Ordelafo Faliero

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Wappen Odelafo Falieros

Ordelafo Faliero († 1118 bei Zadar) war der 34. Doge von Venedig. Er regierte von 1102 bis 1118.

Leben[Bearbeiten]

Ordelafo Falier (Faletro, Faledro) war der Sohn des Dogen Vitale Falier, der das Amt von 1084 bis 1096 bekleidet hatte und unter dessen Regierungszeit die verschollenen Gebeine des Hl. Markus, des Stadtpatrons, angeblich auf wunderbare Weise wiedergefunden worden waren. Bemerkenswert ist sein Name, bei dem in seiner zeitgenössischen Form Ordelaf Faledro der Vorname ein Palindrom des Nachnamens darstellt. Durch seine Ehe mit Matilde war er verwandt mit König Balduin I. von Jerusalem.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Faliers Regierungszeit war geprägt von Katastrophen aller Art: Streitereien mit den oberitalienischen Städten Treviso, Padua und Ravenna konnten nur mühselig durch einen Kooperationsvertrag mit Verona in Grenzen gehalten werden. 1108 überflutete und zerstörte eine Springflut auf immer den alten Dogensitz Malamocco, 1117 wurden während des Erdbebens von Verona zahlreiche Häuser am Rialto beschädigt. Feuersbrünste suchten Venedig heim und zerstörten Kirchen und Wohnquartiere. Eine folgenreiche Entscheidung Faliers war der Beschluss zum Bau des Arsenals im Stadtteil Castello, mit dem eine Grundlage für die Expansion Venedigs ins Mittelmeer und für seine Position als erste Seemacht Europas gelegt wurde.

In gutem Einvernehmen scheint Venedig unter Falier mit dem Römischen Reich gelebt zu haben; Kaiser Heinrich V. kam 1116 selbst nach Venedig. Stadt und Doge feierten diesen Besuch, bei dem der Kaiser Privilegien für die Klöster San Giorgio Maggiore und San Zaccaria erteilte, mit großem Aufwand. Außenpolitisch ging Falier zudem zielstrebig das Projekt der Wiedereroberung Dalmatiens an, wo sich die Ungarn seit 1100 festgesetzt hatten. Dalmatiens Reichtum an Wäldern wurde dringend für die expansive Politik des Flottenausbaus benötigt. Außerdem waren die dalmatinischen Häfen wichtige Stützpunkte für die Flotte und konnten den Kaufleuten als Handelsbasis dienen. In einem der Kämpfe gegen die konkurrierenden Ungarn fiel Falier in der Schlacht von Zadar.

Für San Marco, wo schon die Reliquien des Evangelisten Markus aufbewahrt wurden, wurden weitere Reliquien erworben: neben den Gebeinen des Heiligen Stephan auch ein Splitter aus dem Kreuz Christi – die insgesamt die Stadt Venedig als Ziel von Pilgerfahrten noch attraktiver machten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983.
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001.


Vorgänger Amt Nachfolger
Vitale Michiel I. Doge von Venedig
1102–1118
Domenico Michiel