Oshivambo

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Oshivambo

Gesprochen in

Namibia, südliches Angola
Sprecher 1,4 Millionen (Muttersprachler)
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von -
Anerkannte Minderheitensprache in: NamibiaNamibia Namibia
AngolaAngola Angola (nur Kwanyama)
Sprachcodes
ISO 639-1:

ng (Ndonga), kj (Kwanjama)

ISO 639-2:

ndo, kua

ISO 639-3:

ndo, kua

Oshivambo (inklusive OshiKwanyama, OshiMbalanhu, OshiNdonga und OshiKwambi) ist eine Bantusprachgruppe, die mit etwa 1,1 Millionen Sprechern die sprecherreichste Sprache in Namibia ist.

Verbreitung[Bearbeiten]

Knapp 700.000 der Oshivambo-Sprecher leben vor allem in den nördlichen Regionen von Namibia (hauptsächlich in Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto, die man zusammenfassend auch als Nordzentralnamibia (4-O-Regionen), historisch auch als „Ovamboland“ bezeichnet); gut 400.000 der Sprecher leben in den südlichen Grenzregionen Angolas.

Das Volk der Ovambo wird in zwölf Gruppen eingeteilt. Die acht im namibischen Teil lebenden Gruppen sind die Kwayama, Ndonga, Kwambi, Ngandyera, Mbalanhu, Kwaluudhi, Eunda und Kolonkdhi. Dementsprechend wird Oshivambo meist in sieben Untergruppen geteilt, die – da untereinander verständlich – als Dialekte des Oshivambo angesehen werden: darunter Kwanyama (auch: Kwanjama, Kwancama, Kuanyama), Oshikwanyama (auch Ochikwanyama), Kwambi, Humba und Ndonga. Von manchen Linguisten werden Ndonga, Kwanyama, Kwambi, Mbalanhu (auch: Mbaanhu, Mbalantu, Mbaluntu) und Ngandyera als verschiedene Sprachen angesehen (vgl. Ethnologue).

Gebrauch[Bearbeiten]

Stammgebiet von Oshivambo; die Sprache wird jedoch im gesamten Norden gesprochen

Oshivambo hat keinen offiziellen Status als Amtssprache in Namibia; Englisch ist die einzige offizielle Amtssprache, wobei Oshivambo eine weit verbreitete Verkehrssprache ist und Förderung als Minderheitensprache hat.

  • Bereits 1876 übersetzte der finnische Missionar Pietari Kurvinen Teile der Bibel in das Oshivambo.
  • Grundschulunterricht in Namibia ist in der jeweiligen Muttersprache vorgesehen. Das Schoolnet Namibia, ein web-basierter Schuldienst, nutzt verschiedene Mittel, den Kindern das Lesen und Schreiben der Sprache näher zu bringen (z. B. mit dem Comic „Hai Ti!“ - Hai Ti ist Oshivambo und bedeutet„ Hör zu!“).
  • Für Regierungsbeauftragte und lokale Beamte sind viele Formulare der Regierung zweisprachig erhältlich.

In diesem zunehmend bilingualen Umfeld werden kulturelle Unterschiede zwischen europäischen Sprachen in Namibia (Afrikaans, Deutsch und Englisch) und den afrikanischen Sprachen oft durch Sprachkreuzungen kompensiert: „Oshi-Deutsch“ (durch die sogenannten DDR-Kinder, in der DDR aufgewachsene schwarze Namibier) oder der starke Einfluss des Englischen in Oshivambo.

Der staatliche Namibische Rundfunk (NBC) sendet neben Englisch (und sechs weiteren Sprachen) auch zehn Stunden pro Tag auf Oshivambo.

Beispiele[Bearbeiten]

  • Owe uya po! - „Willkommen!“
  • Wa aluka! - „Hallo!“
  • Wa shilwa? - „Guten Morgen“
  • Wa uhala po? - „Guten Tag!“
  • Ou li tutu nawa? - „Wie geht’s?“
  • kulala - „schlafen“
  • omulaule - „schwarz“
  • Hai ti! - „Hör zu!“
  • Omukwaniilwa - „König“
  • Nda pandula - „Danke“
  • Heeno - „Ja“
  • Aaye - „Nein“
  • Enda nawa - „Tschüs“

Literatur[Bearbeiten]

  • August Seidel: Praktische Grammatiken der Hauptsprachen Deutsch-Südwestafrikas. I. Nama (Sprache der Nama-Hottentotten). - II. Otyiherero (Sprache der Herero). - III. Oshindonga (Sprache des Ndonga-Stammes der Ovambo). Wien: Hartleben, 1892.
  • Hermann Tönjes: Wörterbuch der Ovambo-Sprache. Osikuanjama - Deutsch. Berlin: Reimer, 1910.

Weblinks[Bearbeiten]