Oris

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Dieser Artikel behandelt den Uhrenhersteller Oris SA; für die kroatische Architekturzeitschrift siehe Oris (Zeitschrift).
Oris SA
Oris Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1904
Sitz Hölstein, Schweiz
Leitung Ulrich W. Herzog
(CEO und VR-Präsident)
Branche Uhrenmanufaktur
Website www.oris.ch
Oris Meistertaucher

Die Oris SA ist ein Schweizer Hersteller von mechanischen Uhren mit Hauptsitz in Hölstein (Schweiz). Das Unternehmen wurde 1904 in Hölstein gegründet und ist heute einer der wenigen unabhängigen Uhrenhersteller in privater Hand.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Uhrmacher-Pioniere Paul Cattin und Georges Christian gründeten die Oris in 1904 in Hölstein. 1906 wurde in Holderbank ein Montagewerk in Betrieb genommen. Es folgten Fabrikationsgebäude 1908 in Como, 1917 in Courgenay, 1925 in Herbetswil (Galvanisierwerk), 1925 in Ziefen und 1936 in Biel (Zifferblätter).[1] Es folgten weitere Fabriken in Malleray und Sissach. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich Märkte wieder öffneten und die Firma erneut zu wachsen begann, betrieb Oris sogar eine eigene Bussflotte, um Mitarbeiter von den entlegenen Orten abzuholen. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen bis zu 1000 Mitarbeiter.

Nach dem Kauf durch die ASUAG Holding (Vorläufer der heutigen Swatch Group) im Jahr 1970 stellte Oris immer billigere Uhren in hohen Stückzahlen her (1974 1,5 Mio Uhren). Die Krise der Schweizer Uhrenindustrie in den späten siebziger Jahren traf das Unternehmen heftig. Obwohl Oris sich dem damaligen Markt angepasst hat und billige Quarzuhren herstellte, wurden Mitarbeiter entlassen und Niederlassungen geschlossen. Aus Kostengründen wurde 1981 auf die Produktion von eigenen Rohwerken verzichtet und diese innerhalb der ASUAG bezogen.[2]

Im Jahr 1982 wollte die ASUAG die Oris Watch Co. AG schließen.[3] Ein Management-Buy-out rettete das Unternehmen als Oris SA mit 40 Arbeitsplätzen. Das wiedererwachte Interesse des Uhrenmarktes an mechanischen Uhren brachte einen erneuten Aufschwung.

Aktuelle Positionierung[Bearbeiten]

Markenzeichen ist der durch den Glasboden sichtbare rote Rotor und die Bezeichnung „High Mech“. Die Oris-Kaliber basieren auf ETA- oder Sellita-Uhrwerken und sind mit hauseigenen Weiterentwicklungen versehen. Sämtliche Uhren werden sind Swiss Made und in Hölstein gefertigt. Zum 110-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 entwickelte Oris das hauseigene Manufakturwerk Kaliber 110.

Zielgruppe der Uhren für 900–3500 sFr. sind Männer zwischen 25 und 40 Jahren. Der Umsatz wird auf CHF 40 Mio. geschätzt. Hauptmärkte sind Asien (47 %) und Europa (39 %) (Stand 2007).[4]

Seit 2000 hat das Unternehmen in neue Produkte und Werbung investiert, um bekannter zu werden. Das Modell „Meistertaucher“ ist bis in Tiefen von 1.000 Meter wasserdicht. Oris ist Sponsor des Williams Formel-1-Teams.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite Oris SA, Geschichte, abgerufen am 17. April 2008.
  2. Chronik des Kantons Basel-Landschaft, August 1981, abgerufen am 11. Oktober 2014.
  3. Chronik des Kantons Basel-Landschaft, Februar 1982, abgerufen am 11. Oktober 2014.
  4. KMU-Serie: Uhren für vier Welten Wirtschaftsmagazin Bilanz, 25. Mai 2007, abgerufen am 11. Oktober 2014.