Omanische Streitkräfte

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Flagge des Oman The Sultan of Oman's Armed Forces
القوات المسلحة لسلطان عمان

Führung
Oberbefehlshaber: Sultan Qabus ibn Said
Sitz des Hauptquartiers: Muaskar al-Murtafa'a
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 43.000
Wehrpflicht: keine
Wehrtaugliche Bevölkerung: insgesamt (Männer und Frauen; Alter 16-49) 1,48 Millionen[1]
Wehrtauglichkeitsalter: 18-30 Jahre[1]
Haushalt
Militärbudget: US$ 2,52 Milliarden
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 11,4 %
Geschichte
Gründung: 1950er

Die The Sultan of Oman's Armed Forces (arabisch ‏القوات المسلحة لسلطان عمان‎; zu deutsch etwa Streitkräfte des Sultans von Oman) ist die Armee des Sultanats Oman. Oberbefehlshaber ist Sultan Qabus ibn Said. In Oman besteht keine Wehrpflicht. Im Dezember jeden Jahres wird der Streitkräftetag (engl. Armed Forces Day) gefeiert, der an den endgültigen Sieg des Sultans im Jahre 1975 über die Aufständischen im Süden erinnern soll. Das Verteidigungsministerium und der Generalstab haben seit 1978 ihren Sitz in Muaskar al-Murtafa'a in der Nähe des Flughafens Seeb. Die omanischen Streitkräfte bestehen aus folgenden drei Teilstreitkräften: Die Königlich-Omanische Armee, die Königlich-Omanische Luftwaffe und die Königlich-Omanische Marine.

Königlich-Omanische Armee[Bearbeiten]

Omanische Luftabwehrtruppen während einer Parade, 1981

Die Königlich-Omanische Armee (engl. The Royal Army of Oman, Abkürzung RAO) besteht aus den Waffengattungen Infanterie, Panzer und Artillerie. Hinzu kommen die üblichen Kampfunterstützungstruppen. Die Infanterie besteht aus dem Muscat Regiment, dem nördlichen Grenzregiment, dem Wüstenregiment, dem Gebirgsregiment, dem omanischen Küstenregiment, dem südlichen Omanregiment und dem westlichen Grenzregiment. Außerdem existieren ein Fallschirmregiment und die Spezialkräfte. 1975 wurden die ursprünglich irregulären Firqat-Truppen in die Streitkräfte integriert. Die Panzertruppe ist mit 38 modernen Challenger 2-Panzern ausgestattet. Am Sultan Qaboos Military College werden die Heeresoffiziere ausgebildet.

Artillerie[Bearbeiten]

Die Sultan of Oman's Artillery (SOA) besteht aus vier Artillerieregimentern: drei Feldregimentern, die mit Geschützen unterschiedlicher Kaliber (105 mm, 130 mm und 155 mm) ausgestattet sind und einem Flugabwehrregiment, das über Mistral-Flugabwehrraketen und Skyguard Flugabwehrkanonensystemen zur Bekämpfung tieffliegende Ziele verfügt.[2]

Die SOA hat ihren Hauptsitz in Izki, an dem sich das Hauptquartier und die Artillerieschule befinden. Daneben sind dort auch zwei Artilleriefeldregimenter stationiert. Ein weiterer Stützpunkt mit einem Artilleriefeldregiment befindet sich in Salala. Die Hauptgeschütze der SOA sind 24 südafrikanische Denel G6 mit einer 155-mm-Zugrohrkanone sowie 39 britische Haubitzen vom Typ L118 Light Gun mit einem Kaliber von 105 mm. Seit 2011 ist die omanische Feld-Artillerie mit einem Artillerie-Feuerleitsystem ausgerüstet, welches alle Feldgeschütztypen der SOA unterstützt. Die Schulung erfolgt in zwei Ausbildungszentren in Izki oder Salala. In diesen Ausbildungszentren werden alle Funktionen vom Geschützteam bis auf Brigadeebene geschult. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Ausbildung der Artilleriebeobachter gelegt, die an einem Simulator alle Szenarien durchspielen können.

Königlich-Omanische Luftwaffe[Bearbeiten]

BAC 1-11 der Luftwaffe

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1959 wurde mit Hilfe von britischem Personal und Ausrüstung die Königlich-Omanische Luftwaffe (engl. Sultan of Oman's Air Force, Abkürzung SOAF) gegründet. Zunächst wurde sie mit zwei Scottish Aviation Pioneers ausgestattet. Das erste bewaffnete Flugzeug war eine Percival Provost T52.

1968 wurde die SOAF mit den ersten von insgesamt 24 BAC Strikemaster in Form von Trainingsmaschinen und leichten Angriffsflugzeugen ausgestattet, um gegen feindliche Rebellen im Gouvernement Dhofar zu kämpfen. Zusätzlich wurden De Havilland Canada DHC-4 und UH-1 Iroquois angeschafft, die allesamt von abgestellten britischen Royal Air Force Piloten bzw. angestellten Söldnern geflogen wurden. Später (1974) wurde sie mit Britten Norman Defender (= militärische Version der Britten-Norman BN-2 Islander)[3], BAC 1-11, BAC VC-10 und 32 Hawker Hunter verstärkt. 1977 folgten weitere Jaguar-International-Flugzeuge. In den 1980er Jahren folgten schließlich einige BAE Hawk.

1990 wurde die SOAF in Royal Air Force of Oman (RAFO) umbenannt. Die Piloten werden an der Sultan Qaboos Air Academy ausgebildet.

Die Luftwaffe besteht derzeit aus den unten angeführten Flugzeugen. Zur Zeit (2007) werden die Luftstreitkräfte durch Zuführung amerikanischer F-16 Fighting Falcon Kampfjets und europäischer Super Lynx 300 sowie NH90 Hubschrauber modernisiert.

Es wurden auch noch 12 Eurofighter Typhoon der Tranche 3 bestellt[4]. Die Auslieferung erfolgt 2017.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Stand Ende 2011

Flugzeugbestand der
Flugzeugtyp Herkunft Verwendung Version Anzahl Anmerkungen
Aérospatiale SA330 Puma FrankreichFrankreich Frankreich Helikopter 1
Agusta-Bell 205 ItalienItalien Italien Search and Rescue Helikopter 205A-1 13 soll durch NH90 und Lynx Mk 120 ersetzt werden
Bell 206B JetRanger Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Helikopter 3
Agusta-Bell 212 ItalienItalien Italien Helikopter 12
AgustaWestland AW139 ItalienItalien Italien Helikopter 0 bestellt
Airbus A320 CJ FrankreichFrankreich Frankreich Transportmaschine A320CJ 0 2 Maschinen sind bestellt
BAC 1-11 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Transportmaschine 485 4 werden durch die Airbus A320 ersetzt
BAe Hawk 103 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Trainer Hawk 103 5 Ersatz durch 8 Hawk 128 in 2017
BAe Hawk 203 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Kampfflugzeug Hawk 203 10
Eurocopter Super Puma FrankreichFrankreich Frankreich Helikopter AS332C
AS332L-1
3 insgesamt
Lockheed C-130 Hercules Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Taktische Transportmaschine C-130H 3 3 C-130J bestellt, davon 2 "Stretch"
Lockheed Martin F-16C/D Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Kampfflugzeug F-16C
F-16D
8
4
10 weitere bestellt
2 weitere bestellt
Eurofighter Typhoon EuropaEuropa Europa Kampfflugzeug Eurofighter Typhoon 12 12 bestellt, Auslieferung 2017
NHI NH90 EuropaEuropa Europa Helikopter 4 insgesamt 20 bestellt
PAC Super Mushshak PakistanPakistan Pakistan Trainingsmaschine 8
Pilatus PC-9 SchweizSchweiz Schweiz Trainer PC-9M 12
SEPECAT Jaguar Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Erdkampfbomber Jaguar S
B/(T2)
8
4
außer Dienst August 2014
Scheibe Falke DeutschlandDeutschland Deutschland Trainingsmaschine
Short S.C.7 Skyvan Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Leichte Transportmaschine Skyvan 3M 2/10
Westland Lynx 120 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Helikopter SuperLynx 120 15

Königlich-Omanische Marine[Bearbeiten]

Die königlich-omanische Marine (engl. The Royal Navy of Oman, Abkürzung RNO) bewacht die 1700 km lange omanische Seegrenze. Wichtig ist auch die Überwachung der Straße von Hormus, die für die Ölversorgung der gesamten Welt von herausragender Bedeutung ist. Weiterhin übernimmt sie den Küstenschutz und hilft Schiffen in Seenot. Die Said-bin-Sultan-Marinebasis befindet sich in Wudam an der Batinah-Küste. Die Flotte besteht aus drei modernen Schnellbooten (RNOV al-Bushra, RNOV al-Mansour und RNOV Qaher al-Amwaj), zwei neuen Korvetten (RNOV Qaher al-Amwaj und RNOV al-Muazzar), vier Landungsbooten (RNOV Al-Neemran, RNOV Saba al-Bahr, RNOV al-Dhogas und RNOV al-Temsah) und dem Segelschulschiff RNOV Shabab Oman. Das dieser Teilstreitkraft zugeordnete National Hydrographic Office (NHO) veröffentlicht Seekarten von omanischen Gewässern.

Königlich-Omanische Garde[Bearbeiten]

Die Königlich-Omanische Garde (engl. The Royal Guard of Oman, Abkürzung RGO) bewacht den Sultan Omans. Es ist eine Spezialeinheit, die für Kampfeinsätze und repräsentative Einsätze eingesetzt wird. 1981 wurde es vom Regiment zur Brigade verstärkt und besteht seitdem aus vier Linien-Regimentern und einem Unterstützungsregiment. Außerdem verfügt es über eine Reiterabteilung, eine Motorrad-Abteilung, eine Fallschirm-Schau-Abteilung und drei Militär-Musikkapellen (eine davon beritten). Außerdem verfügt es über das Royal Guard College.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Al-Khoudh gilt als eines der besten Militärhospitäler der Region. Außerdem existiert ein sehenswertes Militärmuseum im ehemaligen Streitkräfte-Hauptquartier in Bait al-Falaj.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b CIA World Factbook Oman. Militärsektion aus dem Artikel zu Oman abgerufen am 10. März 2014
  2. The Gunner - The regimental magazine of the Royal Regiment of Artillery, Nov. 2010, S. 17.
  3. Die Firma Britten-Norman befindet sich heute im Besitz einer omanischen Familie
  4. http://www.flugrevue.de/de/luftwaffe/flugzeuge-helikopter/oman-kauft-eurofighter.105708.htm

Weblinks[Bearbeiten]