Oppach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die Landschaft Oppach siehe Oppach (Landschaft)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oppach
Oppach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oppach hervorgehoben
51.05833333333314.502222222222321Koordinaten: 51° 3′ N, 14° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oppach-Beiersdorf
Höhe: 321 m ü. NN
Fläche: 8,01 km²
Einwohner:

2.732 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02736
Vorwahl: 035872
Kfz-Kennzeichen: GR
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 410
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: August-Bebel-Straße 32
02736 Oppach
Webpräsenz: www.oppach.de
Bürgermeister: Stefan Hornig
Lage der Gemeinde Oppach im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Brandenburg Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Berthelsdorf Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Eibau Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Niedercunnersdorf Niesky Obercunnersdorf Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Sohland am Rotstein Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Lausitzer NeißeKarte
Über dieses Bild
Blick von der B 96 in südöstlicher Richtung auf Oppach

Oppach (Oberlausitzer MundartUppach[2], obersorbisch Wopaka) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz und liegt an den Bundesstraßen 96 und 98 direkt an der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien). Mit dem Nachbarort Beiersdorf bildet Oppach eine Verwaltungsgemeinschaft.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Im Osten an der Gemeindegrenze zu Neusalza-Spremberg, im Norden durch das Flößchen (Flössel) begrenzt, befindet sich ein Waldstück genannt „Großer Wald“.

[Bearbeiten] Ortsgliederung

Ortsteile sind Oppach, Fuchs, Eichen, Picka und Lindenberg. Inoffiziell gibt es weitere Ortsteile, z. B. Hatsche, Hinterecke und Oberdorf.

[Bearbeiten] Geschichte

Karte von Oberreit mit Oppach von 1821-22

Oppach, als Waldhufendorf angelegt, wurde im Jahr 1336 durch die Erwähnung eines Zeugen namens Johann de Opach in einer Urkunde des Löbauer Ratsarchivs erstmals nachweislich erwähnt. Die Entstehung des Ortsnamens geht nach einer Variante wohl auf den Namen des Beiersdorfer Wassers zurück: „Oberhalb des Baches“ – „Oberbach“ – „Obbach“ - „Oppach“. Oppach und das Nachbardorf Taubenheim waren die ersten Landgemeinden in der Oberlausitz, die sich bereits um 1524 der Reformation anschlossen. Ende des 17. Jahrhunderts fanden, vertrieben durch die Gegenreformation in Böhmen, protestantische Glaubensflüchtlinge aus Fugau und Schirgiswalde in Oppach eine neue Heimat. Durch sie entstanden die Ortsteile Fuchs und Eichen. Mit den Exulanten hielt die gewerbliche Hausweberei in Oppach Einzug, aus der später die ersten Textilfabriken hervorgingen. Am 1. April 2006 wurde die alte Fugauer Straße durch einen touristischen Grenzübergang zwischen Oppach und Schluckenau wiedereröffnet.

[Bearbeiten] Ortsnamenformen

  • 1336: Johannes de Opach, 1381: Opach, 1791: Oppach, Alt- und Neu-, 1875: Oppach (Neu-, Nieder- u. Ober-)

[Bearbeiten] Verwaltungszugehörigkeit

  • 1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Bautzen, 1856: Gerichtsamt Neusalza, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 1. August 2008: Landkreis Görlitz

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[3]
1777 siehe Ortsteile
1834 1914
1871 2633
1890 2766
1910 2952
1925 2977
1939 3250
1946 3987
1950 4276
1964 3938
1990 3256
2000 3203
2007 2986
2009 2914

[Bearbeiten] Politik

Seit dem Jahr 2000 gibt es ein lockeres Bündnis aus Orten beidseits der Grenze, genannt „Fünfgemeinde“, deren Mitglieder Neusalza-Spremberg, Sohland an der Spree und Oppach auf deutscher Seite sowie Jiříkov (Georgswalde) und Šluknov (Schluckenau) auf tschechischer Seite sind.

[Bearbeiten] Wappen

Seit dem 1. April 1995 führt die Gemeinde Oppach das aktuelle Wappen. Das in Schildform ausgebildete Wappen wird von einem grünen Rand eingefasst, welcher auf das den Ort umgebende Landschaftsschutzgebiet „Oberlausitzer Bergland“ hinweist. Das Grün der drei Blätter sowie der weiße Untergrund der oberen Schildhälfte nehmen die Farben des Freistaates Sachsen auf. Das Blau des gewellten Bandes und das Gelb des Untergrundes der unteren Schildhälfte spiegeln gleichfalls die Farben der Oberlausitz wider. Das gewellte Band symbolisiert das Beiersdorfer Wasser, welches ab dem Busbahnhof „Alter Graben“ heißt. Es teilt den Ort - so wie das Band das Ortswappen. Die drei Blätter symbolisieren drei der Ortsteile um Oppach: der Ortsteil Lindenberg durch das Lindenblatt, der durch evangelische Exulanten aus Schirgiswalde gegründete Ortsteil Eichen (im „Eichengrund“) durch das Eichenblatt und der durch böhmische Exulanten aus Fugau gegründete Ortsteil Fuchs (die „Fug’schen“) durch ein Birkenblatt, welches wohl auf das Adelsgeschlecht Berka von der Duba verweisen soll. Die Gleichfarbigkeit der Blätter soll die Zusammengehörigkeit der Ortsteile im Ort Oppach ausdrücken und deren grafische Anordnung verweist auf die geografische Lage der Ortsteile in Bezug auf das Dorfzentrum: Lindenberg im Nordwesten, Eichen im Nordosten und Fuchs im Süden.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

  • Stadt Uhingen im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg)

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Stich des Schlosses Oppach, Mitte des 19. Jahrhunderts
Das leerstehende Schloss Oppach im Jahr 2011
  • Das Schloss Oppach wurde 1790 errichtet und 1844 für den sächsischen Innenminister Eduard Gottlob von Nostitz und Jänckendorf umgebaut. Ein Jahrhundert später wurde es nach der Bodenreform als Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene genutzt. In den 1950er Jahren wurde darin ein Kindergarten eingerichtet und später fand in einem kleinen, inzwischen wieder abgerissenem, zweiten Gebäude auch Grundschulunterricht statt. Das Schloss ist derzeit leerstehend und sanierungsbedürftig.

[Bearbeiten] Wanderpfade

(Sägewerk) Buschmühle
  • Oppacher Ringweg: Dammmühlteich (Gondelteich), denkmalgeschützte Umgebindehäuser, Buschmühle (Geburtshaus von H.-G. Zumpe), höchster Punkt Galgenberg (etwa 400 m) mit Sicht in das Zittauer Gebirge und das Isergebirge
  • Oppacher Brunnenpfad: 4,4 km lang, „Auf den Spuren des Pegasus“ (Firmenlogo der Oppacher Mineralquellen), acht Schautafeln entlang des Pfades über die Landschaft und Natur des Oberlausitzer Berglandes sowie über die Herkunft und Förderung des Oppacher Mineralwassers
  • Rundweg Grenzmühlteich
  • Rundweg Gondelteich

[Bearbeiten] Sport

Das Stadiongelände am Lindenberg umfasst zwei Tennisplätze (Rotstein) und zwei große Fußballfelder (einen Rasenplatz und einen Grünsteinplatz), die vom Tennisclub Oppach (TC Oppach e. V.) und vom Fußballspielverein Oppach (FSV Oppach e. V.) bewirtschaftet werden. Gleich neben der Sportanlage befindet sich das Oppacher Freibad, mit einem Beach-Volleyballplatz. Des Weiteren gibt es in der Oberlausitzer Gemeinde einen Skihang, der im Winter vom Ski-Club Oppach (SC Oppach e. V.) betrieben wird. Im Oppacher Kretscham und im Haus des Gastes (Schützenhaus) gibt es jeweils eine Kegelbahn.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Die 1991 gegründete Oppacher Mineralquellen GmbH & Co. KG blickt auf eine bis 1886 reichende Geschichte als Destillation und Obstkelterei zurück. Für alkoholfreie Getränke wird das aus sechs eigenen Tiefbrunnen gewonnene natürliche Mineralwasser erst seit 1953 genutzt. Eines der typischen Produkte aus den Zeiten der DDR, die Orangen-Perle, wird bis heute produziert. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb von der Actris AG übernommen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • 2006, erste Ehrenbürgerin: Anne-Rose Säuberlich (3. Juli 1924 - 28.Mai 2009), Zirkelleiterin für Textilgestaltung und Lehrerin, erstellte eine Sammlung von ortsgeschichtlichen Dokumenten und von Textilarbeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Oppach. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 491.

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. www.oberlausitzer-woerterbuch.de
  3. Oppach im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Oppach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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