Orden vom heiligen Geist

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Dieser Artikel erläutert das Ehrenzeichen. Die Bruderschaft siehe Brüder vom Orden des Heiligen Geistes.
Ordenskreuz
Ordenskette (Collier de l'Ordre)
Wappen mit Ordenskreuz vom Grabmal des Generalleutnants Joseph de Montclar (1625–1690)
Dauphin Louis Ferdinand mit dem Cordon bleu und dem Stern vom heiligen Geist

Der Orden vom Heiligen Geist (französisch Ordre du Saint-Esprit) war der bedeutendste Ritterorden Frankreichs und einer der angesehensten Europas.

Gegründet wurde der Orden 1353[1] von Ludwig von Anjou, der auch als Ludwig von Neapel bekannt ist. Der Orden ist in die Literatur auch als Ritterorden „del nodo“,[2] als Knotenorden, eingegangen.

Er wurde im Dezember 1578 von Heinrich III. zum Dank an den Heiligen Geist für die Wohltaten reorganisiert, die ihm an drei Pfingsttagen zuteilgeworden sind, indem er an Pfingsten 1551 zur Welt kam, 1573 König von Polen und 1574 König von Frankreich wurde.

Neben dem Großmeister, der immer der König selbst war, gab es drei Ordensklassen:

  • die acht Kommandeure (Commandeurs) (zunächst aufgeteilt in vier Kardinäle und vier Erzbischöfe, Bischöfe oder Prälaten, später dann acht Bischöfe oder Prälaten ohne besondere Unterscheidung) und den Großalmosenier von Frankreich (Grand Aumônier de France), der geborener Kommandeur war.
  • die vier kommandierenden Offiziere (Officiers Commandeurs), das sind der Kanzler und Siegelbewahrer (Chancelier et Garde des Sceaux), der Zeremonienmeister (Prévôt et Maître des Cérémonies), der Schatzmeister (Grand Trésorier) und der Sekretär (Greffier), wurden von den Offizieren (Officiers; Intendant, Genealoge, Vollzugsbeamter, Historiograph usw.) unterstützt.
  • 100 Ritter (Chevaliers)

Der Thronfolger (Dauphin) und die Kinder des Königs (Enfants de France) waren Ritter durch ihre Geburt, jedoch erst ab dem 12. Lebensjahr, Prinzen von Geblüt ab dem 16. und ausländische Prinzen ab dem 25. Lebensjahr. Alle anderen Mitglieder mussten mindestens 35 Jahre alt sein. Außerdem mussten die Aufzunehmenden katholisch und in vier Generationen adlig sein. Die letzte Bedingung galt nicht für den Grand Aumônier de France, den Schatzmeister und den Sekretär.

Das Ordenszeichen war ein goldenes, weiß emailliertes Kreuz mit acht Knöpfen und Lilien in den vier Winkeln. Auf dem Avers des grün emaillierten Mittelschildes war eine silberne Taube als Symbol für den Heiligen Geist, auf dem Revers der heilige Michael abgebildet.

Die Devise war: „duce et auspice“ (unter Führung und Leitung, auch in der Mehrzahl: „ducibus et auspicibus“). Der Orden wurde an breitem himmelblauen Band (daher le cordon bleu) quer über Schulter und Brust getragen, außerdem ein silberner Stern, ähnlich dem Avers des Kreuzes, auf der Brust; ab 1824 ebenfalls mit grünen Mittelschild. Die Geistlichen trugen ihn um den Hals. Der Orden blühte bis zur französischen Revolution. Der Nationalkonvent hob ihn auf, und auch Napoleon I. stellte ihn nicht wieder her.

Erst Ludwig XVIII. errichtete ihn 1814 wieder. Mit der Julirevolution von 1830 ging er endgültig unter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Père Anselme: Statuts es catalogue des chevaliers, commandeurs et officiers de l’Ordre du Saint-Esprit [ab dem 31. Dezember 1578]. In : Historie généalogique et chronologique de la maison royale de France. Band 9 (1733), S 1 ff

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orden vom Heiligen Geist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Herbers, Nikolas Jaspert (Hrsg.): „das kommt mir Spanisch vor“. Eigenes und fremdes in den deutsch-spanischen Beziehungen des Mittelalters (Geschichte und Kultur der iberischen Welt; Bd. 1). LIT-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-8004-4.
  2. Klaus Schröer: Das Rätsel des Lammes. Der Genter Altar und sein Geheimnis. Verlag Monsenstein & Vannerdat, Münster 2007, ISBN 3-86582-476-5,