Operation Ostrogoschsk-Rossosch

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Die Operation Ostrogoschsk-Rossosch (in russisch Острогожско-Россошанская операция) war eine Offensive der Roten Armee während des Zweiten Weltkrieges, die als Teil der Woronesch-Charkiwer Operation von der Woronescher Front durchgeführt wurde. Sie dauerte vom 13. Januar 1943 bis zum 27. Januar 1943 und führte zur Zerschlagung der ungarischen 2. Armee und von Teilen der italienischen 8. Armee.

Sowjetische Offensive[Bearbeiten]

Ziel der Offensive war die Wiederholung und der Ausbau der Erfolge der Mittleren Don-Operation vom Dezember 1942, diesmal am oberen Don südlich von Woronesch. Georgi Schukow und Alexander Wassilewski waren auch hier wieder als Repräsentanten des Oberkommandos für die Planungen verantwortlich.

Einige Quellen nennen den 12. Januar 1943 als Start der sowjetischen Offensive. An diesem Tag wurden Erkundigungskämpfe ("Probe") durch sowjetische Vorauseinheiten der Gardetruppen ausgeführt. Die sowjetische Hauptstreitmacht, bestehend aus der 40. Armee unter Kirill Moskalenko, wurde am nächsten Tag eingesetzt. Ausgangspunkte waren zwei Brückenköpfe über den Don bei Storoschewoje und Schtschutschje nahe Liski.

Die Offensive wurde vom Süden her unterstützt durch die rechte Flanke der sowjetischen 6. Armee und die 3. Panzerarmee unter Pawel Rybalko. Letztere war erst kurz zuvor aus der Stawka-Reserve freigegeben worden. Nach einem Durchbruch bei Nowaja Kalitwa, wobei der Korpsgefechtsstand des deutschen XXIV. Armeekorps überrollt wurde, befreite sie am 19. Januar im Zusammenwirken mit Teilen der 40. Armee Alexejewka und Waluiki weit im Rücken der überrollten feindlichen Einheiten. In der folgenden Woche wurden die in dem so gebildeten Kessel gefangenen Einheiten nach und nach dezimiert.

Deutscher Rückzug[Bearbeiten]

Diese Operation, die nordwestlich von Stalingrad parallel zur Endphase der Schlacht von Stalingrad stattfand, führte zur Einkesselung der dort an der Ostfront im großen Donbogen eingesetzten ungarischen, italienischen und deutschen Kräfte. Betroffen von dem Rückzug war auch die italienische 8. Armee und die 387. Infanterie-Division. Aus deutscher Sicht war es eher der "Kessel von Ostrogoschsk-Rossosch". Der Durchbruch der Resttruppen bei eisigen Temperaturen gelang nur unter hohen Verlusten unter Zurücklassung der Verwundeten.

Die Division Großdeutschland und SS-Verbände versuchten die 100-150 km lange Frontlücke in Gegenangriffen und Abwehrkämpfen zu sichern, mussten aber entlang der Rollbahn bis Mitte Februar 1943 nach Charkow zurückweichen.[1]

Sowjetische Militärhistoriker bezeichneten die deutsche Niederlage als „Stalingrad am Oberen Don“. Es wurden 15 Divisionen besiegt sowie 86.000 ungarische, deutsche und italienische Soldaten gefangengenommen.

Ergänzend führte die am 24. Januar begonnene Operation Woronesch-Kastornoje zu einer weiteren Niederlage der Deutschen.[2] In der Folge kam es wenig später zur Dritten Schlacht um Charkow.

Literatur[Bearbeiten]

  • Голиков Ф. И. Острогожско-Россошанская операция, Военно-исторический журнал, 1973, № 1.
  • Thomas Schlemmer (Hrsg.) : Die Italiener an der Ostfront 1942/43: Dokumente zu Mussolinis Krieg gegen die Sowjetunion (übersetzt von Georg Kuck). München, Oldenbourg, 2005, 291 Seiten, Literaturverz. S. [275] - 283. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 91, ISBN 3-486-57847-2.
  • V. P. Morozov: Westlich von Woronesh: Kurzer militärhistorischer Abriss der ... ,veröffentlicht 1959, Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, 202 Seiten.
  • (it) Alessandro Massignani: Alpini e Tedeschi sul Don. Edizioni Gino Rossato, Novale-Valdagno (Vicenza) 1991.
  • (it) Mario Rigoni Stern: Ritorno sul Don. Einaudi 1973, Edizione collana Nuovi Coralli, ISBN 88-06-38026-5.
  • Lajos Vollner: "Woronesch, Das Schicksal ungarischer Soldaten am Don/Russland zwischen 1942/43" Bauer-Verlag Thalhofen, 2011, ISBN 978-3-941013-73-5
  • www.lajosvollner.nl Ein Reisebericht (ungarisch) u.a mit Bilder der einstigen Stellungen der III. Armeekorps der 2. ungarischen ("königlichen") Armee, am Don, südlich von Woronesch.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Heinz Rehfeldt: Mit dem Eliteverband des Heeres „Großdeutschland“ tief in den Weiten Russlands. Würzburg 2. Auflage 2009, S. 257 - 267
  2. Swetlana Wassiljewna Markowa, Woronescher Gebietsmuseum für Landeskunde: Die Schlacht um Woronesch. (Beitrag auf dem Kolloquium am 30. Januar 2003 in Potsdam zum 60. Jahrestag der Schlacht von Stalingrad). Website der „Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung e.V.“ Abgerufen am 9. Dezember 2010.