Orangefarbener Schattenkolibri

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Orangefarbener Schattenkolibri
Orangefarbener Schattenkolibri, gemalt von John Gould und Henry Constantine Richter

Orangefarbener Schattenkolibri, gemalt von John Gould und Henry Constantine Richter

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schattenkolibris (Phaethornis)
Art: Orangefarbener Schattenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Phaethornis philippii
(Bourcier, 1847)

Der Orangefarbene Schattenkolibri (Phaethornis philippii) oder Rotbrauner Eremit oder Dünnschnabeleremit ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Das Verbreitungsgebiet dieser Art umfasst die Länder Peru, Bolivien und Brasilien. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Orangefarbene Schattenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 13 cm, wobei der gerade Schnabel ca 31 mm und der Schwanz ca. 57 mm ausmacht. Die schwärzlichpurpurnen Flügel werden ca 53 mm lang. Die Oberseite ist dunkelbronzegrün, wobei die Hinterrückenfedern und die Oberschwanzdecken rotbraun gesäumt sind. Die Färbung des Überaugenstreifs und der Unterseite, sowie die Spitzen der seitlichen Schwanzfedern ziert ein Rostrot. Der Rest der Schwanzfedern sind bronzegrün mit einer subterminalen breiten schwarzen Binde. Die mittleren Steuerfedern haben lange weiße Spitzen. Während der Oberschnabel schwarz ist, weist der gelblich fleischfarbene Unterschnabel schwarze Spitzen auf.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Orangefarbenen Schattenkolibris

Das Verbreitungsgebiet des Kolibris erstreckt sich über den Osten Perus über den Norden Boliviens in den Westen von Brasilien.

In Brasilien findet man sie im südlich des Amazonas bis an die westlichen Ufer des Rio Tapajós und den Norden des Bundesstaates Rondônia.[2]

In Peru findet man sie östlich des Río Ucayali und südlich des Amazonas in Höhen unter 500 Metern über dem Meeresspiegel. In Zentralperu scheinen sie östlich des Ucayali nicht präsent zu sein. Sie bewegen sich im Unterholz feuchter Wäldern. Hier sind sie hauptsächlich im Terra-Firme-Wald unterwegs, d.h. Regenwaldgebieten die nicht von Flüssen überschwemmt werden.[3]

Verhalten[Bearbeiten]

Diese Kolibriart ist sehr territorial und verteidigt sein Revier eisern gegen Eindringlinge.[2]

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Ihr Ruf klingt wie eine monotone Serie gleichbleibender bzw. nur unmerklich lauter werdenden Pseet-Lauten.[3]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Jules Bourcier beschrieb den Kolibri unter dem Protonym Trochilus philippii.[4] Das Typusexemplar wurde in Bolivien gesammelt.[5] Lange wurde er der Gattung Ametrornis zugeschlagen, da er neben dem Braunbauch-Schattenkolibri (Phaethornis bourcieri) (Lesson, 1832) die einzige Art der Gattung Phaethornis ist, die einen geraden Schnabel hat. Der Orangebraune Schattenkolibri (Phaethornis koepckeae) wird gelegentlich in der Literatur als Unterart Phaethornis philippii koepckeae Weske & Terborgh, 1977 betrachtet.[6] Erst später wurde die Art der Gattung Phaethornis zugeschlagen.

Der Begriff „Phaethornis“ leitet sich aus den griechischen Worten „phaethōn Φαέθων“ für „der Leuchtende, der Strahlende“ und „órnis, όρνις“ für „Vogel“ ab.[7] Das Artepitheton „philippii“ ehrt Filippo De Filippi, den damaligen Professor für Zoologie am Museo Civico di Storia Naturale di Milano.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Rolf Grantsau: Die Kolibris Brasiliens. Expressão e Cultura, Rio de Janeiro 1988, ISBN 978-8520801017.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Marcos Pérsio Dantas Santos, Glauko Correa da Silva, Aldimar Lima dos Reis: Birds of the Igarapé Lourdes Indigenous Territory,Jí-Paraná, Rondônia, Brazil. In: Revista Brasileira de Ornitologia. Bd. 19, Nr. 2, 2011, S. 230-243 (online (PDF; 2,4 MB), abgerufen am 9. Dezember 2012).
  •  Christoph Hinkelmann: Notes on the taxonomy and geographic variation of Phaethornis bourcieri (Aves: Trochilidae) with the description of a new subspecies. In: Bonner zoologische Beiträge. Bd. 40, Nr. 2, 1989, S. 99-107 (online (PDF; 3,5 MB), abgerufen am 9. Dezember 2012).
  •  Jules Bourcier: Description de trois nouvelles espèces d'Osiseau-Mouches. In: Annales des sciences physiques et naturelles, d'agriculture et d'industrie. Bd. 10, 1847, S. 623-624 (online, abgerufen am 9. Dezember 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolf Grantsau, S. 40
  2. a b Marcos Pérsio Dantas Santos u.a., S. 235
  3. a b Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 216
  4. Jules Bourcier, S. 623
  5. a b Jules Bourcier, S. 624
  6. Christoph Hinkelmann, S. 99
  7. James A. Jobling, S. 301