Omalos

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Das Omalos-Plateau (griechisch Ομαλός Χανίων) ist eine Hochebene im Regionalbezirk Chania. Dort liegt auch das Dorf mit dem Namen Omalos (griechisch Ομαλός bedeutet "eben", "flach").

Geographie[Bearbeiten]

Die Hochebene befindet sich in 38 km Entfernung von Chania auf einer Höhe von 1100 m ü.d.Meeresspiegel in den Levka Ori. Die nahezu kreisrunde Ebene mit einem Durchmesser von 4 bis 5 km, eine Polje [1], hat eine Fläche von etwa 15 km². Der größte Teil gehört zum Dorf Anatoliko Selino. Außerdem gehören Gebiete zum Dorf Mousouri (Platanias) und im Osten grenzt Sfakia an das Gebiet. Es gibt nur drei Zugänge:

Das Dorf Omalos selbst liegt etwa 5 km vom Eingang der Schlucht bei Xyloskalo[2] entfernt. Es hat vor allem Bedeutung durch Wandertouristen. Im Westen führt ein alter Maultierpfad nach Agia Irini mit einer Verbindung zur Agia Irini-Schlucht. Ursprünglich war die Hochebene wohl ein See, der aber durch Tzanis' Höhle[3] abgelaufen sein muss. Diese Höhle findet sich rechter Hand der Straße von Omalos nach Chania etwa 1,6 km von Chania entfernt. Sie erstreckt sich über ca. 2,5 km und fällt auf dieser Strecke um 241 m. Bei Xyloskalo erhaben sich zwei herausragende Gipfel, der Gingilos (2080 m) und der Volakis, den die Legende als den Thron des Zeus bezeichnet, der auf Kreta geboren sein soll. Weiter westlich finden sich die Gipfel Agathopi (1786 m) und Psilafi (1984 m), die heute Slalom-Ski Pisten vorweisen können.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das etwas kühlere Klima und der fruchtbare Boden eignen sich gut zum Anbau von Gemüse und Äpfeln zusammen mit Getreide. In speziellen Steinhütten, den so genannten "mitata", werden zur Käseherstellung (Graviera) genutzt. In den wärmeren Jahreszeiten bringen Hirten ihre Herden auf Weiden[4] an den Hängen der Levka Ori.

Geschichte[Bearbeiten]

Chatzimichalis Giannaris 1833-1916. Foto von 1890

Der Name Omalos geht möglicherweise auf das Nationallied Pote tha kani Xasteria zurück, denn nur drei mal gelang es den Türken während der Ottomanischen Zeit auf die Hochebene vorzudringen. Dementsprechend war Omalos immer ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Kreter. Tzanis' Höhle ist beispielsweise nach Tzanis Markos benannt, einem Rebellenführer, der am Anfang der Türkischen Besatzungszeit dort seinen Unterschlupf hatte. Tzanis Markos führte den Spitznamen "Fovos" (Furcht). Der Kretische Rebell Chatzimichalis Giannaris (1833-1916) wurde im nahen Lakki geboren. Er wurde in den Aufständen 1855-1869 berühmt; er wurde gefangen genommen, entkam aber aus dem Gefängnis in Chania und ging ins Exil nach Odessa. 1912 wurde er ins griechische Parlament gewählt. Er starb in Chania und wurde auf seinen Wunsch hin in Omalos begraben, wo ihm eine Kirche in der Nähe von Tzanis Höhle gewidmet ist.[5] Im Zweiten Weltkrieg diente die Ebene als Flugplatz.

Mythologie[Bearbeiten]

Der Berg Volakis wurde als Thron des Zeus bezeichnet, während die Gipfel Agathopi und Psilafi als seine Rennbahn bezeichnet wurden. Tzanis' Höhle bekam ihren Namen nach einer anderen Überlieferung von einem Hirten, dessen Leier-Spiel die Elfen des Ortes angezogen hatte und die ihn daraufhin entführten. In mondlosen Nächten soll man noch den Klang seiner Leier dort hören können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [ http://www.kreta-umweltforum.de/Merkblaetter/43-04%20-%20Omalos.pdf Kreta-Umweltforum, Merkblatt Omalos-Hochebene]
  2. deutsch: Hölzerne Treppe
  3. Englische Beschreibung der Höhle und ihrer Legenden
  4. griechisch: madares, μαδάρες
  5. Lebenslauf auf einer historischen Homepage

35.33333333333323.9Koordinaten: 35° 20′ 0″ N, 23° 54′ 0″ O