osCommerce

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osCommerce
Oscommerce logo.gif
Aktuelle Version 2.3.4
(5. Juni 2014)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache PHP
Kategorie Onlineshop
Lizenz GPL (Freie Software)
Deutschsprachig ja
oscommerce.com

osCommerce ist ein Open-Source-Onlineshop-System. Es kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden und ist mit der GNU General Public License (GNU GPL) lizenziert.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das Shopsystem wurde ab März 2000 zunächst als Studie unter dem Namen The Exchange Project vom in Deutschland lebenden Programmierer Harald Ponce de Leon entwickelt. Im Dezember 2001 wurde es in osCommerce umbenannt. Es befindet sich nach wie vor offiziell im Entwicklungsstadium, wird jedoch bereits seit Jahren bei einer großen Zahl von Onlineshops weltweit eingesetzt.

osCommerce liegt seit Ende März 2011 in Version 3.0 vor. Am weitesten verbreitet ist die Version 2.2 RC2a.

Nach wie vor ist Harald Ponce de Leon Chefentwickler und Projektleiter von osCommerce. Er hat inzwischen eine kleine Gruppe von Helfern, welche die Entwicklung einzelner Teile der Shoplösung übernommen haben und mit ihm gemeinsam die Verwaltung des kontinuierlich wachsenden Projekts mitsamt der internationalen Community aufrechterhalten.

Verbreitung[Bearbeiten]

Beim englischsprachigen Onlineforum des osCommerce-Projekts waren im Dezember 2006 über 120.000 individuelle Benutzer registriert. Anfang 2009 sind es bereits über 200.000 registrierte Benutzer.

Die Verbreitung lässt sich bei Freier Software kaum messen, denn im Gegensatz zu kommerziellen Systemen fehlt der Lizenzkauf als Nachweis.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Wesentliches Merkmal von osCommerce ist die weitgehend freie Gestaltungsmöglichkeit in Design und Funktionen und die Möglichkeit, eines oder mehrere von über 3000 Modulen (Zusatzprogrammen) in einen osCommerce-Shop zu implementieren.

Das Shopsystem ist in der serverseitigen Open-Source-Skriptsprache PHP geschrieben, als Datenbanksystem wird MySQL eingesetzt. Dadurch ist es Shop-Betreibern möglich, bei ausreichenden Kenntnissen selbst Änderungen und Anpassungen vorzunehmen.

OsCommerce sowie alle davon abgeleiteten Systeme bauen auf einer prozeduralen Codebasis auf. Es gibt keine Pluginverwaltung. Plugins werden durch Inkludieren des Plugincodes in den Code des Systems installiert. Dies setzt voraus, das sich Konfiguratoren mit PHP auskennen. Das System ist generisch gewachsen und besitzt eine unbestimmte Architektur. Auch gibt es keine richtige Modularisierung des Codes, Layering oder Namespaces. OsCommerce brachte ursprünglich keine Template Engine mit, diese wurde jedoch bei vielen von osCommerce abgeleiteten Systeme nachträglich integriert, um den Programmcode von der Darstellung zu trennen.

Die Administration und Konfiguration von osCommerce-Shops ist webbasiert.

Kommerzielle Ableger und Varianten[Bearbeiten]

Ein Teil des Konzeptes von osCommerce ist es, mit dem Onlineshop-System eine Basis für Weiterentwicklungen zur Verfügung zu stellen. So befasst sich eine Vielzahl von Entwicklern mit der Programmierung von einzelnen Komponenten, aber auch der Zusammenstellung vollständiger eigener Ableger und Varianten des Basisshops. Diese Ableger (engl. forks) werden zum Teil professionell und unter einem neuen Namen vertrieben, so dass der Ursprung des Systems nur noch für Spezialisten zu erkennen ist. Solange bestimmte urheberrechtliche Hinweise und die GNU-GPL erhalten bleiben, entspricht dies völlig dem Lizenzmodell von osCommerce.

Bei den Ablegern werden die Basisfunktionen des osCommerce-Systems im Wesentlichen beibehalten, aber in bestimmten Bereichen abgewandelt, erweitert oder vereinfacht. Auch die Anbindung an externe Funktionen wie Warenwirtschaftssysteme, Micropayment-Anbieter oder Versender wird mitunter abgedeckt. Dies kann durch die Integration bestehender Module von anderen oder durch völlige Eigenentwicklung, wie auch jede denkbare Kombination daraus realisiert werden.

Kritik[Bearbeiten]

Am 15. August 2011 gab das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Warnung vor massenhaft kompromittierten Online-Shops auf Basis einer veralteten Version von osCommerce heraus.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BSI weist auf massenhafte Kompromittierung von Online-Shops hin