Opel Kadett E

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Opel
Opel Kadett Dreitürer (1984–1989)

Opel Kadett Dreitürer (1984–1989)

Kadett E
Produktionszeitraum: 08/1984–05/1993
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine, Limousine, Kombi, Cabriolet, Kastenwagen
Motoren: Ottomotoren:
1,2–2,0 Liter
(40–115 kW)
Dieselmotoren:
1,5–1,7 Liter
(40–60 kW)
Länge: 3998–4230 mm
Breite: 1663 mm
Höhe: 1400–1430 mm
Radstand: 2520 mm
Leergewicht: 830–1040 kg
Vorgängermodell: Opel Kadett D
Nachfolgemodell: Opel Astra F

Der Opel Kadett E ist ein Fahrzeug der Kompaktklasse der Adam Opel AG, das von August 1984 bis Mai 1993 als Nachfolger des Opel Kadett D hergestellt wurde.

Es war das fünfte Modell der seit Mitte 1962 produzierten Reihe Opel Kadett/Astra. In Ostafrika wurde diese Generation bereits als Opel Astra vermarktet.

In knapp neun Jahren liefen insgesamt 3.779.289 Exemplare vom Band.

Karosserie[Bearbeiten]

Der Kadett E wurde in vier Karosseriebauformen angeboten:

Zum Marktstart im August 1984 standen sowohl die drei- oder fünftürigen Schrägheckversionen als auch der ebenfalls drei- bzw. fünftürige Kombi Caravan beim Händler. Letzterer wurde in der dreitürigen Version auch als Lieferwagen ohne hintere Seitenfenster angeboten.

Im September 1985 folgte kurz nach der IAA-Präsentation die Stufenheckvariante, die von Opel „Formheck“ genannt wurde.

Der Kadett E diente auch als Basis für den von Januar 1986 bis Juli 1994 produzierten Kastenwagen mit der Modellbezeichnung Opel Combo. Während der Lieferwagen die Form des Caravan hat, ist der Combo mit seinem höheren Dach, seinem längeren Radstand, seiner Blattfederhinterachse und seinen zur Seite öffnenden Hecktüren ein richtiger Kastenwagen.

Im Mai 1987 wurde als letzte Ausführung das Cabriolet auf den Markt gebracht, das von Bertone entworfen und gebaut wurde. Wegen seiner im Windkanal optimierten stromlinienförmigen Karosserie erhielt er bald den Spitznamen „Windei“.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Februar 1989 erhielt die Baureihe ein Facelift, das äußerlich an dem kleineren Kühlergrill zu erkennen war.

Im Juli 1991 wurde die Produktion der letzten Kadett-Baureihe abgeschlossen. Sein Nachfolger bekam den Namen „Astra“. Als einzige Modellvariante blieb noch bis Mai 1993 das Cabriolet im Programm, bevor es im Spätsommer durch die offene Version des Astra ersetzt wurde.

Motoren[Bearbeiten]

Der Opel Kadett E wurde hauptsächlich mit folgenden Motoren angeboten, die vorne quer eingebaut sind und allesamt vier Zylinder, beim GSi 16V sind zwei oben liegende Nockenwellen verbaut:

Benzinmotoren[Bearbeiten]

Modell Zylinder Motorkennbuchstaben Hubraum cm³ Max. Leistung Bauzeit Bemerkung
OHV-Motoren
1.2S 4 12SC 1196 40 kW (54 PS) 09.1984–08.1991
OHC-Motoren
1.2S 4 12ST 1196 40 kW (54 PS) 08.1984–08.1986
1.3 4 13N 1297 44 kW (60 PS) 08.1984–07.1991
1.3 4 13NB 1297 44 kW (60 PS) 08.1984–07.1991 (Euronorm)
1.3i 4 C13N 1297 44 kW (60 PS) 09.1985–07.1991 (mit Katalysator)
1.3S 4 13S/13SC 1297 55 kW (75 PS) 08.1984–05.1993
1.4i 4 C14NZ 1389 44 kW (60 PS) 01.1990–07.1991 (mit Katalysator)
1.4S 4 14NV 1389 55 kW (75 PS) 01.1990–05.1993 (mit Euronorm)
1.4Si 4 C14SE 1389 60 kW (82 PS) 09.1989–07.1991 (mit Katalysator)
1.6i 4 C16LZ 1598 55 kW (75 PS) 09.1986–07.1991 (mit Katalysator)
1.6i 4 C16NZ 1598 55 kW (75 PS) 09.1986–07.1991 (mit Katalysator)
1.6i 4 E16NZ 1598 55 kW (75 PS) 09.1986–05.1993 (mit Euronorm)
1.6S 4 16SV 1598 60 kW (82 PS) 09.1986–05.1993
OHC-Bigblock-Motoren
1.6S 4 16SH 1598 66 kW (90 PS) 08.1984–08.1986
1.8S 4 E18NV/S18NV 1796 62 kW (84 PS) 09.1987–07.1991 (mit Euronorm)
1.8i 4 C18NZ 1796 66 kW (90 PS) 06.1990–07.1991 (mit Katalysator)
1.8i 4 C18NE 1796 74 kW (100 PS) 06.1985–07.1991 (mit Katalysator)
1.8i 4 18SE 1796 82 kW (112 PS) 09.1986–08.1991 (ohne Katalysator, nur Export)
1.8i GSi 4 18E 1796 85 kW (116 PS) 08.1984–08.1986 (GSi, ohne Katalysator)
2.0i 4 20NE 1998 85 kW (116 PS) 09.1986–05.1993 (ohne Katalysator)
2.0i GSi 4 C20NE 1998 85 kW (116 PS) 09.1986–05.1993 (mit Katalysator)
2.0i 4 20SEH 1998 95 kW (129 PS) 09.1986–07.1991 (ohne Katalysator)
DOHC-Bigblock-Motoren
2.0i GSi 16V 4 C20XE 1998 110 kW (150 PS) 03.1988–05.1992 (GSi 16V mit Fahrzeugkatalysator)
2.0i 16V 4 20XE 1998 115 kW (156 PS) 12.1987–05.1992 (GSi 16V ohne Katalysator, nur Export)

Dieselmotoren[Bearbeiten]

Modell Zylinder Motorkennbuchstaben Hubraum cm³ Max. Leistung Bauzeit Bemerkung
1.5 TD 4 15DT (TC4EC1) 1488 53 kW (72 PS) 07.1988 – 07.1991 Motor entwickelt von Isuzu (Turbo mit Ladeluftkühler)
1.6 D 4 16D 1598 40 kW (54 PS) 08.1984 – 01.1989
1.6 D 4 16DA 1598 40 kW (54 PS) 01.1986 – 12.1989
1.7 D 4 17D 1700 42 kW (57 PS) 02.1989 – 07.1991
1.7 TD 4 17DT (TC4EE1) 1686 60 kW (82 PS) 09.1986 – 07.1991 Motor entwickelt von Isuzu (Turbo mit Ladeluftkühler)

Fahrwerk/Getriebe[Bearbeiten]

Das Fahrwerk des Kadett E wurde nur geringfügig modifiziert vom Vorgängermodell Kadett D übernommen. Als typischer Vertreter frontangetriebener Kompaktwagen verfügt es über Einzelradaufhängung vorne an MacPherson-Federbeinen mit unteren Querlenkern und einer Verbundlenkerachse hinten. Als Getriebe wurden Vier- und Fünf-Gang-Fahrzeuggetriebe mit manueller Betätigung eingebaut, auch gab es für einige Motorisierungen ein Drei-Gang-Getriebe mit automatischer Betätigung vom Typ THM 125 aus dem Regal des Mutterkonzerns General Motors.

Ausstattungsvarianten[Bearbeiten]

Der Opel Kadett E wurde zuerst in folgenden Basisvarianten angeboten:

  • LS (1984–1991)
  • GL (1984–1990)
  • GT (1984–1990)
  • GLS (1984–1989)
  • GSi (1984–1991)
  • Cabrio (1987–1993)

Im Laufe der Kadett E-Produktion kamen noch einige Sondermodelle dazu:

Jahr Bezeichnung Basis Merkmal Besonderheiten
1986 CUP fünftüriges Fließheck Zierstreifen in Schwarz rundum Zur WM 1986, nur in polarweiß, Stoßfänger und Außenspiegel in Wagenfarbe, B-Säule mattschwarz; Fünftürer, normale Sitze im speziellen Design
1986 Sprint (I) drei-/fünftüriges Fließheck Sprint-Schriftzug auf Fahrer und Beifahrertür, roter Zierstreifen rundum Drehzahlmesser, Außenspiegel rechts, Dreispeichen-Sportlenkrad, Nebelschlussleuchte, Sportgetriebe, Stoßfänger im GT-Design, ab 1987 als GT verkauft
1987 Jubilee Fließheck und Stufenheck Zierstreifen in Silber rundum Verlängerte Mittelkonsole, asymmetrisch geteilte Rückbank
1988–1991 Club fünftüriger Caravan silberne Zierstreifen an den Stoßfängern, zusätzlich von der Oberseite der Blinker bis zur Oberseite der Heckleuchte LS*, Dachreling, Außenspiegel in Wagenfarbe, bei 2,0 Liter mit Drehzahlmesser.
1988 Sprint (II) Stufenheck mit 2,0 Liter Irmscher-Ausstattung Vierspeichen-Irmscher-Lenkrad, Spoiler-Stoßstangen im Irmscher-Design, Heckspoiler, Seitenblenden, Sportfahrwerk mit Tieferlegung, Fertigung: 716 Stück.
1988 California drei-/fünftüriges Fließheck gelbe Zierstreifen rundum LS*, Warnsummer, Außenspiegel in Wagenfarbe, 4 Lautsprecher, Schiebedach, Radio SC202
1988 SNOW drei-/fünftüriges Fließheck und Stufenheck weiße Stoßfänger mit roten Zierstreifen, Schriftzug SNOW, weiß lackierte Radkappen LS*, nur in polarweiß erhältlich, Außenspiegel in Wagenfarbe, Sitzheizung für den Fahrer, Nebelscheinwerfer, Scheinwerferreinigung, Fußraumheizung für die hintere Sitzreihe, GL Radkappen.
1988 TOP drei-/fünftüriges Fließheck Silberne Zierstreifen rundum LS*, Außenspiegel in Wagenfarbe, Heckspoiler
1988 Tiffany Fließheck und Stufenheck goldene Zierstreifen rundum; Schriftzug Tiffany auf den Kotflügeln und der Heckklappe – limitiert Außenspiegel in Wagenfarbe, Fahrersitz höhenverstellbar, Asymmetrisch geteilte Rücksitzbank, Zweiklangfanfare, Parkmünzfach in der Mittelkonsole. Nur in fünf Farben erhältlich
  • Funktionspaket LS: Tageskilometerzähler, Quarzuhr, Zigarettenanzünder, Beleuchtung für Kofferraum und Handschuhfach, Intervall für Heckwischer; bei Stufenheck: rechter Außenspiegel, andere Reifengröße. Ab Modelljahr 1988 entfielen der Tageskilometerzähler und die Quarzuhr, da serienmäßig bei allen Modellen vorhanden.

Nach dem Facelift 1989 wurde die Ausführungspalette erneuert:

Jahr Bezeichnung Basis Merkmal Besonderheiten
ab 1988 Club Nur Caravan Club-Schriftzug auf Türen und Heckklappe, Zierstreifen in silber Drehzahlmesser für 2.0 l
1989 Sunshine Club Nur Caravan
1989 CS drei-/fünftüriges Fließheck serienmäßiges ABS, Kopfstützen hinten serienmäßig
1989 Miami drei-/fünftüriges Fließheck verschiedene Ausführungen, teilweise mit Speziallackierung
ab 1989 GSi drei-/fünftüriges Fließheck GSi-Emblem
1990 Dream drei-/fünftüriges Fließheck; viertüriges Stufenheck Schriftzug Dream auf Kotflügeln und Heck, dünne zweifarbige blau-türkise Zierstreifen unterhalb der Fenster, blaue Streifen in den Stoßstangen Basis GL; Sportsitze, Innenausstattung schwarz mit weißen Streifen, Radio SC202, Spiegelgehäuse in Wagenfarbe, getönte Scheiben, Alufelgen mit 175/65 14, Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung serienmäßig. Nur mit 1,6-i- oder 1,7-D-Motor. Preis April 1990: Benzin Dreitürer 22.395 DM, Viertürer 24.230 DM; Fünftürer 23.245 DM; Diesel Dreitürer 22.555 DM, Viertürer 24.390 DM; Fünftürer 23.405 DM
ab 1990 Champion drei-/fünftüriges Fließheck
1990 Life drei-/fünftüriges Fließheck
1991 Club Spezial Nur fünftüriger Caravan
1991 Frisco Fließheck und Stufenheck Dreispeichen-Sportlenkrad, Sportsitze vorn, Heckspoiler in Wagenfarbe, Sportauspuffendrohr, Drehzahlmesser, ABS serienmäßig
1991 FUN Fließheck
1991 Beauty Fließheck und Stufenheck Schriftzug auf beiden Kotflügel vorne, auf der Heckklappe, Drehzahlmesser, Dreispeichenlenkrad und Veloursausstattung, dunkel-hellblaue Streifen an der Karosserie, mechanisches Schiebedach, Servolenkung, Zentralverriegelung

Cabrio-Ausführungen:

  • Limited Edition (um 1988, leider gibt es keine Informationen zu diesem Modell)
  • Edition – Mitte 1990 (Mit GSi-Optik, ab 1992 ohne GSi-Ausstattung)
  • Edition Fun – 1993 (nur in zwei Blaufarbtönen erhältlich)
  • Edition Elegance – 1993
  • Special Edition – 1992 (GSi-Ausstattung mit Kreuzspeichenfelgen, nur mit C20NE)
  • Edition Sportive – 1993

Ausstattungsvarianten im Ausland:

  • Arizona – 1986 (Schweiz, unbekanntes Modell)
  • Silver – 1987 (Frankreich, nur in silber erhältlich)
  • White – 1987 (Frankreich)
  • Florida – 1988 (Schweiz, ähnlich dem deutschen Modell Snow)
  • Calypso – 1988 (Frankreich, Sondermodell, unbestätigt auf 200 Stück limitiert, nur in monacoblau)
  • Exclusive – 1990 (Frankreich)
  • Dream – 1990 (Belgien, gleich dem deutschen Dream)
  • Hot – 1990 (Schweiz, basierend auf GSi, ähnlich wie der deutsche Champion ohne Nebelscheinwerfer, nur Dreitürer)
  • Sprint – 1991 (Frankreich, ähnlich dem deutschen Frisco)
  • Expression – 1991 (Niederlande)
  • Rivera – 1992 (Frankreich, ähnlich dem deutschen Cabriolet Special Edition)
  • Sporty – 1992 (Belgien, keine Details bekannt)
  • Monte Carlo – 1993 (Frankreich, Cabrio, ähnlich deutschem Cabriolet Edition Elegance)
  • Essence – ???? (Frankreich, unbekanntes Modell)
  • Ultima – ???? (Frankreich, unbekanntes Modell)
  • Club – ???? (deutsches Umland, gab es im Gegensatz zum deutschen Modell auch als Fließ- und Stufenheck)
  • Frisco – ???? (Schweiz, ähnlich dem deutschen Club Special, vermutlich nur Caravan)

Sonderumbauten:

  • Caravan mit Hub- und Senkeinrichtung, tiefergelegtem Fahrzeugboden und verglastem Aufbau durch Firma AMF-Bruns (Apen)
  • Irmscher Junior Line
  • Irmscher GS

Ausstattungsvarianten: Logos[Bearbeiten]

Kadett GSi[Bearbeiten]

Opel Kadett GSi

Der Opel Kadett E GSi wurde anfangs nur mit der Schrägheck- und ab 1990 auch mit der Cabrio-Karosserie angeboten. Er wurde zu Beginn mit den 1,8-Liter-Benzinmotoren (interne Kennung: 18E) mit 85 kW (115 PS) Leistung ohne Katalysator angeboten. Ab 1986 wurde er ausschließlich mit den 2,0-Liter-Motoren (interne Kennung: C20NE) mit Katalysator ausgestattet.

Der Kadett GSi verfügt über Gasdruckstoßdämpfer und gegenüber den anderen Modellen straffere und um ca. 15 mm tiefere Federn. Die Motoren des Kadett GSi haben einen Ölkühler mit Thermostat. Der Kadett GSi war auf Wunsch mit Antiblockiersystem und Servolenkung zu haben. Die Version ohne Servolenkung verfügt über einen Lenkungsdämpfer. An der Vorderachse ist der Opel Kadett GSi mit innenbelüfteten Scheibenbremsen ausgestattet.

Die Stoßstangen sind voluminöser gestaltet, an den Seitenschwellern sind Kunststoffverkleidungen angebracht, die Seitenschutzleisten sind schmaler, in die Motorhaube wurden Entlüftungselemente integriert, die Heckleuchten wurden durch eingelassene Kunststoffstreifen abgedunkelt. Ferner befindet sich die Nebelschlussleuchte im hinteren Stoßfänger, wodurch der Kadett GSi zwei Rückfahrscheinwerfer hat, der Heckscheibenwischer wurde aufgrund des Heckspoilers verlegt und durch ein Loch in der Heckscheibe angetrieben. Neben den B-Säulen ist auch die Heckklappe zwischen den Rückleuchten mit schwarzer Folie beklebt. Die Opel-Embleme sind auf der Motorhaube, sowie an der Heckklappe in Form von Folie angebracht. Durch diese Maßnahmen unterscheidet sich die GSi-Variante optisch deutlich von den Grundmodellen.

Elektrische Fensterheber und elektrisch und beheizbare Außenspiegel und zuzüglich einen Bordcomputer waren als Zubehör verfügbar. Der Bordcomputer zeigt den Momentanverbrauch, Tankreichweite, Durchschnittsgeschwindigkeit, Durchschnittsverbrauch, Stoppuhr und die Uhrzeit an.

Im Innenraum unterscheidet sich der Kadett GSi ebenfalls unter anderem durch Sportsitze, LCD-Instrumente, Dreispeichen-Lenkrad mit GSi-Emblem, Check-Control-System im oberen Bereich des Armaturenbretts, außerdem geänderten Sitzbezügen sowie zwei Leseleuchten und Türverkleidungen von den Grundmodellen. Als besonderes Extra gab es auf Wunsch Sitze und Seitenverkleidungen mit echtem Conolly-Leder bezogen.

Ebenfalls bemerkenswert: In der dreitürigen Schrägheckversion erreichte der GSi einen Strömungswiderstandskoeffizienten von nur 0,30, was damals Weltrekord in der Kompaktklasse war und von keinem anderen Fahrzeug erreicht wurde (Golf II GTI: 0,37). Dieser Wert ist auch Beweis dafür, dass die windkanalerprobte Verspoilerung der GSi-Variante nicht nur optisches Ziel sondern Funktion war und sowohl den Auftrieb deutlich verminderte als auch den cw-Wert reduzierte (Normalversion Kadett Schrägheck: cw-Wert = 0,32)

Der Bestand an Kadett GSi in Deutschland hat sich in den letzten Jahren drastisch verringert. An den jeweiligen Stichtagen war die folgende Anzahl an Fahrzeugen beim Kraftfahrt-Bundesamt angemeldet:

Mit 18E-Motor (Hersteller-/Typschlüsselnummer 0039/642):

  • 1. Januar 2008: 165[1]
  • 1. Januar 2009: 150[2]
  • 1. Januar 2010: 132[3]
  • 1. Januar 2011: 133[4]
  • 1. Januar 2012: 117[5]
  • 1. Januar 2013: 108[6]

Mit C20NE-Motor (Hersteller-/Typschlüsselnummer 0039/673):

  • 1. Januar 2008: 1255[1]
  • 1. Januar 2009: 1010[2]
  • 1. Januar 2010: 785[3]
  • 1. Januar 2011: 644[4]
  • 1. Januar 2012: 545[5]
  • 1. Januar 2013: 468[6]

Daten C20NE Motor[Bearbeiten]

  • Bauform: R4
  • Steuerung: OHC
  • Anzahl der Ventile: 8
  • Hub × Bohrung (mm): 86,0 × 86,0
  • Hubraum (cm³): 1998
  • Leistung (kW/PS bei 1/min): 85/115 bei 5.400
  • Drehmoment (Nm bei 1/min): 170/3.000
  • Verdichtung: 9,2 : 1
  • Motormanagement: Bosch Motronic ML 4.1, ab Modelljahr 1990: Bosch Motronic M 1.5
  • Steuerung: Zahnriemen
  • Abgasanlage: geregelter Katalysator

Kadett GSi 16V[Bearbeiten]

Opel Kadett GSi Champion 16V
(1990–1991)
Modifizierter Opel Kadett GSi 16V im Rallye-Einsatz

Der Kadett GSi 16V kam im Frühjahr 1988 auf den Markt und ist das erste Opel-Großserienmodell mit vier Ventilen pro Zylinder. Die Besonderheit des eingesetzten Motors (interne Kennung: C20XE für die Varianten mit geregeltem Katalysator) ist die gemeinsame Entwicklung des sehr aufwendig gestalteten Zylinderkopfs mit Cosworth in England. Der Motor verfügt im Gegensatz zum GSi 8V 2,0 l (C20NE) über einen Fächerkrümmer sowie über eine Klopfregelung. Im Vergleich zum C20NE ist auch das Saugrohr wesentlich aufwendiger gestaltet.

Der Kadett GSi 16V ist in zahlreichen Punkten an die Leistung des Motors angepasst. So wurde die Hinterachse mit Scheibenbremsen (Zweikolbenfestsattel) statt Trommelbremsen ausgestattet. Außerdem kommen verstärkte Stabilisatoren zum Einsatz, nebst Zusatzstabilisator an der Hinterachse. Im Bereich der Karosserie weist der Kadett 16V einen durchgehenden mittleren Querträger vorn auf und einen flacheren unteren Querträger vorn, wodurch der etwas schmalere, aber höhere Kühler Platz fand. Außerdem sind die Radhäuser im oberen Bereich am Übergang zur A-Säule verstärkt. Auch im Bereich der Lenkung und am Fahrwerk gibt es Modifikationen. Das Fünfgang-Schaltgetriebe (F20) des Kadett 16V wurde ebenfalls der Leistung des Motors angepasst. Die Karosserie hatte einen cw-Wert von 0,30 und eine Stirnfläche von 2,03 m², was einen sehr guten Luftwiderstandsindex von 0,61 ergibt.

Die Innenausstattung weicht durch einen anderen Schaltknauf (aus Leder) sowie das 16V-Emblem auf dem Lenkrad vom GSi 2.0 ab. Äußerlich ist der Kadett GSi 16V vom Kadett GSi durch ein 16V-Zeichen an der Frontschürze sowie an der Heckklappe zu unterscheiden. Außerdem verfügt er über einen Endschalldämpfer mit rechteckigen Doppelendrohren.

Das Sondermodell Kadett GSi Champion, der wie der Serien-GSi mit dem 2.0i 8V (C20NE) als auch mit dem 2.0i 16V (C20XE) erhältlich war, wurde nur im letzten Modelljahr 1991 (ab September 1990) angeboten. Er war auf Wunsch mit Ledersitzen von Recaro und lederbezogenen Türverkleidungen ausgestattet, die mit englischem Connolly-Leder bespannt sind und einige andere Ausstattungsmerkmale aufweist. Das Leder war nicht nur für den meistverkauften Dreitürer gedacht. Auch der fünftürige GSi konnte mit Lederausstattung bestellt werden, was jedoch nur wenige Käufer, aufgrund des hohen Aufpreises, taten. So kostete die Lederausstattung für den Fünftürer über 1.200 DM mehr als für den Dreitürer. Damit kostete der Fünftürer ohne weitere Extras schon ca. 42.000 DM. Die fünftürige Variante mit Vollausstattung im Originalzustand ist daher heute eine Rarität, nicht zuletzt deshalb, weil der Fünftürer wesentlich seltener verkauft wurde als der Dreitürer. Ebenfalls serienmäßig waren die 15-Zoll-Leichtmetallräder im Kreuzspeichen-Design mit 185/55 R15 Reifen. Es war neben dem Kadett Cabrio Spezial Edition das einzige deutsche Kadett-Modell mit serienmäßigen 15-Zoll-Felgen.

Der Bestand an Kadett GSi 16V (Hersteller-/Typschlüsselnummer 0039/773) in Deutschland hat sich in den letzten Jahren drastisch verringert. An den jeweiligen Stichtagen war die folgende Anzahl an Fahrzeugen beim Kraftfahrt-Bundesamt angemeldet:

  • 1. Januar 2008: 880[1]
  • 1. Januar 2009: 712[2]
  • 1. Januar 2010: 630[3]
  • 1. Januar 2011: 553[4]
  • 1. Januar 2012: 484[5]
  • 1. Januar 2013: 430[6]

Daten C20XE Motor[Bearbeiten]

  • Bauform: R4
  • Steuerung: DOHC
  • Anzahl der Ventile: 16
  • Hub × Bohrung (mm): 86,0 × 86,0
  • Hubraum (cm³): 1998
  • Leistung (kW/PS bei 1/min): 110/150 bei 6.000
  • Drehmoment (Nm bei 1/min): 196/4.800, ab Modelljahr 1993: 196/4.600
  • Verdichtung: 10,5 : 1
  • Motormanagement: Bosch Motronic M 2.5, ab Modelljahr 1993: Bosch Motronic M 2.8
  • Steuerung: Zahnriemen
  • Abgasanlage: geregelter Katalysator

Kenndaten[Bearbeiten]

  • 12,3 bar mittlerer Arbeitsdruck
  • Spezifischer Kraftstoffverbrauch: 232 g/kWh (95 Oktan), was einem Wirkungsgrad von 37 % entspricht und lange Zeit den Weltrekord im Bereich des spezifischen Verbrauchs für Vierzylindermotoren darstellte. In der in vielen anderen Ländern erhältlichen Variante ohne Abgaskatalysator mit 115 kW (156 PS) und 203 Nm Drehmoment und mit Abstimmung auf Superplus (98 Oktan) erreichte der Kadett GSi 16V sogar Werte von nur ~ 227 g/kwh, was einem Wirkungsgrad von 38 % im Bestpunkt entspricht.

Fahrleistungen[Bearbeiten]

Die Werksangaben für den Kadett GSi 16V lauteten 8,0 s für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h und 217 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Konkurrenzmodelle[Bearbeiten]

Der Kadett GSi 16V war seinerzeit mit 110 kW (150 PS) seinem direkten Konkurrenzmodell, dem Golf II GTI 16V der in der Version mit Katalysator noch 95 kW (129 PS) leistete, im Bereich der Fahrleistungen weit überlegen und benötigte gleichzeitig weniger Kraftstoff als andere Konkurrenzmodelle.

Besonderheiten des GT und Frisco Modells/Caravan Club Special[Bearbeiten]

Der Kadett E als GT und Frisco besitzt eine leicht veränderte, kürzere Getriebeübersetzung und einige besondere Ausstattungsmerkmale. So etwa modifizierte Stoßfänger (ab Modelljahr 1987), Sportsitze und einen serienmäßigen Drehzahlmesser.

Das Modell Frisco wurde zusätzlich mit ABS serienmäßig ausgestattet. Darüber hinaus gab es beim Frisco auf Wunsch eine hydraulische Servolenkung, sowie eine Sitzhöhenverstellung und die Seitenverkleidungen hinten (nur Dreitürer) passend zum Polsterbezug im gleichen Material bezogen.

Das Modell GT und Frisco wurden ausschließlich mit dem bekannten 1,6i-Motor (C16NZ oder E16 NZ - 75 PS) und dem 1990 erstmals erhältlichen 1,8i Motor (C18NZ - 90PS) ausgerüstet. Die GT-Version gab es zwischen 1986 und 1988 mit dem C16LZ, ab 1989 wurde der C16NZ verbaut. Das 2,0-l-Triebwerk (85 kW/116 PS) war bei beiden Modellen nur in der Stufenheckvariante erhältlich.

Beim GT gab es drei Evolutionsstufen:

GT 1: Motoren 13S/SC und 16SH (Vergasermotoren) GT 2: Motoren C16LZ/NZ, C18NZ und C20NE (nur Stufenheck, bzw. Club Special) GT 3: Motoren C16NZ, C18NZ und C20NE (nur Stufenheck, bzw. Club Special) → gilt ebenfalls für den Frisco

Vergasermotoren waren ab dem GT 2 nur noch für den Markt in Südeuropa bestimmt.

Ähnlich dem GT war der Caravan in der Ausführung Club Special. Er besitzt die gleichen Ausstattungsmerkmale wie der GT und für den Caravan nur hier erhältliche tiefere Heckschürzenblende. Die Motorenpalette zog sich ebenfalls über den bekannten C16NZ, C18NZ und dem sonst nur in der Limousine erhältliche C20NE.

Besonderheiten des Kadett E Cabriolet[Bearbeiten]

"Edition"-Logo des Kadett Cabriolet

Die bei Bertone in Turin produzierte Cabrio-Variante des Kadett E wurde ab August 1991 im Verkauf nur noch als Opel Cabrio (nur in den Zulassungspapieren weiterhin als Kadett) bezeichnet und auch in schwächeren Motorisierungsvarianten mit den Karosseriedetails des Kadett GSi ausgestattet.

Durch Produktionsprobleme des Nachfolgers Astra Cabrio wurde das Kadett Cabrio bis Mai 1993 produziert, während die Produktion der anderen Modelle schon im Juli 1991 eingestellt wurde. Kurz vor Produktionsende, gab es vom Kadett Cabrio nur noch Sondermodelle, sie hießen z. B. Edition Sportive, Edition Elegance, Edition Fun oder Bertone Edition.

Bezeichnung[Bearbeiten]

Der Kadett E war der letzte Kompaktwagen von Opel in Deutschland mit dem traditionsreichen Namen Kadett, das Nachfolgemodell erhielt den Namen Astra (Astra F), unter dem Vauxhall den Kadett bereits in Großbritannien verkaufte. In Südafrika wurde der Astra F weiter unter dem Namen Opel Kadett F vertrieben.

Internationale Modelle[Bearbeiten]

Der Kadett E wurde als erstes in Deutschland entwickeltes Modell nach einer zwanzigjährigen Pause wieder auf dem amerikanischen Markt angeboten. Die dortige, äußerlich abgewandelte Variante hieß Pontiac LeMans und wurde von Daewoo in Südkorea produziert. Nach Auslaufen der von General Motors gesetzten Sperrfrist im Jahre 1995 wurde der Daewoo Nexia auch in Europa angeboten.

Der Wagen wurde auch unter folgenden Namen vertrieben:

Lizenznachbauten[Bearbeiten]

Die Produktion fand größtenteils bei Daewoo in Südkorea statt. Später wurden die Modelle Nexia und Cielo außerdem noch im rumänischen Craiova und in Indien produziert. Das usbekische Unternehmen UzDaewoo fertigt den Nexia noch heute, in einer überarbeiteten Form, in seinem Werk in Asaka.

Der Kadett wird bzw. wurde als Basis für folgende Fahrzeuge genutzt:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Kadett E – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.Kadett-Info.de - Umfangreiche Datenbank zum Thema Ausstattungsvarianten des Kadett E

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 28. Mai 2013.
  2. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 28. Mai 2013 (PDF; 4,9 MB).
  3. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 28. Mai 2013 (PDF; 4,1 MB).
  4. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 28. Mai 2013 (PDF; 4,9 MB).
  5. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 28. Mai 2013 (PDF; 5,4 MB).
  6. a b c Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 6. August 2013 (PDF; 4,2 MB).