Opel Olympia

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Dieser Artikel behandelt die Modelle Opel Olympia von 1935 bis 1953 und gibt eine Übersicht über die folgenden Jahre. Zu weiteren Artikeln siehe Opel Olympia (Begriffsklärung).
Opel Olympia (1935–1937)
Opel Olympia als zweitürige Cabrio-Limousine (1936)
Heckansicht
Opel Olympia als viertürige Limousine (1939)
Opel Olympia Cabrio-Limousine (1950–1953)
Opel Olympia Kastenwagen, Baujahr 1951

Der Opel Olympia war das erste in Großserie produzierte deutsche Auto mit selbsttragender, ganz aus Stahlblech gebauter Karosserie. Als Nachfolger des Opel 1,3 Liter, der noch bis Oktober 1935 im Opel-Programm blieb, erhielt er seinen Namen in Anlehnung an die 1936 stattfindenden Olympischen Spiele in Berlin und Garmisch-Partenkirchen.

Geschichte und technische Ausführung[Bearbeiten]

Der Olympia wurde im Februar 1935 auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin vorgestellt und war noch im selben Jahr zu einem Preis von 2500 Reichsmark erhältlich. (entspricht heute ca. 10.000 Euro)[1]

Die selbsttragende Ganzstahlkarosserie brachte einige Vorteile gegenüber der herkömmlichen Bauart mit separatem Fahrgestell mit sich: eine bessere Aerodynamik, verringertes Gewicht (835 kg) und erstmals eine Sollbruchstelle im Bereich des vorderen Gabelprofils; ein Vorläufer der heutigen Knautschzonen. Für die Einzelradaufhängung der Vorderachse wurde die Anfang 1934 in den Modellen Opel 1,3 Liter/Opel 6 eingeführte „Synchronfederung“ (Dubonnet-Federung) verwendet. Hinten war eine Starrachse mit Blattfedern eingebaut.

Der Wagen war in mehreren Varianten erhältlich, als Cabrio-Limousine oder zweitürige Limousine. In den ersten beiden Jahren hatte der Olympia noch mechanische (Seilzug)-Trommelbremsen; ab 1937 waren diese hydraulisch betätigt („Öldruckbremse“). Es gab den Wagen mit zwei völlig verschiedenen wassergekühlten Vierzylinder-Motoren: bis 1937 mit dem SV-Motor des Vorgängermodells Opel 1,3 Liter und 24 PS (später 29 PS) sowie ab Ende 1937 einen völlig neu entwickelten 1,5-Liter OHV-Motor mit 37 PS. Dieser Motor diente auch als Antrieb für das NSU Kettenkrad.

Der 1,3-Liter-Olympia erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 95 km/h und hatte einen Verbrauch von neun Litern Benzin auf 100 km; der 1,5-Liter-Wagen war autobahntaugliche 112 km/h schnell.

Bis im Oktober 1940 auf Anordnung der Reichsregierung die Herstellung ziviler Fahrzeuge bei Opel eingestellt werden musste, waren 168.875 Olympia-Pkw gebaut worden.

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde im Dezember 1947 die Produktion eines überarbeiteten Olympia-Modells wieder aufgenommen. Das Auto wurde u. a. mit der Vorderachse des Vorkriegs-Kapitäns (ohne Synchronfederung) versehen und kostete 1948 nach der Währungsreform 6785 DM; für damalige Verhältnisse ein Vermögen und nach heutiger Kaufkraft 20.000 Euro.[1] Bei dem 1950er Modell gab es mit einer modernisierten Karosserie auch einen Liefer- bzw. Kastenwagen, der von Karosseriebauern wie Autenrieth, Miesen, Rappold, Dello u. a. zum Kombi umgebaut werden konnte.

Opel Olympia Rekord[Bearbeiten]

Hauptartikel: Opel Olympia Rekord

1953 kam dann der neue Olympia Rekord mit Pontonkarosserie auf den Markt. Auch beim 1957 vorgestellten Opel Rekord P1 tauchte die Bezeichnung Olympia noch auf, in der Namenskombination Opel Olympia Rekord für einfachere, zweitürige Modelle.

Vom Opel Rekord abgeleitete, sparsamer ausgestattete Modelle namens „Olympia“ gab es noch bis 1967, sowohl vom Opel Rekord A als auch vom Opel Rekord B. Diese Modelle waren sämtlich Zweitürer-Limousinen mit Dreigang-Getriebe, das per Lenkradschaltung betätigt wird. Eines der wenigen überhaupt optierbaren Extras war die Heizung, die in jenen Jahren bei Opel noch nicht im Serien-Lieferumfang war. Wer einen Viertürer wollte, einen Kombi oder einen stärkeren Motor, der musste den teureren entsprechenden Opel Rekord erwerben.

Ab 1967 waren dann die Olympia-Opel keine abgespeckten Rekord mehr, sondern optisch aufgewertete Opel Kadett B-Modelle.

Opel Olympia A[Bearbeiten]

Hauptartikel: Opel Olympia A

Von 1967 bis 1970 wurden optisch aufgewertete Modelle des Opel Kadett B, zumeist mit den jeweils stärksten verfügbaren Motoren, unter dem Namen Opel Olympia angeboten.

Quelle[Bearbeiten]

  • Schneider, Hans-Jürgen: 125 Jahre Opel – Autos und Technik. Weilerswist: Verlag Schneider + Repschläger 1987 (ohne ISBN)

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Otto Windecker: Besser fahren mit dem Olympia. Ein Handbuch. Bielefeld, Berlin: Klasing 1951, 232 Seiten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Olympia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, auf 1000 EUR gerundet und gilt für den zurückliegenden Januar