Olympische Winterspiele 1932

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III. Olympische Winterspiele
Olympische Ringe
Austragungsort Lake Placid, USA
Mannschaften 17
Athleten 252, davon 21 Frauen
Wettbewerbe 14 in 4 Sportarten
Eröffnung 4. Februar 1932
Schlussfeier 15. Februar 1932
Eröffnet durch Franklin D. Roosevelt (Gouverneur des
Staates New York)
Olympischer Eid John Ames Shea (Sportler)

Die III. Olympischen Winterspiele wurden vom 4. bis 15. Februar 1932 in Lake Placid, USA, ausgetragen mit den Disziplinen Eishockey, Eisschnelllaufen, Eiskunstlaufen, nordische Skiwettkämpfe und Bobfahren. Als neue Demonstrationssportarten hatten die Organisatoren ein Hundeschlittenrennen und das Eisschnelllaufen der Frauen ins Programm genommen. Sportler aus nur 17 Ländern konnten teilnehmen, weil die Weltwirtschaftskrise finanzielle Probleme hinterlassen hatte. Der Veranstaltungsort wurde vom IOC aus dem Kreis von acht Bewerberstädten gewählt, von denen nur Montreal aus Kanada stammte, die übrigen waren die US-amerikanischen Orte Bear Mountain, Yosemite Valley, Lake Placid, Lake Tahoe, Duluth, Minneapolis und Denver.

Sportstätten[Bearbeiten]

Der deutsche Ingenieur Stanislaus M. Zentzytzki errichtete im Auftrag des Organisationskomitees eine Bobbahn, die bereits 1930 eingeweiht wurde. Für die Skisprungwettbewerbe wurde eine Sprungschanze mit dem K-Punkt von 61 Meter gebaut. – Erstmals gab es eine Kombihalle für Eiskunstlauf und Eishockey und das noch heute gebräuchliche dreistufige Siegerpodest wurde eingeführt. Alle Wettkämpfe fanden direkt in Lake Placid auf folgenden Anlagen statt:

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Die Spiele wurden von dem zukünftigen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt eröffnet, nachdem die Sportler in das bereits hergerichtete Eisstadion einmarschiert waren, wobei es zu einigen unfreiwilligen Rutschpartien gekommen war. Den Schwur der Sportler, der von dem USA-Eisschnellläufer John Ames Shea gesprochen wurde, nahm der Polarflieger Richard Evelyn Byrd entgegen.
  • Die Winterspiele von 1932 fanden nach der gerade überstandenen Weltwirtschaftskrise statt, wodurch Lake Placid, damals eine Stadt mit weniger als 4000 Einwohnern, große finanzielle Schwierigkeiten hatte. Der Präsident des Organisationskomitees, Dr. Godfrey Dewey, spendete sogar aus seinem Familienbesitz das Land für die Bobbahn. Die OWS verschlangen schließlich etwa 1,2 Millionen US-Dollar.
  • Der Amerikaner Eddie Eagan war der erste Sportler, der sowohl bei Olympischen Sommerspielen als auch bei Winterspielen eine Goldmedaille gewann.

Wettkämpfe und Ergebnisübersicht[Bearbeiten]

Mannschaften und Medaillenspiegel
Platz Land Liste G S B Gesamt
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA X 6 4 2 12
2 NorwegenNorwegen Norwegen X 3 4 3 10
3 SchwedenSchweden Schweden X 1 2 - 3
4 Kanada 1921Kanada Kanada X 1 1 5 7
5 FinnlandFinnland Finnland X 1 1 1 3
6 OsterreichÖsterreich Österreich X 1 1 - 2
7 FrankreichFrankreich Frankreich X 1 - - 1
8 SchweizSchweiz Schweiz X - 1 - 1
9 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich X - - 2 2
10 Ungarn 1918Ungarn Ungarn X - - 1 1
- BelgienBelgien Belgien X - - - -
- Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien X - - - -
- JapanJapan Japan X - - - -
- PolenPolen Polen X - - - -
- Rumänien KonigreichRumänien Rumänien X - - - -
- Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei X - - - -
- Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich X - - - -
Vollständiger Medaillenspiegel

Detaillierte Übersicht[Bearbeiten]

Demonstrationswettbewerbe[Bearbeiten]

In den Pausen der Eiskunstlauf-Paarlaufveranstaltung führten einige Einzelläufer ein Schaulaufprogramm vor.

Probleme bei den Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bobfahren: Beim Training ereigneten sich mehrere Unglücke, weil die Schlitten in einer scharfen Kurve (der „Zick-Zack-Kurve“) aus der Bahn getragen wurden. Auch die deutschen Schlitten waren betroffen und landeten außerhalb der Bahn, etwa 30–50 Meter im Gestrüpp. Obwohl zahlreiche schwere Verletzungen verzeichnet wurden, änderten die Organisatoren weder Bahndetails noch das Reglement. - Auf Grund des vorherrschenden Tauwetters konnten die Bobwettbewerbe erst nach der Abschlusszeremonie beendet werden.
  • Skilanglauf: der 50-km-Wettbewerb war schlecht organisiert, es gab weder Schneespur noch Streckenmarkierung, keine Verpflegung, keine Streckenaufsicht, keine Zuschauer, keine Ambulanzen.
  • Im Eisschnelllauf erfolgten nach amerikanischen Regeln Massenstarts und es waren keine Spuren aufgeteilt. Dies führte zu zahlreichen Protesten und zur Bevorteilung der amerikanischen Läufer. Die Wettbewerbe fanden auf dem zugefrorenen Lake Mirror statt.
  • Weitere Probleme traten wegen knappen Schnees, der teilweise aus Kanada herangefahren werden musste, wegen schmelzenden Eises und bei der Organisation solcher Wettkämpfe auf, bei denen die Amerikaner keine Siegchancen hatten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zigarettenbilderalbum Olympiade 1932; Seite 130 ff

Weblinks[Bearbeiten]