Orbiter (Raumfahrt)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel befasst sich mit unbemannten Raumsonden, die in eine Umlaufbahn (Orbit) um einen Himmelskörper eintreten. Zu den bemannten Raumfähren des ehemaligen NASA-Space-Shuttle-Programms, die ebenfalls als „Orbiter“ bezeichnet werden, lesen Sie bitte den entsprechenden Artikel.
Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) in einem Marsorbit

Ein Orbiter ist eine Raumsonde, die einen anderen Himmelskörper, wie zum Beispiel einen Planeten, einen Mond oder auch die Sonne umkreist. Der Begriff kommt aus dem Englischen und ist von orbit (‚Umlaufbahn‘) abgeleitet. Künstliche Satelliten in einer Umlaufbahn um die Erde werden nicht als Orbiter bezeichnet; darunter fallen auch die Raumsonden zur Sonnenforschung, die sich um einen der Lagrange-Punkte von Sonne und Erde bewegen.

Eine Raumsonde als künstlicher Satellit dient der Erfüllung spezieller Funktionen – beispielsweise als Funkrelais für eine Landesonde – und ermöglicht einen großräumigen Überblick über den Zielkörper, etwa die detaillierte Messung des Schwerefeldes und eine eingehende Kartierung.

Inhaltsverzeichnis

Erfolgreich abgeschlossene Missionen [Bearbeiten]

Bislang wurden Orbiter um die Sonne, den Mond (Mondsatelliten) und die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sowie um die Asteroiden Eros und Vesta eingesetzt (Stand 18. Juli 2011):

Lunik 1, die erste Raumsonde der UdSSR und der Welt, verfehlte den Aufschlag auf dem Mond und schwenkte ungewollt in einen Sonnenorbit ein
Pioneer 6 erkundete als erster spezieller Orbiter zusammen mit den nachfolgenden, baugleichen Pioneer 7, 8 und 9 die Sonne

Darüber hinaus sind im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Programms acht bemannte Apollo-Raumschiffe in einen Mondorbit eingeschwenkt: Apollo 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16 und 17.

Gestartete Missionen [Bearbeiten]

Gestartet und noch auf dem Weg zu ihrem Ziel sind der erste Orbiter zu einem Kometen (Tschurjumow-Gerasimenko), der erste japanische zur Venus, und der erste Orbiter mit gleich zwei Zielen – nach dem Asteroiden Vesta anschließend als erster zu einem Zwergplaneten (Ceres):

  • Tschurjumow-Gerasimenko
    • Rosetta (Europa) – Ankunft: 2014
  • Ceres
    • Dawn (USA) – Ankunft: 1. Februar 2015
  • Jupiter
    • Juno (USA) – Ankunft: 2016
  • Venus
    • Akatsuki (Japan) – Verfehlter Orbit: 8. Dezember 2010 – nächstmögliche Ankunft: 2016

Geplante Missionen [Bearbeiten]

Für die nächsten Jahre sind weitere Orbiterstarts geplant:

  • Merkur

Langfristig wird auch über Orbiter für den Jupitermond Europa und im Rahmen einer Mission TANDEM für die Saturnmonde Titan und Enceladus nachgedacht.

Aus Kostengründen gestrichen wurden der Mars Telecommunications Orbiter (USA) und der Jupiter Icy Moons Orbiter (USA). Der japanische LUNAR-A war nach zahlreichen Startverschiebungen veraltet. Das deutsche Projekt LEO wurde zurückgestellt.

Andere Konzepte [Bearbeiten]

Zwei andere Grundarten von Raumsonden sind die Lander und die Vorbeiflugsonden.

Das Konzept des Vorbeifluges, das den Fly-by an einem Himmelskörper verfolgt, ist technisch und energetisch günstiger, da zum Beispiel keine Bremstriebwerke nötig sind, um in einen Orbit einzuschwenken (vom Sonnenorbit abgesehen). Damit fällt aber auch die wissenschaftliche Ausbeute geringer aus.

Bei den Landern werden harte und weiche Landungen auf der festen Oberfläche eines Himmelskörpers unterschieden. Hart landende Sonden werden durch die Landung zerstört. Technisch weit schwieriger ist die weiche Landung, vor allem bei einer Rückkehr der Raumsonde mit Bodenproben. Die weich landenden Sonden können weiter unterteilt werden in stationäre Sonden, die an ihrem Landeort verbleiben, und mobile Sonden, die sich auf der Oberfläche fortbewegen können; diese werden gemeinhin als Rover bezeichnet.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Orbiter (Raumfahrt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien