Opus (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Opus
Opus in Wien (2008)
Opus in Wien (2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1973
Website http://www.opus.at
Gründungsmitglieder
Ewald Pfleger
Kurt René Plisnier
E-Bass
Walter Bachkönig (bis 1980)
Aktuelle Besetzung
Ewald Pfleger
Keyboard
Kurt-René Plisnier
Günter Grasmuck (seit 1974)
Gesang
Herwig Rüdisser (seit 1978)
Ehemalige Mitglieder
E-Bass
Niki Gruber (1980-1990)

Wolfram Abt (1990-2008)[1]

Gesang, Percussion
Günter Timischl (1981-1985)
Gastmusiker
Gitarre
Hans Pallier (1974-1980)

Opus ist eine österreichische Rockband aus Judendorf-Straßengel in der Steiermark[2], die 1985 einen internationalen Nr.1-Hit mit dem Titel Live Is Life hatte. Auch in Deutschland war der Song die in dem Jahr am häufigsten verkaufte Single-Schallplatte.

Bandmitglieder[Bearbeiten]

Herwig Rüdisser ist der Leadsänger der Band. Er kam ursprünglich aus Klagenfurt und lernte ab dem Alter von acht Jahren Klavier, später, mit 10 kam dann Gitarre dazu. 1972 gewann er mit der Band GFS den Wettbewerb HELP. Darauf folgte die Ausbildung als Grafiker und der Umzug nach Graz. 1978 wurde er Sänger von Opus und nahm mit der Band bislang 13 Studioalben auf.

Ewald Pfleger ist ursprünglich Burgenländer und lebt seit 1978 in Graz. Er studierte ab 1973 fünf Jahre Geografie und Geschichte an der Wiener Universität und war an der Gründung von Opus beteiligt.

Kurt René Plisnier begann 1963 mit der Musik, als er Klavierunterricht an der Musikschule Stegersbach nahm. 1972 trat er der Opus-Vorgängerband bei. Drei Jahre später maturierte er in Fürstenfeld und begann sein Studium an der Musikhochschule Graz.

Günter Grasmuck studierte nach der Matura Musik und darstellende Kunst. 1974 wurde er Mitglied der kurz zuvor gegründeten Band "Opus". Nebenbei war er bei zwei anderen steirischen Bands, S.T.S. und EAV, und bei der Kurt Gober Band (KGB) engagiert. Außerdem ist er als Produzent für internationale Künstler tätig.

Geschichte[Bearbeiten]

Der 13-jährige Walter „Walt“ Bachkönig hatte aufgrund seiner musikalischen Ausbildung bei den „Wiener Sängerknaben“ eine Leidenschaft für Musik entwickelt, die sich in der Gründung einer kleinen Band im Keller seines Elternhauses in Stegersbach niederschlug. Zu Anfang bestand das Schlagzeug aus leeren Leim-Dosen der Stegersbacher Hemdenfabrik und einer zu Weihnachten geschenkten Bassgitarre samt Verstärker und einer elektrischen Orgel. Mit dem Schlagzeuger Peter „Stevie“ Stipsits und einigen Hobby-Gitarristen begann der Opus-Pokus. Der Keller wurde zu einem Anziehungspunkt für junge Musiker aus dem südlichen Burgenland und der Steiermark. 1973 holte „Walt“ den Pianisten Kurt „Kusche“ Plisnier dazu. Mit ihm wurden die improvisierten Sessions zu Melodien. Die jungen Musiker machten klassische Musik wie den „Hummelflug“ von Nikolai Rimski-Korsakow zu Rockmusik und begannen, eigene Lieder zu schreiben. Meistens wurden Bands wie Deep Purple oder Colosseum gecovert. Nebenbei wurden auch Eigenkompositionen eingespielt. Der Name „Opus“ fand sich im „Stowasser“ während der Latein-Hausübungen der Schwester von „Walt“, Edith Bachkönig. Erste Auftritte gab es in Gasthäusern und im Keller des Castells in Stegersbach. 1974 traten der Schlagzeuger Günter Grasmuck und der Gitarrist Hans Pallier der Band bei. Letzterer verließ die Band nach 6 Jahren wieder. Ein erster großer Erfolg war der Sieg beim Steirischen Bandwettbewerb. 1978 rief die Band das erste Austrian Rock Festival ins Leben. Ende dieses Jahres zog die gesamte Band nach Graz, kurze Zeit später kam der Sänger Herwig Rüdisser dazu.

1980 wurde die erste Platte, Daydreams, aufgenommen, die unter dem Label Phonogramm erschien. Produzent war Peter Janda. Der Bassist Walter Bachkönig verließ kurze Zeit später die Gruppe, um sich Klassik-Projekten zu widmen; ihm folgte Niki Gruber.

Durchbruch[Bearbeiten]

1981 stießen Opus auf den erfolgreichen Produzenten Peter Müller, mit dem sie die LP Eleven aufnahmen. Diese platzierte sich in den Top 10 der österreichischen Hitparade, konnte mit einigen Songs sogar Airplay erzielen und wurde mit Gold ausgezeichnet. Außerdem erhielt die Band den Österreichischen Journalistenpreis. Es folgten überregionale Auftritte und Gigs in Deutschland.

Das zweite Album, das Konzeptalbum Opusition, wurde 1983 vorgestellt und wegen großer Erfolge in Österreich auch international veröffentlicht: Kurz zuvor war die Band auf Tour gegangen, zu der insgesamt über 100.000 Zuschauer kamen. Höhepunkt war das Ö3-Open-Air-Konzert im Wiener Weststadion, bei dem sie neben bereits bekannten Künstlern wie Wolfgang Ambros oder Rainhard Fendrich auftrat.

1984 wurde nach dreimonatiger Studioarbeit das Album Up and Down veröffentlicht, Produzent war wieder Peter Müller. Es folgte eine weitere Tour durch Österreich und Deutschland. Falco engagierte den mittlerweile charakteristischen Chor der Band für seinen Song Junge Roemer.

1985 veranstaltete Opus ein Konzert im Grazer Stadion Liebenau welches von ca. 25.000 Fans besucht wurde. Opus spielte mit S.T.S., der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, der Kurt Gober Band, Wolfgang Ambros, Falco, Maria Bill und Wilfried, allesamt damalige Größen des Austropop.

Internationaler Erfolg[Bearbeiten]

Nach der LP Up and Down stand die Idee im Raum, ein Live-Album aufzunehmen. Hinzu kam ein neuer Titel mit dem Namen Live Is Life, welcher zu einem internationalen Erfolg wurde.

Die Band tourte sowohl durch die USA als auch durch Staaten des Ostblocks, spielte danach Konzerte in Mittel- und Südamerika. Der Erfolg war immerhin so groß, dass Opus nach Anton Karas und Falco als erst dritte österreichische Band vom New Yorker Musicstore Tower Records vertrieben wurde.

Das siebte Album Opus konnte den Erfolg des Vorgängers nicht wiederholen. Die Single Whiteland schaffte lediglich eine Top-3-Platzierung in Österreich. Der Erlös kam Greenpeace zugute. Die Band absolvierte weitere internationale Konzerte, bekam aber immer weniger Zustimmung und zog sich vorerst aus dem Musikgeschäft zurück.

Rückkehr[Bearbeiten]

1991 wechselte die Band die Plattenfirma und brachte kurze Zeit später das Album Walking on Air heraus, das in den Ö3 Austria Top 40 den 13. Platz belegen konnte. Es sollte das bislang letzte platzierte Album sein. Auf der LP befand sich auch die Single Gimme Love, die in Österreich an alte Erfolge anschließen konnte.

1993 feierte die Gruppe das 20-jährige Jubiläum in Graz (Gast war unter anderem Falco) und nahm dabei den Live-Sampler Jubilée auf. Singles und Tourneen der 1990er-Jahre fanden allerdings wenig Beachtung in den Medien.

Ins neue Jahrtausend startete Opus mit einem Auftritt zu einer ZDF-Silvestergala. Nach einer zweijährigen Kreativpause gab es 2002 wieder internationale Auftritte und ein neues Studioalbum mit dem Titel The Beat Goes On.

Zum 35-jährigen Jubiläum veröffentlichte die Band das Best-Of Back to the Future. Kurz zuvor konnte sich die Reggae-Neuauflage von Live Is Life in den österreichischen Charts platzieren. Auf der CD ist neben der Rockversion auch ein Dancehall-Remix des Klassikers zu finden. Anlässlich der EURO 2008 wird der Song in Österreich durch Sony BMG vermarktet.

2009 spielte Opus in der Grazer Oper in Begleitung eines klassischen Orchesters unter der Leitung von Christian Kolonovits einige ihrer größten Hits. Das Konzert wurde sowohl als Audio- und Videoaufnahme unter dem Titel Tonight at the Opera veröffentlicht. Weltweit gilt Opus trotz mehrerer national erfolgreicher Hits als One-Hit-Wonder.

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

  • Die Band Pur hieß ursprünglich auch Opus und musste sich 1985 nach dem Erfolg von Live is Life der österreichischen Band umbenennen.
  • Nicht selten spielte Falco als Überraschungsgast Bass bei dem Hit Flying High. Opus hatten bei Falcos Platte Junge Roemer als Background mitgewirkt.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1982 Eleven 6
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1982
1983 Opusition 16
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1983
1984 Up and Down 12
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1984
Live Is Life 5
(24 Wo.)
1
(34 Wo.)
4
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1984
1985 Best of 11
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1985
Solo 8
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1985
1987 Opus 7
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1987
1990 Magical Touch 26
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1990
1992 Walking On Air 13
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1992
2008 Back to the Future: The Ultimate Best Of 43
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 2008
2013 Graz Liebenau 1985 18
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2013

Weitere Alben:

  • 1980: Daydreams
  • 1993: Jubileé
  • 1996: Love, God and Radio
  • 2004: The Beat Goes On
  • 2010: Tonight at the Opera

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1982 Flyin' High
Eleven
37
(14 Wo.)
5
(12 Wo.)
5
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1982
1984 Live Is Life
Live Is Life
1
(27 Wo.)
1
(25 Wo.)
2
(21 Wo.)
6
(16 Wo.)
32
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1984
1987 Whiteland
Opus
3
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1987
1988 Faster and Faster
Opus
12
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1988
1992 Gimme Love
Walking On Air
9
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1992
1994 The Power of Live Is Life 3
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1994

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfram Abt (1969 - 2008) Ein Ausnahmemusiker ist verstummt. auf musikergilde.at, abgerufen am 27. November 2013
  2. Eine musikalische Reise in die Steiermark: Günter Grasmuck im Gespräch, Youtube, 30. August 2013.
  3. a b Chartquellen: DE AT CH UK