Online-Supermarkt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Online-Supermarkt ist ein elektronischer Handelsanbieter, dessen Warenangebot an Lebensmitteln, Genussmitteln und Drogerieartikeln ungefähr dem eines konventionellen Supermarktes entspricht und insbesondere auch frische Lebensmittel umfasst. Über das Internet werden auch Benutzerkonten sowie persönliche Einstellungen wie etwa elektronische Einkaufslisten verwaltet. Teilweise bieten Online-Supermärkte ihren Kunden auch die Möglichkeit eines konventionellen Lieferdienstes nach Bestellaufgabe über Fax oder Telefon. Den Kundenkreis von Online-Supermärkten bilden vor allem Privathaushalte.

Die Akzeptanz von Online-Supermärkten hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von Preis, Qualität und Verfügbarkeit der gelieferten Ware, der Dauer und Gestaltung der Lieferzeiten, der Bedienungsfreundlichkeit der Benutzeroberfläche, sowie von dem Konkurrenzangebot konventioneller Supermärkte im Hinblick etwa auf Preis, Qualität, Angebotsbreite, Öffnungszeiten, Parkplätze und Kundenfreundlichkeit.

Online-Supermärkte in einzelnen Staaten[Bearbeiten]

  • In Deutschland teilen sich einige Großanbieter den Markt für den Online-Vertrieb frischer Lebensmittel. Die innovativen Unternehmen der Branche sind jedoch durchweg Startups. Seit ein paar Jahren gibt es auch weltweit liefernde Online-Supermärkte. Darüber hinaus bestehen weitere Angebote mit geographisch begrenztem Liefergebiet. Weiter verbreitet sind in Deutschland Anbieter von Tiefkühlkost. Die regionale Auslieferung setzt sich im Gegensatz zum Lebensmittelversand per Paket immer weiter durch. Die Branchengrößen setzen alle auf Direktlieferung statt Paketversand. Selten sind Anbieter überregional vertreten, allein drei Unternehmen (Stand 2013) sind in mehr als vier Städten vertreten. Die meisten Standorte verzeichnen aktuell REWE (9 Städte), food.de (7 Städte), ein junger Berliner Pure Player mit 6 Städten und Kaisers (4 Städte).[1][2]
  • In den Niederlanden ist das Online-Supermarkt Angebot bereits seit 2000 flächendeckend ausgebaut und wird unter anderem von Familien mit kleinen Kindern und von älteren Personen genutzt. Albert Heijn führt eine Datenbank für Kochrezepte mit der Möglichkeit, die jeweils benötigten Zutaten direkt in die Einkaufsliste zu übertragen.[3] In den Niederlanden bestehen auch Konkurrenzangebote.[4]
  • In Quebec, Kanada, startete 1998 ein Projekt, in dem Kunden ihre Bestellungen mittels eines Barcode-Lesers aufgeben können;[5][6] ein ähnliches Projekt wurde auch von Tesco begonnen.[7]
  • In Frankreich bieten seit 2007 die Supermarktketten Auchan und Leclerc einen Drive-in-Service an, bei dem Kunden online bestellte Waren mit dem eigenen Auto abholen.[8]
  • In der Schweiz gibt es zwei große Online-Supermärkte, coop@home und leshop.ch. Leshop war einer der ersten online-Supermärkte, inzwischen gehört er zu Migros.

In den USA besteht eine Vielzahl von Online-Supermarkt-Angeboten.[9] Auch in Spanien, Frankreich und Großbritannien ist der internetbasierte Supermarkt recht weit entwickelt. Das Unternehmen Tesco beherrscht in Großbritannien den Markt [10] und gilt als der weltweit größte Online-Supermarkt.[11]

Kritik[Bearbeiten]

  • Kritiker erklären, beim Online-Einkauf gingen im Vergleich zum konventionellen Einkauf Kreativität und Spontaneität verloren. Auf einem Wochenmarkt beispielsweise könne das Angebot an frischen Waren zum Kauf und zu einer entsprechenden Planung der Mahlzeiten inspirieren. Bei der Bestellung könnten Verbraucher die Frische von Lebensmitteln nicht unmittelbar begutachten, und es biete sich keine Gelegenheiten zum Gespräch zwischen Verkäufer und Käufer.
  • Der Online-Einkauf favorisiere große Anbieter, da nur diese eine entsprechende Infrastruktur vorhalten könnten.
  • Die Größe der Produkte ist nicht mehr direkt und unmittelbar erfahrbar – so ist bei der reinen Abbildung beispielsweise von Standard-Suppendosen ohne Vergleichsmaßstab nicht erkennbar, welche Menge sie beinhalten.
  • Online Supermärkte haben aufgrund der ganz erheblich höheren variablen Kosten im Vergleich zum LEH einen immensen Kostennachteil. Sie müssen teurer anbieten, wenn sie Verluste vermeiden wollen. Auch aufgrund der spätere Belieferung (geringer Kundennutzen) werden sie überschätzt und werden langfristig nur ein Nischendasein für bestimmte Kundengruppen führen.

Belege[Bearbeiten]

  1. [1] food.de – Deutschland Rollout in der Presse
  2. Online Supermärkte – Entwicklung und Beispiele Abgerufen am 27. März 2014.
  3. [2], Albert Heijn Rezepte
  4. News in Brief, ACCESS, Vol. 15, Nr. 2, April/Mai 2002, Seite 7 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  5. Canadese supermarkt-keten bouwt cybermarket, Computable, 22. Januar 1999, Nr. 3, Seite 13, Ronald de Lange (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  6. IGA Cybermarket Moves into Second Generation (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  7. Online supermarket comes unplugged, New Scientist, 14 August 1999 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  8. Drive. Faire ses courses sans sortir de sa voiture (französisch), Le Télégramme.com, 3. Oktober 2007, abgerufen am 17. Februar 2008
  9. The Online Grocer - Simplify Your Life By Buying Groceries On The Internet, Buy & Sell, Juli 1999, Vol.5, Nr.7 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  10. Tesco Captures Four Times More Online Orders Than Closest Competitor During First Seven Months Of 2006 bei www.comscore.com (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  11. ERS profiles europe's retail giants bei www.extendedretail.com (abgerufen am 6. Dezember 2006)

Siehe auch[Bearbeiten]