Orantenhaltung

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Frühchristliche Darstellung Noahs in der Orantenhaltung
Steintafel mit Orante und lateinischer Inschrift, Domitilla-Katakomben, Rom

Die Orantenhaltung ist eine Körperhaltung beim Gebet. Der Beter steht mit in Schulterhöhe ausgebreiteten Armen, den Kopf entweder gesenkt oder zum Himmel erhoben. In der alten Kirche war sie allgemein verbreitet, wie etwa aus Darstellungen in den römischen Katakomben hervorgeht. Als Orans oder Orante (lat.: Betender, Plural: Oranten) bezeichnet man in der bildenden Kunst die Darstellung von Heiligen oder Gläubigen als Betende.

Das aufrechte Stehen unterscheidet (a) den Menschen vom Tier und verweist (b) auf die Auferstehung von den Toten; mit den ausgebreiteten Armen werden (c) das Kreuz und der gekreuzigte Christus angedeutet. Ostkirchliche wie römisch-katholische Priester und lutherische Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche nehmen diese Haltung immer ein, wenn sie als Vorsteher der Liturgie ein Gebet sprechen. In orientalischen und romanischen Ländern ist die "Orantenhaltung" weithin auch bei den Gläubigen üblich geblieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Heid: Gebetshaltung und Ostung in frühchristlicher Zeit. In: Rivista di Archeologia Cristiana 82 (2006 [2008]) S. 347–404 (online; PDF; 3,04 MB)
  • Stefan Heid: Haltung und Richtung. Grundformen frühchristlichen Betens. In: communio 38 (6/2009), S. 611–619 (online; PDF, 50KB)