Oshana-System

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Wasserführendes Oshana während der Efundja

Das Oshana-System oder Cuvelai-Feuchtgebiet ist ein weitverzweigtes Netz gefällearmer, seichter in Nord-Süd-Richtung verlaufender Abflussrinnen und Senken, der sogenannten Oshanas in Nordzentral-Namibia. Es erstreckt sich über weite Teile der namensgebenden Region Oshana - von Cuvelai im Hochland von Bié im Norden bis zum Nordufer der Etosha-Pfanne und von Ruacana im Westen bis Ondangwa im Osten und ist die bestimmende Landschaftsform in Nordzentralnamibia. Ihren Ursprung nehmen die Oshanas etwa 100 km nördliche der Grenze zu Angola, von wo aus sie südlich abfließen, sich zum Ekuma vereinigen und schließlich in die Etosha-Pfanne münden. Die Wasserführung beschränkt sich auf die Regenzeit im Sommer. Nach massiven Niederschlägen in der Großregion Nordnamibia/Südangola treten auch größere Fluten, die sogenannten Efundja, auf. Aufgrund der weiten Verzweigung und des geringen Gefälles der Oshanas stehen dann weite Gebiete von Nordzentralnamibia unter Wasser.

Das Cuvelai-System ist ein besonderes Feuchtgebiet auf Grundlage der Ramsar-Konvention.

Für das Ovamboland sind die Oshanas und Ihre sommerliche Flut essentiell. Die in der Region vorherrschenden Sandböden und der Kalahari-Sandsteine sind extrem nährstoffarm und bieten kaum Wasserrückhaltekapazität. Nur das Flutwasser sorgt für eine Auffüllung der Grundwasserreserven und einen dichten Graswuchs, der für Weidewirtschaft genutzt wird. Darüber hinaus finden sich in den gefluteten Tümpeln und Rinnen der Sommermonate viele Fische, die von den Bewohnern gefangen und frisch oder getrocknet als Nahrung verwendet werden. Allerdings bieten die Tümpel und Sumpfflächen auch ideale Brutstätten für Mücken, so dass unter anderem Malaria weit verbreitet ist.

Da eine größere Efundja letztmals in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts vorgekommen war, und seither ein massiver Bevölkerungszuwachs stattgefunden hat, wurden viele Ansiedlungen und Weideflächen auch auf eigentlich selten geflutete Mulden und Oshanas ausgeweitet. In der Trockenzeit wird dadurch die Tragfähigkeit des Landes zunehmend überschritten und die Grundwasserreserven sind schneller erschöpft. Bei höheren Fluten oder gar einer großen Efundja wie 2008 und 2011 kommt es dadurch zu großen Schäden und Verlusten an Haus und Vieh.

Die Oshanas bilden im trockenen Zustand offene, grasige, aber sonst vegetationsfreie Senken („Pfannen“). Nur die Ränder und höhergelegene Bereiche sind mit Mopane (Colophospermum mopane) und Makalanipalmen (Hyphaene petersiana) bewachsen. Während der Regenzeit füllen sich die Kanäle und Senken und es kommt zur sogenannten 'Efundja' oder Flut. Während die westlichen Oshanas durch ablaufende Niederschläge im angolanischen Hochland gefüllt werden, stammt das Wasser der östlichen Oshanas meist nur aus lokalen Niederschlägen. Mit einer Ausdehnung von über 30.000 km² bildet das Oshana-System dann zeitweilig das bedeutendste Feuchtgebiet Namibias.

Auch nach den Niederschlägen bleiben die Oshanas noch längere Zeit als seichte Seen gefüllt die langsam verdunsten, da wasserundurchlässige Bodenschichten ein schnelles Versickern des Wassers verhindern. Während der Efundja ist das Oshana-Gebiet die Heimat von 260 Vogelarten darunter 90 Arten spezifisch für Feuchtgebiete (Flamingos, Pelikane, Sattelstorche usw.) und die Kanäle sind voll von Fischen, die von den Einheimischen mit bloßen Händen oder einfachen Reusen gefangen werden.

Die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser und der Eintrag nährstoffreicher Sedimente erlaubt eine ertragreiche Landwirtschaft, die jedoch ausschließlich als Subsistenzwirtschaft betrieben wird. Industrielle Landwirtschaft findet trotz der Eignung des Landes kaum statt. Angebaut werden überwiegend Melonen, Kürbisse, Mais, Hirse und Bohnen. Zusätzlich findet sich Viehhaltung.

Aufgrund der guten Bedingungen weist die Oshana-Region eine hohe Bevölkerungsdichte auf und ist daher entsprechend stark zersiedelt. Die in Berichten aus dem letzten Jahrhundert noch erwähnten ausgedehnten Trockenwälder sind heute verschwunden und wurden gefällt, um den hohen Feuerholzbedarf zu decken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Mendelsohn, John; Weber, Beat: Cuvelai - The Cuvelai Basin its water and people in Angola and Namibia. Development Workshop, 2011 (online abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]