Orlando (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Orlando
Originaltitel Orlando
Produktionsland Großbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Russland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sally Potter
Drehbuch Sally Potter
Produktion Christopher Sheppard
Musik David Motion
Sally Potter
Kamera Aleksei Rodionov
Schnitt Hervé Schneid
Besetzung

Orlando ist ein europäisches Filmdrama aus dem Jahr 1992. Regie führte Sally Potter, die auch das Drehbuch anhand des Romans Orlando von Virginia Woolf aus dem Jahr 1928 schrieb und die Musik mitkomponierte.

Handlung[Bearbeiten]

Der Adelige Orlando lebt in der Zeit der Königin Elizabeth I, deren Gunst er erwirbt. Er beschäftigt sich mit der Dichtkunst. Die Königin beschenkt ihn, legt ihm aber die Bedingung auf, nicht zu altern. Orlando durchlebt daraufhin einige Jahrhunderte und übt einige Berufe aus wie jenen eines Botschafters. Nach einiger Zeit wird er zu einer Frau.

Als Frau hat Orlando eine Beziehung mit Shelmerdine. Die Handlung endet im 20. Jahrhundert.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in verschiedenen Orten in England, in Sankt Petersburg und in Usbekistan gedreht.[1] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 5 Millionen US-Dollar. Die Weltpremiere fand am 1. September 1992 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, der am 16. September 1992 eine Vorführung auf dem Toronto International Film Festival folgte. Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 5,3 Millionen US-Dollar ein.[2][3]

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 9. Juli 1993, Orlando gehöre zu jenen Filmen, über die man nach dem Sehen reden möchte. Er zeige nicht eine Handlung, sondern eine „Vision der menschlichen Existenz“. Die Regie weise „ruhige Eleganz“ auf.[4]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei eine „mit ästhetischen Bildkompositionen und großer Schauspielkunst gestaltete“ Romanverfilmung und biete ein „ironisch-kritisches Spiegelbild der gesellschaftlichen Vorherrschaft des Mannes und des wachsenden emanzipatorischen Bewußtseins der Frau“. Er sei „in der Veranschaulichung der Woolfschen Mann-Frau-Dialektik gelungener als in der Übernahme der dichterischen Zeitverschachtelungstechnik“.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1994 in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign für den Oscar nominiert.

Sally Potter erhielt im Jahr 1992 zwei Preise der Internationalen Filmfestspiele von Venedig und drei Preise des Thessaloniki Film Festivals (darunter den FIPRESCI-Preis), auf dem ebenfalls Tilda Swinton für ihre Darstellung prämiert wurde. Sally Potter gewann im Jahr 1993 einen Preis des Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya in der Kategorie Bester Film sowie den Golden Space Needle Award des Seattle International Film Festivals. Sally Potter erhielt 1993 den Europäischen Filmpreis, für den außerdem Tilda Swinton nominiert wurde.

Der Film wurde im Jahr 1994 für den Political Film Society Award für Menschenrechte nominiert. Sally Potter erhielt 1994 eine Nominierung für den Independent Spirit Award in der Kategorie Bester ausländischer Film. Die für die Kostüme verantwortliche Sandy Powell erhielt 1994 den Evening Standard British Film Award und wurde für den BAFTA Award nominiert, den Morag Ross für das Make-Up erhielt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filming locations for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  2. Box office / business for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  3. Release dates for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  4. Filmkritik von Roger Ebert, abgerufen am 16. Juni 2008
  5. Orlando im Lexikon des Internationalen Films