Olympische Sommerspiele 1956/Wasserball

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Olympische Ringe
Wasserball

Bei den XVI. Olympischen Spielen 1956 in Melbourne fand ein Wasserball-Turnier statt. Austragungsort war das Schwimmstadion im Olympic Park. Das Blutspiel von Melbourne zwischen Ungarn und der Sowjetunion ging als das brutalste Spiel in die Wasserball-Geschichte ein.

Medaillengewinner[Bearbeiten]

Platz Land Spieler
1 Ungarn 1949Ungarn HUN Antal Bolvári, Ottó Boros, Dezső Gyarmati, István Hevesi, László Jeney, Tivadar Kanizsa, György Kárpáti, Kálmán Markovits, Mihály Mayer, István Szívós, Ervin Zádor
2 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Juraj Amšel, Ivo Cipci, Tomislav Franjković, Vladimir Ivković, Zdravko Ježić, Hrvoje Kačić, Zdravko Kovačić, Lovro Radonić, Ivo Štakula, Boško Vuksanović, Marjan Žužej
3 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Wiktor Agejew, Pjotr Breus, Boris Goichman, Wjatscheslaw Kurennoi, Nodar Gwacharija, Boris Markarow, Pjotr Mschwenieradse, Walentin Prokopow, Michail Ryschak, Juri Schljapin


Turnier[Bearbeiten]

Es traten insgesamt zehn Mannschaften an, die in der Vorrunde in drei Gruppen eingeteilt waren. Die zwei besten Teams jeder Gruppe kamen in die Finalrunde, in der sie gegen alle Mannschaften antraten, gegen die sie noch nicht in der Vorrunde gespielt hatten. Die Ergebnisse aus der Vorrunde wurden in die Finalrunde mitgenommen. Die übrigen Teams bestritten eine Trostrunde um die Plätze 7 bis 10.

Vorrunde[Bearbeiten]

Gruppe A

Platz Team Siege Unent. Ndlg. Tore Diff. Punkte
1. Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 3 0 0 15:5 + 10 6
2. Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 2 0 1 9:6 + 3 4
3. Rumänien 1952Rumänien Rumänien 1 0 2 9:9 0 2
4. AustralienAustralien Australien 0 0 3 3:16 - 13 0
28. November 14:00 Rumänien Australien 4:2 (2:1)
19:30 Jugoslawien Sowjetunion 3:2 (2:1)
29. November 21:15 Sowjetunion Rumänien 4:3 (2:1)
22:15 Jugoslawien Australien 9:1
30. November 10:30 Jugoslawien Rumänien 3:2 (2:2)
16:00 Sowjetunion Australien 3:0

Gruppe B

Platz Team Siege Unent. Ndlg. Tore Diff. Punkte
1. Ungarn 1949Ungarn Ungarn 2 0 0 12:3 + 9 4
2. Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1 0 1 7:9 - 2 2
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 0 0 2 4:11 - 7 0
28. November 20:30 USA Großbritannien 5:3 (3:3)
29. November 15:45 Ungarn Großbritannien 6:1 (4:0)
30. November 11:30 Ungarn USA 6:2 (6:2)

Gruppe C

Platz Team Siege Unent. Ndlg. Tore Diff. Punkte
1. ItalienItalien Italien 2 0 0 11:3 + 8 4
2. Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland 1 0 1 7:5 + 2 2
3. Singapur 1946Singapur Singapur 0 0 2 2:12 - 10 0
28. November 15:00 Deutschland Singapur 5:1 (2:0)
29. November 16:45 Italien Singapur 7:1 (3:1)
30. November 22:10 Italien Deutschland 4:2 (1:1)

Finalrunde[Bearbeiten]

Das Spiel zwischen Ungarn und der Sowjetunion ging unter dem Namen Blutspiel von Melbourne als brutalstes Spiel in die Wasserball-Geschichte ein. Unmittelbar vor der Anreise der Athleten war der Ungarische Volksaufstand von der sowjetischen Armee niedergeschlagen worden. Einige der ungarischen Sportler wollten nicht nach Ungarn zurückkehren. Vor dem Spiel lagen die Ungarn einen Punkt vor Jugoslawien und zwei Punkte vor der Sowjetunion. Ein Sieg hätte der sowjetischen Mannschaft gute Chancen auf den Olympiasieg offengelassen, für die Ungarn bedeutete ein Sieg eine sichere Silbermedaille und ein echtes Finale gegen die Mannschaft Jugoslawiens.

Das Spiel verlief so blutig, dass im Becken rote Spuren zu sehen waren. Beim Stand von 4:0 für die Ungarn wurde das Spiel eine Minute vor Schluss abgebrochen, nachdem Exilungarn im Publikum heftig gegen eine Aktion von Walentin Prokopow protestierten, der dem Ungarn Ervin Zádor eine klaffende Wunde im Gesicht zugefügt hatte. Im letzten Spiel besiegten die Ungarn die Mannschaft Jugoslawiens mit 2:1.

Platz 1 bis 6

Platz Team Siege Unent. Ndlg. Tore Diff. Punkte
1. Ungarn 1949Ungarn Ungarn 5 0 0 20:3 + 17 10
2. Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 3 1 1 13:8 + 5 7
3. Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 3 0 2 14:14 0 6
4. ItalienItalien Italien 2 0 3 10:13 - 3 4
5. Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1 0 4 10:20 - 10 2
6. Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland 0 1 4 11:20 - 9 1
1. Dezember 14:40 Italien Sowjetunion 2:3 (2:3)
22:40 Jugoslawien USA 5:1 (3:0)
3. Dezember 16:50 USA Deutschland 4:3
21:30 Ungarn Italien 4:0 (3:0)
4. Dezember 15:40 Jugoslawien Deutschland 2:2
21:00 USA Italien 2:3
5. Dezember 16:40 Sowjetunion USA 3:1
22:20 Ungarn Deutschland 4:0 (2:0)
6. Dezember 15:25 Sowjetunion Ungarn 0:4 (0:2)
21:55 Jugoslawien Italien 2:1
7. Dezember 14:00 Sowjetunion Deutschland 6:4 (3:3)
21:20 Jugoslawien Ungarn 1:2 (0:2)

Platz 7 bis 10

Platz Team Siege Unent. Ndlg. Tore Diff. Punkte
07. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 3 0 0 21:9 + 12 6
08. Rumänien 1952Rumänien Rumänien 2 0 1 21:8 + 13 4
09. AustralienAustralien Australien 1 0 2 7:11 - 4 2
10. Singapur 1946Singapur Singapur 0 0 3 8:29 - 21 0
Großbritannien Singapur 11:5
Großbritannien Australien 5:2
Rumänien Singapur 15:1
Großbritannien Rumänien 5:2
Australien Singapur 3:2
Rumänien Australien 4:2

Anmerkungen[Bearbeiten]

Die ungarische Mannschaft des Trainers Béla Rajki begab sich nach den Olympischen Spielen in die Vereinigten Staaten. Dezső Gyarmati, István Hevesi, Antal Bolvári, László Jeney, Ervin Zádor und Mihály Mayer kehrten nicht mit dem Rest des Teams nach Ungarn zurück. Bis auf Ervin Zádor blieb allerdings kein Spieler dauerhaft in den Vereinigten Staaten.

Das deutsche Team wurde vertreten durch Spieler der Bundesrepublik und bestand aus Hans-Werner Seher, Karl Neuse, Erich Pennekamp, Alfred Obschernikat, Wilhelm Sturm, Hans-Günther Hilker, Hans-Joachim Schneider, Friedrich Osselmann, Wilfried Bode, Emil Bildstein. Das Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbands hatte sich im April und Mai in einer gesamtdeutschen Ausscheidung bei sechs Qualikikationsspielen in Alversdorf und Ost-Berlin gegen die Auswahl der DDR durchgesetzt.

Quelle[Bearbeiten]