Oravița

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Oravița
Orawitz
Oravica
Oravica/Оравица
Oravice
Wappen von Oravița
Oravița (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Caraș-Severin
Koordinaten: 45° 2′ N, 21° 41′ O45.03305555555621.686111111111242Koordinaten: 45° 1′ 59″ N, 21° 41′ 10″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 242 m
Fläche: 164,16 km²
Einwohner: 11.382 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 325600
Telefonvorwahl: (+40) 02 55
Kfz-Kennzeichen: CS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 6 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Agadici, Brădișoru de Jos, Broșteni, Ciclova Montană, Marila, Răchitova
Bürgermeister: Dumitru Ursu (PSD)
Postanschrift: Str. 1 Decembrie 1918, nr. 60
loc. Oravița, jud. Caraș-Severin, RO–325600
Webpräsenz:
Lage von Oravița im Kreis Caraș-Severin

Oravița (deutsch Orawitz, ungarisch Oravica, tschechisch Oravice, kroatisch Oravica, serbisch-kyrillisch Оравица) ist eine Stadt im Kreis Caraș-Severin, Banat, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Oravița liegt im Banat an der Westseite des Anina-Gebirges. Die Kreishauptstadt Reșița befindet sich etwa 35 km nordöstlich.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Broșteni Răchitova Anina
Vrani Nachbargemeinden Ciclova Montană
Răcășdia Ciclova Română Bozovici

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits um 1400 wurde in der Umgebung der heutigen Stadt Bergbau betrieben. Das Banat wurde nach langer Besetzung durch das Osmanische Reich Anfang des 18. Jahrhunderts als Teil des Königreichs Ungarn wieder Bestandteil der Habsburgermonarchie. 1690 wurde der Ort erstmals erwähnt; seit 1717 ist er eine Gemeinde.[2] Im Ostteil des Ortes siedelten sich nun vor allem Tiroler Bergleute an, im Westteil vorwiegend Rumänen; daraus entstanden zwei getrennte Gemeindeverwaltungen. In Oravița lebten auch Tschechen, Polen, Serben und Magyaren.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Oravița ein Zentrum der Kupferverhüttung in Ungarn. Daneben wurde Bergbau auf Gold betrieben. 1737–1739 störten Einfälle der Türken vorübergehend die Entwicklung. 1816–1817 wurde ein aus Spenden finanziertes Theater errichtet, heute Mihai-Eminescu-Theater genannt; es war, in etwas kleinerer Form, dem Alten Burgtheater in Wien nachgebaut und wurde in Anwesenheit von Kaiser Franz I. und seiner Gattin eröffnet.[3]

1854 wurde die Bahnlinie von Oravița nach Baziaș eröffnet, die älteste im heutigen Rumänien. 1863 ging die Bahnstrecke von Oravița über das Anina-Gebirge nach Steierdorf-Anina in Betrieb, um die dort abgebaute Steinkohle an die Donau transportieren zu können;[4] wegen ihrer zahlreichen Viadukte in malerischer Landschaft wurde sie als rumänischer Semmering bezeichnet. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Bergbaus ab.

Nach der Auflösung Österreich-Ungarns 1918 und Besitzansprüchen mehrerer Länder gelangte Oravița infolge des Vertrags von Trianon 1920 mit dem östlichen Teil des Banats an das Königreich Rumänien. Nun wurden beide Ortsteile offiziell vereinigt. Oravița wurde Hauptstadt des Kreises Caraș.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges flohen die meisten deutschen Bewohner nach Deutschland oder Österreich. 1946 wurden in der Nähe der Stadt Uranvorkommen entdeckt, die in großem Umfang abgebaut und in die Sowjetunion gebracht wurden.[4]

Heute sind Holz- und Lebensmittelverarbeitung sowie Handel und Tourismus die wichtigsten Wirtschaftszweige.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1880 lebten auf dem Gebiet der heutigen Stadt 13.669 Menschen, davon 4.250 in Deutsch-Orawitz, 2.252 in Rumänisch-Orawitz und 7.167 in den heute eingemeindeten Orten. 9.917 waren Rumänen, 2.910 Deutsche und 260 Magyaren. In der Folge schwankte die Bevölkerungszahl abhängig von den wirtschaftlichen Gegebenheiten. 1900 stieg sie auf über 14.000, um 1941 auf unter 11.000 zu sinken. 1992 wurde mit 15.293 das Maximum erreicht.

Bei der Volkszählung 2002 wurden noch 12.858 Einwohner registriert, davon 10.222 in Oravița und 2.636 in den eingemeindeten Dörfern. 11.972 waren Rumänen, 376 Roma, 222 Deutsche, 155 Ungarn, 84 Serben, 17 Tschechen und 15 Ukrainer.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Vom Bahnhof Oravița verkehren derzeit (April 2012) täglich mehrere CFR-Personenzüge nach Anina und nach Iam. Die Strecke nach Berzovia wird vom privaten Betreiber Regiotrans betrieben. Durch die Stadt führt die Nationalstraße 57 von Orșova nach Moravița.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oravița – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Website der Stadt, abgerufen am 11. September 2013
  3. Anna Lindner: Ein Theater nächst und fern der Burg, auf der Website der Tageszeitung Der Standard, Wien, 7. Oktober 2013
  4. a b Private Website über Oraviţa, abgerufen am 30. Dezember 2008
  5. Volkszählung 2002, abgerufen am 30. Dezember 2008 (PDF; 838 kB)