Online-Casino

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Als Online-Casinos werden virtuelle Casinos bezeichnet, auf die über das Internet zugegriffen werden kann. Aufgrund von Steueroptimierung und weiteren rechtlichen Vorteilen haben fast alle kommerziellen Betreiber von Online-Casinos ihren Sitz in Offshore-Finanzplätzen wie Gibraltar oder innereuropäischen Ländern wie Isle of Man, Zypern oder Malta. In der Regel bieten diese Länder staatlich kontrollierte und reglementierte Glücksspiellizenzen an.

Arten von Online-Casinos[Bearbeiten]

Web-basierte Online-Casinos[Bearbeiten]

Web-basierte Casinos können direkt über einen Internet-Browser genutzt werden. Das Herunterladen von Software ist hierbei nicht erforderlich. Lediglich bei einigen komplexeren Spielen kann es vorkommen, dass die Installation von Zusatzprogrammen wie Java oder Flash nötig ist.

Download-basierte Casinos[Bearbeiten]

Zahlreiche Online-Casinos bieten zusätzlich ihre Spiele auch als Download-basierte Spiele an, bei denen das Herunterladen und Installieren eines speziellen Programmes notwendig ist.

Legalität[Bearbeiten]

Die Regelungen zum Online-Glücksspiel hinken den Entwicklungen in der Technologie häufig hinterher, wodurch es oftmals für viele Länder nicht möglich ist die Nutzung und Verbreitung von Online-Casinos adäquat zu regulieren.[1] Typische Beispiele sind Belgien, Kanada, Schweden und Finnland. Diese Länder haben staatliche Monopole auf das Glücksspiel und vergeben keine Lizenzen an ausländische Spielbankenbetreiber. Ihrer Gesetzgebung folgend sind also Spielbanken, die lizenziert sind auf ihrem Staatsgebiet zu agieren als legal anzusehen. Gleichzeitig können sie ausländische Casinobetreiber nicht strafrechtlich verfolgen.[2] Die Strafbarkeit betrifft in den meisten Fällen außerdem nur die Angebotsseite. Nutzer von solchen Angeboten werden in der Regel nicht strafrechtlich verfolgt. Mit Stand Juni 2010 haben außerdem 85 Gesetzgeber das Glücksspiel auf ihrem Staatsgebiet legalisiert und reguliert.[3]

Deutschland und Europa[Bearbeiten]

Einige außereuropäische und innereuropäische Länder wie Isle of Man oder Malta bieten staatlich reglementierte und kontrollierte Glücksspiellizenzen an. Auf Grund der europäischen Gesetzgebung wie der Gewerbefreiheit ist es einzelnen europäischen Unternehmen möglich sich rechtlich über landesspezifische restriktive Gesetze hinwegzusetzen. Die innerhalb der Europäischen Union von Online-Casinos erzielten Einnahmen beliefen sich 2011 auf ca. 9,3 Mrd. Euro.[4]

Gemäß dem am 1. Juli 2012 in Kraft getretenen Glücksspiel-Änderungsstaatsvertrag ist das Betreiben eines Online-Casinos für deutsche Unternehmen generell verboten. Allerdings weicht die Gesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein davon ab. Dort sind seit dem 19. Dezember 2012 zwölf Lizenzen für Online-Casinos vergeben worden.[5].

USA[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten wurde das Online-Glücksspiel erstmals 1961 durch den Federal Wire Act reguliert, welcher allerdings nur Sportwetten adressierte und andere Formen von Online-Glücksspiel ausdrücklich ausschloss.[6] Der 2006 erlassene Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) schränkt Banken und andere Kreditinstitute in Zahlungsempfängen und -sendungen bei Internet-Casinos ein, welche illegal auf US-amerikanischem Gebiet agieren. Allerdings wird nicht festgestellt, welche Casinos als legal bzw. illegal anzusehen sind. Damit ist die Regulierung von Online-Glücksspiel bis heute zu großen Teilen den einzelnen Staaten überlassen. Einige davon haben den Prozess der Legalisierung und Regulierung von Online-Casinos allerdings bereits begonnen.[7]

Australien[Bearbeiten]

In Australien gilt seit 2001 der Interactive Gambling Act (IGA), der weltweit jeden Anbieter von Online-Casino-Spielen an Personen in Australien kriminalisiert.[8] Er verbietet allerdings nur die Anbieter, nicht die Nutzung. Dadurch ist es in Australien zwar illegal Online-Casinos anzubieten, die Spieler dürfen diese Leistungen allerdings unbehelligt in Anspruch nehmen. Kein Anbieter wurde bisher angeklagt gegen den IGA verstoßen zu haben und viele Online-Casinos akzeptieren Spieler aus Australien.[9]

Kanada[Bearbeiten]

Kanada ist eines der wenigen Länder, die nicht nur die Bereitstellung, sondern auch die Nutzung von Online-Casinos kriminalisiert, welche nicht staatlich lizenziert sind.[10] Trotz dieser Regelung hat Kahnawake, ein Indianerreservat in Québec, auf eigene Faust etwa 350 Glücksspiel-Websites lizenziert, ohne jemals strafrechtlich verfolgt worden zu sein.[11]

Belgien[Bearbeiten]

Die belgische Gesetzgebung erlaubt das Online-Glücksspiel, allerdings nur unter sehr strikten Bedingungen.[12][13]

Online-Casino-Spiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Commission sets out an action plan for online gambling. europa.eu, abgerufen am 20. Oktober 2014
  2. Online Gambling Law in Belgium: Some Recent Developments.whoswholegal, Oktober 2011, abgerufen am 20. Oktober 2014
  3. Legal aspects of online gambling. infosec institute, abgerufen am 20. Oktober 2010
  4. Glücksspiel. Auf: ec.europa.eu, abgerufen am 20. Oktober 2014
  5. Zugelassene Casinos im Bundesland Schleswig Holstein
  6. Nathan Vardi: Department Of Justice Flip-Flops On Internet Gambling. Forbes am 23. Dezember 2011, abgerufen am 20. Oktober 2014
  7. “An historic moment”: 888 first online gambling company to win US license. the next web am 22. März 2013, abgerufen am 20. Oktober 2014
  8. Interactive Gambling Act receives assent. FindLaw Australia, abgerufen am 20. Oktober 2014
  9. Tom Cowie: Last Bets: around the world in online casinos — first stop, Gibraltar. Crikey am 22. Juni 2011, abgerufen am 20. Oktober 2014
  10. The Criminal Code of Canada (s.206 and s.207). abgerufen am 20. Oktober 2014
  11. Emir Crowne, Sanjay Roy: Maintaining Provincial Monopolies: The Legality of Online Gambling Sites in Canada. Canadian Gaming Lawyer Magazine 3(1), Mai 2010
  12. Commission des jeux de hasard. abgerufen am 20. Oktober 2014
  13. Online gambling is taking off in Belgium. olswang am 23. Oktober 2012, abgerufen am 20. Oktober 2014