löschen des Olympischen Feuers unter Zuhilfenahme von Flakscheinwerfern vom Stadion aus erstrahlte, später in die NS-Propaganda übernommen.[151][152]

Auf dem Presseempfang Goebbels vor der Eröffnung der Sommer-Spiele 1936, zu dem neben IOC-Mitgliedern circa 1.200 Vertreter von Presse, Funk und Film des In- und Auslandes gekommen waren, verkündete der Reichspropagandaminister, insgesamt zwar zurückhaltend jedoch offen zugebend, in der Presse vor allem eine „Waffe“ und weniger ein Medium der Information zu sehen und bezeichnete diese als ein „scharfes Instrument“. Die in Deutschland herrschende Pressezensur gestand er ein und warb bei den Anwesenden um Verständnis für diese Maßnahme.[153] Vor den Versammelten verwahrt sich Goebbels gegen den Vorwurf, mit den Olympischen Spielen Propaganda für das nationalsozialistische Deutschland betreiben zu wollen, mit den Worten: „Wenn es der Fall wäre, würde ich es wissen“.[154]

Umschlagbild von Jupp Wiertz anläßlich der Olympischen Sommerspiele in der Mark Brandenburg, Reiseprospekt 1936.

Das NSDAP-Blatt Völkischer Beobachter berichtete vom Weltrekord Owens auf der Titelseite und zeigte ungewohnt mehrere Fotos ohne jeden rassistischem Kommentar.[155]Die Deutsche Wochenschau gab zunächst eine vage Deutung für den eingestellten Rekord des nicht-arischen Sportlers ab: Verschiedene Rassen hätten unterschiedliche Fähigkeiten. Und dann aber offen rassistisch: Zwar könnten „Indianer“ und auch „einzelne Negerstämme“ hoch springen oder schnell laufen, aber das Wichtigste seien doch der Fünf- und Zehnkampf. Nur dort sei schließlich die „gleichmäßige Entwicklung aller Muskeln des Körpers“ wichtig, und folgerichtig seien hier die Vertreter der „teutonischen Rasse“ führend.[156]

Die Exil-Presse berichtete scharf kritisierend in ihren Blättern über die Olympischen Spiele 1936. Die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ) schmuggelte einen Monat vor Beginn der Olympiaden 1936 eine Sonderausgabe mit dem Titel „Führer durch das Land der Olympiade“ nach Deutschland. Sie enthielt eine Karte mit Standorten und Informationen zu einzelnen KZs- und Arbeitslagern.[157] Eine mehrsprachige Tarnschrift der AIZ „Lernen Sie das schöne Deutschland kennen. Ein Reiseführer, unentbehrlich für jeden Besucher der Olympiade“ wurde über die Grenzen geschmuggelt, in dem fast alle damals existenten KZs zudem fotografiert waren.[158]

Nachdem das deutsche Team die Olympischen Sommerspiele 1936 auf Platz eins mit 33 Goldmedaillen weit vor den zweitplatzierten USA (24-mal Gold) abschloss, versuchte die NS-Propaganda dies als Überlegenheit des „Neuen Deutschland“ darzustellen.[159]

    Durchschnittliche Gold- und Devisenbestände Deutschlands in Millionen Reichsmark[160]
1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936
2.405 2.506 2.806 1.914 975 530 165 91,0 75,0

Wirtschaftlich waren 1936 die Olympischen Spiele für Deutschland ein eher geringer[161] Erfolg. Bei Gesprächen in der Wolfsschanze verkündete Hitler am 12. April 1942, dass die Spiele eine halbe Milliarde Devisen eingebracht hätten. Bei den Berliner Banken wurden während der Olympischen Spiele 23 Millionen Devisen eingewechselt, außerdem mussten alle Ausländer ihre Eintrittskarten in Devisen bezahlen. Der Erlös der Eintrittskarten brachte 9.034.442,79 Reichsmark, die Gesamteinnahmen sind jedoch unbekannt. Eine Karte zum Ringen oder Polo kostete eine Reichsmark, zu den Leichtathletikveranstaltungen oder der Baseball-Vorführung etwa vier Reichsmark. Insgesamt wurden fast 3,8 Millionen Eintrittskarten verkauft. Zu den Wettkämpfen in Berlin reisten zirka 35 000 Ausländer an, die für ihre Eintrittskarten maximal einen Devisenwert von 900 000 Reichsmark ausgaben. Zum Vergleich: Allein 852 Millionen Reichsmark musste das NS-Regime in der zweiten Jahreshälfte für zusätzliche Nahrungsmittel-Einfuhren aufwenden.[162]

Die Organisationskosten beliefen sich auf etwa 6,5 Millionen Reichsmark, außerdem investierte die Stadt Berlin 16,5 Millionen Reichsmark in den Ausbau der Infrastruktur und fast 100 Millionen Reichsmark in den Bau der Sportanlagen. Was die „reinen“ Olympiakosten angeht, gab es laut Carl Diem einen Überschuss von 4,5 Millionen Reichsmark.

Der Sporthistoriker Rürup resümiert, dass die Sportwettkämpfe insgesamt in soweit fair verliefen, als dass Anfeindungen gegen andere Nationen seitens des Publikums ausblieben.[163]

Die Propagada-Bilanz[Bearbeiten]

Um zu erfahren, wie die Berliner Sommerspiele in anderen Ländern wahrgenommen wurden, ließen Propagandaministerium, Reichssportführer und Auswärtiges Amt unabhängig voneinander Zusammenstellungen der internationalen Zeitungsberichterstattung zu den Olympischen Sommerspielen 1936 anfertigen. Bei Auswertung der gesammelten Informationen stellte sich heraus, dass die politische Bewertung - positiv oder negativ - eines Blattes meist schon vor den Olympischen Sommerspielen 1936 feststand und sich auch nicht änderte. Es ist daher fraglich ob die Olympischen Sommerspiele 1936 ein Propagandaerfolg im Ausland waren oder nicht.[164][165][166]Der „in erster Linie für den Führer“ bestimmte Olympia-Rapport ermittelte in 37 Staaten das Presse-Echo. Davon sahen sieben die Olympischen Sommer-Spiele in Deutschland positiv, ausschließlich Länder mit Rechtsregimen und somit antikommunistischer Führung.[167] Der Historiker Arnd Krüger analysierte als Grund zudem, dass viele ausländische Zeitungen Reisespesen für Sport-Journalisten scheuten und ihre lokal anwesenden Europa-Korrespondenten nach Berlin schickten, die Hitlers politische Hintergedanken seit Jahren kritisch beleuchtet hatten.[168]

Teil-Erfolge erzielte die NS-Propaganda zu den Olympischen Sommerspielen 1936 aber durchaus. So wie die Juden selbst aus der deutschen Öffentlichkeit gedrängt waren, so war jetzt auch das Thema ihrer Behandlung in der Olympia-Berichterstattung der europäischen Pesse verschwunden. Die Situation der Juden im Austragungsland der Olympischen Spiele 1936, die zuvor noch weltweit eine Rolle gespielt hatte, wurde nun vom „Glanz der Spiele“ überdeckt. Einzig in den Zeitungen Schwedens und Estlands finden sich Anmerkungen. So berichtet Svenska Dagbladet, die Juden seien verschwunden, sie seien unsichtbar geworden. Das frühere halbjüdische Berlin, das witzige skeptische Spreeathen bestünde nicht mehr und sei zu Spreesparta geworden. Die estnische Presse bemerkt in einem Bericht, dass die „Stürmer-Kästen“ abgebaut wurden. Die bürgerlichen französischen Zeitungen bildeten eine weitere Ausnahme und wurden von NS-Seite als „unverbesserliche Deutschlandhasser“ diffamiert. Aber nur die Presse der UdSSR hatte eine komplett ablehnende Haltung gezeigt.[169]

Die NS-Propagandisten wurden aber nicht müde zu betonen, dass die Olympischen Spiele 1936 einen großen Prestigegewinn für Deutschland im Ausland gebracht hätten. Neuere Forschungsergebnisse zweifeln dies an.[170]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Reichsgesetzblatt vom 19. Oktober 1936: Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes, später unter anderem formale Rechtsgrundlage für einige antijüdische Verordnungen.
Uraufführung der „Olympia“-Filme, Hitler schüttelt Riefenstahl die Hand.

Aber die beiden Teile der „Olympia“-Filme: „Fest der Völker“ und „Fest der Schönheit“ Riefenstahls feierten 1938 nicht nur im NS-Deutschland, am „Geburtstag des Führes“, triumphale Premieren, sondern später auch in 19 weiteren europäischen Ländern. Das Vierstunden-Werk erhielt internationale Preise.[171] Trotz Protesten gegen die Hitlersequenzen im „Olympia“-Film übertrafen die Auslandseinnahmen die der gesamten übrigen deutschen Jahres-Filmproduktion 1938.[172] Die französische Zeitung Le Figaro beschrieb am 6. Juli das bombastische Filmende in „Fest der Völker“ so:[173]

„Und dann die olympische Flamme, die mit den Nationalhymnen in eine Atmosphäre steigt, wie sie günstiger für den Frieden in der Welt niemals geschaffen wurde.“

Le Figaro: 6. Juli 1938, zitiert auf deutschlandradiokultur.de.

Der Sporthistoriker Reinhard Rürup merkt an, dass noch im selben Monat, unmittelbar nach den Olympischen Sommerspielen 1936, der Vierjahresplan abgesegnet wurde: „Danach sollte in vier Jahren die Armee einsatzbereit und die deutsche Wirtschaft kriegsfähig sein.“[174] Dieser zweite Vierjahresplan wurde durch eine geheime, etwa August 1936 verfasste Denkschrift Hitlers befohlen.[175] Göring trug die Denkschrift in einer Kabinettssitzung am 4. September 1936 vor. Er äußerte zu der Schrift: „Sie geht von dem Grundgedanken aus, dass die Auseinandersetzung mit Russland unvermeidbar ist.“ Er schloss die Kabinettssitzung mit dem Hinweis:

„Alle Maßnahmen haben so zu erfolgen, als ob wir im Stadium der drohenden Kriegsgefahr uns befänden.“[176]

Vor der deuschen Öffentlichkeit verkündete, der am 18. Oktober 1936 von Hitler zum „Bevollmächtigter für den Vierjahresplan“ ernannte, Göring den Vierjahresplan zehn Tage später im Berliner Sportpalast unter anderem als eine Konzeption zur „Sicherung der Ernährung des Volkes“.[177]

Für seine Publikation im Jahr 1937 „Unsterbliches Hellas“ von Karl Bömer mit Chariloas Kriekoukis (Pressechef der Königlichen Griechischen Gesandtschaft in Berlin) erwarb das Außenpolitische Amt der NSDAP Bildrechte von der griechischen Fotografin und Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“ „Nelly“, die Absicht war, eine kulturelle Verbindung zu konstruieren. Bereits 1936 traf die Fotografin in Berlin Riefenstahl und beriet sie zum „Olympia“-Film. Eine ideologische Parallele zwischen einem ausschließlich spartanischen antiken Griechenland und dem militaristischen Deutschen Reich ließ sich jedoch von der NS-Propaganda zu keiner Zeit glaubhaft vermitteln.[178]

Reckturnen
Fussball
Turmspringen

Zukunftsausblick[Bearbeiten]

Albert Speer (3. v. l.) hinter Hitler: Besuch der Versuchstribünenanlage für das Deutsche Stadion. (März 1938)
Beschreibung Langemarckhalle, Universität Adolf Hitler (Glockenturm/Gedenkstätte Olympiagelände)

Hitler kündigte in einer Rede vor der gesamten deutschen Olympiamannschaft - welche in die Reichskanzlei zur Ehrungen eingeladen war - an, dass zu den Spielen 1940 in Tokio die deutsche Mannschaft mit dem Zeppelin Hindenburg anreisen werde. Zur Unterstützung sollten die besten Arbeiter aus den deutschen Betrieben mit der Kraft durch Freude-Flotte nach Japan reisen dürfen.[179] Die geplanten Spiele in Tokio hielt Hitler, in einer eigenen Prognose, für die letzten stattfindenden Olympischen Spiele.[180] Im September 1937 äußerte Hitler, dass Berlin die letzte Olympiade gewesen sei, an der Deutschland als Land teilgenommen hat. In Zukunft, so meinte er, würden in Nürnberg die großartigsten Sportveranstaltungen der Welt und die größten Sportwettkämpfe, die je stattgefunden haben, in eigener Regie unter uns abgehalten werden. Hinter Hitlers Aussage steckte nicht nur eine Phantasterei. Bereits Ende November 1936 wurde eine Verfügung unterzeichnet, der zufolge unter der Schirmherrschaft der SA künftig sogenannte Nationalsozialistische Kampfspiele stattfinden sollten. Diese Kampfspiele waren also eine Art nationale Olympiade und als Fortsetzung bzw. Ersatz der Olympischen Spiele gedacht. Albert Speer setzte Hitler im Laufe des Jahres 1937 davon in Kenntnis, dass die bisherigen (übersteigerten) Planungen für das Deutsche Stadion nicht mit den olympischen Maßen konform seien. Daraufhin erhielt er von Hitler eine Rückantwort, dass dies ganz unwichtig sei, da nach 1940, so meinte Hitler, die Olympische Spiele für alle Zeiten in Deutschland stattfinden würden und zwar in diesem jenen Stadion. Und wie das Sportfeld bemessen sei, so fuhr er fort, das bestimmen dann wir![181]

Die Planungen von Speer zum Bau der (ebenfalls überdimensionierten) Welthauptstadt Germania die bereits 1935 begannen, sahen eine Reichsuniversität Adolf Hitler vor, der das Reichssportfeld mit dem Olympiastadion Berlin später zugeschlagen worden wäre. Es sollte dann als architektonischer Höhepunkt eine riesenhafte Langemarckhalle errichtet werden, welche die 1936 entstandene in den Schatten gestellt hätte. 1938 erfolgte der endgültige bauliche Abschluss für das Reichssportfeld mit der Fertigstellung des Heimes für den Reichssportführer, das gleichzeitig ein markantes Element für die zu erichtende „Welthauptstadt Germania“ darstellte.

Trivia[Bearbeiten]

Im Schwimmstadion gab es am 15. August einen Zwischenfall: Carla De Vries, eine kalifornische Touristin bat Hitler um ein Autogramm und nutzte die Gelegenheit, ihn zu küssen. Während die deutschen Zeitungen dies nicht meldeten, war es in amerikanischen Zeitungen eine lohnende Nachricht, zumal hiervon auch eine 14 Sekunden-Film Sequenz gefilmt wurde.[182]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Bellers: Berichte des Reichspropagandaministeriums. LIT, Münster 1985, ISBN 3-88660-193-5.
  • Volker Boch: Die Olympischen Spiele unter Berücksichtigung des jüdischen Sports. Hartung-Gorre, Konstanz 2002, ISBN 3-89649-819-3.
  • Friedrich Bohlen: Die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936. Pahl-Rugenstein, Köln 1979, ISBN 3-7609-5016-7.
  • Susanne Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. Neddermeyer, Berlin 2003, ISBN 3-933254-12-4.
  • Alexander Emmerich: Olympia 1936. Trügerischer Glanz eines mörderischen Systems. Fackelträger-Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-7716-4472-7.
  • Armin Fuhrer: Hitlers Spiele – Olympia 1936 in Berlin. be.bra, Berlin 2011, ISBN 978-3-89809-089-6.
  • Ewald Grothe: Die Olympischen Spiele von 1936 – Höhepunkt der NS-Propaganda? In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 59 (2008), S. 291-307.
  • Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik Teil 1. Athen 1896 – Berlin 1936. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00715-6.
  • Arnd Krüger (Hrsg.): The Nazi Olympics: sport, politics and appeasement in the 1930s, Univ. of Illinois Press, 2003, ISBN 0-252-02815-5.
  • Richard D. Mandell, The Nazi Olympics, University of Illinois Press 1987, ISBN 0-252-01325-5.
  • Gustav Rau: Die Reitkunst der Welt an den Olympischen Spielen 1936. Olms, Berlin 1978, ISBN 3-487-08156-3.
  • Reinhard Rürup: Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus. Argon, Berlin 1996, ISBN 3-87024-350-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Lutschiff-Post mit Olympia-Sonderbriefmarken: Olympiafahrt 1936, 1. August.
 Commons: Olympische Sommerspiele 1936 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinhard Rürup: 1936. Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Berlin 1996, S.79.
  2. Spiele unterm Hakenkreuz : die Olympischen Spiele von Garmisch-Partenkirchen und Berlin 1936 und ihre politischen Implikationen. Verfasser: Horst Ueberhorst. In: Aus Politik und Zeitgeschichte , Jg. 1986 (1986), Band 31, S. 4-5.
  3. Hans Joachim Teichler: 1936 – ein olympisches Trauma. Als die Spiele ihre Unschuld verloren, In: Manfred Blödorn (Herausgeber): Sport und Olympische Spiele, Reinbek bei Hamburg 1984, S. 54.
  4. Hans Joachim Teichler: 1936 – ein olympisches Trauma. Als die Spiele ihre Unschuld verloren, in: Manfred Blödorn (Hg.): Sport und Olympische Spiele, Reinbek bei Hamburg 1984, S. 55; Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung. Ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA., S.76.
  5. Arnd Krüger(2004). 'What's the Difference between Propaganda for Tourism and for a Political Regime?' Was the 1936 Olympics the first Postmodern Spectacle? In: J. BALE & M. KROGH CHRISTENSEN (eds.): Post-Olympism? Questioning Sport in the Twenty-first Century. Oxford: Berg 2004, 33 – 50.
  6. SPIEGEL SPECIAL, DIE GLADIATOREN DES DIKTATORS von Manfred Ertel, 1/2008, http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecialgeschichte/d-55573712.html
  7. http://www.sueddeutsche.de/sport/olympische-spiele-nicht-dabei-sein-ist-alles-1.278427-4, zitiert aus: Sporthistoriker Arnd Krüger, Dissertation Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung
  8. Bruno Simma, Hans-Peter Folz: Restitution und Entschädigung im Völkerrecht. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2004, ISBN 978-3486566918, S. 34
  9. http://www.deutschlandradiokultur.de/als-er-ausgeredet-hatte-kam-das-schlimmste.932.de.html?dram:article_id=130229
  10. Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung. Ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA. (Sportwissenschaftliche Arbeiten, Bd.7). Bartels & Wernitz, Berlin 1972, ISBN 3-87039-925-2.
  11. deutschlandfunk.de, http://www.deutschlandfunk.de/vor-75-jahren-winterspiele-unterm-hakenkreuz.1346.de.html?dram:article_id=196206
  12. sueddeutsche.de, http://www.sueddeutsche.de/sport/olympische-spiele-nicht-dabei-sein-ist-alles-1.278427-4
  13. Volker Ullrich: “Adolf Hitler. Die Jahre des Aufstiegs 1889—1939.” S. Fischer, Frankfurt a. Main 2013, S. 622.
  14. http://www.sueddeutsche.de/sport/olympische-spiele-nicht-dabei-sein-ist-alles-1.278427-2
  15. http://www.deutschlandfunk.de/fest-des-friedens-fest-der-voelker-fest-der-taeuschung.724.de.html?dram:article_id=100270
  16. http://www.sueddeutsche.de/sport/olympische-spiele-nicht-dabei-sein-ist-alles-1.278427-3
  17. Die Weltwoche, Ausgabe 32/2008, Berlin 1936: Wie Olympia die Unschuld verlor, abgerufen am 23. Januar 2015, http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2008-32/artikel-2008-32-wie-olympia-die.html
  18. http://www.deutschlandfunk.de/fest-des-friedens-fest-der-voelker-fest-der-taeuschung.724.de.html?dram:article_id=100270
  19. Welt am Sonntag 13. Mai 2012, http://www.welt.de/incoming/article106298672/Spiele-um-jeden-Preis.html
  20. Arnd Krüger: The Olympic Games of 1936 as Fifth German Combat Games, in: Roland Naul (Hrsg.): Contemporary Studies in the National Olympic Games Movement (⇐ Sport Sciences International, Bd. 2). Frankfurt/M: P. Lang 1997, 153 - 175. ISBN 3-631-32491-X
  21. DER SPIEGEL 5/1980,http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14321052.html
  22. Der Tagesspiegel am 9. August 2009 ,http://www.tagesspiegel.de/sport/leichtathletik/unsere-serie-sternstunden-der-leichtathletik-jesse-owens-das-verlorene-gold/1575436.html
  23. http://www.spiegel.de/einestages/olympia-1936-a-947704.html
  24. Zitiert nach: OKNE 1922–1943. Verlag Synchroni Epochi – Odigitis, Athen 1989
  25. Telepolis: „Löscht die Flamme“, die gescheiterten Versuche, 1936 die Ankunft der olympischen Flamme in Nazideutschland zu verhindern
  26. http://www.faz.net/aktuell/politik/china-spezial/olympia-und-politik/olympische-spiele-1936-ganz-und-gar-ein-politisches-unternehmen-1540872-p2.html
  27. https://www.dhm.de/lemo/Bestand/objekt/20023791
  28. http://www.faz.net/aktuell/politik/china-spezial/olympia-und-politik/olympische-spiele-1936-ganz-und-gar-ein-politisches-unternehmen-1540872-p2.html
  29. Carola Jüllig: Der Fackel-Staffel-Lauf Olympia-Berlin 1936; Mit 95 Jahren ist Siegfried Eifrig immer noch fit wie ein Turnschuh, SCC Running, 6. Februar 2005.
  30. Christian Bellinger: Funktionen und Methoden der propagandistischen Inszenierung der Olympischen Spiele von 1936, GRIN Verlag 2007, ISBN 3-638-77442-2 S. 31.
  31. Sueton: Divus Augustus 91.2
  32. Infotafel auf dem Olympiagelände: File:Gedenktafel Olympischer Platz 4 (West) Die Olympiaglocke.jpg
  33. Karin Stöckel: Berlin im olympischen Rausch. Die Organisation der Olympischen Spiele 1936, Diplomica Verlag, August 2009, ISBN 3-836-66938-2, S. 41 f.
  34. http://www.berlinstadtservice.de/xinh/Olympiaglocke.html
  35. http://www.myheimat.de/uetze/sport/was-hat-uetze-mit-der-olympiaglocke-im-berliner-stadion-zu-tun-m241171,49360.html
  36. Karin Stöckel: Berlin im olympischen Rausch. Die Organisation der Olympischen Spiele 1936, Diplomica Verlag, August 2009, ISBN 3-836-66938-2, S. 41 f., https://books.google.de/books?id=xFL5AwAAQBAJ&pg=PA41&lpg=PA41&dq=Olympia-Glocke+Stahl&source=bl&ots=NRGUPO9jP_&sig=0Oh7pEjojV63-elpszzhh6lB3TY&hl=de&sa=X&ei=J9UCVb5aq_7KA8engYAE&ved=0CFUQ6AEwCg#v=onepage&q=Olympia-Glocke%20Stahl&f=false
  37. http://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/berlinabc/stichworteag/537-glockenturm.html
  38. http://www.focus.de/sport/mehrsport/sport-olympia-1936-ein-fest-fuer-den-diktator_aid_657284.html
  39. Karin Stöckel: Berlin im olympischen Rausch. Die Organisation der Olympischen Spiele 1936, Diplomica, Hamburg 2009, ISBN 978-3836669382, S. 35.
  40. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/olympische-spiele.html
  41. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56670298.html
  42. http://www.dw.de/die-reste-der-heuchlerischen-olympia-idylle/a-15909187
  43. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56670298.html
  44. Berliner Morgenpost - 19.04.10, Brandenburg; http://www.morgenpost.de/berlin/article1294240/Kampf-gegen-Verfall-des-Olympischen-Dorfs.html
  45. http://www.landkartenarchiv.de/pharus_olympiaberlin_1936.php
  46. http://www.focus.de/sport/mehrsport/sport-olympia-1936-ein-fest-fuer-den-diktator_aid_657284.html
  47. http://www.geschichtsspuren.de/artikel/59/116-olympisches-dorf-elstal-1936.html
  48. Roland Kopp: Der „Unglücksfall“ des Hauptmanns Wolfgang Fürstner. Ein Lehrstück zum Janusgesicht der Olympischen Spiele von 1936, in: Diethelm Blecking/ Lorenz Pfeiffer (Hg.): Sportler im „Jahrhundert“ der Lager – Profiteure, Widerständler und Opfer, Göttingen 2012, S. 248–254.
  49. Leonardo Conti: Der Gesundheitsdienst bei den XI.Olympischen Spielen in Berlin und den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936, Berlin 1938, S. 46–47
  50. Leonardo Conti: Der Gesundheitsdienst bei den XI . Olympischen Spielen in Berlin und den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936, Berlin 1938, S.7
  51. Leonardo Conti: Der Gesundheitsdienst bei den XI.Olympischen Spielen in Berlin und den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936, Berlin 1938, S. 12
  52. Conti (1938), S. 37.
  53. Conti (1938), S. 40–41.
  54. http://www.faz.net/aktuell/politik/china-spezial/olympia-und-politik/olympische-spiele-1936-ganz-und-gar-ein-politisches-unternehmen-1540872-p2.html
  55. Conti (1938), S. 42.
  56. Die Weltwoche, Ausgabe 32/2008, Berlin 1936: „Wie Olympia die Unschuld verlor“, abgerufen am 23. Januar 2015, http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2008-32/artikel-2008-32-wie-olympia-die.html
  57. TAZ, Fit mit dem Hitlergruß, 3. 8. 2011, http://www.taz.de/!75601/
  58. Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V., http://pressechronik1933.dpmu.de/zur-historischen-orientierung-die-nationalsozialistischen-olympischen-spiele/
  59. http://www.dra.de/publikationen/cds/stimmen/cd03.html
  60. https://www.munzinger.de/search/portrait/Ilona+Elek/1/2649.html
  61. Arnd Krüger: „Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung. Ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA.“, Sportwissenschaftliche Arbeiten, Bd.7 Berlin: Bartels & Wernitz 1972
  62. „... und ich bleibe für immer.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. November 2010,http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/und-ich-bleibe-fuer-immer-11164161-p2.html
  63. http://www.fcoffenbach.de/cms/index.php?idcat=109&idart=548
  64. http://www.spiegel.de/einestages/olympia-1936-a-946498.html
  65. The Joy of Six: Olympic football tournament stories, Artikel des Guardian vom 20. Juli 2012
  66. waseda.jp: Bonds of Friendship Tied Rivals- Waseda and Keio. Medal of Friendship, vom 1. August 2011, in englischer Sprache, abgerufen am 2. August 2012
  67. Konrad Freiherr Von Wangenheim: The Arm In The Sling Gold Medallist
  68. Die Weltwoche, Ausgabe 32/2008, Berlin 1936: Wie Olympia die Unschuld verlor, abgerufen am 23. Januar 2015, http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2008-32/artikel-2008-32-wie-olympia-die.html
  69. http://www.sueddeutsche.de/sport/olympische-spiele-nicht-dabei-sein-ist-alles-1.278427
  70. http://www.dra.de/publikationen/cds/stimmen/cd03.html
  71. http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/75jahreradio/nszeit/haus/inhalt_olympia.html
  72. Dieter Holtschmidt: Volksempfänger. Geschichte und Technik der Gemeinschaftsgeräte, Hagen 1981 (Selbstverlag), S.92
  73. Ernst Walther Stockhusen: Vom ältesten zum neusten VE-Gerät (vom VE 301 W bis zum DKE 38 B). Ein Hilfsbuch für alle Volksempfänger-Hörer, den Funkbastler sowie den Rundfunk- und Reparaturtechniker, Leipzig 1942. Nachdr. Herten 1991 S. 101
  74. Im Archiv für Funkrecht. Amtsblatt der Reichsrundfunkkammer, hg. v. Reichsrundfunkkammer. (ab 1. Januar 1938 umbenannt in “Rundfunkarchiv“), http://www.medienstimmen.de/chronik/1931-1935/1933-volksempfaenger-ve-301-mit-kostenguenstigem-freischwinger-lautsprecher/
  75. http://www.dra.de/publikationen/cds/stimmen/cd03.html
  76. http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/75jahreradio/nszeit/haus/inhalt_olympia.html
  77. Hitler zitiert bei Duff Hart-Davis: Hitler’s Games. The 1936 Olympics, New York 1986, S. 45.
  78. Hilmar Hoffmann: Mythos Olympia. Autonomie und Unterwerfung von Sport und Kultur. Weimar 1993, S. 17
  79. Infotafel Olympiagelände: File:Gedenktafel Olympischer Platz 4 (West) Der Ehrenbereich.jpg
  80. Info-Tafel Olympia-Gelände; File:Gedenktafel Olympischer Platz 4 (West) Die Gedenktafeln im Marathontor.jpg
  81. Jutta Braun: Gretel Bergmann. In: Berno Bahro, Jutta Braun, Hans Joachim Teichler (Hrsg.): Vergessene Rekorde – jüdische Athletinnen vor und nach 1933. vbb, Berlin 2009, S. 96.
  82. http://www.taz.de/!136631/
  83. Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele von 1936 und die Weltmeinung. Bartels & Wernitz, Berlin 1973, ISBN 3-87039-925-2.
  84. William Uricchio: Die Anfänge des deutschen Fernsehens; Kritische Annäherungen an die Entwicklung bis 1945. Ed. (Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1991), S.220. ISBN 3110918757, 9783110918755
  85. F. Angermeyer: Hymne an Berlin. In: „Reichssportblatt“ 2 (1935), zitiert nach Hans Joachim Teichler: Internationale Sportpolitik im Dritten Reich, Schorndorf 1991, S. 64.
  86. Helmut Kyrieleis (Hrsg.): Olympia 1875-2000. 125 Jahre Deutsche Ausgrabungen. Philipp von Zabern, Mainz 2002. ISBN 3-8053-2989-X
  87. Den Namen Hitler sucht man vergebens von Oliver Fritsch, ZEIT ONLINE, 24. Oktober 2012, http://www.zeit.de/sport/2012-10/olympia-gebauer-gropius-nazi
  88. (zitiert nach: Phädra Koutsoukou, Die NS-Kulturpolitik gegenüber Griechenland in der Vorkriegszeit, in: Chryssoula Kambas / Marilisa Mitsou [Herausgeber], Hellas verstehen, Köln 2010, S.139-155; hier: S. 141).
  89. DER SPIEGEL 8/1973, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42650943.html
  90. DER SPIEGEL 5/1980,http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14321052.html
  91. Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung. Ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA., S. 63.
  92. DER SPIEGEL 8/1973, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42650943.html
  93. Muschelkalk (Quaderkalk) aus Nordbayern
  94. http://www.glockenturm.de/geschichte/olympiastadion/index.html
  95. Alte Sünden. In: Der Spiegel, 22. Dezember 1997
  96. Wolfgang Schäche und Norbert Szymanski: Das Reichssportfeld. Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht. bebra Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-930863-67-7, S. 55–56.
  97. Schäche, Szymanski 2001, S. 57.
  98. http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/aktuelles/einzelansicht/news/historische_kommentierung_des_olympiagelaendes_berlin/
  99. Stefan Busch: „Und gestern, da hörte uns Deutschland“. NS-Autoren in der Bundesrepublik. Kontinuität und Diskontinuität bei Friedrich Griese, Werner Beumelburg, Eberhard Wolfgang Möller und Kurt Ziesel. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998. Reihe: Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte, 13. ISBN 3-8260-1395-6
  100. Marc-Wilhelm Kohfink: Eberhard Wolfgang Möller, der „nationale Amtsdichter“. In: Rolf Düsterberg (Hrsg.): Dichter für das »Dritte Reich«. Biografische Studien zum Verhältnis von Literatur und Ideologie. Aisthesis, Bielefeld 2009. ISBN 978-3-89528-719-0, S. 159-196
  101. http://www.glockenturm.de/geschichte/waldbuehne/index.html
  102. Süddeutsche Zeitung, 23./24. 1. 1993
  103. http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BMVBS/Sonderveroeffentlichungen/2011/DL_GeschichteKunst.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  104. http://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/berlinabc/stichworteot/634%E2%80%90olympiagelaende.html
  105. http://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/berlinabc/stichworteot/634%E2%80%90olympiagelaende.html
  106. Ursel Berger: Einfachheit, Strenge und Feierlichkeit. Die Skulpturen vom Berliner Olympiagelände, http://www.bildhauerei ‐ in ‐ berlin.de/_html/OLYMPIA.pdf, Juni 2004, S. 2
  107. Alfred Abel: Von der Plastik des Reichssportfeldes, in: Baugilde, 18. Jg. 1936, S.957 ‐ 975, zit. nach Wolfgang Schäche; Norbert Szymanski: Das Reichssportfeld. Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht. – Berlin 2001, S. 99.
  108. FAZ vom 12. Juni 2001
  109. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juni 1995, Nr. 144, S. 86
  110. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Zweite aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 108–109.
  111. Infotafel in Glockenturm-Gedenkstädte am Olympiastadion, 3. November 2011. File:Sportbewegung.jpg
  112. http://www.landkartenarchiv.de/pharus_olympiaberlin_1936.php
  113. http://www.morgenpost.de/printarchiv/biz/article134622970/Anti-Kriegs-Museum-1925-33-SA-Revolutionsmuseum-1933-1943.html, http://pressechronik1933.dpmu.de/2013/07/27/pressechronik-27-7-1933/
  114. http://pressechronik1933.dpmu.de/2013/07/27/pressechronik-27-7-1933/, http://www.dhm.de/datenbank/dhm.php?seite=5&fld_0=95008377
  115. http://collections.ushmm.org/search/catalog/irn11745
  116. https://karleduardskanal.wordpress.com/tag/schutzhaft/
  117. http://pressechronik1933.dpmu.de/berliner-morgenpost-vom-27-7-1933-seite-10/
  118. Harald Sandner: Hitlers Herzog – Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha – Die Biographie. Shaker Media, Aachen 2011, ISBN 978-3-86858-598-8, S.239.
  119. http://1936.dra.de/index.php?id=8#zitat533
  120. Udet auf der Seite des Polnischen Luftfahrtmuseums
  121. John M. Andrade: U.S. Military Aircraft Designations and Serials, Varianten und Produktionsziffern, S. 183-186
  122. Armand van Ishoven: Udet. Biographie. Paul Neff, Wien 1977, ISBN 3-7014-0133-0
  123. Tagesspiegel Online, 8. Februar 2006 Die gespielten Spiele, von Matthias Kochhttp, www.tagesspiegel.de/sport/die-gespielten-spiele/682590.html
  124. Folker Siegert, Diethard Aschoff: Grenzgänge: Menschen und Schicksale zwischen jüdischer, christlicher und deutscher Identität : Festschrift für Diethard Aschoff (Band 11 von Münsteraner judaistische Studien), LIT Verlag Münster, 2002, ISBN 3-8258-5856-1, S. 279 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  125. Ian Kershaw: Hitler – 1889–1936; Stuttgart 19982; ISBN 3-421-05131-3
  126. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, Band 1: Deutsches Reich 1933–1937; München 2008; ISBN 978-3-486-58480-6; S. 558 (Dokument 225).
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