Orange (Farbe)

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Orange
(Farbcode: orange)
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Die Frucht: Orange

Orange ([oˈʀɑ̃ːʒ], auch [oˈraŋʃ]) ist der Farbreiz, der wahrgenommen wird, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, bei dem Wellenlängen überwiegend zwischen 575 und 595 nm liegen oder aus einer additiven Farbmischung von Rot und Gelb. Licht mit dieser Eigenschaft kann auch als Körperfarbe remittiert sein.

Sprachliches[Bearbeiten]

Die Farbe Orange wurde nach der Zitrusfrucht Orange benannt. Der Zwischenton von Gelb zu Rot ist mithin erst mit allgemeiner Verbreitung der Südfrucht zum anerkannten Farbnamen geworden. Goethe schreibt an seinen Farbkreis gelbroth und rothgelb und bezeichnet die Wirkung als „edel“.[1]

Beim Adjektiv „orange“ werden im Deutschen neben der undeklinierten Form und Umschreibungen wie orangefarben mittlerweile auch die deklinierten akzeptiert.[2] So etwa bei: ein oranger/orangefarbener Hut, eine orange/orangefarbene Mütze, ein oranges/orangefarbenes Hemd. Umgangssprachlich sind die gebeugten Formen orangener, orangene, orangenes verbreitet, dies gilt in der Schriftsprache als nicht korrekt.

Die Aussprache des Worts entspricht im Deutschen der französischen Aussprache [oˈʀɑ̃ːʒ], in Deutschland findet sich auch die Aussprache [oˈraŋʃ].

Farblehre[Bearbeiten]

Beide Farbflächen sind in RGB = {209,134,00} ≈ orange, der Eindruck „Braun“ entsteht durch das umgebende Grau.

Orange ist in der additiven Farbmischung das Ergebnis der Addition der sekundären Grundfarbe Gelb und der Primärfarbe Rot und gilt so schon als Tertiärfarbe. Dies ist die Farbmischung der Lichtfarbe. Das genutzte Rot sollte als Grundfarbe schon ein Orangerot sein. Für Körperfarben lässt sich Orange entsprechend aus einem roten und einem gelben Farbmittel im geeigneten Verhältnis ermischen.

Ein Orange mit geringer relativer Helligkeit wird als Braun bezeichnet. Dabei spielt, wie das Bild zeigt, die relative Helligkeit der Umgebung der Farbfläche eine wichtige Rolle. Ein Orangeton mit hohem Weiß-Anteil wird zumindest in Mode und Design oft als Apricot bezeichnet.

Bei der Darstellung von Farben in Webbrowsern lassen sich orange Töne innerhalb des RGB-Farbraumes darstellen. Die Verwendung des Farbnamens „orange“ im HTML als Webfarbe zeigt diesen Farbton, gleichberechtigt dazu ist die Verwendung von RGB = {255,165,0} in Dezimal- oder FFA500 in Hexadezimaldarstellung.

Psychologie[Bearbeiten]

Orangetöne beim Sonnenuntergang

Die Farbe wird in ihren Tönungen für Erfrischung, Fröhlichkeit und Jugend gesetzt. Sie steht so für Freude, aber auch Reife.

  • Orange gilt in der Psychologie als stimmungsaufhellend, stimulierend und wird mit Lust verbunden.
  • In Kombination mit Terrakotta-Tönen betont es einen „mediterranen“ Stil, wirkt belebend und optimistisch.
  • In der Tiefenpsychologie steht es für Kommunikation und den Wunsch nach Einheit.

Signalfarbe[Bearbeiten]

Orange ist eine Warnfarbe, sie wird im Straßenverkehr und in der Gefahrengutkennzeichnung (Gefahrensymbole) eingesetzt. Die mit „Reinorange“ bezeichnete RAL-Farbe hat die Farbnummer RAL 2004 und die RGB-Koordinaten R = E7, G = 5B und B = 12. Es ist die Farbe des Katastrophenschutzes. Orange ist durch den Rotstich auffälliger als ein bloßes Gelb. Kommunalfahrzeuge wie Müllwagen, Kehrmaschinen und Schneepflüge sowie Arbeitsfahrzeuge der Nahverkehrsbetriebe werden meistens orange angestrichen.

Religion[Bearbeiten]

Einkleidung von jungen Mönchen im Buddhismus

Im Buddhismus ist Orange eine präsente Farbe. Die Gewänder der Mönche sind in dieser Farbe gehalten. Im tantrisch geprägten Kulturkreis Indiens steht es für selbstlosen Dienst, Mönchtum und Entsagung. Orange ist in Nordirland ein Zeichen für den Protestantismus, begründet im Oranier-Orden. Die Farbe wurde unter anderem als Zeichen der evangelischen Kirchen beim deutschen evangelischen Kirchentag 2007 verwendet.

Im tantrischen Hinduismus, im tantrisch-buddhistischen Vajrayana, im Yoga, in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in einigen esoterischen Lehren werden die postulierten subtilen Energiezentren zwischen dem Körper und dem subtilen Körper des Menschen als Chakren bezeichnet. Die Farbe Orange wird mit ihrer Frequenz dabei dem zweiten, dem Sakralchakra zugeschrieben.

Design und Mode[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren war Orange in Kleidermode, Architektur und Produktgestaltung eine Modefarbe. Intensive Orangetöne gelten als poppig, leicht abgetönte Orangetöne gelten als mediterran. Orangetöne und Farbtöne im Umfeld von Orange werden in der Modebranche oft mit atmosphärisch-metaphorischen Bezeichnungen versehen: Apricot (Pastellton, Orange mit Weiß), Karamell (braunstichiges Orange), Curry (Farbton zwischen Beige, Gelb und Orange), Cognac (orange-stichiges Braun).

Kampfsport[Bearbeiten]

Budo-Gürtel (jap. Obi) in den Farben der fünf Schülergrade (jap. Gokyū)

In vielen Kampfkünsten, wie Jiu Jitsu, Judo und Karate, wird ein Gürtel (jap. Obi) als Teil der Kampfsportkleidung (jap. Keikogi) getragen. Der orangefarbene Gurt repräsentiert den Kenntnisstand des Budoka und ist den unteren Schülergraden (jap. Kyu-Grad) vorbehalten.

Politik[Bearbeiten]

In den Niederlanden ist die Farbe das Symbol des Königshauses Oranien und die Trikotfarbe der Fußball-Nationalmannschaft („Oranjehemden“).

Bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004 kam es wegen dabei aufgetretener Fälschungen zur sogenannten „Orangefarbenen Revolution“, die schließlich am 26. Dezember 2004 zu einer Wahlwiederholung und zum Sieg des vormals unterlegenen Kandidaten Wiktor Juschtschenko führte.

Die Ökologisch-Demokratische Partei, die Piratenpartei Deutschland, die Humanistische Partei und die Familienpartei nutzen Orange als Kennfarbe. Das Bündnis Zukunft Österreich entschied sich ebenfalls für Orange als Parteifarbe. In der Türkei ist es die Parteifarbe der AKP.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: orange – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Orange (Farbe) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goethe: Schriften zur Farbenlehre. Vierter Band. Didaktischer Teil und Tafeln. Hermann Böhlau, Weimar 1973.
  2. Duden-Newsletter vom 12. August 2005


Farb-Check-RGB.png

Die in diesem Artikel angezeigten Farben sind nicht farbverbindlich und können auf verschiedenen Monitoren unterschiedlich erscheinen.
Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild (nur wenn die Seite nicht gezoomt dargestellt wird): Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe („R“ für Rot, „G“ für Grün oder „B“ für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – den gebräuchlichen Wert für IBM-kompatible Computer. Apple-Macintosh-Rechner hingegen verwenden bis einschließlich System 10.5 („Leopard“) standardmäßig einen Gammawert von 1,8, seit dem System 10.6 („Snow Leopard“) kommt Gamma 2,2 zum Einsatz.