Olympische Winterspiele 1980/Ski Alpin

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Olympische Ringe

Bei den XIII. Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid wurden sechs Wettbewerbe im Alpinen Skisport ausgetragen. Sämtliche Rennen fanden am Whiteface Mountain statt.

Die drei Erstplatzierten in der Abfahrt, im Riesenslalom und im Slalom erhielten nebst den Olympiamedaillen auch Weltmeisterschaftsmedaillen, da diese Wettbewerbe gleichzeitig als 26. Alpine Skiweltmeisterschaft gewertet wurden. In der Alpinen Kombination wurden nur WM-Medaillen verliehen.

Männer[Bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Leonhard Stock 1:45,50 min
2 AUT Peter Wirnsberger 1:46,12 min
3 CAN Steve Podborski 1:46,62 min
4 SUI Peter Müller 1:46,75 min
5 USA Pete Patterson 1:47,04 min
6 ITA Herbert Plank 1:47,13 min
7 AUT Werner Grissmann 1:47,21 min
8 URS Waleri Zyganow 1:47,34 min
9 AUT Harti Weirather 1:47,70 min
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18 SUI Urs Räber 1:49,16 min
20 LIE Andreas Wenzel 1:49,71 min
23 FRG Michael Veith 1:50,00 min
24 SUI Erwin Josi 1:50,03 min

Datum: 14. Februar, 11:30 Uhr
Start: 1313 m, Ziel: 481 m
Höhendifferenz: 832 m, Streckenlänge: 3009 m
Tore: 34

ANMERKUNGEN: "Ersatzmann" Stock zeigte im Training, dass ihm die Streckenführung lag, weshalb er den Vorzug vor dem regierenden Weltmeister von 1978, Sepp Walcher, erhielt. Er war einer jener Sieger bei Großereignissen, die nie zuvor ein Weltcuprennen gewonnen hatte: Recht spät holte er doch noch Siege nach: vorerst im eher nicht so bedeutenden - nur zum Nationencup zählenden - Parallelslalom in Berlin (28.12.1986) und dann endlich am 06.01.1989 in Laax gibt es seinen ersten "richtigen" Abfahrtssieg. Franz Klammer (Olympiasieger von 1976) konnte sich bereits im Vorfeld nicht qualifizieren. - "Harti" Weirather fuhr zwar mit der N° 1, aber vor ihm gingen aber 5 so genannte «Sternchenfahrer» ins Rennen.


47 Fahrer waren am Start, 42 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u.a.: Ken Read (CAN)

Riesenslalom[Bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 SWE Ingemar Stenmark 2:40,74 min
2 LIE Andreas Wenzel 2:41,49 min
3 AUT Hans Enn 2:42,51 min
4 YUG Bojan Križaj 2:42,53 min
5 SUI Jacques Lüthy 2:42,75 min
6 ITA Bruno Nöckler 2:42,95 min
7 SUI Joël Gaspoz 2:43,05 min
8 YUG Boris Strel 2:43,24 min
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13 AUT Christian Orlainsky 2:44,70 min
17 FRG Frank Wörndl 2:45,58 min
18 AUT Anton Steiner 2:45,76 min
20 FRG Albert Burger 2:46,12 min
26 AUT Leonhard Stock 2:47,40 min

1. Lauf: 18. Februar, 11:00 Uhr
Piste: „Parkway“
Start: 876 m, Ziel: 481 m
Höhendifferenz: 395 m, Streckenlänge: 1354 m
Tore: 56

2. Lauf: 19. Februar, 11:00 Uhr
Piste: „Truway“
Start: 876 m, Ziel: 481 m
Höhendifferenz: 395 m, Streckenlänge: 1303 m
Tore: 55

ANMERKUNGEN: Nach dem ersten Lauf führte Wenzel (1.20.17) vor Enn (1.20.31) und Stenmark (1.20.49). Es folgten Nöckler (1.20.99), Gaspoz (1.21.10), Zyganow (1.21.22), Križaj (1.21.88), Strel (1.21.45) und Jure Franko (1.21.50). Lüscher stürzte knapp vor dem Ziel, weiters fielen Fournier, Bernardi und Frommelt aus. - Andreas Wenzel wurde gefragt, ob es ihm lieber wäre, wenn der zweite Durchgang gleich am selben Tag gefahren werden würde. Er verneinte und meinte: "Da bin ich wenigstens für einen Tag Olympiasieger". - Im 2. Lauf zeigte Stenmark seine Klasse, er feierte in Summe den 15. Riesentorlaufsieg in Folge. Križaj wäre beinahe noch der Sprung aufs Podest gelungen (ein kleiner Fahrfehler verhinderte dies), Lüthy verbesserte sich von Rang 11 auf 5. Zyganow begrub seine Chancen durch einen Sturz ein Tor vor dem Ziel (Quelle: "Arbeiterzeitung Wien" vom 19. und 20. Februar 1980).

78 Fahrer waren am Start, 54 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u.a.: Jean-Luc Fournier (SUI), Paul Frommelt (LIE), Piero Gros (ITA), Peter Lüscher (SUI), Waleri Zyganow (URS)

Slalom[Bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 SWE Ingemar Stenmark 1:44,26 min
2 USA Phil Mahre 1:44,76 min
3 SUI Jacques Lüthy 1:45,06 min
4 AUT Hans Enn 1:45,12 min
5 FRG Christian Neureuther 1:45,14 min
6 BUL Petar Popangelow 1:45,40 min
7 AUT Anton Steiner 1:45,41 min
8 ITA Gustav Thöni 1:45,99 min
- - - -
10 FRG Frank Wörndl 1:47,19 min
12 LIE Andreas Wenzel 1:47,80 min
18 AUT Leonhard Stock 1:50,41 min
23 SUI Jean-Luc Fournier 1:53,48 min
25 FRG Sepp Ferstl 1:59,30 min

Datum: 22. Februar, 10:00 Uhr
Start: 876 m, Ziel: 667 m
Höhendifferenz: 209 m, Streckenlänge: 549 m
Tore: 66 (1. Lauf), 60 (2. Lauf)

ANMERKUNGEN: Stenmark lag nach dem ersten Durchgang nur auf Rang 4; es führte Phil Mahre vor den zeitgleichen Enn und Lüthy. - Stenmark wurde mit seinen zwei Goldmedaillen der erste mehrfache Alpin-Olympiasieger seit den 3fach-Goldmedaillen von Toni Sailer (1956) und Jean-Claude Killy (1968).

79 Fahrer waren am Start, 37 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u.a.: Albert Burger (FRG), Paul Frommelt (LIE), Joël Gaspoz (SUI), Bojan Križaj (YUG), Peter Lüscher (SUI), Steve Mahre (USA), Christian Orlainsky (AUT), Alexander Schirow (URS), Boris Strel (YUG), Stig Strand (SWE)

Kombination[Bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 USA Phil Mahre 45,53
2 LIE Andreas Wenzel 60,15
3 AUT Leonhard Stock 76,33
4 TCH Bohumír Zeman 81,57
5 ESP Francisco Fernández Ochoa 118,37
6 AUS Antony Guss 259,15

Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Frauen[Bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 AUT Annemarie Moser-Pröll 1:37,52 min
2 LIE Hanni Wenzel 1:38,22 min
3 SUI Marie-Theres Nadig 1:38,36 min
4 USA Heidi Preuss 1:39,51 min
5 CAN Kathy Kreiner 1:39,53 min
6 AUT Ingrid Eberle 1:39,63 min
7 NOR Torill Fjeldstad 1:39,69 min
USA Cindy Nelson 1:39,69 min
9 FRG Marianne Zechmeister 1:39,96 min
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11 SUI Bernadette Zurbriggen 1:40,74 min
17 FRG Evi Mittermaier 1:41,26 min
SUI Doris de Agostini 1:41,26 min
19 FRG Irene Epple 1:41,68 min
20 SUI Annemarie Bischofberger 1:41,93 min
21 FRG Monika Bader 1:41,96 min
22 AUT Cornelia Pröll 1:42,44 min
23 LIE Petra Wenzel 1:42,50 min

Datum: 17. Februar, 11:30 Uhr
Start: 1181 m, Ziel: 481 m
Höhendifferenz: 700 m, Streckenlänge: 2698 m
Tore: 34

ANMERKUNGEN: Das Rennen fand bei sehr eisigen Temperaturen statt und wurde durch Windböen gestört. Siegerin Moser-Pröll kam doch noch zu Olympiagold, welches sie 1972 als große Favoritin versäumt hatte. Von den Saisonresultaten her war Figini die Favoritin. - Hanny Wenzel war bis dahin doch eher als Technik-Fahrerin bekannt (Slalom-Gold bei der WM 1974 und -Bronze bei Olympia 1976), so dass Abfahrtssilber doch überraschend kam.

28 Fahrerinnen waren am Start, 27 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden: Caroline Attia (FRA)

Riesenslalom[Bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 LIE Hanni Wenzel 2:41,66 min
2 FRG Irene Epple 2:42,12 min
3 FRA Perrine Pelen 2:42,41 min
4 FRA Fabienne Serrat 2:42,42 min
5 FRG Christa Kinshofer 2:42,63 min
6 AUT Annemarie Moser-Pröll 2:43,19 min
7 USA Christin Cooper 2:44,71 min
8 FRG Maria Epple 2:45,56 min
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14 AUT Ingrid Eberle 2:47,42 min
16 SUI Brigitte Nansoz 2:48,20 min
19 LIE Petra Wenzel 2:49,03 min

1. Lauf: 20. Februar, 11:00 Uhr
Piste: „Parkway“
Start: 845 m, Ziel: 481 m
Höhendifferenz: 364 m, Streckenlänge: 1231 m
Tore: 50

2. Lauf: 21. Februar, 11:00 Uhr
Piste: „Truway“
Start: 876 m, Ziel: 512 m
Höhendifferenz: 364 m
Tore: 59

ANMERKUNG: Im "französischen" Duell um die Bronzemedaille entschied eine Hundertstelsekunde.

47 Fahrerinnen waren am Start, 35 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u.a.: Wanda Bieler (ITA), Erika Hess (SUI), Ursula Konzett (LIE), Tamara McKinney (USA), Regine Mösenlechner (FRG), Maria Rosa Quario (ITA), Regina Sackl (AUT), Lea Sölkner (AUT), Daniela Zini (ITA)

Slalom[Bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 LIE Hanni Wenzel 1:25,09 min
2 FRG Christa Kinshofer 1:26,50 min
3 SUI Erika Hess 1:27,89 min
4 ITA Maria Rosa Quario 1:27,92 min
5 ITA Claudia Giordani 1:29,12 min
6 URS Nadeschda Patrakejewa 1:29,20 min
7 ITA Daniela Zini 1:29,22 min
8 USA Christin Cooper 1:29,28 min
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13 AUT Ingrid Eberle 1:31,71 min
14 LIE Petra Wenzel 1:33,34 min

Datum: 23. Februar, 10:00 Uhr
Start: 845 m, Ziel: 667 m
Höhendifferenz: 178 m, Streckenlänge: 465 m
Tore: 52 (1. Lauf), 53 (2. Lauf)

ANMERKUNG: Wenzel gewann mit zweimal Laufbestzeit. - Die bisher kaum noch bekannte Erika Hess holte die Bronzemedaille.

47 Fahrerinnen waren am Start, 19 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u.a.: Pamela Behr (FRG), Irene Epple (FRG), Abigail Fisher (USA), Torill Fjeldstad (NOR), Jana Gantnerová (TCH), Ursula Konzett (LIE), Tamara McKinney (USA), Annemarie Moser-Pröll (AUT), Regine Mösenlechner (FRG), Marie-Theres Nadig (SUI), Perrine Pelen (FRA), Anne-Flore Rey (FRA), Regina Sackl (AUT), Fabienne Serrat (FRA), Lea Sölkner (AUT)

Kombination[Bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte
1 LIE Hanni Wenzel 5,57
2 USA Cindy Nelson 95,04
3 AUT Ingrid Eberle 102,40
4 CAN Kathy Kreiner 119,46
5 LIE Petra Wenzel 145,73
6 GBR Valentina Iliffe 254,96

Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

ANMERKUNG: Annemarie Moser-Pröll vergab die große Chance auf eine mögliche Silbermedaille durch ihren Ausfall im Slalom.