Orden vom Kreuz des Südens
Der Orden vom Kreuz des Südens (pt: Ordem Nacional do Cruzeiro do Sul) ist der höchste Verdienstorden Brasiliens und wurde von Kaiser Don Pedro I. von Brasilien am 1. Dezember 1822, dem Tag seiner Krönung, gestiftet. Der Orden konnte auch an Damen verliehen werden und der amtierende Kaiser war Großmeister. Die Vergabe wurde mit der Gründung der Republik Brasilien am 24. Februar 1891 per Dekret eingestellt, aber am 5. Dezember 1932 von Präsident Getúlio Dornelles Vargas wieder aufgenommen. Der Orden wird heute von der Brasilianischen Regierung für Verdienste um internationale Beziehungen vergeben.
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Ordensklassen [Bearbeiten]
Der Orden besteht aus fünf Klassen.
Großkreuz (Grã-Cruz)
Großoffizier (Grande Oficial)
Kommandeur (Comendador)
Offizier (Oficial)
Ritter (Cavaleiro)
Zusätzlich zum Großkreuz kann der Orden als höchste Auszeichnung auch mit Collane (Grande Colar) verliehen werden.
Ordensdekoration [Bearbeiten]
Das Ordenszeichen ist ein weiß-emailliertes fünfarmiges zehnspitzige Kreuz mit goldener Randfassung und kleinen goldenen Kügelchen auf den Kreuzspitzen. Ein grün emaillierter Lorbeerkranz ist in den fünf Kreuzwinkeln sichtbar, da das Kreuz auf den Kranz gelegt ist. Über allem schwebte bis zum Ende der Monarchie die brasilianische Kaiserkrone. An dieser ist ein Tragering befestigt. Im mittigen runden, goldenen Medaillon ist auf der Vorderseite in Gold das Bild des Stifters geprägt. Das Medaillon ist mit einem dunkelblauen Ring eingefasst und wird von der goldenen Devise umgeben Petrus, Brasiliae Imperator. Die Medaillonrückseite zeigt auf hellblauer Emaille das aus weißen Sternen gebildete Sternbild Kreuz des Südens, das auch namensgebend war. Die Inschrift im dunkelblauen Ring ist hier Praemium bene Merentium.
Ordensband [Bearbeiten]
Das einfarbig blaue Ordensband wird bei der I. Klasse (Großkreuz) über die rechte Schulter nach links getragen. Männlicher Großoffizier und Komtur tragen den Orden als Halsorden, Offizier und Ritter als Schnalle auf der linken Brust. Frauen tragen den Ordens der Klassen III-VI als Schleife über der linken Brust, Klassen I und II wie oben.
Groß- und Großoffizierskreuz werden ergänzt durch einen auf der linken Brust getragenen, goldenen, fünfstrahligen Ordensstern. Sternmedallion und Ordensmedaillonrückseite sind gleich. Die Krone über dem Zusatzstern war golden.
Bekannte Träger [Bearbeiten]
- Konrad Adenauer wurde im Juli 1953 mit dem Kreuz des Südens geehrt
- Hans Filbinger
- Josip Broz Tito
- die britische Königin Elisabeth II.
- König Karl XVI. Gustav von Schweden
- Helmut Feldmann, bis 1997 Vorstandsmitglied des Romanischen Seminars und Portugiesisch-Brasilianischen Instituts an der Universität Köln, im Jahr 2002 im Rang eines Komturs (Comendador)[1]
- Xanana Gusmão, Premierminister Osttimors
- Carlos Enrique Rodado Noriega, Großkreuz, mehrfach ausgezeichneter kolumbianischer Wissenschaftler[2]
- Hans-Olaf Henkel, deutscher Manager
- Hermann Mathias Görgen
- Che Guevara, Großkreuz verliehen am 20. August 1961 vom brasilianischen Präsidenten Jânio da Silva Quadros
- Moritz Rugendas, Augsburger Maler, Ritter (Cavalheiro da Ordem Imperial do Cruzeiro)[3]
- Daniel Vasella, Schweizer Pharmamanager
- Berthold Zilly, Kommandeur. Ist ein prämierter deutscher Übersetzer und Wissenschaftler und gilt als einer der bedeutendsten deutschen Brasilianisten. Er wurde 2001 für seine Verdienste mit dem höchsten brasilianischen Orden ausgezeichnet. Er ist Preisträger des Martius-Staden-Preises 2012
Sonstiges [Bearbeiten]
Einen Orden namens „Kreuz des Südens“ gibt es auch bei den Schlaraffen.[4]
Literatur [Bearbeiten]
- Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter-und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt innerhalb des XIX. Jahrhunderts (= Webers illustrierte Katechismen. Bd. 146, ZDB-ID 570761-4). Weber, Leipzig 1893.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Kölner Universitätsjournal 4/2002
- ↑ Noriega-Biografie (PDF; 104 kB)
- ↑ Christof Metzger: Johann Moritz Rugendas (1802-1858) - eine biographische Skizze, in: Chile und Johann Moritz Rugendas, Worms 2007, S.32
- ↑ Statut des lateinamerikanischen Schlaraffen-Ordens


