Allesfresser

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Als Allesfresser, Omnivore (von omnivor aus lateinisch omnis ‚alles‘ und vorare ‚fressen‘)[1] oder Pantophage (von pantophag aus griechisch παντός pantos, Genitiv zu πᾶν pan ‚alles‘, und φαγεῖν phagein ‚fressen‘)[2] werden Tiere bezeichnet, deren Nahrung sich aus verschiedenartiger Kost aus Pflanzen und Tieren zusammensetzt.[3] Omnivoren sind keine taxonomische Gruppe, sondern umfassen diverse nicht näher miteinander verwandte Arten. Typische Vertreter sind beispielsweise Ratten, Schweine und der Mensch.[3]

Die Omnivoren können als Tiere definiert werden, die sich von pflanzlichen und tierischen Organismen ernähren.[4] Eine allgemeinere Definition von Omnivorie ist, wenn eine Art sich von Organismen unterschiedlicher trophischer Ebenen ernährt, also etwa von Primärproduzenten (Pflanzen) und Konsumenten (Tieren).[5]

Omnivorie ist nicht immer beabsichtigt. So nehmen Kühe beim Fressen von Gras zwangsläufig auch im Gras minierende pflanzenfressende Insekten auf. Kühe und andere Weidegänger sind demnach streng genommen keine reinen Herbivoren (Pflanzenfresser), sondern Omnivoren. Viele Herbivoren ergänzen ihre Nahrung aber auch gezielt mit tierischer Nahrung, die proteinreicher als pflanzliche Nahrung ist. So sind einige an sich herbivore Insekten in ihrer frühen Entwicklung kannibalistisch.[5]

In theoretischen Modellen galt Omnivorie lange Zeit als destabilisierend für Räuber-Beute-Populationssysteme. Das Vorhandensein von omnivoren Arten in Räuber-Beute-Modellen führte mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Aussterben von Arten. Dem stand aber die Häufigkeit von Omnivorie in natürlichen Systemen gegenüber. Sollten die Modelle korrekt sein, sollte Omnivorie aber selten auftreten. Neuere Untersuchungen mit realistischeren Modellen zeigten dann auch, dass Omnivorie nicht unbedingt zu höheren Aussterberaten führen muss.[5]

Der Begriff pantophag für Tiere, die pflanzliche und tierische Nahrung fressen, ist ein Extrempol der Nahrungsbreite (Verschiedenartigkeit der von einem Tier genutzten Nahrung), deren anderer Extrempol die Monophagie darstellt.[6]

Belege[Bearbeiten]

  1.  Renate Wahrig-Burfeind (Hrsg.): Wahrig. Illustriertes Wörterbuch der deutschen Sprache. ADAC-Verlag, München 2004, ISBN 3-577-10051-6, S. 623.
  2.  Renate Wahrig-Burfeind (Hrsg.): Wahrig. Illustriertes Wörterbuch der deutschen Sprache. ADAC-Verlag, München 2004, ISBN 3-577-10051-6, S. 633 f.
  3. a b Matthias Schaefer: Wörterbuch der Ökologie. 4. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2003. ISBN 3-8274-0167-4, S. 248.
  4. Rüdiger Wehner, Walter Gehring: Zoologie. 22. Auflage, Thieme, Stuttgart 1990, ISBN 3-13-367422-6, S. 268.
  5. a b c Nentwig, Bacher, Beierkuhnlein, Brandl, Grabherr: Ökologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2004. ISBN 3-8274-0172-0, S. 143 f.
  6. Matthias Schaefer: Wörterbuch der Ökologie. 4. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2003. ISBN 3-8274-0167-4, S. 215.