Omaheke

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Wappen Omaheke-Region.png

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Region

Omaheke

Basisdaten
Regionshauptstadt Gobabis
Größte Stadt Gobabis
Motto
ISO 3166-2 NA-OH
Webseite www.arc.org.na (Version vom 2. August 2007 im Internet Archive)
Karte der Region in Namibia
Südafrika Simbabwe Angola Sambia Botswana Kavango-West Kavango-Ost Ohangwena Caprivi Oshana Omusati Oshikoto Kunene Erongo Omaheke Otjozondjupa Khomas Hardap KarasKarte Omaheke in Namibia
Über dieses Bild
Einwohner und Geographie
Einwohnerzahl 71.233 (2011)[1]
Einwohnerdichte 0,91 je km²
Sprachen Afrikaans, Deutsch, Englisch, Otjiherero, Setswana
Geographische Koordinaten 22° 2′ S, 19° 26′ O-22.0319.429Koordinaten: 22° 2′ S, 19° 26′ O
Fläche 84.731 km²
Höchster Punkt 1874 Meter (Okambaraberg)
Politik und Verwaltung
Regierende Partei SWAPO
Gouverneur/in Festus Ueitele
Sitzverteilung im Regionalrat SWAPO 5, NUDO 2
Wahlkreise 7
Letzte Wahl 2010
Nächste Wahl 2015

Omaheke ist eine der 14 Regionen von Namibia und das Stammland der Herero. Omaheke hat eine Fläche von 84.731,9 Quadratkilometern (etwas größer als Österreich) mit einer Bevölkerung von 67.496 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Cattle Country Statue in Gobabis

Die Geographie von Omaheke, auch „Sandveld“ (seltener auch Ostnamiba oder Texas von Namibia genannt), ist eine im Wesentlichen durch die Ausläufer der Kalahariwüste gekennzeichnete Steppe und umfasst ein riesiges Gebiet von mehr als 80.000 Quadratkilometern. Gras-Savannen, Akazien-Büsche und Kameldornbäume bestimmen das Bild.

Geschichte[Bearbeiten]

Während des Aufstands der Herero im damaligen Deutsch-Südwestafrika versuchten 1904 die geschlagenen Herero nach der Schlacht am Waterberg, ihren für diesen Fall geplanten und mit der britischen Protektoratsmacht abgestimmten Rückzug durch die Omaheke nach Betschuanaland, dem heutigen Botswana durchzuführen. Die deutsche Kolonialmacht wies ihre Truppen an, den Flüchtenden nachzusetzen und sie „[…] immer wieder von event. dort gefundenen Wasserstellen zu verjagen […]“[2]. Ein großer Teil der Flüchtenden verdurstete in der Omaheke. Das Vorgehen der deutschen Kolonialmacht gilt in der Wissenschaft als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts.[3][4][5][6][7][8][9][10] Diejenigen, welche das Ziel erreichten, kehrten nach Bekanntwerden der Aufhebung des sogenannten Vernichtungsbefehls wieder in ihre Stammesgebiete zurück.

Verwaltung[Bearbeiten]

Hauptstadt der Region ist Gobabis; die Region wird in 7 Wahlkreisen verwaltet:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Großteil des Landes wird von den rund 800 großen Farmen genutzt, die hier vor allem Rinderzucht betreiben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Omaheke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Omaheke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NAMIBIA STATISTICS AGENCY: 2011 Population and Housing Census Omaheke Region – Februar 2014
  2. Dominik J. Schaller: »Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss: Kolonialkrieg und Völkermord in «Deutsch-Südwestafrika» 1904–1907«. In: Journal of Genocide Research. 6:3, S. 397
  3. Jürgen Zimmerer und Joachim Zeller (Hrsg.): Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904–1908) in Namibia und seine Folgen. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-303-0.
  4. Tilman Dedering: The German-Herero War of 1904: Revisionism of Genocide or Imaginary Historiography? In: Journal of Southern African Studies. Band 19, Nr. 1, 1993, S. 80
  5. Dominik J. Schaller: »Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss: Kolonialkrieg und Völkermord in «Deutsch-Südwestafrika» 1904–1907«. In: Journal of Genocide Research. 6:3, S. 395
  6. Reinhart Kößler und Henning Melber: Völkermord und Gedenken. Der Genozid an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika 1904–1908. In: Irmtrud Wojak und Susanne Meinl (Hrsg.): Völkermord. Genozid und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main, Campus, 2004, S. 37–76 (=Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 8)
  7. Medardus Brehl: »Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient« Der Völkermord an den Herero 1904 und seine zeitgenössische Legitimation. In: Irmtrud Wojak und Susanne Meinl (Hrsg.): Völkermord. Genozid und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Campus, Frankfurt am Main 2004, S. 77–97 (=Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 8)
  8. George Steinmetz: Von der „Eingeborenenpolitik“ zur Vernichtungsstrategie: Deutsch-Südwestafrika, 1904. In: Peripherie: Zeitschrift für Politik und Ökonomie in der Dritten Welt. Band 97–98, 2005, S. 195
  9. Jörg Wassink: Auf den Spuren des deutschen Völkermordes in Südwestafrika. Der Herero-/Namaufstand in der deutschen Kolonialliteratur. Eine literarhistorische Analyse. M.Press, 2004, ISBN 3-89975-484-0.
  10. Mihran Dabag, Horst Gründer und Uwe-Karsten Ketelsen: Kolonialismus, Kolonialdiskurs und Genozid. Fink Verlag, 2004, ISBN 3-7705-4070-0.