Oryxantilopen

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Oryxantilopen
Spießbock (Oryx gazella)

Spießbock (Oryx gazella)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Pferdeböcke (Hippotraginae)
Gattung: Oryxantilopen
Wissenschaftlicher Name
Oryx
Blainville, 1816

Die Oryxantilopen sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Pferdeböcke (Hippotraginae). Die Arten dieser Gattung verteilten sich ursprünglich über alle trockenen und halbtrockenen Gebiete Afrikas sowie der Arabischen Halbinsel.

Beide Geschlechter dieser Groß-Antilopen haben lange Hörner und eine typische schwarze Gesichtsmaske. Die Bullen haben eine Standhöhe von bis zu 180 cm und ein Maximalgewicht von 200 kg. Bei weiblichen Oryxen liegt die Standhöhe bei 160 cm und das Gewicht bei maximal 160 kg. Die Hörner der männlichen Tiere sind oft etwas kürzer, aber kräftiger als bei den weiblichen.[1][2][3] Selbst direkt von vorne ist es für den unerfahrenen Betrachter schwer zu entscheiden, welches Geschlecht das Tier hat. Es wurde beobachtet, dass sich die Tiere mit ihren Hörnern auch gegen große Raubkatzen wie Löwen erfolgreich verteidigen können.

Anpassung an das Wüstenklima[Bearbeiten]

Oryxantilopen sind an das Leben ohne Wasser für längere Zeit angepasst. Ähnlich wie bei Kamelen kann die Körpertemperatur der Oryxantilopen weit über das für Säugetiere typische Niveau von 38 °C ansteigen, ohne dass das Tier dabei Schaden nimmt. Der Biologe Lavers berichtet davon, dass eine Oryxantilope ohne Trinkwasser acht Stunden in einer Klimakammer mit 45 °C ausgehalten habe. Die Körpertemperatur des Tieres lag dabei knapp über 45 °C. Sie überleben diese extremen Temperaturen aufgrund eines Aderngeflechts an der Halsschlagader, das wie ein Wärmeaustauscher funktioniert. Dabei bewirkt das in der Nase abgekühlte Blut eine weitere Kühlung der Schlagader, bevor das Blut zum Gehirn strömt. Trotzdem können die Oryx an Hitzschlag sterben: Wenn sie sich bei großer Hitze zu lange schnell bewegen müssen, ist der Kühleffekt nicht mehr ausreichend.

Gefährdung[Bearbeiten]

Die beiden kleineren Arten stehen auf der Liste der bedrohten Tiere, wobei die Säbelantilope stark gefährdet ist, die Arabische Oryx aber 2011 von stark gefährdet auf gefährdet zurückgestuft wurde.[4] Die Arabische Oryx war 1972 in der Wildnis ausgerottet, wurde aber wieder ausgesetzt. Dank Zuchtprogrammen und Auswilderungen gab es 2011 circa 1000 wildlebende Exemplare auf der Arabischen Halbinsel.[4] Die in Nordafrika beheimatete Säbelantilope kam zuletzt nur noch im Naturschutzgebiet Ouadi Rimé–Ouadi Achim vor, gilt aber seit 2000 dort als ausgestorben. Wiederansiedlungsprogramme gibt es in Tunesien, Marokko, Senegal und zuletzt im Niger.

Arten[Bearbeiten]

Ostafrikanische Oryx oder Beisa

Es werden vier Arten unterschieden:

Die Ostafrikanische Oryx wird manchmal nur als Unterart des Spießbocks geführt.

Eingang in Mythologie und Kultur[Bearbeiten]

Einige Biologen vertreten die Theorie, dass Oryxantilopen das Vorbild für die mythologische Vorstellung und weit verbreitete Darstellung des Einhorns gewesen sein könnte. Betrachtet man eine Oryxantilope aus einem gewissen seitlichen Winkel, verschmelzen die eng beieinander stehenden Hörner zu einem.[1]

Oryxantilope als Logo auf einem Flugzeugleitwerk

Wegen seiner besonderen Anpassungsfähigkeit an die widrigen Lebensbedingungen der Wüste und seiner Genügsamkeit wurde der Spießbock zum Wappentier Namibias erkoren und eine stilisierte arabische Oryx zum Logo von Qatar Airways gemacht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oryxantilopen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Welt vom 3. Januar 2008; Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFabelhaftes Einhorn. Abgerufen am 21. November 2009.
  2. ARKive: Arabian oryx (Oryx leucoryx). Abgerufen am 6. November 2011 (englisch).
  3.  Wolfgang Puschmann: Säugetiere. 4 Auflage. Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2007, ISBN 9783817118175, S. 726.
  4. a b A grain of hope in the desert. In: IUCN. 16. Juni 2011, abgerufen am 1. Oktober 2012 (englisch).