Oscar Blumenthal

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Oscar Blumenthal (um 1905)

Oscar Blumenthal, auch Oskar Blumenthal (* 13. März 1852 in Berlin; † 24. April 1917 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Kritiker und Bühnendichter. Daneben war Blumenthal ein Schachspieler und Schachkomponist, der 1902 den Begriff Miniatur für eine Schachkomposition mit höchstens sieben Steinen einführte.

Seine Überreste befinden sich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee. In vier Berliner Stadtteilen wurden Straßen nach ihm benannt.

Inhaltsverzeichnis

Autor und Kritiker [Bearbeiten]

Als Literaturwissenschaftler wurde er durch die Herausgabe der gesammelten Werke von Christian Dietrich Grabbe bekannt. Außerdem war er Mitarbeiter mehrerer literarischer Zeitschriften.

Er war ein bekannter Rezensent und arbeitete von 1875 bis 1887 für das Berliner Tageblatt. Wegen der Schärfe seiner Kritiken wurde er auch „blutiger Oskar“ genannt. Von 1888 bis 1897 war er Direktor des Lessingtheaters in Berlin.

Zusammen mit Gustav Kadelburg schrieb er mehrere Lustspiele, darunter während eines Aufenthaltes 1896 in der Villa Blumenthal in der Nähe von Bad Ischl Im weißen Rößl, das dem viel gespielten gleichnamigen Singspiel als Vorlage diente.

Vier Beispiele seiner Kurzgedichte:

Das ist ein häßliches Gebrechen,
wenn Menschen wie die Bücher sprechen.
Doch reich und fruchtbar sind für jeden
die Bücher, die wie Menschen reden!

Der satte Reichtum hat’s ausgemacht,
dass Armut niemandem Schande macht.
Die Schlemmer lehren am vollen Tisch,
wie Salz und Brot hält die Wangen frisch.
Die Tauben gurren vom Dachesrand:
„Nehmt lieber den Sperling in die Hand!“ …
Und die Dummen fassten den Mehrheitsbeschluss,
dass stets der Klügere nachgeben muss.

Bei Opern macht oft gleichen Kummer
Das Tonwerk wie das Textgedicht:
Die Dichtung reizt die Lust zum Schlummer,
Doch die Musik erlaubt ihn nicht.

Wer immer nach dem Nutzen strebt,
Der glaubt wohl, dass er ewig lebt,
Sonst würd’ er vor der Frage stutzen:
Am letzten Tag, wo bleibt der Nutzen?

Schachkomposition [Bearbeiten]

Aus der Zeit ab 1871 sind von Oscar Blumenthal 95 Miniaturen bekannt. Er veröffentlichte sie vorwiegend im Deutschen Wochenschach. 1902 veröffentlichte er eine populäre Sammlung von Schachminiaturen, die ein Jahr später einen Nachfolger erhielt. Von Bedeutung für die Schachkomposition blieb er so auch als Schöpfer des Begriffs „Miniatur“.[1]

Nachfolgend ein Frühwerk mit Opferschlüssel.

Oscar Blumenthal
Schachzeitung der Berliner Schachgesellschaft, 1871
Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Matt in 2 Zügen




Lösung:

1. Sb4-d5 Zugzwang
1. ... Kc4xd5 2. Lg6-f7 Idealmatt
1. ... c6xd5 2. Lg6-d3 Mustermatt
1. ... Kc4-b5 2. Lg6-d3 matt
1. ... c6-c5 2. Da3-d3 matt

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

  • Der Probepfeil. Lustspiel in vier Akten. Freund & Jeckel, Berlin 1884.
  • mit Gustav Kadelburg: Die Großstadtluft. Schwank in 4 Acten. Bloch, Berlin 1891.
  • Schachminiaturen. Eine Problemsammlung. Veit & Comp. Leipzig 1902.
  • Schachminiaturen. Neue Folge. Veit & Comp. Leipzig 1903.

Einzelnachweise und Quellen [Bearbeiten]

  1. Manfred Zucker: Große deutsche Problemmeister (14). In: Schach, Nr. 5, 1994, S. 76

Weblinks [Bearbeiten]