Oriol Servià

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Oriol Servià (2011)

Oriol Servià i Imbers (* 13. Juli 1974 in Pals, Katalonien, Spanien) ist ein spanischer Automobilrennfahrer. 1999 wurde er Meister der Indy Lights. Er fuhr von 2000 bis 2007 in der Champ-Car-Serie. 2006 wurde er Vizemeister in dieser Meisterschaft. Von 2008 bis 2014 startete er, mit Unterbrechungen, in der IndyCar Series. 2014/15 tritt er in der FIA-Formel-E-Meisterschaft an.

Karriere[Bearbeiten]

Servià begann seine Motorsportkarriere 1988 im Kartsport, in dem er bis 1991 aktiv war. 1993 wechselte er in den Formelsport und wurde Vizemeister der französischen Formel Renault Campus. 1995 startete er in der französischen Formel Renault und schloss die Saison auf dem sechsten Rang ab. Außerdem trat er in der Eurocup Formel Renault und im französischen Porsche Carrera Cup an. 1996 wechselte Servià in die französische Formel-3-Meisterschaft. Für Winfield startend beendete er die Saison auf dem fünften Gesamtrang und setzte sich teamintern gegen Stéphane Sarrazin durch. 1997 bestritt Servià für La Filière seine zweite Saison in der französischen Formel-3-Meisterschaft. Zwar gewann er ein Rennen, in der Gesamtwertung fiel er allerdings auf den achten Platz zurück und unterlag damit seinem Teamkollegen Franck Montagny. Außerdem startete er bei einem Rennen der britischen Formel 3 und wurde Sechster beim Macau Grand Prix.

1998 wechselte Servià in die nordamerikanische Indy Lights zu Dorricott Racing. Mit zwei Podest-Platzierungen schloss er die Saison auf dem siebten Platz in der Meisterschaft ab. 1999 bestritt Servià seine zweite Indy-Lights-Saison für Dorricott Racing. Er stand fünf mal auf dem Podium und entschied die Meisterschaft vor seinem Teamkollegen Casey Mears mit 130 zu 116 Punkten für sich. Beide Piloten blieben in der Saison jedoch ohne Sieg.

2000 wechselte Servià in die CART zu PPI Motorsports und wurde Teamkollege von Cristiano da Matta. Mit einem dritten Platz als bestes Resultat beendete er die Saison auf dem 15. Platz in der Gesamtwertung. Teamintern unterlag er da Matta mit 60 zu 112 Punkten. 2001 bestritt Servià seine zweite CART-Saison für Sigma Autosport, die nur mit einem Fahrzeug antraten. Seine besten Ergebnisse waren zwei fünfte Plätze und er schloss die Saison auf dem 19. Platz in der Meisterschaft ab. 2002 begann Servià die Saison bei PWR Championship Racing. Nach den ersten drei Rennen verließ er das Team und wechselte kurzzeitig in die Indy Racing League zu Walker Racing. Er versuchte sich fürs Indianapolis 500 zu qualifizieren, scheiterte aber. Anschließend kehrte er in die CART zurück und ersetzte Townsend Bell bei Patrick Racing. Am Saisonende belegte er mit einem vierten Platz als bestes Ergebnis den 16. Platz in der Fahrerwertung.

Oriol Servià (2005)

2003 blieb Servià bei Patrick Racing. Mit zwei zweiten Plätzen und einem dritten Platz erreichte er drei Podest-Platzierungen. Am Saisonende wurde er Siebter in der Meisterschaft. Nachdem sich die Meisterschaft 2004 in Champ Car umbenannt hatte, wechselte Servià zu Dale Coyne Racing, wo er wechselnde Teamkollegen hatte. Er entschied die teaminternen Duelle gegen alle Teamkollegen für sich und schloss die Saison mit einem dritten Platz auf dem zehnten Gesamtrang ab. 2005 begann er die Saison bei Dale Coyne Racing. Zum dritten Rennen wechselte Servià zu Newman/Haas Racing, um den verletzten Bruno Junqueira, der die restliche Saison ausfiel, zu ersetzen. Er gewann das Rennen auf dem Circuit Gilles-Villeneuve und beendete sechs weitere Rennen auf dem Podium. Am Saisonende musste er sich nur seinem Teamkollegen Sébastien Bourdais geschlagen geben und wurde Vizemeister.

Nach Junqueiras Rückkehr wechselte Servià 2006 innerhalb der Champ Car zu PKV Racing. Mit einem dritten Platz beendete er ein Rennen auf dem Podium und belegte den elften Platz in der Meisterschaft. Seine Teamkollegin Katherine Legge, die 16. wurde, ließ er hinter sich. 2007 war Servià zunächst ohne Cockpit. Nachdem sich Paul Tracy im ersten Rennen verletzt hatte, ersetzte er diesen für die beiden folgenden Rennen für Forsythe Racing. Er beendete die Rennen auf den Plätzen zwei und vier. Nachdem Tracy wieder fit war, erhielt Servià das andere Forsysthe-Cockpit, in dem er Mario Domínguez ablöste. Er beendete ein weiteres Rennen als Dritter auf dem Podest, wurde aber für die letzten beiden Rennen der Saison durch David Martínez ersetzt. Servià wechselte daraufhin zurück zu PKV Racing, wo Tristan Gommendy die Sponsorgelder ausgegangen waren. Im Saisonfinale wurde er erneut Dritter. Am Saisonende belegte er den sechsten Platz in der Meisterschaft. Außerdem nahm Servià 2007 an einem Rennen der Rolex Sports Car Series teil.

Servià beim Indianapolis 500 2008

Nachdem die Champ Car 2008 mit der IndyCar Series fusionierte, wechselte Servià mit seinem Team, das ab dieser Saison KV Racing Technology hieß, in die IndyCar Series. Er erzielte fünf Platzierungen unter den ersten fünf Piloten und er wurde Neunter in der Meisterschaft. Obwohl er im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Will Power kein Rennen gewann, setzte er sich teamintern gegen ihn durch. 2009 erhielt Servià kein Cockpit für eine komplette Saison. Beim Indianapolis 500 trat er für Rahal Letterman Racing an. Für vier der letzten fünf Saisonrennen kehrte zu Newman/Haas/Lanigan Racing zurück und löste Robert Doornbos ab. Mit einem vierten Platz als bestes Resultat beendete er die Saison auf dem 21. Gesamtrang.

Servià kehrte 2011 für Newman/Haas Racing in die IndyCar Series zurück

Nachdem Servià 2010 ohne Cockpit war, kehrte er 2011 in die IndyCar Series zurück und trat erneut für Newman/Haas Racing an.[1] In den ersten fünf Rennen kam er jeweils unter den ersten zehn Piloten ins Ziel. Beim siebten Rennwochenende in West Allis erzielte er als Dritter schließlich seine erste Podiumsplatzierung in der IndyCar Series. Es gelang ihm, dieses Ergebnis in Loudon und Baltimore mit Position zwei zu übertreffen. Mit insgesamt drei Podest-Platzierungen beendete er die Saison auf dem vierten Platz der Fahrerwertung. Darüber hinaus startete Servià zu einem Rennen der American Le Mans Series (ALMS).

Nachdem Newman/Haas Racing zum Ende der Saison 2011 den IndyCar-Rennbetrieb eingestellt hatte, wechselte Servià zur Saison 2012 zu Dreyer & Reinbold Racing, die in der Saison zunächst werksseitig von Lotus unterstützt wurden und als Lotus – DRR starteten.[2] Nachdem der Rennstall mit den Lotus-Motoren nicht zufrieden war, schloss Dreyer & Reinbold Racing eine Kooperation mit Panther Racing und wechselte auf Chevrolet-Motoren. Bereits beim ersten Rennen mit dem neuen Motor, dem Indianapolis 500 erzielte er den vierten Platz. Ein Rennen später in Detroit folgte als Fünfter eine weitere Top-5-Platzierung. Mit vier Top-5-Platzierungen schloss Servià die Saison auf dem 13. Platz ab. 2013 blieb Servià bei Dreyer & Reinbold Racing, die weiterhin mit Panther Racing kooperierten.[3] Da sein Team sich nach dem Indianapolis 500 aus finanziellen Gründen zurückgezogen hatte,[4] war Servià nach dem fünften Rennen ohne Cockpit. Bei den ersten fünf Rennen kam er zweimal in die Top-10 und erzielte in São Paulo einen vierten Platz. Im weiteren Saisonverlauf kam er bei sieben Rennen für Panther Racing zum Einsatz. Bei zwei dieser Rennen vertrat er Ryan Briscoe, der aufgrund anderer Verpflichtungen bzw. einer Verletzung nicht einsatzbereit war. Servià lag am Saisonende auf dem 22. Gesamtrang.

2014 fand Servià kein permanentes IndyCar-Cockpit. Er absolvierte vier der ersten fünf Rennen für Rahal Letterman Lanigan Racing. Dabei war ein siebter Platz sein bestes Ergebnis. Weitere IndyCar-Rennen absolvierte er in diesem Jahr nicht mehr. Für die erste Saison der FIA-Formel-E-Meisterschaft erhielt Servià anschließend ein Cockpit bei Dragon Racing.[5] Bereits beim ersten Rennen, dem Beijing ePrix, erzielte er als Siebter Punkte. Nach dem ersten Rennen belegte er den siebten Gesamtrang.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 1999: Indy Lights (Meister)
  • 2000: CART (Platz 15)
  • 2001: CART (Platz 19)
  • 2002: CART (Platz 16)
  • 2003: CART (Platz 7)
  • 2004: Champ Car (Platz 10)
  • 2005: Champ Car (Platz 2)
  • 2006: Champ Car (Platz 11)
  • 2007: Champ Car (Platz 6)

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2002 Walker Racing HMS
 
PHX
 
FON
 
NZR
 
INDY
DNQ
TXS
 
PPI
 
RIR
 
KAN
 
NSH
 
MIS
 
KTY
 
STL
 
CHI
 
TX2
 
       
2008 KV Racing Technology HMS
12
STP
7
MOT1
 
LBH1
5
KAN
11
INDY
11
MIL
6
TXS
26
IOW
16
RIR
5
WGL
23
NSH
16
MDO
5
EDM
5
KTY
12
SNM
15
DET
4
CHI
17
SRF2
5
358 9.
2009 Rahal Letterman Racing STP
 
LBH
 
KAN
 
INDY
26
MIL
 
TXS
 
IOW
 
RIR
 
WGL
 
TOR
 
EDM
 
KTY
 
        HMS
 
    115 21.
Newman/Haas Racing   MDO
11
SNM
6
CHI
7
MOT
4
2011 Newman/Haas Racing STP
9
ALA
5
LBH
6
SAO
5
INDY
5
TXS1
21
TXS2
15
MIL
3
IOW
14
TOR
12
EDM
22
MDO
8
NHA
2
SNM
11
BAL
2
MOT
5
KTY
6
LSV
C
  425 4.
2012 Lotus – DRR
Panther Dreyer & Reinbold Racing
STP
16
ALA
13
LBH
16
SAO
11
INDY
4
DET
5
TXS
20
MIL
4
IOW
21
TOR
5
EDM
24
MDO
25
SNM
19
BAL
7
FON
19
        287 13.
2013 Panther DRR STP
17°
ALA
15
LBH
6
SAO
4
INDY
11
DE1
 
DE2
 
  MIL
 
  POC
 
TO1
 
TO2
 
  SNM
 
        233 22.
Panther Racing           TXS
19
IOW
7
MDO
14
BAL
12
HO1
19
HO2
7
FON
19
2014 Rahal Letterman Lanigan Racing STP LBH ALA IMS INDY DET TXS HOU POC IOW TOR MDO MIL SNM FON   88 24.
  7 20 12° 1129                            

(Legende)

1 Die Rennen fanden am selben Tag statt.
2 Es wurden keine Punkte vergeben.

Einzelergebnisse in der FIA-Formel-E-Meisterschaft[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Rang
2014/15 Dragon Racing China VolksrepublikChina BEI MalaysiaMalaysia PUT UruguayUruguay PUN ArgentinienArgentinien BUE unbekanntunbekannt TBA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MIA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten LBH MonacoMonaco MON DeutschlandDeutschland BER Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich LON 6 7.
7

(Legende)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Newman/Haas: Wann kommt das zweite Auto?“ (Motorsport-Total.com am 24. März 2011)
  2. „Offiziell: Servia fährt für Dreyer and Reinbold“ (Motorsport-Total.com am 17. Januar 2012)
  3. Frederik Hackbarth: „IndyCar - Servia bleibt bei Panther DRR“. Nummer 22 weiter mit Chevrolet-Power. Motorsport-Magazin.com, 5. Dezember 2012, abgerufen am 24. Februar 2013.
  4. Pete Fink: „Das Ende für Dreyer and Reinbold?“ Motorsport-Total.com, 26. April 2013, abgerufen am 13. Juli 2013.
  5. “Oriol Servia to race for Dragon in Beijing”. fiaformulae.com, 5. September 2014, abgerufen am 5. September 2014 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oriol Servià – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien