Ortenberg (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ortenberg
Ortenberg (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ortenberg hervorgehoben
48.4513888888897.9713888888889163Koordinaten: 48° 27′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 5,66 km²
Einwohner: 3411 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 603 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77799
Vorwahl: 0781
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 100
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
77799 Ortenberg
Webpräsenz: www.ortenberg.de/de
Bürgermeister: Markus Vollmer
Lage der Gemeinde Ortenberg im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Ortenberg ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geographie[Bearbeiten]

Ortenberg, von den Weinbergen aus betrachtet

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ortenberg liegt in den Vorbergen des Schwarzwalds am Ausgang des Kinzigtals in die Rheinebene, 5 km von der Kreisstadt Offenburg entfernt. Die Badische Weinstraße führt durch Ortenberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist an drei Seiten vom Stadtgebiet Offenburgs umschlossen und grenzt im Osten an Ohlsbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Ortenberg gehören das Dorf Ortenberg, die Weiler Fröschlach, Käfersberg (beide mit Ortenberg zusammengewachsen) und Steingrube und die Wohnplätze Bachgraben und Schloss. In Ortenberg aufgegangen ist die Ortschaft Freudental.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf wurde im Jahre 1148 erstmals urkundlich erwähnt, damals trug es noch den Namen Dottenwiler/Tatenwilre. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Name der Burg, die bereits 1233 als castrum Ortinberg bezeichnet wurde, auch für das Dorf verwendet. Die Burg wurde 1678 zerstört. Leonhard von Berckholtz baute sie im 19. Jahrhundert wieder auf.

In Ortenberg wurden 1573–1630 Hexenverfolgungen durchgeführt. 19 Frauen gerieten in Hexenprozesse und wurden hingerichtet.[3]

Ortenberg gehörte lange Zeit zum Landkreis Offenburg, als dieser 1973 aufgelöst wurde, kam der Ort zum neugebildeten Ortenaukreis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,2 % (+ 2,1) zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU 49,4 % - 6,6 6 - 1
SPD 50,6 % + 50,6 6 + 6

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 26. Oktober 2008 wurde im zweiten Wahlgang Markus Vollmer zum Bürgermeister gewählt. Er trat die Nachfolge von Hermann Litterst an.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört wie die Gemeinden Durbach, Hohberg und Schutterwald der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Offenburg an.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Ortenberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Stotzheim im Elsass seit 1965 und Ortenberg (Hessen) seit 1976.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Ortenberg
Schloss Ortenberg im Mai 2008
Kirche St. Bartholomäus von Hans Voß

Das Schloss Ortenberg dient als Jugendherberge, die Turmanlagen sind jedoch öffentlich zugänglich. Der heutige schlossartige Bau wurde 1838 bis 1843 vom livländischen Kaufmann Gabriel Leonhard von Berckholtz nach Plänen des Architekten Friedrich Eisenlohr an der Stelle der Burg Ortenberg errichtet, die 1678 zerstört worden war. Entgegen der landläufigen Meinung gab diese ehemalige Reichsburg nur dem Ort ihren Namen, nicht aber der Landschaft Ortenau. Diese Bezeichnung wird abgeleitet aus dem früheren Begriff Mortenau (von lat. Moridunum = Sumpfland), dessen Anfangskonsonant ab dem späten 16. Jahrhundert dem Volksmund zum Opfer fiel.

Die Bühlwegkapelle wurde 1497 erbaut und wird seit 1972 ökumenisch genutzt.

Die dem Apostel St. Bartholomäus geweihte Pfarrkirche wurde 1824 vom Architekten Hans Voß im Weinbrenner-Stil erbaut. Die Altargemälde im Nazarener-Stil stammen von der Malerin Marie Ellenrieder.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ortenberg ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Weinbauregion Ortenau im Weinbaugebiet Baden gehören.

Verkehr[Bearbeiten]

Ortenberg liegt zwar an der Schwarzwaldbahn, die von Offenburg nach Singen (Hohentwiel) führt, der Bahnhof der Gemeinde ist jedoch seit den 1980er Jahren stillgelegt. Die Ortenau-S-Bahn plant derzeit eine Wiederinbetriebnahme des Haltepunkts.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Von-Berckholtz-Schule gibt es eine Grund- und Hauptschule in Ortenberg. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Aus Ortenberg stammend[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1938: Gabriel Leonhard von Berckholtz[5]
  • 1987: Franz Vollmer, Autor und Heimatforscher
  • 1998: René Weisgerber, Altbürgermeister der elsässischen Partnergemeinde Stotzheim
  • 2008: Hermann Litterst, Bürgermeister von 1969 bis 2008[6]
  • 2009: Richard Huber, Gemeindepfarrer von 1991 bis 2009[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 398–399
  3. Franz Volk: Hexen in der Landvogtei Ortenau und Reichsstadt Offenburg, 1882, Nachdruck Offenburg 1978
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Offenburger Tageblatt
  6. Badische Zeitung
  7. Amtsblatt der Gemeinde Ortenberg vom 25. September 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ortenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien