Orangeroter Heufalter

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Orangeroter Heufalter
Colias myrmidone, orig. figure from Esper, -1777-, pl. 65.jpeg

Orangeroter Heufalter (Colias myrmidone)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Weißlinge (Pieridae)
Unterfamilie: Gelblinge (Coliadinae)
Gattung: Colias
Art: Orangeroter Heufalter
Wissenschaftlicher Name
Colias myrmidone
Esper, 1780
Orangeroter Heufalter Männchen

Der Orangerote Heufalter oder Regensburger Gelbling (Colias myrmidone) ist ein Schmetterling aus der Familie der Weißlinge (Pieridae) in der Unterfamilie der Gelblinge.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Orangerote Heufalter hat eine Flügelspannweite von 44 bis 50 Millimeter, wobei die Falter der zweiten. Generation oft etwas größer als die der ersten Generation sind. Die Flügeloberseite der Männchen ist kräftig orangegelb gefärbt und hat einen dunklen Rand, der nicht bestäubt ist. Der dunkle Rand ist auf den Hinterflügeln schmaler und nicht von Adern durchbrochen (Unterschied zu Colias crocea). Die Flügeloberseite der Weibchen ist orangegelb bis grünlichweiß (C. myrmidone f. alba) gefärbt und hat einen dunklen, bestäubten Rand. Auf den Hinterflügeln bilden die Flecken der Submarginalregion oft ein zusammenhängendes Band.

Bei beiden Geschlechtern befindet sich in der Zelle der Hinterflügelunterseite ein roter Fleck, die Vorderflügelunterseite hat schwache schwarze Flecken in der Postdiskalregion. [1]

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Orangerote Heufalter ist in von Westasien über Südrussland, Rumänien, Ungarn bis Österreich und dem östlichen und südöstlichen Deutschland verbreitet. Der westlichste Fundort ist der Jura bei Regensburg in Deutschland. [1] Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die meisten Fundorte in Bayern (etwa München-Moosbach, Kirchseeon, Garchinger Heide) erloschen.[2]

Die Art war in Österreich weit verbreitet und kam in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich und Wien vor, Einzelfunde auch in Tirol und Kärnten.[3] [4]. 2005 wurde der Orangerote Heufalter in der Roten Liste Österreichs als vom Aussterben bedroht gelistet.[5] Inzwischen geht man davon aus, dass die Art aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume in Österreich ausgestorben ist.[3]

Die östlichen Populationen (etwa in der Ukraine) gehören der Unterart C. myrmidone ermak (Grum Grshimailo,1890) an.[6]

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Raupe des Orangeroten Heufalters lebt an Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis) und Kopf-Zwergginster (Chamaecytisus supinus). [7]

Flug- und Raupenzeiten[Bearbeiten]

Der Falter fliegt im Mai und von Juli bis August in zwei Generationen.

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Der Orangerote Heufalter ist in der gesamten Europäischen Union (EU27) in der höchsten Gefährdungskategorie „vom Aussterben bedroht“ (CR) gelistet.[8]

In Deutschland wird die Art ebenfalls unter „vom Aussterben bedroht“ geführt[9], in Bayern ist der Orangerote Heufalter bereits ausgestorben[10] [11].

Österreich führt die Art in der Roten Liste (2005) noch unter „vom Aussterben bedroht“[5], man geht jedoch aktuell (Stand: 2012) davon aus, dass die Art auch hier zwischenzeitlich ausgestorben ist[3].

Die Schweiz liegt jenseits der westlichen Verbreitungsgrenze des Orangeroten Heufalters, weshalb die Art in der Roten Liste der Tagfalter und Widderchen der Schweiz (2014) nicht genannt ist[12].

Aufgrund der rapiden Bestandsrückgänge und der Einstufung in der höchsten Gefährdungskategorie hat die Europäische Union im Jahr 2012 den „Action Plan for the Conservation of the Danube Clouded Yellow Colias myrmidone in the European Union“ veröffentlicht, in dem für alle EU-Staaten, die im natürlichen Verbreitungsgebiet des Orangeroten Heufalters liegen, Handlungsanweisungen formuliert wurden, um die Lebensräume für die Art wiederherzustellen und anschließend eine Wiederansiedlung durchführen zu können.[3] Es liegt an den einzelnen EU-Staaten, die Verbesserungsmaßnahmen entsprechend des Action plans durchzuführen.

Der Orangerote Heufalter ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) in Anhang II und IV gelistet. Aufgrund der Listung in Anhang II müssen die EU-Mitgliedsstaaten durch Ausweisung und Management von Natura 2000-Schutzgebieten für diese Art den Fortbestand bzw. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands der Habitate der Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gewährleisten (Artikel 3 und 6). Zusätzlich bewirkt die Listung des Orangeroten Heufalters in Anhang IV, dass die EU-Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen zu treffen haben, um ein strenges Schutzsystem für die Art in deren Verbreitungsgebiet einzuführen, das unter anderem alle absichtlichen Formen des Fangs oder der Tötung, jede absichtliche Störung und jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten verbietet (Artikel 12).

Die Erhaltungszustände des Orangeroten Heufalters geben Rumänien mit „unzureichend“ und Polen, Slowenien, die Slowakei, Tschechien und Ungarn jeweils mit „schlecht“ an (Stand: 28. Februar 2014). In Litauen ist der Erhaltungszustand unbekannt, die EU-Staaten Deutschland und Österreich, die im natürlichen Verbreitungsgebiet der Art liegen, haben keine Bewertung abgegeben.[13].

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Lionel G. Higgins, Norman D. Rilley: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas (A Field Guide to the Butterflies of Britain and Europe), Verlag Paul Parey, 1971, ISBN 3-490-02418-4
  2. Ludwig Osthelder, Die Schmetterlinge Südbayerns, Beilage zum 15. Jg. der Münchener Entomologischen Gesellschaft
  3. a b c d MARHOUL, P. & DOLEK, M. (2012): Action Plan for the Conservation of the Danube Clouded Yellow Colias myrmidone in the European Union, 13. April 2012, European Commission, 36 pp.
  4. MEIER, H. G. (1963): Beitrag zur Lepidopterenfauna des Oberen Murtales von Steiermark und Lungau (Salzburg) – Tagfalter, Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark, p. 242-273.
  5. a b HÖTTINGER, H. & PENNERSTORFER, J. (2005): Rote Liste der Tagschmetterlinge Österreichs, in: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (ed., 2005): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs, Band 14/1, 407 pp.
  6. Anja Freese et al., Biology, distribution and extinction of Colias myrmidone (Lepidoptera, Pieridae) in Bavaria and its situation in other European countries, Journal of Research on the Lepidoptera, 38: 51-58, 1999 (2005)
  7. www.tagschmetterlinge.de [1]
  8. VAN SWAAY, C., CUTTELOD, A., COLLINS, S., MAES, D., LÓPEZ MUNGUIRA, M., ŠAŠIĆ, M., SETTELE, J., VEROVNIK, R., VERSTRAEL, T., WARREN, M., WIEMERS, M. & WYNHOFF, I. (2010): European Red List of Butterflies, European Union, IUCN, ISBN 978-92-79-14151-5, 60 pp.
  9. PRETSCHER, P. (1998): Rote Liste der Großschmetterlinge (Macrolepidoptera), in: Bundesamt für Naturschutz (1998): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands, p. 94-97.
  10. BOLZ, R. & GEYER, A. (2003): Rote Liste gefährdeter Tagfalter (Lepidoptera: Rhopalocera) Bayerns, Bayerisches Landesamt für Umwelt
  11. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (ed., 2005): Rote Liste der gefährdeten Tiere und Gefäßpflanzen Bayerns, 183 pp.
  12. WERMEILLE, E., CHITTARO, Y. & GONSETH, Y. (2014): Rote Liste Tagfalter und Widderchen, Gefährdete Arten der Schweiz, Stand 2012, Bundesamt für Umwelt und Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna, Umwelt-Vollzug Nr. 1403, 97 pp.
  13. European Topic Centre on Biological Diversity (2014): Species assessments at EU biogeographical level, Berichtsperiode 2007-2012, abgerufen am 5. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orangeroter Heufalter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien